Mein geliebter Opa ist heute gestorben,suche drigend Trauerspruch!!!

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von andreagr 15.08.07 - 22:24 Uhr

Mein geliebter Opa ist heute nach 5 Wochen Intensivstation gestorben, die Ärzte haben uns gesagt, wir müssen uns darauf einstellen. Am Montag ging es ihm so schlecht, das ich spät abends noch ins Krankenhaus gefahren bin um mich von ihm zu "verabschieden". Auch wenn es eigentlich klar war, wollte ich es nicht wahr haben und habe bis zuletzt gehofft, das er wieder aufwachen wird. Und nun ist es doch vorbei. Ich kann es immernoch nicht glauben. Er wird mir so sehr fehlen.

Ich möchte auf seiner Beerdigung gerne einen schönen Trauerspruch vorlesen, hab schon gegoogelt aber noch nichts passendes gefunden.

Ich würde mir sehr freuen, wenn mir jemand einen lieben Text schicken könnte. Kann auch ruhig etwas länger sein. Vielen Dank euch allen!!!

Traurige Grüße,

Andrea

Beitrag von sarah722510 16.08.07 - 09:33 Uhr

Hallo,
ersteinmal mein herzliches Beileid#kerze, ich habe einen sehr schönen Text gefunden, du kannst ihn dir ja mal durchlesen:


Das Schlimme am Tod ist nicht die Tatsache,
dass er uns einen geliebten Menschen nimmt,
sondern vielmehr,
dass er uns mit unseren Erinnerungen allein lässt.

Menschen treten in unser Leben und begleiten
uns eine Weile. Einige bleiben für immer,
denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren
Herzen.

Der Tod trennt - der Tod vereint.

Als die Kraft zu Ende ging
war`s kein Sterben,
war`s Erlösung.

Der Tod öffnet unbekannte Türen.

Bedenke stets, dass alles vergänglich ist
dann wirst du im Glück nicht so friedlich
und im Leid nicht so traurig sein.

Bedenke, über alles Leid,
das die Tage bringen,
zieht mit raschen Schwingen
tröstend hin die Zeit.

Ein ewiges Rätsel ist das Leben -
und ein Geheimnis bleibt der Tod.

Dein Leben war ein großes Sorgen,
war Arbeit, Liebe und Verstehen,
war wie ein heller Sommermorgen -
und dann ein stilles Von-uns-Gehn.

Wer so gewirkt im Leben,
wer so erfüllte seine Pflicht
und stets sein Bestes hat gegeben,
für immer bleibt er euch ein Licht.

Als der Regenbogen verblasste
da kam der Albatross
und er trug mich mit sanften Schwingen
weit über die sieben Weltmeere.
Behutsam setzte er mich an den Rand des Lichts.
Ich trat hinein und fühlte mich geborgen.
Ich habe euch nicht verlassen,
ich bin euch nur ein Stück voraus.


Mich hat der Text sehr berührt, ich hoffe ich konnt dir ein wenig helfen.

LG Sarah#herzlich

Beitrag von misses_b 16.08.07 - 11:07 Uhr

Hallo Andrea!

Erst einmal mein herzliches Beileid.

Nachfolgend ein kurzes Gedicht, was - wie ich finde - alles sagt.



Es weht der Wind ein Blatt vom Baum;
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein
war Teil von uns'rem Leben.
D'rum wird uns dieses Blatt allein
Für immer, immer fehlen...

Gruß

misses_b

Beitrag von germany 16.08.07 - 11:22 Uhr

Hallo,

erst mal mein Beileid#liebdrueck

Bei der Beerdigung meiner Tante las der Pastor auf wunsch meines Vaters folgendes vor:



Die Geschichte von der Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.
Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: „Wer bist du?“
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf: „Ich? Ich bin die Traurigkeit“, flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.
„Ach, die Traurigkeit!“ rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.
„Du kennst mich?“ fragte die Traurigkeit mißtrauisch.
„Natürlich kenne ich dich. Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet.“
„Ja aber....“argwöhnte die Traurigkeit,“ warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?“
„Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will. Warum siehst du so mutlos aus?“
„Ich....ich bin traurig“, antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme. Die kleine, alte Frau setzte zu ihr.“ „Traurig bist du also“, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf: „Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.“
Die Traurigkeit seufzte tief: Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.
„Ach, weißt du“, begann sie zögernd und äußerst verwundert, „es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen.
Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.“ Die Traurigkeit schluckte schwer.
„Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lächeln führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht: Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen. Man muß sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie nichts fühlen müssen.“
„Oh, ja“, bestätigte die alte Frau, „solche Menschen sind mir schon oft begegnet.“
Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. „Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde und das tut weh. Aber nur, wer die Trauer zuläßt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, daß ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.“
Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.
Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und streichelte zärtlich das bittere Bündel. „Weine nur, Traurigkeit“, flüsterte sie liebevoll, „ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt“.
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin. „Aber..aber – wer bist du eigentlich?.
„Ich?“ sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. „Ich bin die Hoffnung“.


lG germany

Beitrag von mamakind 16.08.07 - 13:19 Uhr

Hallo Andrea,

es tut mit sehr leid, dass du Abschied nehmen muß von deinem Opa. Meiner ist schon vor 25 Jahren gestorben, aber wenn ich an ihn denke, kommen mir heute noch die Tränen.

Ich habe hier auch noch 2 Gedichte:

Solange ihr mich liebt

Solange ihr mich liebt, lebe ich weiter.
Bewahrt mich in euren Herzen.
Und wenn mein Bild in euch verblasst,
auf Dauer, jetzt noch nicht,
selbst dann wird unsre Liebe uns verbinden.

Solange ihr mich liebt, tief in euren Herzen,
lebe ich weiter, bin ich da, wo immer ihr auch seid.
Abwesend anwesend,
auch wenn ihr es nicht spürt,
oder nur ab und zu vielleicht.

Wenn ihr traurig seid, dass ich so nicht mehr bin,
so wisst, dass es auch mir nicht leicht fiel,
euch allein zulassen.
Weint ruhig, aber lasst danach
auch wieder Licht in eure Herzen scheinen.

Ich werde da sein, einst, wenn ihr mich braucht
und selbst über die Schwelle tretet,
über die ich jetzt gegangen bin.

Bis dahin lebt, so viel ihr könnt,
habt lieb so viel ihr könnt,
geht euren Weg mit Kraft zu Ende.

***

Wenn ich eines Tages gehen muss, tue ich das nicht wirklich.
Du kannst mich dann nur nicht mehr sehen, nicht mehr berühren.
Aber ich werde immer da sein, egal wo du bist.
Werde der Wind sein, der zärtlich durch dein Haar streicht,
der Regen, der sanft deine Haut berührt, der Regenbogen am Horizont,
der dir die schönsten Farben schenkt,
die Sonne, die dich wärmt und mit dir lacht,
der Duft von Sommer, den du einatmest,
die Erde auf der du gehst,
die Nacht, in der ich für dich die Sterne erstrahlen lasse,
der Tag, der dir tausend Überraschungen bringt,
die Hoffnung, die dich trägt, wenn du traurig bist,
dieses Gefühl was in dir ist, wenn du glücklich bist.
Du kannst mit mir reden,
ich werde dich immer hören oder einfach weinen,
dann nehme ich dich in meinen Arm und du wirst dich frei fühlen.
Ich werde über deinen Schlaf wachen
und dir wundervolle Träume schenken.
Du brauchst keine Angst zu haben, wenn du daran glaubst.
Du bist niemals allein, weil ich immer da sein werde,
wenn du an mich denkst so wie ich an dich.

LG Simone

Beitrag von pompadil 16.08.07 - 15:15 Uhr

.. aber warum sagst du nicht einfach das, was Dir zu deinem Opa einfällt?