Erziehungsurlaub bald vorbei..zurück ins Berufsleben/betriebsb. Kündig

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von maria28 15.08.07 - 14:57 Uhr

Hallo,

also bei mir sieht es momentan wie folgt aus:
- habe vor der Mutterschaft Vollzeit gearbeitet
- habe noch keinen Kindergartenplatz, Sohn ist von Ende März und Kindergartenjahr beginnt im August (was ist mit der Zeit dazwischen?)
- mein Unternehmen ist nun in ein anderes verschmolzen worden (großes internationales Unternehmen, angeblich gleiche Rechte usw. sind erhalten geblieben, aber meine alte Abteilung gibt es nicht mehr)
- mein Arbeitgeber (und natürlich aus ich) war froh, dass ich schwanger geworden bin und er mich so angenehm losgeworden ist (naja, wird sich noch zeigen...)
- habe momentan keine Rechtschutzversicherung (sinnvoll?)

Wie verhält man sich jetzt an besten, wenn man wieder im alten Unternehmen Teilzeit arbeiten möchte? Schnell Rechtschutzversicherung abschließen und dann mal in der Personalabteilung anfragen, wie es aussieht? Schriftlich einen Antrag auf Teilzeitarbeit stellen mit festen Zeiten (wie machen, wenn Kindergartenplatz nicht feststeht?)? Sich beim Betriebsrat vorbab schlau machen (betriebsbedingte Kündigung)? Wenn ich betriebsbedingt gekündigt werde, steht mir dann eine Abfindung zu? Wenn man mir nur Vollzeit anbietet, was dann?

Bin momentan ein bißchen unschlüssig, wie man die Sache am besten anpackt....

Vielen Dank für Eure Hilfe schon mal vorab!!!!



Beitrag von klau_die 15.08.07 - 15:16 Uhr

Ist Dir keine große Hilfe aber "betriebsbedingt" kann nur der Betrieb kündigen, nicht Du und ja, wenn Du kündigst, wirst Du eine Sperre bekommen. Genau so wirst Du auch nur anteilig - wenn Du überhaupt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst (sprich: Kinderbetreuung nachweisen kannst) ALGI bekommen, also nur Teilzeit-ALG.

Gruß,

Andrea

Beitrag von katha123 15.08.07 - 15:56 Uhr

Hallo,

Du hast grundsätzlich einen Anspruch auf Teilzeitarbeit. Verweigert werden kann das nur aus betrieblichen Gründen. Diese liegen aber nur dann vor, wenn es organisatorisch unmöglich ist, eine Stelle zu teilen. Ist eigentlich recht selten der Fall, dennoch stellen sich viele AG quer. Ich würde mal in der Personalabteilung anfragen. Was Du allerdings nicht hast, ist ein Anspruch auf Arbeit zu bestimmten Zeiten.
Dennoch würde ich einfach mal nachfragen.
lg
katha

Beitrag von iberostar75 15.08.07 - 16:18 Uhr

Rechtschutzversicherung und Mitglied in einer Gewerkschaft wäre schon mal gut.

Du musst 3 Monate vor Ende Deiner Elternzeit Dein Wunsch auf Teilzeit schriftlich (Einschreibebrief) äußern.
Wenn sich Deine Firma nicht 6 Wochen vor Ende Deiner Elternzeit meldet, gilt das, was Du vorgeschlagen hast.
Schlagen sie Dir aber vor, dass Du nur Vollzeit arbeiten kannst, dann müssten sie Dir aus betriebsbedingten Gründen kündigen, da der Betrieb z.B. keine Teilzeitplätze hat.
Dann hast Du ganz normale Kündigungsfrist.
Vermutlich wird man dann freigestellt und erhält Gehalt.
Danach ab zum Arbeitsamt und arbeitslos und arbeitssuchend melden.

Beitrag von janamausi 15.08.07 - 22:21 Uhr

Hallo iberostar75!

Wenn man betriebsbedingt gekündigt wird, soll man sofort zum Arbeitsamt, da viele Arbeitgeber einfach unberechtigt betriebsbedingt kündigen. Wenn die Kündigung nicht rechtens war und man sie einfach so hinnimmt, geht man die Gefahr ein, dass man danach auch vom Arbeitslosengeld gesperrt wird.

LG janamausi

Beitrag von klau_die 16.08.07 - 06:56 Uhr

"Schlagen sie Dir aber vor, dass Du nur Vollzeit arbeiten kannst, dann müssten sie Dir aus betriebsbedingten Gründen kündigen, da der Betrieb z.B. keine Teilzeitplätze hat. "

Nee nee, wenn eine Teilzeitarbeit betriebsbedingt nicht möglich ist, dann ist der Arbeitnehmer an seinen ursprünglichen Vertrag gebunden. Hält er den nicht ein, wird ihm gekündigt. Das ist aber keine betriebsbedingte Kündigung....
Man hat keinen grundsätzlichen Anspruch auf Teileit nach der Elternzeit.

Gruß,

Andrea

Beitrag von maria28 16.08.07 - 20:26 Uhr

Vielen Dank für Eure Antworten!!!!!!

Beitrag von janamausi 15.08.07 - 22:13 Uhr

Hallo!

Ich hab mal gehört, dass man sich nach der Elternzeit noch weitere 3 Monate freistellen lassen kann...aber wie gesagt, ich habs nur gehört, obs stimmt, weiß ich nicht.

Du mußt auf alle Fälle - wie schon geschrieben - 3 Monate vor Ende der Elternzeit schriftlich einen Antrag auf Teilzeit stellen. Das würde ich auf alle Fälle vorsorglich machen.

Da Du geschrieben hast, dass die Firma ein großes internationales Unternehmen ist, denke ich mal, dass sie dich Teilzeit nehmen müssen und solche großen Unternehmen haben kaum die Möglichkeit betriebsbedingt zu kündigen (es wird zwar oft probiert, aber oftmals ist es nicht rechtens und Du kannst dagegen vorgehen).

Du hast keinen Anspruch auf deine frühere Arbeitsstelle, aber auf eine gleichwertige. Und ein Arbeitgeber muß einen Teilzeit nehmen, wenn die Firma mehr als 12 (ich glaube es waren 12, oder 15?) Arbeitnehmer hat und es von der Arbeit her machbar ist, dass man Teilzeit arbeitet. Gerade bei großen Unternehmen ist es eigentlich immer machbar, dass man Teilzeit arbeiten kann, aber oftmals wollen es die Arbeitgeber nicht und versuchen einen mit den Sätzen "wir können Sie Teilzeit nicht nehmen etc." loszuwerden.

Wichtig ist, dass Du keinen Aufhebungsvertrag unterschreibst. Gehe auch mal zum Arbeitsamt und lass dich genau beraten.

Ich war genau in der gleichen Situation wie Du und mein Arbeitgeber hat auch versucht, mich loszuwerden. Vollzeit hätte er mich jederzeit genommen, aber Teilzeit nicht #schock. Er hat es mit allen Mitteln versucht, aber ich bin standhaft geblieben. Ich hab mich zwar zum Ende der Elternzeit auch anderweitig beworben, aber wenn man 3 Jahre in Elternzeit war, hat man kaum Chancen eine Arbeit zu finden, vor allem nicht halbtags im Büro und ich hab nur Absagen bekommen.

Letztendlich mußte er mich nehmen. Es war zwar ein komisches Gefühl, nach dem ganzen Ärger dort anzufangen, aber ich dachte mir, naja, dass zieh ich jetzt paar Monate durch und bewerb mich nochmal, weil wenn man erst mal wieder arbeitet, hat man viel bessere Chancen einen neuen Job zu bekommen. Und so war es dann auch. Ich hab jetzt ein gutes 3/4 Jahr dort gearbeitet und mich anderweitig beworben, den Job bekommen und wechsel jetzt zum 01.09. #freu

Viel Glück und lass Dich nicht unterkriegen!

LG janamausi

P.S.: Mir hat mein Sachbearbeiter vom Arbeitsamt dringend davon abgeraten einen Aufhebungsvertrag (egal ob mit oder ohne Abfindung) zu unterschreiben, weil man dadurch bei zukünftigen Bewerbungen kaum Chancen hat, weil es sich dann so anhört, als ob man (nach der Elternzeit) keine Lust und Energie zum Arbeiten mehr hat.

Jetzt ist mein Text sehr lang geworden #hicks

Beitrag von maria28 16.08.07 - 20:27 Uhr

Vielen Dank für Deine Antwort!