Kind aus einer Vergewaltigung

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von famow 17.08.07 - 08:53 Uhr

Guten morgen an alle,

gestern hatten wir in einer kleinen Runde eine heftige Diskussion.
Das Thema war ein Kind aus einer Vergewaltigung anzunehmen oder nicht.
Grundsätzlich gab es zwei Meinungen, das Kind zu akzeptieren und als sein eigenes anzunehmen und Aufzuziehen oder das Gegenstück es nicht zu akzeptieren.
Teilweise war ich der Meinung dass das Kind nach der Geburt abgegeben werden müsste um die Ehe zu retten. Ich stelle es mir recht schwierig vor jeden Tag es vor Augen zu haben dass man leider nicht in der Lage war eine Partnerin zu beschützen. Dies wäre sicherlich der Streitpunkt Nummer 1 in der Ehe.
Wie würdet Ihr reagieren?

MfG
FamOw

Beitrag von pieksi1111 17.08.07 - 09:02 Uhr

hallo,
ich kann von meinem standpunkt aus sagen, dass ich es nicht könnte/ bzw gekonnt hätte!

ich wurde vor 3 jahren vergewaltigt und habe zu der zeit gott sei dank die pille genommen da ich mit meinem freund zusammen war.

das erlebnis war schon schlimm genug und ich arbeite jeden tag an mir um es aufzuarbeiten und dann bald vergessen zu können, wenigstens für ein paar minuten oder stunden...
ich bin eigentlich gegen abtreibung, aber in diesem fall finde ich es berechtigt!

und es abzugeben, naja gut, aber neun monate ein kind in mir zu tragen von einem perversen ar*** und dann noch die strapazen der geburt...
ich bin mir darüber im klaren, dass das kind nichts dafür kann, aber ich hätte nach diesem erlebnis nicht noch mit einer (in diesem fall wirklich ungewollten) schwangerschaft klar kommen können!

und wer erklärt dem kind später wer seine eltern sind? deine mutter ist von einem fremden (oder auch nicht) mann vergewaltigt worden, dieser ist dein vater aber deine mutter wurde durch dein anblick immer an diese situation erinnert, deswegen wollte sie dich nicht behalten!?

ich könnte niemals ein kind nach der geburt weg geben, aber ein kind das von einer vergewaltigung enstanden ist....ich weiß nicht ob ich jemals so lieben könnte wie ein kind was aus liebe und vertrauen enstanden ist und weil ICH es so wollte!

liebe grüße

Beitrag von haebia 17.08.07 - 09:13 Uhr

Hallo,

schwierig, da kann man nur spekulieren. Wenn man wirklich mal in so einer Situation wäre, ist eh evtl wieder alles anders.

Generell denke ich, könnte ich nicht abtreiben. Das Kind kann ja nichts dafür. Und ich hätte dann 2 Schicksalsschläge zu verarbeiten.
Ich denke, ich würde es austragen und wenn dann die "Angst" (würde ich es nennen, nicht Abscheu vor dem Kind, aber Angst, dass es aussieht wie der Vater oder man mit dem Vater in Kontakt treten muß zwecks Unterhalt ... oder noch schlimmer: irgendwann will der Vater das Kind sehen / treffen #schock) noch so groß ist, wovon ich aber ausgehe, dann würde ich das Kind zur Adoption frei geben und natürlich vom Herzen wünschen, dass es auf gute liebe fürsorgliche Eltern trifft.
So muß dann Kind selbst evtl auch nie von seinen Umständen der Geburt erfahren. Ist sicher für das Kind auch nicht schön, zu wissen, was der Vater für einer ist und dass das Kind nicht gewollt war in dem Sinne.

Gruß

Beitrag von Mira_Kyra 17.08.07 - 09:24 Uhr

Ich könnte das Kind nicht abtreiben oder zur Adoption abgeben!

Denn das Kind kann nichts dafür und ich würde dem Kind aber auch nichts davon erzählen das der Erzeuger ein Vergewaltiger ist.
Das wäre zu traumatisch für das Kind!

Allerdings bin ich auch der Meinung wenn die Mutter dem Kind die schuld zuschiebt und mit der Situation nicht klar kommt und es am Kind ausläßt es dann lieber liebevollen Adoptiveltern zu geben die unbelastet an das Kind herran gehen können mit viel Liebe und Fürsorge.
Denn das Kind kann nichts dafür.

Beitrag von bluehorizon6 17.08.07 - 09:39 Uhr

Also setzte ich mal voraus das es das Kind ist das am aller wenigsten in die Situation eingebunden ist und auf die Welt kommt und nicht mit dem zu tun hat was geschehen ist.

Du sprichst von Ehe... klar, es ist nicht nur schwer das Kind zu integrieren, sondern sich auch mal klar zu machen was die Vergewaltigung als solche für die Partnerschaft ausmacht. Ich nehme mal an, das du keinen Umgang bisher damit hattest.

Wenn deine Psyche zerstört ist, du sogar Schuldgefühle hast an einer Tat die du nicht provoziert oder verschuldet hast, dein Partner sich fragt ob er dich überhaupt noch behalten will und selbst nicht mehr weiß was Sache ist, wie kann man dann noch wertfrei entscheiden ob dieses süsse Etwas aufgenommen werden kann.

Hut ab vor den Partner die das schaffen und wollen, aber keine Verurteilung derer die gebrochen sind und es nicht auf sich nehmen können oder wollen.

Ich glaube das es keine Antwort auf dieses Frage gibt.

BlueH6

Beitrag von famow 17.08.07 - 10:00 Uhr

Hallo bluehorizon6,

für mich stellte sich niemals die Frage ob ich meine Partnerin nach einer Vergewaltigung "behalten" möchte. Nicht umsonst heist es ja "Wie in guten als auch in schlechten zeiten zusammen".

Ich persönlich könnte es niemals akzeptieren, auch wenn es meine Frau anders sieht, würde ich dieses Kind niemals für mein eigenes halten und denenteprechend wie ein Fremden behandeln.
Wenn dan noch ein eigenes Kind folgen würde würde ich sicherlich noch mehr Wert darauf legen das mein Kind es besser hat.

Du verstehst die Situation?

Das Kind kann am wenigsten dafür, da stimme ich allen zu, dennoch will ich das meine Nachkommen es besser haben als ich selbst. Warum sollte ich dan ein fremdes, ungewoltes Kind Aufziehen und Erziehen?

MfG FamOw

Beitrag von bluehorizon6 17.08.07 - 13:02 Uhr

Ja, sag ich doch. Es gibt keine Antwort auf diese Situation.
So denkst du und so ist es.

BlueH6

Beitrag von bellalona 17.08.07 - 10:49 Uhr

Also ich mus BlueH6 recht geben. Ich glaube auch auf diese Frage gibt es keine Antwort.

Wenn ich mir vorstelle in so einer Situation zu sein( und das kann man sich nur schwer vorstellen) wüsste ich auch nicht was ich machen soll.
Den einerseits klar ist es auch meines und mann kann so ein Kind sicher genauso lieben lernen wie ein gewolltest oder ungewolltes von dem richtigen Partner.

Aber ob ich es ertragen könnte wenn ich mit mir selber nicht klar kommen würde ein Kind aufzuziehen das womöglich diesem jenigen auch noch gleichen würde (aussehensmässig)??

Ich denke das man schon so ein Kind in einer Ehe großziehen kann auch wenn es nicht das leibliche ist. Jedoch gehört da sehr viel Kraft und Stärke dazu. Ich bewundere Frauen die sich für das Kind entscheiden, verurteile aber auch um Gotteswillen keine die es in so einer Situation lieber weg machen lässt, um mit sich selber erstmal wieder klar zu kommen.

Beitrag von ausdemleben 17.08.07 - 09:46 Uhr

guten morgen,

ich bin vor 6 jahren vergewaltigt worden. ich hatte nicht nur innerliche schmerzen sondern, mein körper war völlig blau usw!habe tagelang gehault, kämpfe noch heute damit, denn das ist etwas was eine frau nicht so leicht vergisst! am ende des monats blieb meine periode aus und ich brach völlig zusammen, denn das schlimmste war für mich nun auch noch schwanger zu sein! ich hatte panik, konnte nicht mehr essen, denken und schlafen. Nach ca einer woche ging ich zum frauenarzt, gott sei dank war ich nicht schwanger, der stress, kummer und die verzweiflung sorgten dafür das ich keine periode bekam, aber eins weiss ich sicher wäre ich schwanger gewesen hätte ich das kind nicht ausgetragen! jeden tag an die schlimmsten 6 stunden in meinem leben erinnert zu werden, das hätte ich nicht weiter verkraften können! es hat sich etwas entspannt seid ich eine therapie gemacht habe! aber eins kann ich sagen sowas vergisst man nie und auch wenn das kind nichts dafür kann leben könnte ich damit nicht!

lg ausdemleben

Beitrag von ich heute 17.08.07 - 09:50 Uhr

Ich würde ein Kind aus einer Vergewaltigung mit Sicherheit nicht bekommen. Wenn ich absoluter Abtreibungsgegner wäre, würde ich es nach der Geburt weggeben.

Selbst, wenn man sich vornimmt, dieses Kind zu lieben, da es schließlich nichts für das alles kann, wer sagt, dass einem dies gelingt? Dieses Kind würde einen selbst und den Partner täglich an die schlimme Vergangenheit erinnern. Ich weiß nicht, ob das an allen Beteiligten spurlos vorübergehen kann. Da würden bei mir Befürchtungen bestehen, dass man irgendwann ungerecht dem Kind gegenüber wird und es - wenn auch unbeabsichtigt - spüren lässt, dass es ungewollt war und aus einem Verbrechen entstanden ist.

Sicher gibt es auch Ausnahmen und die Mutter schafft es, dieses Kind so zu lieben wie ein Wunschkind. Aber was, wenn nicht?

Beitrag von nick71 17.08.07 - 11:04 Uhr

"Ich stelle es mir recht schwierig vor jeden Tag es vor Augen zu haben dass man leider nicht in der Lage war eine Partnerin zu beschützen."

Das ist doch ausgemachter Schwachsinn. KEIN Mann ist in der Lage, seine Partnerin 24 Stunden am Tag zu "beschützen"...das sollte einem schon der gesunde Menschenverstand sagen.

Ansonsten habe ich zu dem Thema keine eindeutige Meinung, weil ich so eine Entscheidung -zum Glück- nie treffen musste. Rein aus der Theorie raus würde ich sagen, dass ich das Kind NICHT austragen, geschweige denn behalten würde.

Beitrag von budges... 17.08.07 - 11:16 Uhr

ich würde es nicht behalten, weder ein kind aus einer vergewaltigung, noch von einem evtl seitensprung

Beitrag von geenee 17.08.07 - 11:53 Uhr


So ein Kind würde ich definitiv nicht behalten, das Kind kann sicher nichts für die Situation, ich aber auch nicht, wenn man sich an mir vergehen würde!

Der Missbrauch selbst würde mich wahrscheinlich mit einer Verarbeitung genug beanspruchen, da müsste ich mir das Leben nicht noch zusätzlich erschweren.

LG

Beitrag von xxaniaxx 17.08.07 - 13:40 Uhr

Hallo

Ein Jugendfreund von mir ist ein Kind aus einer Vergewaltigung.

Die Mutter hat ihn zwar geboren, aber das wars dann.
Sie konnte (so sagte er mir das) einfach keine Liebe empfinden. Aus Haß wurde irgendwann Gleichgültigkeit von ihrer Seite. Die Mutter hat das auch nie überwundne, empfand sogar Ekel vor ihm.

Er wuchs bei den Großeltern auf.

Eine schöne Kindheit hatte er nicht unbedingt.
Er war auch immer am zweifeln ob es rechtens ist, dass er überhaupt lebt.
Seinen Erzeuger nannte er Schwein. Er wurde übrigens nie gefasst.

Was er heute macht weiss ich nicht. Der Kontakt ist abgebrochen.
ABer er hat damals schon extrem gelitten.


Ich könnte kein Kind großziehen, das aus einer Vergewaltigung stammt.
ich würde es auch nicht austragen....


ania

Beitrag von mamma0203 17.08.07 - 15:08 Uhr

Kind behalten und lieben.Und sogut es geht gemeinsam mit meinem mann und mit professioneller hilfe versuchen das geschehene aufzuarbeiten. keinesfalls würde ich das dabei entstandene kind abschieben in eine fremdfamilie.


gruss b

Beitrag von werdegeliebt 17.08.07 - 15:18 Uhr

Ich könnte das Kind nicht behalten..never....

Würde es abtreiben und damit abhacken...und ein neues Leben beginnen.
Aber das sollte jeder für sich entscheiden.

LG

Nina

Beitrag von babylove05 17.08.07 - 15:52 Uhr

Hallo

Das ist ein interessantes Thema und ich hab mich auch schon oft darüber unterhalten , da ich ein Abtreibung gegner bin ( liegt sicher an meine Glauben aber auch daran das ich so schwierigkeiten hatte schwaanger zuwerden. )

Ich würde das Kind bekommen , den der Zwerg kann nicht dafür wie er enstanden ist.

Würde aber nicht abgeneigt sein es zu Adoption frei zugeben ( ich kann echt nicht sagen ob ich es könnte oder nicht ) .

Den es gibt viele Familien die keine Kinder bekommen können und denen ist es egal wie das Kind entstanden ist , sie werden es so lieben wie ein eigenes.

Martina

Beitrag von dorbec76 17.08.07 - 16:06 Uhr

standpunkt von mir: ABTREIBEN !!!!

ich wurde in der kindheit sexuell missbraucht u auch noch in der jugend... sowas vergisst man nit, das verdrängt man...

aba wenn i son kind von so einem stück dreck jeden tag um die ohren habe, das evtl. noch sein gesicht hat, ist es dem kind bessa gedient nicht geboren wurden zu sein....

ich liebe kinder, habe selber 2.... würde so nie abtreiben... wenns von meinem mann wäre u wir eigentl. abgeschlossen haben mit kinder kriegen u ich dennoch schwanger werden würde...

aba wenn mich son typ einfach so..... würde ich es wegmachen lassen.. würde aba gleich zum frauenarzt u mir vorsichtshalber die pille danach geben lassen... wenn das nit geht halt abtreibung

Beitrag von emmapeel62 18.08.07 - 01:29 Uhr

Wenn man nicht die Pille nimmt ... was spricht dagegen sofort die Pille danach zu nehmen ?

Frau wird doch ohnehin ins Krankenhaus gehen und zum Arzt #kratz