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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von anka.maus 16.08.07 - 18:02 Uhr

Hallo,

also in letzter Zeit versucht Tim (vor 6 Wochen 2 geworden)nur noch seinen Willen durchzusetzen#schwitz sehr anstrengend.
Er schreit wie am Spieß, wenn er nicht genau das bekommt, was er gerne haben möchte. Oder er schlägt nach mir und sagt: blöde Mama! Das lasse ich natürlich auch nicht gelten und halte seine Hand fest und sage zu ihm, dass ich mich so nicht mit ihm beschäftigen will und gehe raus.
Meist schreit er dann als würde ich ihn abstechen#schock Oder wirft Spielzeug durch die Gegend (jetzt habe ich es so angefangen, dass sein Spielzeug, welches er wirft, für den Rest des Tages weggesperrt wird. Er bekommt es dann am nächsten Tag wieder. Weiß auch nicht, ob die Methode richtig ist#gruebel)
Wie auch immer, er schreit jedenfalls sehr viel, sehr laut und oft. Am Anfang habe ich ihm meist das gegeben, was er wollte, nur damit er aufhört zu schreien#hicks#schmoll einfach deshalb, weil ich Angst hatte, was die Nachbarn denken...ich weiß ja...
Das muss ich jetzt wieder auslöffeln.

Tja, und heute war es so, dass wir auf dem Hof zum Spielen waren. Hier ist eine Kinderspielstraße, aber trotzdem möchte ich nicht, dass er auf die Straße geht. Es kann ja trotzdem immer mal wieder sein, dass ein Auto kommt und außerdem dachte ich, sollte er lernen, dass Straßen mit Respekt zu behandeln sind. Er rennt aber dauernd wieder auf die Straße, obwohl der Hof riesig ist:-[ Ich habe ihm ein paarmal gesagt: Du rennst nicht auf die Straße! Ich möchte, dass Du hier auf dem Hof spielst, denn die Straße ist gefährlich.
Er hat mich angegrinst und rennt wieder. Ich habe einmal gesagt, wenn Du jetzt wieder auf die Straße rennst, gehen wir ins Haus. Er hat nicht gehört, ich sage es sogar noch ein zweites Mal, dann habe ich ihn geschnappt und wir sind ins Haus.
Er hat natürlich wieder sein "Ich-werde-abgestochen-Geschrei" begonnen. Alle Nachbarn schauen#hicks
Mein Mann kommt und schnauzt mich an, ob ich mit dem Kleinen nicht fertig werde. Ich habe ihm die Sachlage in kurzen Sätzen erklärt, dann meint er, jetzt lass doch den Kleinen hier spielen, ist doch nicht schlimm. Aber in einem Ton, der mich ebenfalls grantig gemacht hat. Ich zu ihm: wenn es Dir nicht passt, wei ich ihn erziehe, dann solltest Du vielleicht mal selbst anfangen ihn zu erziehen.
Aber es ist doch wahr, immer bin ich die blöde Mama, weil ich der Elternteil bin, der ihn erzieht. Papa wird vergöttert.

Was soll ich denn tun? Sind meine Methoden wirklich so schlecht? Was kann ich denn besser machen?

Eine Verzweifelte Mama

Beitrag von creni 16.08.07 - 18:51 Uhr

Hallo,

oh Mann, du Arme, da hast du ja nen ziemlichen Rabauken...
Trotzphasen sind in dem Alter normal - hab selber grad eine kleine Zicke hier;-) (2 1/4 Jahre)
Von dem, was du geschrieben hast, bin ich der Meinung, dass du richtig gehandelt hast. Konsequenz ist enorm wichtig, und wenn man das ne Weile schleifen lässt, ists hinterher umso schwerer, das wieder auszubügeln. Allerdings ist es schwer, konsequent zu sein, wenn der Partner nicht mitzieht - das merken die Kleinen und nutzen es sofort aus! Rede mal in Ruhe mit deinem Mann drüber, erklär ihm, warum du wann wie gehandelt hast (das Argument gegen das auf-die-Straße-Rennen ist ja doch sehr einleuchtend), was du von ihm erwartest und frag, wie er sich Erziehung vorstellt. Die Nachbarn würde ich nicht beachten (leichter gesagt als getan, ich weiß - aber letztendlich kannst du es denen eh nicht recht machen).
Du musst deinem Kind klarmachen, dass es nicht der Boss ist und tun und lassen kann, was es will. Deine Methoden, die du beschreibst, finde ich dafür völlig in Ordnung. Pass aber auch auf, dass du nicht nur die Bestrafende bist - vielleicht ist das viele Schreien und Nicht-Gehorchen auch seine Art, Aufmerksamkeit zu erregen - beschäftige dich so oft du kannst mit ihm, spiel mit ihm, lies was vor, kuschel mit ihm in den Zeiten, wo er keinen Unfug anstellt.
Ich wünsch dir, dass die Trotzphase deines Kleinen schnell vorbeigeht, und solange sie andauert, wünsch ich dir viiiel Kraft und starke Nerven!
Carena

Beitrag von geenee 16.08.07 - 20:18 Uhr


Hallo,

ich denke Du bist auf dem richtigen Weg.
Auch wenn Du das Gefühl hast, dass es Dir nicht gelingt, würde ich Dir raten, einfach weiter zu machen.

Die Konsequenzen, die Du androhst halt wirklich umsetzen, sonst nimmt Dein Kind das auf Dauer nicht weiter ernst.

Die Trotzphase ist wirklich sehr anstrengend... ich kann Dich sehr gut verstehen, ich handhabe es aber bei unserer Tochter genauso.
Auch sie schlägt um sich, wenn es nicht nach ihrem Köpfchen geht.
Und jedes Mal bekommt sie auch unsere entsprechende Reaktion, wir lassen uns nicht verhauen und geben ihr zu verstehen, dass ihr Verhalten nicht korrekt ist.
Leider wird die Wut dann ebenfalls am Spielzeug raus gelassen.

Was die Sicherheit unseres Kindes angeht, mache ich keine Kompromisse, also ich finde es völlig richtig, dass Dein Kind Respekt vor einer Straße entwickeln soll - ich fand Deine Reaktion
nicht überzogen.
Und die Nachbarn: Lass sie doch schauen!
Ich finde man macht sich viel lächerlicher, wenn man bei beschriebener Situation nicht eingreift und das Kind letztlich den Ton angibt.
Auch diese Zeit wird vorbei gehen.

Und Dein Mann: ja vielleicht sollte er mal eine Woche die Erziehung übernehmen, damit er sich nicht nur aus der Situation heraus ein Urteil bildet.
Lass Dich keinesfalls verunsichern, seine Unterstützung würde den Lernprozess eures Kindes verstärken, damit es merkt, dass ihr beide an einem Strang zieht.

Ich wünsche Euch alles Gute!

LG#klee

Beitrag von babybaer4 16.08.07 - 22:30 Uhr

Hallo,

ich habe das gleiche mit meinem Sohnemann(23mon)Er kreischt wenn wir nicht parieren,haut zu ,kneift und krallt sich in den Haaren fest und läßt auch dann nicht mehr los.Spielzeug wird weggeworfen.
Du machst es richtig,jetzt will er Grenzen testen und will Grenzen gesetzt kriegen.Wenns auch frustig ist.
Aber es wird besser ,versprochen.
Wir haben bei meiner Tochter praktisch das gleiche durchgezogen wie du mit deinem Sohn.Es ist total anstrengend und ich hatte das Glück das mein Mann auch mal den "Bösen "gespielt hat.Rede nochmals mit deinem Mann ihr müsst euch einig sein,sonst spielt euch euer Sohn gegeneinander aus.

Lg Sabine

Beitrag von kloos 16.08.07 - 23:27 Uhr

Hallo,

niemand hat gesagt das die Erziehung leicht ist. Das was du da machst, ist erziehen. Weiter so! Dein Kleiner wird weiter seine Grenzen austesten.

Starke Nerven noch und nicht unterkriegen lassen, später wirst du dir selber danken.

lg

Tanja

Beitrag von michi0512 17.08.07 - 09:02 Uhr

ich hätte genauso reagiert. nur: ich hätte es einmal angedroht und dann sofort rein.

wir wohnen auch auf nem alten hof, mit vieeelen nachbarn.

das gekreische hier wird echt ertragen. mein kleiner ist "erst" 16 monate. aber wenn er was nicht darf brüllt er den ganzen hof zusammen. aber unsere nachbarn sind sehr tolerant und lachen oft mals einfach drüber. sie wissen halt was für ein frecher bub unser spatz ist :-)

weil ich selbst auf sein gekreische keine lust habe, verlasse ich dann das zimmer in dem er wütet. kurz danach kommt er an und alles ist gut.

das mit dem spielzeug wegnehmen mache ich genauso. ich habe auch schon spielzeug vor ihm in den müll geworfen, einfach weil ich die schnauze voll hatte.

ich denke du machst (deiner schilderung nach) alles prima. ich würde zumindest nichts anders machen.

meine nachbarin (4 kids, 2-10) hatte auch diese: hör auf zu kreischen und ich geb dir alles - moral.

und inzwischen bereut sie es sehr, denn sie kommt gar nimmer klar. aber konsequent sein kann sie auch nicht....

ich denke meist hilft die eigene intuition. und schon geht alles fast von alleine *g*

glg

Beitrag von kathrincat 17.08.07 - 09:39 Uhr

ne, die sind super und den mann sollte sich mal an der erziehung beteiligen und dir nicht in den rücker fallen.

Beitrag von woodgo 17.08.07 - 15:49 Uhr

Hallo!

Ich hab nen ziemlichen Wirbelwind zu Hause. Ich denke auch manchmal, mein Mann ist zu streng, andererseits muß man sich einig sein, denn die Situation wird leicht ausgenutzt vom Kind.
Bei uns gibt es klar eine Ansage, dann die Konsequenz, Mia kann auch schreien, als würde Ihr sonst etwas passieren. Aber letztendlich sagen wir Beide uns dann immer, wenn nicht jetzt, wann dann? Jetzt konsequent sein und man hat später nicht so nen verzogenen, verzeih mir den Ausdruck, BALG der ständig macht, was er will;-) denn davon gibt es genug#gruebel

LG

Beitrag von hen71 17.08.07 - 16:32 Uhr

Hallo Anka,

'tschuldigung, wenn ich so doof frage: Erziehst wirklich nur Du und nicht auch Dein Mann?
Es ist sehr wichtig- ich koennte es mir gar nicht anders vorstellen- dass Ihr beide Euch einigseid- z.B. Strasse ist Strasse, auch mit einem Spiel- davor. Damit Euer Sohn Euch beide ernstnimmt.
Abhilfe schafft da meist nur auch ein zeitlich vergroessertes Zusammensein von Vater und Kind- um saemtliche Hoehen und Tiefen auszuloten#freu. Nach einem ohne strenge Mama verbrachten Wochenende zum Beispiel aendern manche Maenner ihre Erziehungssicht.
Wenn nicht: Unbedingt mit ihm (und nicht nur mit uns) darueber sprechen, denn die Trotzphase wird nicht leichter, wenn man das Kind im Ueberschaetzen seiner Kraefte oder Faehigkeiten (Strassen sind nicht gefaehrlich usw.) unterstuetzt statt es zu bremsen, im wahrsten Sinne.
Ich muss jetzt los, viel Erfolg in dieser anstrengenden Phase, wir haben die bei unrsem mitteleren (2 1/2) auch gerade. Mit taeglich groesseren Lichtblicken#freu!

Caroline

Beitrag von lassmichclonen 17.08.07 - 18:11 Uhr

Ich finde du hast goldrichtig reagiert und wenn sich das noch einige Male wiederholt, dann wird dein Sohnemann auch lernen das du es ernst meinst. Bleib dabei, auch wenn es manchmal anstrengend ist!!

Mit dem Vater allerdings würde ich mich mal an einen Tisch setzten und einfach durchsprechen, wie er es sieht und wie es weiterhin gehandhabt wird.

Was gar nicht geht ist, das ihr "VOR" dem Kind rumdiskutiert- der kleine ist der Leidtragende, denn er wird total verunsichert und zweifelt evtl. an deinen Worten!!! Und das Thema- ausspielen- kommt dann noch schneller auf den Tisch. Selbst wenn ihr euch in dieser Minute nicht einig seit, er muss deine Erziehung erst mal hinnehmen und kann es immer noch später, wenn der Kleine im Bett ist oder so, diskutieren.

Mein Ex Mann hat das auch probiert und sprach z.B. Hausarrest aus- den ICH einzuhalten hatte!! Das geht auch nicht- ganz klar! Aber so kann es enden wenn man sich uneinig ist!!!



Beitrag von anka.maus 17.08.07 - 22:26 Uhr

ach, tut das gut! Ihr seid wirklich klasse! Zumindest fühle ich mich nach Euren Antworten viel besser
Viiiielen Dank für`s Mut-machen#liebdrueck
ich hoffe, ja, dass die Phase bald besser wird. Und mir wünsche ich Durchhaltevermögen;-) Euch natürlich auch alles erdenklich Gute!#danke

Beitrag von anka.maus 17.08.07 - 22:29 Uhr

P.S.: werde wohl nochmal mit meinem Mann darüber sprechen...