Trennung und Eigentum

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von sanny28 16.08.07 - 14:14 Uhr

Wir haben uns gerade erst getrennt und uns vor einem Jahr ein Reihenhaus gekauft. Wir haben es vollfinanzieren lassen.

Meine Frage ist nun. Kann ich in dem Haus bleiben?
Ich habe zwei Kinder. 2 und 4 Jahre alt. Arbeite auf 400 EUR Basis.(Aber nur für 225 EUR noch)

Mein Mann verdient.1500 Eur Netto, 200 Eur Nebenerwerb und wir bekommen Lastenzuschuss von 117 Eur monatlich.

Wenn wir das Haus verkaufen, dann würden wir beide Schulden bis zu 20.000 Eur haben, 1. Zurückzahlung der Eigenheimzulage und 2. der vorzeitige Vertragsbruch mit der Bank. 3. Und die Zinsen.

Ich möchte das Haus gerne behalten und wollte wissen, ob ich finazielle Unterstützung vom Amt erhalten kann oder ob ich bei Eigentum nichts bekomme. Da mein Gehalt und der Unterhaltsansruch an meinem Mann nicht ausreichen würden um alles zu bezahlen.

Ist es möglich Hilfe vom Staat zu erhalten, obwohl man Eigentum besitzt? Und über der normalen Regelsatz Miete liegt und der erlaubten Quadratmeterzahl?
Wir würden beide erhebliche Schulden machen, wenn wir verkaufen müssen. Das kann doch nicht der Sinn einer hilfe sein?

In einem Jahr gehe ich halbtags arbeiten und kann dann auf das Geld vom Amt verzichten. Aber erst wenn mein 2jähriger in den KIGA geht. Berücksichtigen sie das auch?

Und meinen 225-Eur Job kann ich auch nicht mehr ausführen wenn mein Mann eine Wohnung hat, da es jeden Abend ist und ich Betreuung für die Kinder haben muss!

Was soll ich jetzt machen?
Vielen Dank für die Antworten
Sanny

Beitrag von muggles 16.08.07 - 17:00 Uhr

Ueberlegt Euch doch einmal die Wohnung (voruebergehend) zu vermieten.

Die Mieteinnahmen teilt ihr. Versteuern wird Ihr wohl kaum etwas muessen, da Zinszahlungen so hoch sein werden, dass Ihr kaum Profit erwirtschaftet.

So koenntet Ihr das Haus halten, und in ein paar Jahren ueberlegen, was Ihr damit macht.

Steht Ihr beide im Grundbuch? Steht Ihr beide im Kreditvertrag? Wie hoch ist die monatliche Belastung?

Bin keine Spezialistin (das wissen die anderen vom Fach besser), glaube aber nicht, dass Dir eine finanzielle Hilfe gewaehrt wird, nur weil Du im Haus bleiben moechtest. Koenntest Du eventuell Deine Eltern ansprechen, dass die Dir uebergangsweise aushelfen?

Uebrigens muss auch die Bank mitspielen, wenn Dein Mann aus dem Kreditvertrag heraus will (Schuldhaftentlassung). Du musst naemlich darlegen koennen, dass Du die Belastungen auch problemlos alleine tragen kannst.


Beitrag von klau_die 17.08.07 - 08:35 Uhr

Du hast so den halben Kaufpreis + Zinsen als Schulden und bei nem Verkauf etwa 20.000 Euro. Was wirst Du wohl eher abzahlen können mit nem Halbtagsjob.

Dein Plan, das Haus allein zu übernehmen, ist wenig erfolgversprechend. Die Bank wird sicher nicht den Hauptverdiener aus den Verträgen entlassen und Dir als ALGII-Empfängerin oder was auch immer ohne Einkommen dieses gewaltige Darlehn übertragen!
Davon abgesehen dürfte es auch allein nicht zu finanzieren sein.
Ihr werdet - sofern Dein Mann das Haus nicht allein halten kann - um einen Verkauf nicht herumkommen.

Gruß,

Andrea

Beitrag von sunny993 16.08.07 - 19:09 Uhr

Sorry....aber haben es vollfinanzieren lassen... wie kannst Du da von Eigentum reden ??????

Willkommen im Leben...wach mal auf !!!!!! Warum sollte die Allgemeinheit Dir ein Leben im "eigenem Haus" finanzieren ?

Sunny

Beitrag von sanny28 17.08.07 - 07:45 Uhr

Hallo Sunny,

ich finde es sehr schade, dass du mit deinem Beitrag nur verletzen willst ohne wirklich zu helfen.
Ich habe mir die Situation auch nicht ausgesucht, ich wollte mich hier nur mal mit anderen Menschen austauschen und welche finden die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden, oder schon eine solche durchgemacht haben.
Dafür gibt es doch Foren, oder?

Mein Mann ist jetzt schon seit 3 Wochen weg, zu seiner Geliebten. Seine Kinder interessieren ihn nicht mehr, auch nicht unsere finanzielle Situation. Er will einfach frei sein....
Das hab ich verstanden, jetzt muss ich eben handeln.

Wir haben zwar das Haus vollfinanzieren lassen, sind aber dennoch Eigentümer, sonst würden wir wohl kaum als solche im Grundbuch stehen. Wenn es nur zur Miete wäre, wäre es viel einfacher...

Wir sind beide eingetragen im Grundbuch sowie auch im Kreditvertrag.
Er würde weiterhin im Kredit und im Grundbuch bleiben, zumindest bis wir finanziell wieder ein bißchen Luft haben. Geht das überhaupt?

Ich würde nächstes Jahr wieder arbeiten und könnte dann mit allen Unterhaltsanspüchen und meinem Gehalt, das Haus halten.

Meine eltern haben leider sehr wenig. Sie kann ich nicht fragen. Mir fällt auch sonst keiner ein.

Aber ich werde mich schlau machen, zum Anwalt und zum Amt.
Notfalls müssen wir eben verkaufen, dann haben wir eben Schulden.

Danke
Sanny

Beitrag von klau_die 17.08.07 - 08:38 Uhr

Sorry, aber solange Ihr das Haus nicht bezahlt habt, ist die Bank der Eigentümer. Ihr seid lediglich Besitzer.

Und Schulden - wie Du ständig erwähnst, habt Ihr nicht erst nach dem Verkauf, sondern sie reduzieren sich dann gewaltig.

Du hast doch nach der Scheidung nicht ewig Unterhaltsansprüche an Deinen Ex, was machst Du anschließend oder wenn er keine Lust mehr hat, neben seinem neuen Leben für Euer Haus zu zahlen? Er muß ja irgendwann auch wieder selbst leben können?

Beitrag von sanny28 17.08.07 - 13:41 Uhr

klau_die, noch so eine unfreundliche Antwort!!!

Dann sind wir eben die Besitzer, steht zwar Eigentümer im Grundbuch, aber das ändert ja nichts an der Sache.

Sicher haben wir jetzt Schulden, aber das sind Kaufschulden und haben ja auch ihren Sinn.

Die Schulden, die wir durch einen Verkauf haben, sind für nichts. Sicher werde ich sie in Kauf nehmen, wenn es sich nicht anders lösen lässt, dass versuche ich ja gerade herauszufinden.
Für mich soll er auch keinen Unterhalt zahlen, dafür komme ich schon selber auf, aber für seine Kinder soll er zumindest finanziell aufkommen, wenn er schon sonst keine Lust auf sie hat.


Er muß ja irgendwann auch wieder selbst leben können? Was für ein Satz!!!
Mir wäre er echt egal, wenn da nicht unsere Kinder wären. Ich versuche einfach für uns eine richtige Lösung zu finden.

und ich könnte das Haus sicher allein fianzieren. Zumindest inoffiziell, dass die Bank ihn nicht rauslassen wird ist mir auch klar als Alleinverdiener. Deshalb bleiben wir ja beide im Grundbuch und beim Kredit.

So lange bis wir aus dem Vertrag ohne Schulden rauskommen, oder ich es vor der Bank auch alleine fianzieren kann.

Inoffiziell wird er in einem Jahr nur noch den Unterhalt der Kinder bezahlen und dann kann ich mir das alles schon Leisten.

Ich werde ca. 1100 EUR verdienen, plus Kindergeld , Lastenzuschuss und Unterhalt ist es für uns machbar. Und ich habe keine Schulden.

Ich denke wenn ich mit 20.000 EUR misen in einer kleinen Wohnung sitze, er nicht zahlen kann, da er auch Schulden hat, sind wir viel schlimmer dran und können uns gar nichts mehr leisten, dürfen wir dann auch nicht.

Ich will gar nicht auf Staatskosten mein Haus abzahlen, ich will nur einfach nicht in eine Schuldenfalle geraten und versuche das Beste aus dieser beschi...Situation zu machen. Damit meine Kinder nicht auch noch ein miserables Leben führen müssen, da wir uns nichts leisten können.

Wenn einige Menschen meinen sich darüber aufzuregen, dass ich ein Jahr irgendwie überbrücken muss, dann meinetwegen.
Jeder Mensch gerät mal in eine Notsituation, soviel zu Nächstenliebe. Ihr tut gerade so als wenn ich nach euerer Kontonummer gefragt hätte. Ich will mich erstmal nur austauschen und ähnliche Geschichten hören und keine Vorwürfe und verbitterten Antworten.

Also wenn ihr eueren Frust rauslassen wollt, dann bitte nicht bei mir!

Vermieten möchte ich nicht, da es ein altes Haus ist und wir bestimmt sehr oft angerufen werden. Und mein Mann wird dann nichts tun, also darf ich mich dann darum auch kümmern. nein Danke!
Und wenn der Mieter keine Miete zahlt, das Haus verhunzt? Es gibt soviele Schwierigkeiten die entstehen können.
Unser Haus ist auch nicht sehr groß, 110qm, 4 Zimmer. Dachboden ist nicht ausgebaut.
Untermieter wäre auch nicht drin. Und dazu muss ich sagen würde wohl auch keiner bei uns wohnen wollen, da mein Großer Sohn behindert ist und sehr laut und aggressiv.
Selbst der Vater hat es ja leider nicht ausgehalten.

Ich denke nicht das uns hier jemand wirklich helfen kann bzw. jemand etwas ähnliches erlebt hat.

Danke für euere Antworten, es waren ja auch einige nette und ehrlich gemeinte dabei.

Liebe Grüße
Sanny

Beitrag von klau_die 17.08.07 - 14:20 Uhr

Hör mal, meine Antwort war weder unfreundlich noch verbittert. Das war einfach ne ehrliche Antwort mit Fakten.

Und ja, Dein Mann hat - auch wenn er Dich verlassen hat - irgendwann mal wieder ein Recht auf ein eigenes Leben.
Das hat mit den Kindern nichts zu tun aber Du kannst nicht erwarten, dass er Euch das Haus ewig weiter finanziert.

Ich wäre deshalb an Deiner Stelle auch nicht so zuversichtlich, dass er seinen "inoffiziellen" Pflichten Dir gegenüber auch wirklich nachkommt. Das wird eine Zeit lang gut gehen aber ewig sicher nicht. Warum verläßt Du Dich auf einen Mann, der Dich betrogen und verlassen hat?
Ich spreche übrigens aus unschöner Erfahrung, wir haben aber noch die Kurve bekommen.

Deine Rechnung kann ich weiterhin nichtnachvollziehen. Dein Mann ist zwar - trotz Belastung für das Haus in der Lage, Euch Unterhalt zu zahlen, aber nicht, wenn er einen im Vergleich geringe Summe von 20000 Euro abzuzahlen hat? Genau so bei Dir, Du kannst zwar die Hausrate zahlen aber nicht die eventuellen Schulden, die bei nem Verkauf übrig blieben????

Beitrag von janamausi 17.08.07 - 19:25 Uhr

Hallo!

Ich glaube auch nicht, dass es möglich ist, das Haus alleine zu halten. Auch wenn Du es gerade so schaffst, die Raten zu bezahlen fallen doch bei einem alten Haus öfters mal Reparaturen etc. an...und um so größer die Kinder werden, um so mehr Ausgaben hat man dann auch (z.B. Schulbücher, Schulfahrten...).

Auch würde ich dir nicht raten, dich auf deinen Mann zu verlassen... Du schreibst nicht gerade gute Sachen über ihn (verlassen wegen einer Geliebten, er will seine Freiheit haben, er wird nichts am Haus tun, etc.) und auch wenn er jetzt damit einverstanden ist, dass die Finanzierung auf euch beide läuft, kann er jederzeit seine Meinung ändern...und wer weiß was dann ist, evtl. habt ihr dann noch größere Schulden...

Du schreibst hier öfter von "offiziel" und "inoffiziel", da würde ich dir auch dringend raten, immer bei der Wahrheit zu bleiben und nichts "unter der Hand zu machen" sonst bringst Du dich evtl. noch mal in Teufels Küche, da Du dich nie 100 %ig auf deinen (Noch)Mann verlassen kannst (nach allem was Du über deinen Mann geschrieben hast).

Letztendlich kann dir aber hier keine eine richtige Antwort geben. Wenn Dir viel am Haus liegt, wende dich am Besten an einen Spezialisten, der dir auch die Vor- und Nachteile, Risiken, etc. genau nennen kann.

Alles Gute für euch!
janamausi

Beitrag von muggles 17.08.07 - 10:51 Uhr

Dann sprich mal mit der Bank, ob sie Dir den Kredit fuer ein paar Monate aussetzen koennen.

Oder Ihr ueberlegt Euch wirklich, ob eine Vermietung Sinn machen wuerde. U. U. wuerden die Mieteinnahmen die laufenden Kosten decken (und Ihr wuerdet etwas von der Summe tilgen koennen) und Ihr koenntet Euch eine guenstigere Mietwohnung leisten; uns spaeter vielleicht wieder ins Haus einziehen.

Haettet Ihr genuegend Platz, um 1 oder 2 Zimmer unterzuvermieten?

Beitrag von elena.kaminsky 17.08.07 - 17:49 Uhr

>>Dann sprich mal mit der Bank, ob sie Dir den Kredit fuer ein paar Monate aussetzen koennen.<<

Du lebst wohl auch in einer Traumwelt, oder?

Beitrag von elena.kaminsky 17.08.07 - 10:44 Uhr

>>Ich möchte das Haus gerne behalten und wollte wissen, ob ich finazielle Unterstützung vom Amt erhalten kann oder ob ich bei Eigentum nichts bekomme. [...] Ist es möglich Hilfe vom Staat zu erhalten, obwohl man Eigentum besitzt?<<

Allerhöchstens Wohngeld. Dies aber auch nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen.

>>Wir würden beide erhebliche Schulden machen, wenn wir verkaufen müssen. Das kann doch nicht der Sinn einer hilfe sein?<<

Andererseits kann es aber auch nicht sein, daß sich jeder auf Vollpump ein Haus kauft, aber die Steuerzahler-Gemeinschaft dann für die Hauskosten aufkommen soll. Was Du verlangst ist, daß von allen Seiten Geld gezahlt werden soll (von der Bank, vom Staat, vom Mann), nur damit Du im Haus wohnen bleiben kannst. So kann es auch nicht gehen.