Wieso ist das so?

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Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von blablabla112 17.08.07 - 11:04 Uhr


Hallo,

ich verstehe die Welt nicht mehr!

Mein Bruder schafft es einfach nicht mit seinem Geld hinzukommen, seit Jahren geht das so.

Ständig wird mehr ausgegeben, als rein geht.

Nichts hemmt seine Ausgaben, kein roter Betrag auf dem Konto, kein dickes Minus. Keine Mahnungen.
Warum ist das so ???

Er weiß, dass sein Verhalten nicht richtig ist und trotzdem werden Dinge gekauft bzw. wird Geld abgehoben.

Ich verstehe nicht, was da im Kopf passiert.
Wieso hat er nicht den Willen oder den Vorausblick für die daraus folgenden Konsequenzen.

Immer wieder gibt es Probleme, immer wieder wird erneut "Gehirnwäsche" in der Familie betrieben, also quasi wird ihm ein Endlosvortrag gehalten.

Würden wir nicht hin und wieder die Notbremse ziehen, wäre er massiv verschuldet.

Warum können einige Menschen nicht mit Geld umgehen???

Er kauft keinen Blödsinn oder so, nur er lebt über seine Verhältnisse hinaus, er ist auch sehr gönnerhaft... spendiert den Kindern auch gern mal öfters was.
Das ist 'ne tolle Eigenschaft, aber leider geht der Schuss immer wieder nach hinten los.

Wer kennt sowas und wie kann man längerfristig helfen oder müssen wir alle für den Rest unseres Lebens auf meinen Bruder "aufpassen"??

LG und Danke für's Lesen

Beitrag von anyca 17.08.07 - 11:08 Uhr

Was verstehst Du denn unter "die Notbremse ziehen", nur reden, oder gebt ihr ihm Geld?

Offensichtlich ist sein Leidensdruck noch nicht so groß, daß er wirklich was ändern will, z.B. mit ner Therapie. Hat er denn noch nie wirklich Konsequenzen zu spüren gekriegt, z.B. Telefon abgestellt oder so?

Beitrag von blablabla112 17.08.07 - 11:17 Uhr


Doch natürlich gab es schon Konsequenzen... seine Konto wurde mal gekündigt, weil er es nicht ausgleichen konnte und auch sein Handy wurde schon gesperrt.

Leider geben unsere Eltern ihm dann hin&wieder (nicht jedes Mal!) zähneknirschend etwas Geld, ich weiß dass er sie auch schon mal beklaut hatte, weil es ihm zu peinlich war, sie anzubetteln.
Allein das schockiert mich zu tiefst... natürlich habe ich ihn verbal zusammengefaltet, aber dann heulte er wie ein Schlosshund vor lauter Schuldgefühlen... klar tat er mir leid, er ist mein Bruder...

Jedesmal wird er aber bei besagter Situation bloß gestellt und natürlich ist ihm das furchtbar unangenehm und trotzdem macht er seit Jahren die selben Fehler.

Ich weiß nicht, wie lange das noch so weiter gehen soll.

Beitrag von anyca 17.08.07 - 11:43 Uhr

Solange er weiß, daß seine Eltern ihn wieder rausreißen, wird er auch nichts ändern! Da müssen die mal knallhart sein.

Beitrag von nick71 17.08.07 - 11:29 Uhr

Naja...früher oder später wird das Ende der Fahnenstange schon erreicht sein. Mal ne Frage: wie bezahlt er offenstehende Rechnungen (Mahnungen), wenn er so über seine Verhältnisse lebt? Da liegt der Verdacht nahe, dass ihm ständig jemand was "zuschustert"...anders ist das doch gar nicht machbar. Und das ist schonmal grundverkehrt...so lernt er den vernünftigen Umgang mit Geld nie.

Mein Ex ist auch so ein Exemplar...er schiebt es bis heute auf seine Eltern (ergo seine Erziehung), dass er nicht mit Geld umgehen kann. Mittlerweile hat er die Eidesstattliche Versicherung abgeben müssen (das allerdings schon vor ein paar Jahren) und seine Eltern buttern immer schön weiter rein, obwohl sie es sich selber nicht leisten können (frage mich immer, woher die die ganze Kohle nehmen, die sie ihm in den Hintern schieben #kratz ). Natürlich werden ihm auch ständig Vorhaltungen deswegen gemacht, aber letztendlich checken seine Eltern nicht, dass sie ihm mit den monatlichen "Finanzspritzen" nicht helfen, sondern -im Gegenteil- damit noch mehr "Schaden" anrichten.

Beitrag von blablabla112 17.08.07 - 11:41 Uhr


Zugegebenermaßen sehe ich auch, dass unsere Eltern eine Teilschuld haben.

Mein Bruder brauchte nie arbeiten neben Schule oder Studium, es gab ausreichend Taschengeld und sie ließen sich für den ein oder anderen Wunsch schon mal breit schlagen.

Er bekam das bezahlt, was ging, er forderte allerdings nicht ständig - wir haben noch 3 Geschwister, da ging halt alles nur im Rahmen,logisch.

Aber unsere Eltern gingen immer arbeiten, lebten kein Luxus vor und unser Vater hat immer alles gemanaged.

Mein mittlerer Bruder ist das andere Extrem - der hat einen Spar-Tick (allerdings etwas zu krass... rechnet jeden Cent penibel aus).

Wahrscheinlich müsste man meinen Bruder wirklich mal allein mit seinen Problemen lassen, aber unsere Mutter will ihr Kind nicht ins offene Messer laufen lassen, daher wechseln wir uns alle ab mit dem Check seiner Finanzlage.

Aber es stellt für mich und ihn eben keine Dauerlösung dar.

Beitrag von nick71 17.08.07 - 11:51 Uhr

"Zugegebenermaßen sehe ich auch, dass unsere Eltern eine Teilschuld haben."

Das sehe ich -so auch bei meinem Ex- anders. Klar können die Eltern ihre Kinder im Umgang mit Geld "versauen"...aber spätestens im Erwachsenenalter ist jeder für sich & sein Leben selber verantwortlich. Da ist es m.E. nicht mehr angebracht, das auf die Erziehung zu schieben.

"Wahrscheinlich müsste man meinen Bruder wirklich mal allein mit seinen Problemen lassen.."

Das halte ich persönlich für den einzig richtigen Lösungsansatz. Mal ganz krass ausgedrückt: irgendwann sind Deine Eltern nicht mehr, und spätestens DANN steht Dein Bruder wieder vor dem gleichen Problem (dass er ab diesem Zeitpunkt aus eigener Kraft lösen muss).

So schwer es Deiner Mutter auch fällt...sie hilft ihm weder damit, dass sie ihm finanziell unter die Arme greift, noch mit ständiger "Überwachung" seiner Finanzen. Manchmal muss man derbe auf die Fresse fallen, um daraus zu lernen...ist mir auch schon passiert...allerdings in etwas anderer Form.


Beitrag von kati543 17.08.07 - 12:18 Uhr

Solange er immer wieder Geld von euch bekommt, wird sich nichts ändern. Er kann nicht lernen, selber Verantwortung zu übernehmen, wenn ihr sie ihm immer wieder abnehmt. Dann muss er eben mal in den sauren Apfel beißen. Wenn er das nächste Mal wegen Geld ankommt, würde ich es ihm geben und ihn gleichzeitig ein Papier unterschreiben lassen, dass dies das letzte Mal ist. Alle weiteren Sachen muss er von seinem Geld gereglt bekommen. Wenn es dann wieder einmal so weit ist, dass er trotz vorangegangener Unterschrift zu euch kommt, helft ihm nicht und fragt nur, ob er sich eigentlich nicht schämt. Gleichzeitig könnt ihr ihm sagen, dass ein erneutes Bestehlen automatisch eine Anzeige mit sich bringt.
Nur so wird er lernen - aber das werden seine Eltern sicher nicht machen, oder???