Einige Gedanken zum Alltag...

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von 15101975 15.08.07 - 11:18 Uhr

Guten Morgen

Mein Sohn (18 Monate) und ich haben es gerade nicht so leicht miteinander. Ich würde sagen, dass es je zur Hälfte an uns beiden liegt. Heute gehen mir soviele Gedanken durch den Kopf und möchte mich hier gerne mal austauschen. #freu

Mein Kleiner ist eigentlich ein totaler Sonnenschein. Für sein Alter ist er schon recht wiff und hält seine ganze Umwelt laufend auf Trab. Ich bin eigentlich eine fröhliche, aufgestellte Person und war mir in dem was ich tat auch immer ziemlich sicher. Seit ich jedoch Mama bin hinterfrage ich mich dauernd - manchmal artet es auch schon ins Grübeln aus..... #augen

Es geht darum, dass ich, wer weiss warum, mich meinem Kind gegenüber ständig irgendwie schuldig fühle. Ich fühle mich verantwortlich, wenn er einen schlechten Tag hat und wenn er weint und wenn er (in meinen Augen) unglücklich ist. Mein Alltag ist ein ständiger Spiessrutenlauf. Ich versuche ein Gleichgewicht zu finden zwischen Kind, Haushalt und Mann.

Ständig habe ich das Gefühl, zuwenig Zeit für mein Kind zu haben, den Haushalt zu vernachlässigen und am Abend bin ich manchmal viel zu müde, um mich so richtig um meinen Schatz zu kümmern. Davon, dass ich mal Zeit für mich hätte will ich gar nicht sprechen. Die letzten Tage habe ich noch nicht mal meinen PC jeweils aufgestartet. :-(

Doch nun zu meinem eigentlichen Anliegen. In der letzten Zeit fällt mir des öfteren auf, dass ich etwas ungeduldig mit meinem Kleinen bin. Er kann ja schon super gut gehen. Geht auch meistens zu Fuss (Buggy ist nur noch für den Notfall da)
Natürlich dauert alles länger, die Treppe rechts, der Brunnen links - alles will erforscht werden. Zwischendurch setzen wir uns auch einfach mal auf ein Mäuerchen und und und......

Meistens versuche ich diesen kleinen Bedürfnissen nachzugeben und ich geniesse diese intesive Zeit draussen mit meinem Kleinen. Aber es gibt Tage - heute ist so einer- da will irgendwie so nichts klappen. Ich habe heute einen Berg Arbeit zu Hause und kann es mir einfach nicht leisten, 2h lang fürs Einkaufen zu "verbrauchen" Also bin ich auf dem Heimweg auch hektisch und ungeduldig geworden. Wir müssen jetz - keine Zeit - komm schon - komm, so kommen wir ja nie zu Hause an.....und und und. Am Ende habe ich den Pause machenden Sohn gepackt und in den Buggy gesetzt. Natürlich mit schlechtem Gewissen. Denn wenn er ja schon so gut läuft, soll man ihn auch lassen, oder?

Zu Hause angekommen - hier muss ich putzen - doch er hängt mir im Moment ständig am Bein herum - weint, klammert, jammert den ganzen Tag "Mama"......ich kann es schon nicht mehr hören.....

Ich war doch heute schon auf dem Spielplatz mit ihm und am Nachmittag gehen wir in die Krabbelgruppe.....verbringe ich wirklich zu wenig Zeit mit ihm? Ich kann mir doch nicht zerreissen! Ach, dieses Posting ist wohl recht durcheinander - bitte entschudligt - aber ich fühle mich grad sehr überfordert und bin traurig. Ich hatte mir immer vorgenommen, nur anständig und ruhig mit meinen Kindern zu sprechen und nun werde ich manchmal auch laut und ungeduldig.....

Oder sind das nur die Schwangerschaftshormone, die mich so aus der Bahn werfen? Ich habe das Gefühl, meinem Kleinen keine gute Mama zu sein. Wie soll das dann erst werden, wenn das 2.Baby da ist?

Müde Grüsse
Dani & Felix (18 Monate) & #ei ET 15.02.08

Beitrag von kajulju 15.08.07 - 11:28 Uhr

Liebe Dani,
du machst das alles toll, du gehst zur Krabbelgruppe und auf den Spielplatz und du läßt ihn meistens laufen, ist doch super! Jamie ist 19 Monate alt und wenn ich es eilig habe, und das ist oft, das gebe ich zu, landet er im Buggy auch wenn er dann motzt Dieses Mamaaaaaaaaaaaa hab ich im Moment auch ganz viel, das ist bestimmt nur wieder eine Phase und ich sage dir jede Mutter ist davon manchmal auch genervt und du bist noch dazu schwanger!
Das du das Gleichgewicht suchst und kaum Zeit für dich hast kennen auch viele Mamas. Ich arbeite 30 Stunden zusätzlich, sehr gerne aber trotzdem brauch ich auch Zeit für mich, da drück ich meinem Mann den Knirps in die Hand und schick die beiden Jungs am WE alleine los, und wenn es nur 2 Stunden auf den Spielplatz ist. Kannst du nicht deinen Mann mehr einspannen?
Du bsit bestimmt eine super Mama, sonst würdest du dir nämlich gar nicht so viele Gedankern darum machen, eine gute Mama zu sein!
Liebe Grüße und Kopf hoch,
Kathi

Beitrag von angiebo 15.08.07 - 11:38 Uhr

hallo dani!

du bist nicht allein mit deinen gefühlen! ich bin eigentlich auch eine ruhige person und habe viel geduld, ob nun draußen unterwegs oder zu hause, aber das geht nicht immer. zudem ist mein kleiner auch ein dauer-quengler, wo mir ab und zu die nerven durchgehen und mal laut werde, weil ich diesen ton nicht mehr hören kann und will. man kann nicht immer fröhlich, ruhig und ausgeglichen sein. ich denke auch nicht, dass die kinder irgendeinen schaden davon tragen, wenn man mal die geduld verliert. mach dir keine sorgen. es geht vielen so. keiner ist immer perfekt!

lg angie

Beitrag von sohnemann_max 15.08.07 - 11:38 Uhr

Hi Dani,

nicht böse sein: Warum machst Du Dir selbst so einen Stress?!?!?

Ist doch vollkommen wurst ob der Boden jetzt gewischt wird oder in einer halben Stunde #gruebel.

Hast Du Omis in der Nähe?!?! Bring Deinen Felix für 2 od. 3 Stunden dorthin und tu mal was für Dich! Gehe zum Frisör oder einfach mal in die Stadt zum Bummeln - musst ja noch nicht mal was kaufen!

Ich bin auch so eine Kandidatin die immer 100% gibt - egal bei was. Es muss das Haus perfekt sein, es muss sich um das Kind perfekt gekümmert werden und meine ganzen Tiere wollen auch zu ihrem Recht kommen und das alles alleine, mein Mann macht keinen Strich zu Hause (will ich auch nicht). Ich habe lange gebraucht zu akzeptieren, dass nicht alles geht - jedenfalls nicht auf einmal und schon gar nicht je älter und agiler das Kind wird.

Ich habe mir einfach Freiräume geschaufelt und es klappt trotzdem alles. Aber ich mache mir keinen Streß mehr wie: Aber die Wäsche liegt noch auf der Kommode. Na und, da liegt sie morgen oder am Abend auch noch #schwitz.

Nehm Dir einfach mal ne Auszeit - am Anfang 5 Minuten - dann immer mal verlängern oder öfters machen. So habe ich angefangen. Habe mir ne Zigarette genommen und habe diese nicht mehr in Hektik zwischen zwei Arbeiten geraucht sondern bewusst im Garten und in Ruhe.

Abends ist es nun mittlerweile so, dass ich gegen 20 Uhr komplett fertig bin (Ausnahmen gibts natürlich) und ich ab da nur Zeit für uns habe. Meistens sitzen wir draußen auf der Terrasse und quatschen über den Tag oder über das was ansteht. Die 3 Stunden tun einfach richtig, richtig gut - einfach sein, sitzen vielleicht ein gutes Glas Rotwein oder wie bei mir eine Zigarette!

Wenn Du das eine Zeitlang machst, biste auch nicht mehr so schnell gereizt und kannst Dich in Naher Zukunft toll um Deine beiden Schätze kümmern!

Und NEIN, Du bist keine schlechte Mama und zuwenig Zeit haste auch nicht für Deinen Felix!!

Liebe Grüße
Caro mit Max 3 Jahre

Beitrag von karina210 15.08.07 - 12:00 Uhr

es kommt nicht drauf an wie viel /lang du mit ihm spielst sondern daß Du die Zeit die Du ihm schenkst, u. sei es nur eine halbe Stunde am Tag, auch wirklich mit ihm verbringst ,u. intensiv spielst, u. Dich nur ihm widmest, Du machst das schon richtig!

Beitrag von sunflower.1976 15.08.07 - 13:43 Uhr

Hallo!

Setz Dich nicht so unter Druck #liebdrueck
Nicht nur Dein Sohn soll zufrieden sein sondern DU auch!

Es ist doch völlig okay, wenn er mal im Buggy sitzt!
André (26 Mon.) kann auch weitere Strecken laufen, seit er ca. 18 Monate alt ist. Trotzdem wurde er bis vor kurzem noch sehr oft im Buggy gefahren, hauptsächlich wegen unserer vielbefahrenen Straße mit sehr schmalem Bürgersteig. Aber auch sonst, wenn ich wirklich ein Ziel habe und nicht nur mit ihm spazieren gehe. Ich denke, er ist zufriedener, wenn er einen Teil der Strecke laufen darf und ich wirklich Geduld mit ihm habe, als dass ich selber unter Strom stehe, weil ich es eilig habe.

Vielleicht tut es Euch beiden gut, wenn Du kleine Auszeiten für Dich hast. Mein Morgenritual ist es z.B. dass ich nach dem gemeinsamen Frühstück die Zeitung lese, wenn ich meinen Tee trinke. Da spiet André alleine und da bestehe ich drauf. Das habe ich von Anfang an so gemacht.

Fühl Dich nicht schuldig, wenn Du mal weniger mit ihm spielst. Wenn er 10 Minuten lang spürt, dass Du mit Gedanken ganz bei ihm und dem Spiel bist, ist es auch völlig okay, wenn Du danach mal 30 Minuten anderweitig beschäftigt bist.
Bei André klappt es prima, wenn ich ihm z.B. sage, dass ich jetzt noch das eine Fenster zuende putze und dann mit ihm das Buch anschaue, das er gerade hat. Das mache ich auch für ein paar Minuten. Danach "darf" ich weiterputzen. Ich kündige ihm meistens an, was ich noch beende, bevor ich mit ihm rausgehe, spiele usw. Das akzeptiert er auch, weil er weiß, dass ich mich 100%ig daran halte. Auch wenn mir in der Zwischenzeit eingefallen ist, was ich noch machen könnte.

Aber die Gefühle, die Du beschreibst, kenne ich... Bis vorm kurzem habe ich eine Krankheitsvertretung bei meinem alten Arbeitgeber gemacht (400-Euro-Basis). Da hatte ich auch oft das Gefühl, dass André zu kurz kommt. Ich glaube, er hat das gar nicht so empfunden da er in der Zeit vom Papa (hat Schichtdienst) betreut wurde.
Ungeduldig bin ich auch öfter mal. Das ist aber meiner Meinung nach normal. Wir Mütter sind auch nur Menschen mit Gefühlen und Bedürfnissen. Und es ist auch gut so, dass man das nicht völlig verdrängt...

Such Dir vielleicht ein neues Hobby, mach regelmäßig einen Weiberabend o.ä. Dann hast Du ein bißchen Zeit für Dich und hast sicher mehr Geduld mit Deinem Sohn. Das tut Euch beiden gut.
Er kann nur glücklich sein, wenn es auch Dir gutgeht!

Alles Liebe!!!!
LG Silvia

Beitrag von 15101975 15.08.07 - 14:00 Uhr

Hallo Ihr Lieben! ;-)

Ihr habt mich grad ganz schön aufgebaut - DANKE!!!! #danke

Mein Kleiner macht gerade Mittagsschlaf, ich gönne mir ganz bewusst eine Pause und da ich jetzt schon seit einer halben Stunde durchschnaufen kann, geht es mir wirklich schon viel besser. Ich muss wohl versuchen etwas gelassener zu werden - eigentlich, wenn ich es mir mit etwas Abstand angucke, habe ich ja alles recht gut im Griff. Da sind wohl die Hormone mit mir durchgegangen #freu

Liebe Grüsse und Euch allen einen schönen Nachmittag

Dani

Beitrag von shirin 15.08.07 - 14:07 Uhr

Hallo Dani,

ich glaube wirklich, Dir geht es auch so weil die Geburt Deines zweiten Kindes bevorsteht. Ich kenne viele der Gedanken, der Gefühle von Dir, besonders auch "solche" Tage, an denen nichts recht klappen will und man lauter wird, obwohl man das nicht wollte und sich dann schlecht fühlt.
Und wenn ich das so lese, dann machst du das doch super. Du bietest Felix so viel und gehst so viel auf ihn ein.
Milan ist auch 18 Monate alt und läuft auch sehr gut, aber ich lasse den Buggy nur in einem von zwei Fällen zu Hause. Da bin ich strickt. Gehen wir einkaufen, nur Buggy. Und da bleibt er auch drin. Gehen wir in die Stadt: Buggy. Aber auf den Spielplatz, zum Markt, und alles was gefahrenlos geht, lass ich den Buggy hier, und ich nehme mir Zeit dafür, bzw mache es nur, wenn ich Zeit habe. Und das einfach aus dem Grund, dass ich weiss, ich hätte in Zeitdruck, wie Du es beschreibst, nicht die Geduld, und dann gäbe es eben Situationen, in denen ich ihm Druck machen würde, und das will ich nicht- und schlimm find ich es auch nicht, dass Milan noch viel im Buggy sitzt. Denn ich achte drauf, dass er sich täglich genug austoben kann.
Ich finde, jeder muss in einer Familie auf die Bedürfnisse des anderen eingehen. Ich will und möchte natürlich hauptsächlich auf die Bedürfnisse meines Kindes eingehen, klar, aber er auch mindestens einmal täglich auf meine, bzw die der Familie.
Dann putze ich eben kurz, und Milan beschäftigt sich kurz allein oder "hilft", so hab ich abends wenn er schläft auch wirklich "Feierabend" und Zeit für mich, und meinen Mann....
Ich brauche auch Zeit für mich, und habe auch etwas gebraucht, um zu akzeptieren, dass es meiner Familie nicht gut tut, wenn ich mich völlig aufgebe und vernachlässige. Ich bin geduldiger wenn ich auch auf mich achte.

Mach es Dir ab und zu leichter, Du bekommst ja jetzt noch einen kleinen Wurm.
Ich denke, das wird euch allen gut tun.
Alles Gute von
Shirin
die auch manchmal den "Aus" Knopf sucht, wenn Milan nur an meinem Rockzipfel hängt und greint ;-)