83-jährige Oma mit Kleinkind alleine lassen - wie denkt ihr darüber???

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von baby_24.10.05 16.08.07 - 12:25 Uhr

Hallo!

Mein Sohn Colin ist jetzt fast 22 Monate alt, er wird ende Oktober 2. Meine Oma (also seine Uroma) ist 83 jahre alt und total vernarrt in ihren Urenkel. Ich muss dazu sagen, dass meine Oma noch total fit ist für ihr Alter, noch alleine den ganzen Garten macht, alleine wohnt, kocht usw. und auch vom Kopf her noch total fit ist. Körperlich auch relativ, so wie man es eben mit 83 noch sein kann.
Colin ist ein sehr lebendiges Kind, er turnt viel rum, klettert überall hoch, räumt viel aus und kann níe still sitzen, er kann schon anstrengend sein #schwitz
Nun beschwert sich meine Oma dauernd, ich würde allen anderen mein Kind geben, nur ihr nicht. (Muss dazu sagen, dass ich meinen Sohn sowieso selten abgebe, außer es ist mal ein Termin wo er wirklich nicht mit kann oder so). Wenn ich ihn jemandem gebe, dann nur meiner besten Freundin, meiner Mutter, meinem Vater, meiner Schwester oder eben den Schwiegereltern.
Nun fängt meine Mutter auch ständig an, ich solle ihn doch mal zur Oma geben, die wär schon ganz traurig, sie hätte auf uns früher auch aufgepasst (da war sie 25 Jahre jünger #kratz ) und ich könnte sie doch wenigstens in der Wohnung aufpassen lassen oder ihn in den Kinderwagen setzen und sie ihn spazierenfahren lassen.
Ich sehe das Ganze ein bisschen anders. Die Frau ist immerhin 83, sie ist zwar noch ganz fit im Kopf, aber wenn Colin losrennt gehts doch schon los dass sie überfordert ist. Sie hat doch gar nicht mehr die körperliche Fitness, um einem Kleinkind hinterher zu rennen. Oder wenn er wo runterfällt, sich verletzt usw. Er braucht nur zur Haustür rausrennnen (die er öffnen kann) oder sonstwas... #schock
Ich hab wirklich nix dagegen, wenn sie mit ihm spielt wenn ich zu hause bin, ich verstehe ja auch, dass sie ihn sehen will. Sie kann auch mit ihm im Garten spielen wenn ich da bin usw.
Aber ich möchte sie ihn einfach nicht alleine betreuen lassen. Sagen darf ich ihr das narürlich nicht, sonst hätte sie das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden (sagt meine Mutter).
Außerdem darf ich mir von meiner Mutter ständig anhören, ich würde da total übertreiben, man könne nicht alle 83 jährigen über einen Kamm scheren, die Oma sei noch sooo fit und könne das noch gut... #bla
Es nervt einfach nur, schließlich ist es mein Kind und ich will mich nicht ständig rechtfertigen müssen.
Oder sehe ich es wirklich zu eng? Wie würdet ihr das machen?

Sorry, ist lang geworden, Danke fürs Lesen.


LG Simone + Colin (der gerade Mittagsschlaf macht)

Beitrag von jeanny0409 16.08.07 - 12:31 Uhr

Hallo, also die Grotante meines Mannes ist 80 und sie passt auch öfters auf unsere 19Moante alte Tochter auf.
Allerdings max. für 1-2 Stunden.
Lass sie doch wirklich mit ihm sparzieren gehen, ich denke da ist der Kleine am zufriedensten und kann ihr nicht weglaufen.
Muss ja nicht jeden Tag sein;-) aber so sind alle zufrieden.

Beitrag von susannewerner1 16.08.07 - 12:36 Uhr

Hallo Simone,

hm, das ist in der Tat eine schwierige Entscheidung.

Meine Mama wird 78 und ist total fit - geistig, wie körperlich. Auch mein Sohn ist ein richtiger Wirbelwind. Aber meine Eltern (mein Papa ist 82) kommen super gut mir ihm zurecht. Dennoch habe ich auch manchmal ein komisches Gefühl, wenn Konstantin bei ihnen ist. Aber das habe ich auch bei meinen Schwiegereltern, und die sind 55 und 62. Die sind zwar schneller als meine Eltern, was das rennen angeht. Allerdings sind sie auch leichtsinniger, weil sie schon so viel voraussetzen, was Konstantin betrifft.

Meine Eltern wiederum passen besser auf, weil sie Gefahren besser einschätzen. Sie räumen im Vorfeld schon Dinge aus dem Weg, an denen sich Konstantin verletzen könnte. Zudem ist der Garten meiner Eltern übersichtlicher und sie sind einfach auch immer hinter ihm her.

Nun aber zu Deiner Frage:
83 ist ja dann noch mal 5 Jahre mehr als 78, was in diesem Alter auch viel ausmachenkann.
Und wenn Du Deiner Oma Deinen Sohn erst mal nur für 'ne Stunde gibst und irgendwo in der Nähe bleibst. Vielleicht im Garten und Du beobachtest das ganze aus der Entfernung, so dass Deine Oma es nicht gerade mitbekommt ?!
Oder Deine Mutter geht mit zu Deiner Oma.

Ist zwar jetzt nicht so das gelbe vom Ei, aber vielleicht ein Anfang. Und wenn Du dann siehst, dass Deine Oma das ganz gut alleine hinbekommt, dann bist Du auch beruhigter.

Liebe Grüße

Susanne #klee

Beitrag von inajk 16.08.07 - 12:36 Uhr

Ich habe den EIndruck, dass deine Meinung sowieso feststeht. Wieso fragst du dann noch? :-)
Ich persoenlich wuerde es versuchen. Wer noch seinen Garten machen kann, kann auch mit einem Kleinkind umgehen. Freu dich doch, mal ein paar Stunden fuer dich allein zu kriegen! Viele hier haben keine Familie in der Naehe (s. Posting weiter unten) und wuerden gern mit dir tauschen...
Aber selbstverstaendlich musst du das selbst wissen.
LG
Ina

Beitrag von sunflower.1976 16.08.07 - 12:38 Uhr

Hallo!

Hm, schwer zu sagen...
Ich denke aber, einen Spaziergang im Kinderwagen wird sie schaffen. Da kann ja nichts passieren.
Würde Dein Sohn denn überall herumklettern, wenn Du nicht dabei bist? Bei André ist es nämlich ein großer Unterschied, ob er bei uns in der Wohnung oder bei meinem Eltern oder Schwiegereltern ist. Obwohl er dort viel darf, ist er ruhiger.
Die Haustür kann man ja auch abschließen...

Mein Schwiegervater ist erst 72 aber körperlich nicht mehr so fit. Er macht alles im Garten, aber eben langsam wegen Schmerzen in den Gelenken. Er könnte André draußen auch nicht hinterherrennen. Aber dafür schiebt er André im Buggy spazieren (auch wenn er sonst läuft).
Auch im Garten ist André oft alleine mit dem Opa. Er merkt wohl, dass der Opa nicht so flott ist und ist superlieb, bleibt in seiner Nähe usw.

Vielleicht kannst Du Deine Oma mal für 10 Minuten mit Deinem Sohn alleine lassen. Es kann ja zu einer Zeit sein, zu der er gerade etwas zu essen bekommt oder er sonst eine ruhigere Phase hat.
Wenn ich mal von meiner Oma ausgehe (sie ist jetzt 94)...sie war mit 83 wirklich noch so fit, dass sie sich kurzzeitig um ein Kleinkind kümmern konnte.

LG Silvia

Beitrag von giraffe15 16.08.07 - 12:49 Uhr

Mir geht es ähnlich. Meine Schwiegermum ist 75. Ansich ist sie fit, aber sie hat es mit den Knochen und dem Rücken und wenn sie mit meinem Wirbelwind rumtobt, dann sieht dass immer so "gequält" aus - ich denke immer gleich, gleich kracht sie zusammen. Danach ist sie auch immer fertig. Ich lasse meinen Sohn ungern bei ihr, was aber nicht wegen ihrer Fitness liegt, sondern daran, dass sie einfach zu leichtsinnig ist. Sie hat ihn mit einem Jahr (da konnte er grade mal Laufen) alleine die Marmortreppen hoch und runter steigen lassen. Sie stand zwar unten, aber was hilft es, wenn der Kleine dann von ganz oben ausrutscht und runterpurzelt. Und noch so Dinger. Ne, ne. Wenn Du also der Meinung bist, dass Du Deinen Sohn nicht bei Deiner Oma lassen möchtest, dann tue es auch nicht und wenn Dich wieder einer nervt, dann sagt einfach, dass Du davon nichts mehr hören willst. Du kannst ja Deine Oma mehr einbeziehen, indem sie auf Deinen Sohn aufpasst, und Du irgendwo im Hause/Wohnung bist und was anderes machst.

Beitrag von chrissi76 16.08.07 - 13:50 Uhr

bin ein bissle stutzig über den ton mit dem du deine eigene omi beschreibst, die ja auch noch vernarrt in deinen sohn ist. keine ahnung , bei mir kommt das etwas undankbar an, sie hat schliesslich deine windeln auch schon gewechselt. wenn sie noch so fit ist, und sogar den garten alleine schaffen kann,ja warum denn nicht? denkst du dass deine oma nicht weiss was sie im alter nicht mehr so gut kann? sie wird mit ihm keine gefährlichen streifzüge machen, das kann ich mir nicht vorstellen. omas sind doch eh immer noch vorsichtiger als alle andern. ist eben so, zumal sie ja selber auch weiss wie alt sie ist.

also gib deinem herz einen ruck, sie freut sich doch darüber.
geh doch erst mal nur kurz einkaufen oder so und mach dir dein bild- das wichtigste ist natürlich dass es deinem sohn dort gefällt.

Beitrag von baby_24.10.05 16.08.07 - 20:14 Uhr

Hallo!

Kann sein dass ich etwas sachlich geschrieben habe - ist aber nix gegen meine Oma. Es ist einfach nur die Angst, dass meinem kleinen Mann was passiert und sie nicht schnell genug ist. Oder mal was mit ihr ist, dass sie stürzt oder irgendwas, was ist dann mit meinem Kind? Klar kann mir das auch mal passieren, aber in dem Alter ist es eben doch wahrscheinlicher. Ist aber wirklich nicht negativ gemeint, ich bin auch dankbar für alles was sie für uns gemacht hat und macht, aber es ist einfach die Angst da.

Liebe Grüße,
Simone

Beitrag von golm1512 16.08.07 - 14:42 Uhr

Hallo!
Ich denke, es kommt nicht darauf an, ob deine Oma schnell und flink ist.
Ich selbst bin eine ganz unflinke und bewegungsfaule Mutter. Klar muss ich aufpassen, aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man den Kindern erkären muss, warum sie was dürfen oder eben nicht. Ich muss weder meinem 4- noch meinem fast 2jährigem Sohn hinterherlaufen. Wenn deine Oma eine Person, die sich durchsetzen kann -ich meine damit, dass sie liebevoll konsequent sein muss- dann muss sie nicht ständig rennen!
Wir haben hier keine eigenen Großeltern, besuchen aber öfter mal unsere Nachbarinnen oder einen guten Bekannten. Ich rede hier von Leuten, die 75, 85 und 90 Jahre alt sind. Meine Kinder wissen irgendwie, mit wem sie wie weit gehen können. Mit der 75jährigen toben sie schon mal durch die Wohnung, weil sie das kann. Ihre Schwester ist gehbehindert und sitzt immer irgendwo. Mir ihr gehen sie anders um. Mit dem 90jährigen, der natürlich auch nicht mehr "flott" ist, machen sie ruhigere Sachen. Nüsse knacken ist der Brüller!
Ich denke schon, dass du deine Oma einbinden kannst und dass das für deinen Sohn eine ganz wertvolle Erfahrung sein kann. Für eine kurze Zeit wird sie das sicher schaffen und wenn du ihr eine Telefonnummer dalässt, die sie immer anrufen kann, dann seid ihr beide abgesichert.
Meine Kinder finden es superinteressant, dass die Alten nicht mehr so viel können und freuen sich, dass sie dort mal besser und schneller sind als Erwachsene, aber sie nutzen es nicht aus.
Viele Grüße
Susanne

Beitrag von kathrincat 16.08.07 - 16:39 Uhr

die uroma von einer freundin hat ihre 3jährige jede woche für 4 stunden zu babysitten.

Beitrag von kerstin7t9 16.08.07 - 16:50 Uhr

Hallo Simone,ö

das ist wirklich ein kleines Dilemma, ich kann deine Zweifel schon verstehen.

Leider habe ich keine Oma mehr, und für mich stellt sich die Frage nicht. :-(

Die Oma meiner Freundin ist 81, körperlich und geistig auch noch fit, fährt mit dem Fahrrad einkaufen, hat ihren eigenen Haushalt usw. Aber auf die zwei Kinder von meiner Freundin aufpassen möchte sie eigentlich nicht mehr, es wäre ihr einfach zu anstrengend. Sie liebt die Kinder, aber das traut sie sich nicht mehr zu. Kleine Kinder können ja schon die eigenen Eltern ziemlich schlauchen, und die sind um einiges jünger.

Andererseits sehe ich hier öfter ältere Leute, die kleine Kinder spazieren fahren. Ich glaube, dagegen ist nichts einzuwenden, das Kind bleibt ja im Wagen sitzen und kann nicht wegrennen :-)

Letztendlich musst du einfach auf dein Gefühl hören. Dein Sohn wird ja immer älter und vernünftiger, und da deine Oma noch so fit ist, habt ihr sicher noch viele Jahre zusammen.

LG Kerstin

Beitrag von hoeppy 16.08.07 - 21:51 Uhr

Hallo,

ich selbst kann Deine bedenken verstehen. Ich hatte neulich erst selbst den Fall:

Mein Onkel (65 Jahre) geht öfters mal mit meiner Tochter (2 Jahre ) spazieren.

An einem Tag hat er über Herzschmerzen gejammert. Nen Tag darauf ging es ihm wieder gut und er ging mit ihr spazieren. Normalerweise sind sie imme etwa 30 Minuten unterwegs, kommen kurz heim, weil Jamie mir blumen bringt, und gehen dann wieder raus.

An diesem Tag waren sie 3,5 Stunden unterwegs. Erst fiel es mir nicht auf- wie lange es schon war, dann klebte ich am Fenster und hoffte auf die Rückkehr,

Mir ging nur durch denk Kopf- was ist, wenn er irgendwo umgefallen ist. Irrt Jamie alleine rum. Keiner hier kennt uns. Oder was wäre, wenn irgendjemand sie mitnimmt.......

Ich hatte solch eine Angst, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen.

Als sie dann endlich kamen (sie waren am Spelplatz und Eisessen und einkaufen) war ich total erleichtert.

Naja- sie gehen immer noch zusammen spazieren aber mittlerweile sag ich, sie sollen in der Nähe bleiben.


LG Mona