Ich vermisse meinen Sohn.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von nele0511 17.08.07 - 15:36 Uhr

Hallo an alle!

in der Rubrik Jugendliche habe ich vor kurzem gepostet, dass mein dreizehnjähriger Sohn jetzt in den Ferien zu seinem Vater gezogen ist und den Kontakt zu mir (uns) rigoros abgebrochen hat.
Vorgeschichte ist die, dass der Junge ein schwieriges "Kind" ist. Er ist auf hochbegabt auf sprachlichem Gebiet... Lest es bitte noch einmal:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=7&pid=6599740

Ich komme nicht richtig klar mit der Situation. Der Junge fehlt mir. Ich vermisse ihn. Ich signalisiere ihm das auch. Ich ruf ihn an - er geht nicht ran. Ich schreibe ihm eine SMS - es kommt keine Antwort. Ich lass ihn grüßen durch seinen älteren Bruder - er (der Bruder) sagt, Eric hat gesagt "brauchste nich zurück grüßen"...
Allerdings würde ich wahrscheinlich auch darauf bestehen, dass er jetzt erstmal beim Vater durchzieht, wenn er plötzlich wieder zurück wollte. Er kann ja nicht immer nur flüchten, wenn's ihm nicht mehr gefällt. Ich möchte ein normales Verhältnis zu ihm wieder herstellen. Wie mach ich das nur?
Es ist nicht so, dass ich ihm permanent auf die Nerven gehe. Es liegen immer mehrere Tage zwischen meinen "Annäherungsversuchen". Es geht mir schlecht, wenn ich an ihn denke, es geht mir nur annähernd "gut", wenn ich die Sache verdränge.

Meine Eltern haben im letzten Jahr auch sehr viel versucht mit und für Eric. Und sie haben auch keinen Kontakt mehr zu ihm und leiden auch. Heute abend soll ich (wie ein kleines Mädchen) bei meinen Eltern erscheinen, weil sie sich mit mir unterhalten wollen, ob ich das einfach so hinnehmen will, dass Eric bei seinem Vater wohnt und den Kontakt abgebrochen hat. Was aber soll dieses Gespräch bringen außer erneut Schmerz, Traurigkeit, Tränen? Mir graut es davor, dass meine Mutter wieder anregt, ich solle dem KV über meinen Anwalt das Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht entziehen lassen. Ich muss ihr dann sagen, dass ich dazu kein Recht habe und auch nicht durchkommen würde damit. Sie unterstellt mir dann , es wäre mir egal, was aus meinem Jungen wird, weil der KV ja sooo bekloppt sei und sich nicht kümmern würde um Eric. Ich mag den KV auch nicht mehr gerne, aber es ist nicht so, dass er sich um Eric nicht kümmert.

Ich habe keine Ahnung, was ich eigentlich von euch will. Vielleicht mich nur mal ausheulen, weil ich im Moment so schlecht drauf bin. Meine Eltern sind keine Unterstützung - sie machen's nur noch schlimmer...

Entschuldigt bitte, dass ich euch zugemüllt habe.

Nele

Beitrag von bettyboo6 17.08.07 - 15:48 Uhr

oh jeh, das tut mir echt so leid für dich.
Muss wohl für eine Mutter das schlimmste sein.
Auch wenn es wirklich sehr hart ist, aber lass ihn erst mal in Ruhe.
Ich würde ihm vielleicht mal 1 Mon. bis 6 Wochen geben und es dann noch mal versuchen, vielleicht kommt er sogar eher an wenn er merkt das du nicht zuckst!?
Wäre dir denn der Vater in der Situation eine Unterstützung? Das er mal mit ihm spricht und ihm klar macht, dass ignorieren noch nie ein Problem gelöst hat?
Das Gespräch mit deinen Eltern würde ich absagen mit genau der Begründung die du uns genannt hast. Warum sollst du dich auch noch rechtfertigen?
Wenn du ihren Plan durchziehen würdest, würdest du wohl deinen Sohn ganz verlieren.

LG und hoffentlich besinnt sich der junge bald
betty

Beitrag von 69bine 18.08.07 - 13:43 Uhr

Hallo Nele,

was ich für mich und meinen Sohn befürchte, dass ist Dir jetzt geschehen. Ich kann nur sagen, ich fühle mit Dir. #liebdrueck
Ich habe mich vom Vater meines Sohnes auch getrennt, bin seid kurzem mit einem anderen Mann verheiratet.
Vor einem Jahr sind wir weiter weg vom KV gezogen (150 km), vorher waren wir in der selben Stadt. Das macht meinem Sohn zu schaffen, obwohl er seinen Vater noch immer mit der gleichen Regelmäßigkeit sieht. Aber sein Vater unterstützt seinen Sohn eben nicht richtig bei der räumlichen Trennung. Statt mal auf einen Kaffee zu kommen, weil er echt häufig Geschäftlich bei uns in der Nähe ist...nix. Muss sagen, unser Kontakt ist so gut das das ohne Probleme geht. Vater erzählt unserem Sohn wie sehr er ihn vermisst und wenn wir wieder zurück ziehen (ist in 2 Jahren vorgesehen) er ihn immer besuchen kann...#bla#bla#bla
Und für meinen Sohn ist sein Vater der Größte. Er liebt ihn, stellt ihn über alles, verzeiht alles und übernimmt alles (natürlich auch die negativen Seiten).
Und letztens kam mein Sohn und meinte er könne ja später zu seinem Vater ziehen!! #schock
Abgesehen davon dass ich ihn nicht gehen lassen möchte, sein Vater würde ihn nicht erziehen, keine Grenzen vorgeben und das dann mitten in der Pupertät! #schwitz

Das dein Sohn jetzt den Kontakt ganz abbricht...heftig. Logisch fragt man sich da, ob zwischen euch Dinge vorgefallen sind, die ihn unglaublich verletzt haben.
Und der KV nimmt das alles so hin? Er als Erwachsener sollte jetzt eigentlich auf seinen Sohn einwirken. So kann man seine Mutter nicht behandeln. Auch wenn er Abstand braucht.
Vielleicht wäre es gut du würdest dir Hilfe holen. Ein Psychologe eventuell?

Ich wünsche Dir viel Kraft.
bine

Beitrag von blue_shine 18.08.07 - 13:45 Uhr

Du machst genau das Richtige!
Signalisiere Deinem Sohn, dass Du immer für ihn da bist und ihn liebst,mehr kannst Du momentan nicht tun.
Eine Freundin von mir war in fast der gleichen Situation, die Tochter zog zum Vater--und es gab erst mal Funkstille.
Sie hat auch gelitten wie ein Hund,nach außen hin war sie aber ruhig und immer gesprächsbereit--und hat sich auch nicht anmerken lassen, wie sehr sie das Verhalten (Kontaktabbruch) verletzt hat. Mit 16 ist die Tochter nach drei Jahren zurückgekommen (inzwischen hatten sie natürlich auch wieder Kontakt, die absolute Funkstille hat 6 Monate gedauert--meine Freundin hat immer mal geschrieben, angerufen und wenn es hieß "Sie will Dich nichtsprechen" geantwortet "Schade, dann aber liebe Grüße, ich melde mich wieder")
Die Tochter hat dann auch gesagt, dass sie das Verhalten der Mutter "eigentlich" ganz ok fand, so wusste sie wenigstens, dass die Mutter sie noch liebt und nicht sauer auf sie ist--selbst, wenn sie die Arme so zurückgestoßen hat.
Jetzt ist sie 20, lebt noch bei der Mutter, weil das zwischen ihnen so gut läuft,und kann nicht mehr verstehen, dass sie mal so lieblos sein konnte--aber das ist eben der gute, alte Teenageregoismus.
Kurz gesagt, die Zeit ist wirklich schrecklich aber Du kannst darauf bauen, dass Du mit Deinem Verhalten dafür sorgst, dass sich das Verhältnis zwischen euch wieder normalisiert.
Er ist immerhin Dein Sohn--und er liebt Dich, auch wenn es jetzt nicht danach aussieht, ich bin mir ganz sicher !

Ansonsten kann ich mich meiner Vorposterin nur anschließen: Lass Dich nicht von Deinen Eltern beeinflussen!
DU BIST EINE GUTE MUTTER! AUCH WENN DEIN SOHN BEIM VATER LEBT!
Gerade dass Du momentan Deine Bedürfnisse (Kind bei Dir haben) ihm zuliebe zurückstellst und seine Entscheidung akzeptierst (zumal der KV das Kindeswohl ja nicht gefährdet und Du Dir diesbezüglich keine Sorgen machen musst), zeigt, wie sehr Du ihn liebst und wie wichtig Dir sein Wohlergehen ist.
Lass Dir nichts anderes einreden! Du gehst nämlich den schweren Weg--und da brauchst Du Leute, die Dich unterstützen und auch mal auffangen, wenn die Traurigkeit und Sehnsucht zu groß ist.
Ich hoffe sehr, Du hast solche Menschen in Deinem Umfeld--und sonst kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns "ausheulen",gell?Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft!
Ganz liebe Grüße, Wiebke

Beitrag von nele0511 19.08.07 - 19:10 Uhr

Ihr Lieben,

ich danke euch für die lieben und aufmunternden Worte.

Bei meinen Eltern war ich und habe ihnen noch einmal erklärt, dass, selbst wenn ich Eric per Gesetz zwingen könnte, wieder zu mir zu kommen, es doch keine Lösung sei und er dann vielleicht noch abhauen würde, und dann wüsste keiner, wo er ist. So weiß ich wenigstens, dass er "ein Dach über dem Kopf hat". Diesmal scheinen sie es auch verstanden zu haben.
Sie fragten mich, ob ich was dagegen hätte, dass sie die andere Oma von Eric mal auf die Situation ansprechen dürfen, damit diese evtl. positiv auf Eric einwirkt. Denn der KV tut dies scheinbar nicht. Dagegen habe ich nichts einzuwenden, verspreche mir jedoch auch nichts davon.

Am Sonnabend hab ich Eric eine SMS geschrieben, in der ich ihn zu einer Party eingeladen habe, bei der auch unsere Freunde erscheinen, an denen ihm noch einiges liegt. Ich habe diemal eine Antwort bekommen. "Ich habe schon was anderes vor". Natürlich habe ich erwartet, dass er sich da ausklinkt, aber ICH HABE EINE ANTWORT! Hab mnich sehr gefreut.#huepf#huepf#huepf

Mein Lebensgefährte ist so ein lieber Mensch, der mich auch auffängt, wenn ich mal wieder heulen muss. Er sieht die Sache weniger emotional als ich, aber er ist ja auch nicht der Vater und noch dazu ein Mann. Die sehen das eben rationaler. Ist ja auch gut.

Ich werde jetzt erstmal abwarten, bis die Schule wieder losgeht. Dann wird er sich schon irgendwann melden.#gruebel

Ich habe mir ein neues Hobby gesucht, um die Große Ruhe zu gestalten. Am Freitag habe ich meine erste Klavierstunde genommen...

Danke euch nochmal!!!! Ein schönes Rest-Wochenende!

Nele #blume