Musik während des Unterrichts- auch bei Euch üblich?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von sternenzauber24 15.08.07 - 11:12 Uhr

Hallo miteinander,

meine Tochter besucht nun die zweite Woche die Erste Klasse. Mittlerweile hat sie sich gut eingewöhnt, und es wird Rechnen gelernt. Es ist momentan üblich, das während des Unterrichts, und arbeiten an Tafel oder im Arbeitsheft Musik oder Geschichten laufen. Konzentrationstraining nennt es sich! Die Kinder sollen lernen, sich trotz verschiedener Nebengeräusche und Ablenkmanöver intensiv zu Konzentrieren. Wird dies auch in euren Schulen so gehändigt? Würde mich mal interessieren. Ich finde das eigentlich nicht schlecht, bei mir früher mußte in der Klasse noch alles " Totenstill" sein, dadurch kann ich mich heute schwer bei Geräuschkulisse konzentrieren. Ich finde diese Theorie nicht schlecht, denn viele haben ja auch laute Geschwister bei den Hausaufgaben. Oder neben der Schule eine Baustelle. Zudem ist meine Tochter absolut schnell ablenkbar, da tut ihr dieses sicher ganz gut, zu erlernen. Erzählt doch mal :-) Uns wurde sogar gesagt ( das war schon bei meiner Schwester damals so) das man während der Hausarbeiten TV oder Radio nebenher laufen lassen solle, aber nur im Hintergrund. Das sie lernen müßen, trotz dessen konzentriert zu arbeiten.

Liebe Grüsse, Julia

Beitrag von manavgat 15.08.07 - 11:20 Uhr

Da die meisten Kinder völlig reizüberflutet sind, halte ich das für absolut kontraproduktiv. Abgesehen davon kann man sich ruhig auch mal einen Augenblick der Stille gönnen. Mittlerweile scheint das Luxus zu sein.

Vielleicht fragst Du die Lehrerin mal freundlich, woher sie ihre Erkenntnisse hat?

Leider gibt es jede Menge Blödsinn zum Thema Konzentration. Das wenigste ist fachlich/wissenschaftlich und vor allem empirisch abgesichert.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sternenzauber24 15.08.07 - 11:25 Uhr

Hallo Manavgat,

sie geht in der Ersten Zeit nur 2 Stunden, in die Schule. Demnächst wird es sicher runtergeschraubt, wenn sie länger geht. Es war im Gespräch, das gerade die Anfangsschüler dies wohl lernen müßten. Ich glaube die sehen das wohl so, das sie lernen mit all den Reizen umzugehen lernen. So in etwa wurde es beim Elternabend gesagt.

Liebe Grüsse, Julia

Beitrag von manavgat 15.08.07 - 12:57 Uhr

Man kann Eltern ja viel erzählen.

Sag doch einfach, dass Du Dich für Pädagogik interessierst, den Ansatz "hochspannend" findest und das gerne nachlesen würdest. Ob sie Dir zu dieser Methode Literatur empfehlen kann... #schein

Dann berichte mal bitte.

Gruß

Manavgat

Beitrag von melhessen 15.08.07 - 11:46 Uhr

Also ehrlich halte ich davon überhaupt nichts.

Meine Tochter hat auch schon mal TV oder Radio neben den HAusaufgaben gehört und sie erscheint mir dadurch doch abgelenkter zu sein..

Und gerade in unsere hektischen reizüberfluteten Zeit finde ich Stille auch ein Hauch von Luxus, den man auch annehmen sollte.

Woher kommt denn diese, für mich eher bedenkliche, Anwendung ?
Gibt es irgendwelche wissenschaftlichen oder statistischen Belege?

Beitrag von sternenzauber24 15.08.07 - 13:10 Uhr

Das weiß ich leider nicht. Es wird nur eine Stunde so gemacht, und die nächste dann ganz normal. Keine Ahnung welche Studien die da so haben. Kann auch sein, das es nur in der Anfangszeit gemacht wird. Mir ist aufgefallen, das seither meine Tochter Babygeplappere etc. dei den Schulaufgaben weniger stören. Ich denke, das ich mehr beim Elternabend erfahre.

Liebe Grüsse

Beitrag von lena10 15.08.07 - 13:21 Uhr

Hallo Julia,

ich bin Grundschullehrerin und würde NIEMALS in Arbeitsphasen, in denen die Kinder sich konzentrieren müssen, Hörspiele laufen lassen #schock! Ich habe noch nie gehört, dass die Kinder davon wirklich lernen können, bei Nebengeräuschen konzentrierter zu arbeiten. Es gibt sicher Kinder, die damit sehr gut umgehen können, aber es gibt auch viele, bei denen mit Sicherheit das Gegenteil erreicht wird.

Die Musik ist dagegen ein anderes Thema: Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass ruhige, entspannende Musik den Kinder wirklich hilft sich zu konzentrieren. In diesen Phasen ist es in der Klasse mucksmäuschenstill (was du sonst nur selten erleben wirst bei 30 Kindern) und es wird häufig von den Kinder eingefordert.

LG Lena

Beitrag von sternenzauber24 15.08.07 - 13:35 Uhr

Hallo Lena,

#danke für die Antwort! Erst hatte ich mich darüber auch ein bißchen gewundert, ich habe meine Tochter näher befragt und sie sagte Hörspiele sind eher zum lernen. Also da wird etwas vorgesprochen, und dann müssen sie das auf Bildern wieder finden ( Wörter). Und Musik gibt es dann während des Unterrichts also wenn die jetzt an der Tafel rechnen dann läuft Musik dabei.

Liebe Grüsse, Julia

Beitrag von laetitiajosephine 15.08.07 - 14:07 Uhr

Das mag sich in der Theorie gut anhören, die Praxis zeigt aber anderes. Durch die ständigen Überreize, bekommen Kinder und Erwachsene Kopfschmerzen stärkerer Natur, die sie vielelicht ihr Leben nicht mehr loswerden (also die Attacken von Migräne und Clusterkopfschmerzen), des weiteren besteht die Gefahr von Epilepsie. Die Beschallung ist natürlich nicht die Ursache, aber mit Auslöser solcher Krankheiten.

Des Weiteren ist es mir inzwischen unmöglich, in Ruhe etwas zu lernen oder einfach nur abzuschalten. Das geht nur, wenn nebenher Musik läuft oder der Fernseher etc. Das mag beim Lernern ja noch hilfreich sein, aber bei einer Klausur später herrscht Ruhe und das kann (wie bei mir) voll ins Auge gehen. Auch sonntags aufwachen udn einfach im Bett bleiben und kuscheln und frühstücken. Das geht für mich nicht ohne musikalische oder andere Berieselung. Ich find das traurig.

Deshalb bin ich dagegen, Kinder mit Hörspielen nebenher zu beschallen. Allerdings spricht nichts gegen klassische Musik oder sowas, oder gar ein Hörspiel im Kunstunterricht.

Frag doch mal nach, vielleicht wird das ja auch nur so gehandhabt und du hast etwas missverstanden#hicks

Beitrag von jade63 15.08.07 - 23:52 Uhr

Ich führe den täglichen Kampf gegen alles, was Musik macht, also Handys und MP3-Player.
Keine Ahnung, inwieweit sowas auf öffentlichen Schulen toleriert wird, bei uns ist das verboten!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man bei Problemen mit der Hauptarbeit (wie z.B. Matheaufgaben rechnen) sich gerne auf die Nebenbeschäftigung konzentriert (Musik hören - egal was).
Und wenn dann das Angebot schon da ist... naja...
Irgendwie sind die Kids dann so abgelenkt, dass ihnen Mathe total Wursch ist.

Was soll aus den Kindern in 10 Jahren werden?
Stöpsel in die Ohren - und schon ist die böse Welt draußen. Man ist mit sich und seiner Musik allein.
Wozu soll das nun förderlich sein?