Was haltet Ihr von der Montessori Methode?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von thinkpink 15.08.07 - 13:52 Uhr

... die Frage steht ja oben. Wuerde mich ueber viele Meinungen und Erfahrungsberichte freuen.

Vielen Dank.#klee

Gruss

Sue

Beitrag von dawn79 15.08.07 - 14:20 Uhr

Das ist keine Methode sondern eine Pädagogik. Gegen den Begriff Methode würde die gute Frau Montessori definitiv ne Abneigung haben. ;-)
Ich finde die Montessori P. sehr gut, Jonah ist jetzt in einer so orientierten Krippe und ich möchte ihn gerne im Montessori Kindergarten haben.

Beitrag von manavgat 15.08.07 - 14:29 Uhr

Es gibt Kinder die sehr gut damit lernen und andere auf die es nicht passt. Unabhängig von der Methode muss man sich darüber im Klaren sein, dass wir in unserer Gesellschaft ein Berechtigungswesen haben. Heißt: bestimmte Schulabschlüsse berechtigen zu einem (bzw. ermöglichen) beruflichen Werdegang.

Gruß

Manavgat

Beitrag von yesil 15.08.07 - 15:19 Uhr

Hallo
Was sol das fuer eine p.sein?
Lg fido

Beitrag von silly16 15.08.07 - 18:53 Uhr

Hallo!!

Nein, ich ziehe nicht Wikipedia oder google zu Rate, ich frage jetzt einfach Euch mal ganz unverschämt, was das sein soll??

....und freue mich natürlich auf aufklärende Antworten!!

DANKE!!

Viele liebe Grüße, #blume

die Silly....

Beitrag von kja1985 15.08.07 - 19:01 Uhr

"Die Montessorimethode wird oft als eine Philosophie beschrieben, die das Kind und seine Individualität in den Mittelpunkt stellt. Dr. Montessori glaubte an den Eigenwert des Kindes. Vergleiche mit traditionellen Standardnormen sind in der Montessoripraxis nicht erwünscht. Stattdessen meinen Montessori-Befürworter, dass Kinder frei lernen sollten, ohne Behinderung und Kritik. Dr. Montessori glaubte, dass sowohl Belohnungen als auch Strafen schädlich sind für die innere Einstellung des Menschens, dass Kinder ganz natürlich aus ihrer eigenen Motivation lernen wollen. Vor allem deshalb, weil es in ihrer Natur liegt, am (erwachsenen) Leben teilhaben zu wollen.

Die Montessorimethode konzentriert sich als Pädagogik auf die Bedürfnisse, Talente und Begabungen des einzelnen Kindes. Montessori-Lehrer und -Pädagogen sind der Meinung, dass Kinder am besten in ihrem eigenen Rhythmus und in ihrer eigenen Art lernen. Kinder werden dazu ermutigt, das Tempo, das Thema und die Wiederholung der Lektionen selbstständig zu steuern.

Das Leitmotiv der Methode ist die Pflege der natürlichen Freude des Kindes am Lernen. Nach Montessori stellt diese Freude am Lernen einen Kernbestandteil des Wesens eines jeden Kindes dar. Mit Respekt und Achtung unterstützt und angeleitet führt sie zu einer Entwicklung einer in sich ruhenden und ausgeglichenen Persönlichkeit.

Kinder, die in ihrem eigenen Rhythmus und den eigenen Interessen folgend lernen, erleben Selbstvertrauen und Selbstständigkeit und verinnerlichen das Gelernte so am besten.

Selbstständigkeit wird durch die Arbeiten des täglichen Lebens (Fähigkeiten, die direkt im praktischen Leben anwendbar sind) unterstützt. Montessori-Kindergartenkinder lernen (in erster Linie durch Nachahmung) sich anzuziehen, sich selbst zu waschen, den Esstisch vorzubereiten usw. Die Montessori-Erziehung in der Schule fördert mehr Gruppenarbeit. Die Kinder können sich meist selbst aussuchen, mit wem sie gemeinsam arbeiten und auch woran sie arbeiten möchten. Sie setzt dabei immer noch ihren Schwerpunkt auf den Lernenden als Führer seiner eigenen intellektuellen Entwicklung.

Für Maria Montessori ist es vorrangig, dem Kind die Möglichkeiten zu bieten, in einer vorbereiteten Umgebung, die an seine psychologischen Bedürfnisse angepasst ist, sich mit allen seinen Sinnen zu entfalten. Dabei ist es besonders wichtig, dass sich die Lehrenden auch als Lernende begreifen und den eigenen Rhythmus jedes Kindes berücksichtigen und dieses in erster Linie versuchen wahrzunehmen und zu erkennen, womit sich das Kind auseinandersetzt. Zum Beispiel kann es sein, dass ein Kind nicht mit den dafür vorgesehenen (von M. Montessori entwickelten) Materialien Mathematik anwendet, sondern dies beim Messen, beim Bau einer Maschine tut - die Aufgabe des Begleiters ist es, dies wahrzunehmen."

quelle: wikipedia :-p

Beitrag von silly16 16.08.07 - 07:36 Uhr

Ich #danke Dir!!

Beitrag von geenee 16.08.07 - 21:03 Uhr


Hallo,

ich finde die Montessoripädagogik nicht unbedingt für jedes Kind geeignet.
Die Nichten meines Mannes besuchen solch eine Kita und Schule, die Eltern führen den "freieren Erziehungsstil" zu Hause fort.
Das Konzept finde ich in der Theorie sehr spannend und schön, die Praxis enttäuscht mich leider ein wenig.

Beide Kinder ecken außerhalb des Elternhauses in ihrem Verhalten ständig an, außerdem halten sie in ihrer geistigen Entwicklung nicht wirklich mit Gleichaltrigen schritt, sie können weder Kritik annehmen noch verarbeiten, ebenso sieht es mit dem Loben aus (Man hat den Eindruck die Kinder können sich nicht richtig freuen) - sowas findet ja nun mal unweigerlich auch "draußen" statt.

Außerdem wirken die 2 oft sehr unzufrieden, brauchen eine Menge "Extra-Würstchen", diskutieren alles aus und akzeptieren schwer andere Befindlichkeiten.

Für uns wär es nix.

Aber letztlich muss das jeder für sich entscheiden.

LG

Beitrag von kakadu06 17.08.07 - 10:49 Uhr

Hallo,
ehrlich gesagt bin ich grad ein wenig erstaunt, wie wenig bekannt M. unter euch hier ist. Ich schreib sonst eigentlich in einem anderen großen Forum.

Während meiner Examenszeit hab ich mich doch ziemlich damit auseinander gesetzt.
Zunächst auch etwas skeptisch, nun aber voll auf begeistert, wenn, aber nur WENN, es wirlich fast 1:1 umgesetzt wird.

Montessori ist keine Methode, schon eine Pädagogik, aber vielmehr auch eine LEbenseinstellung gegenüber dem Kind.

Montessori ist davon überzeugt, wie ich auch, dass Kinder selbst am besten wissen, was gut für sie und jedes Kind in seinem Tempo lernt. Es braucht lediglich die Unterstützung des Erwachsenen. es gibt bei ihr auch keine Lehrer oder im Kiga ERzieher, es gibt Begleiter. Einer ihrer Leitsätze lautet: "Hilf mir es selbst zu tun"
Es werden verschiedene, oft von ihr selbst entwickelte Materialen zur Verfügung gestellt, mit denen sich das Kind beschäftigen KANN, nicht muss. Sie geht aber davon aus, dass es sich damit beschäftigen wird, da es in der Natur des Menschen liegt, lernen zu wollen. Kinder brauchen eine geeignete Umgebung, in welcher sie zum Lernen animiert werden (heißt nicht, dass Eltern oder Begleiter sagen: hier ist das Zeug, fang doch mal an, willst du nicht? etc)
Es geschieht alles freiwillig.
Es funktioniert wirklich, natürlich wesentlich besser, wenn die Kinder es von Hause bereits kennen, eigene Entscheidungen treffen zu können in möglichst vielen Bereichen und nicht ständig von den Eltern kontrolliert zu werden.

Leider gibt es in Dtl viele Kigas und Grundschulen (darüber inaus gibt es leider nur sehr wenige weiterführende sChulen, die M. umsetzen, ist ja nicht so einfach), die M. wirlich umsetzen. Die allermeisten benutzen lediglich ihr Material. Das allein kann eigentlich nicht so richtig zum Erfolg führen.

Wenn ihr noch Fragen habt, nur her damit!!!:-)

kakadu

Beitrag von thinkpink 17.08.07 - 13:59 Uhr

Hallo Kakadu,

Vielen Dank fuer die ausfuehrliche Meinung. Ich habe wie gesagt schon viel von der Montessori Paedagogik gehoert. Den Grundsatz und die 1:1 Umsetzung finde ich superklasse, allerdings moechte ich natuerlich verhindern, dass unser(e) Kind(er) spaeter dann ein Aussenseiterdasein haben und nicht mit dem "Rest der Gesellschaft" klarkommen, wenn Du weisst, was ich meine.

Z.B. halte ich sehr wenig von der Waldorfschule, weil sie mir einfach zu wirklichkeitsfern ist, und ehem. Waldorfschueler doch Probleme haben, wenn sie in ein konkurrenzbetontes Berufsleben stossen, wofuer sie meiner Meinung nach nicht in der Waldorfschule vorbereitet werden. Das ist meine ganz persoenliche Meinung.

Du schreibst, dass in Deutschland leider sehr wenige Kigas und Grundschulen die Paedagogik richtig umsetzen. Wie kann ich denn als Eltern erkennen, ob es sich um eine "gute" Montessori Einrichtung handelt? Hast Du Kinder und haben diese das Montessori System durchlaufen? Es wuerde mich halt auch sehr interessieren, wie Montessori Kinder mit anderen Kindern aus regulaeren Kindergarten und Schulen klarkommen.

Du kannst mich auch gerne ueber meine VK anschreiben.

Vielen Dank und liebe Gruesse

Sue

Beitrag von kakadu06 18.08.07 - 11:34 Uhr

Hallo,
also zunächst einmal möchte ich denken, dass ehemalige M.kinder in der späteren WElt nicht negativ auffällig werden, eher positiv, wenn überhaupt. Sie haben ja schließlich gelernt, wie man lernt und sind dementsprechend wahrscheinlich selbstständiger, besser organisiert etc, da man ihnen NICHT immer alles vorgeschrieben hat. Sie haben früh gelernt, selbst zu denken und bisher immer ihren Weg gefunden. ICh denke, dies sind Vorteile.
Schwierig könnte es werden, wenn man von einer M.grundschule in eine normale Schule überwechselt, aber auch dort haben echt nur die wenigsten Problem (sofern sicher gestellt, dass sie ungefähr den gleichen Wissensstand haben, aber dies in Dtl durch die Lehrpläne ja ohnehin möglich (heißt, dass Lehrpläne an sich schon sehr offen sind und es eigentlich nie wirklich geprüft wird) Lehrpläne stellen auf der anderen Seite natürlich auch eine Behinderung hinsichtlich der freien Entfaltung der Schüler da -anderes Thema).

Da M.kinder aber ja in der LAge sind selbstständig zu arbeiten, werden sie möglich Defizite wahrscheinlich schnell aufholen.

WEnn ich es recht in Erinnerung habe, dann hat nur ein relativ kleiner Prozentsatz tatsächlich große Probleme.

Also keine Angst.

zu deiner 2. Frage: Wie kann man gute M. Schulen erkennen?
Informiere dich gut hinsichtlich ihrer Pädagogik und über M. Leitlinien und wenn du dir dann die Schule ansiehst, stelle Fragen. Wie frei sind die Kinder (die Freie Zeit sollte überwiegen, eigentlich sogar so, dass die Schüler selbst entscheiden, wann sie arbeiten, wann sie klönen wollen) Sogenannte Unterrichtsphasen sollten nur einen kleinen Teil es Tages ausmachen.
usw.

Wichtig ist, dass sie nicht nur einfach M. Materialen zur Verfügung stellen.

Frag auch nach, wie die Lehrer sich selbst sehen (sie sollten sich nicht mehr eigentlichen L. verstehen, eher als Begleiter und Beobachter)
Hab einfach keine Scheu, denn wenn man hier nur halbe sachen macht, kann das in die Hose gehen.

Lg
SAbrina