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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von wurzelolm 17.08.07 - 16:19 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich habe zwar noch Zeit aber es gibt ein Thema das mich echt beschäftigt.

Wir wohnen zwar recht ländlich aber zu meiner Überraschung ist unsere Gemeinde ausnahmsweise mal fortschrittlich.

Seit kurzem bekommen frischgebackene Eltern automatisch Besuch vom Jugendamt.
Die kommen dann um einem zu erzählen was man für Möglichkeiten der Unterstützung hat. Diese Besuche finden in den ersten 8 Wochen statt.

Ehrlich gesagt, ich habe da überhaupt keine Lust drauf. Von meinem ersten Kind weiss ich wie sehr man mit dem Baby und sich selber beschäftigt ist, zumal ich stillen möchte. Ausserdem ist da noch mein 10jähriger Sohn und der Haushalt.
Da brauche ich keine schlauen Sprüche vom Jugendamt.

Damit man das nicht falsch versteht: Generell finde ich das Angebot gut. Denn es gibt sicher, gerade heutzutage, Familien die Unterstützung, sowohl finanziell als auch in Form von Kontrollen brauchen. Es werden dadurch auch bestimmt Vernachlässigungen oder Misshandlungen eher erkannt.
Da ich aber weder Unterstützung noch Kontrolle brauche, will ich die nicht hier haben.
Sage ich Nein, macht das wieder einen blöden Eindruck.

Mache mir da echt Gedanken drum.

Was denkt Ihr?

LG Silke und Finja Marie (21+3)

Beitrag von noblesse-oblige 17.08.07 - 16:22 Uhr

Ich finde es super, dass es dieses Angebot gibt! Aber generell bei jedem? Klingt merkwürdig.. Das sollte freiwillig sein, wenn man es wünscht. Vielleicht ist es aber auch prophilaktisch, um Kindesverwahrlosung vorzubeugen? Nur eben nett verpackt.. Hmm..

LG Lena

Beitrag von wurzelolm 17.08.07 - 16:27 Uhr

Ja, das ist prophylaktisch gedacht, deshalb auch wirklich bei jedem. Irgendwie finde ich es auch gut, aber für andere nicht für mich ;-)

Beitrag von anyca 17.08.07 - 16:25 Uhr

Das ist total harmlos, und da kommen auch keine "schlauen Sprüche", sondern Du wirst über Angebote in der Umgebung informiert. Wenn es Dir in den ersten 8 Wochen zu früh ist, ruf da an und vereinbare einen späteren Termin.

Beitrag von wurzelolm 17.08.07 - 16:28 Uhr

Hast Du schon Erfahrungen damit gemacht? Würde mich interessieren wie das war? Vielleicht mache ich mir ja wirklich völlig falsche Vorstellungen.

Beitrag von sooza 17.08.07 - 16:38 Uhr

Hallo Silke,

ich finde das super!!! Endlich wird mal was gemacht gegen Vernachlässigung, Mißhandlung etc. pp. Und nur wenn diese Besuche pflichtmäßig bei jedem gemacht werden kann man überhaupt rausfinden ob und wo es Probleme gibt. Und gerade an die Problemfamilien kommt man sonst einfach nicht ran. Das ist einfach so.

An Deiner Stelle würde ich da locker rangehen. Ich denke nicht, dass es hier großartig um die Kontrolle Deiner Person geht oder darum, dass jede Familie jetzt unter "Generalverdacht" gestellt wird. Die Mitarbeiter vom Amt sehen mit Sicherheit auf den ersten Blick, dass bei Euch alles im Lot ist und werden Euch einfach allgemein über die Angebote informieren. Mit schlauen Sprüchen kommt da sicher auch keiner. Sieh es wirklich als das Angebot das es ist - eine Hilfestellung und eine sinnvolle Maßnahme, Probleme früh zu erkennen.

Wenn alle bei solchen Maßnahmen mitziehen und niemand gleich auf den Baum springt und "Big Brother" brüllt, dann kommen wir denke ich weiter und müssten in der Zeitung vielleicht einmal weniger von einem toten Baby im Müllcontainer lesen.

Viele Grüße
Sooza (41. SSW, ET+5)

Beitrag von wurzelolm 17.08.07 - 16:52 Uhr

Gebe Dir absolut Recht, ist halt so ein doofes Gefühl.

Bei Big Brother musste ich doch echt lachen.... ;-)

Lg
Silke

Beitrag von sooza 17.08.07 - 16:55 Uhr

Klar ist es erst mal ein komisches Gefühl, der Gedanke, dass da jemand kommt und einen "Kontrollbesuch" macht. Aber mal ehrlich - Du hast doch da gar nichts zu befürchten #pro :-D Sieh es gelassen und nimm es als Deinen Beitrag, etwas an der gegenwärtigen Situation zu verbessern.

Viele Grüße
Sooza (41. SSW, ET+5)

Beitrag von wurzelolm 17.08.07 - 17:00 Uhr

Das ist ein gutes Wort. Mit der Einstellung kann ich gut leben.

DANKE !!!

Beitrag von s_a_m 17.08.07 - 22:07 Uhr

"Da ich aber weder Unterstützung noch Kontrolle brauche, will ich die nicht hier haben."

Nichts für ungut - aber wenn alle Familien, die Unterstützung und Kontrolle brauchen, das wüssten / einsähen und sich dann selbst ans Jugendamt wenden würden, bräuchte es die neuen Regelungen nicht. 8 Wochen wird man es wohl aushalten, dass sich auch jemand anders um das Wohl seines Kindes sorgt. Denn man sieht es keinem an, ob er sein Kind misshandelt, unterernährt oder sonst was mit ihm macht, weil Haushalt, Geschwisterkinder und der Alltag einem nach der Geburt plötzlich über den Kopf wachsen.

Alle rufen danach, das "was gemacht wird" und finden "das Angebot generell super" und "fortschrittlich", weil Fälle von Kindesvernachlässigung fast wöchentlich Schlagzeile machen. Aber man selbst hat "keine Lust" die zur Prävention notwendigen Regelungen mitzumachen. Schade, denn nach welchen Kriterien soll das Amt entscheiden, wen sie besuchen und wen nicht? Einkommen? Wohngegend? Familienstand? Oder nach dem, was die Eltern sagen? Oder die Nachbarn?

Mein Tipp: Mach mit, dann lassen sie dich nach 2 Monaten wohl in Ruhe. Zumal sie ja nicht bei dir einziehen werden. Und vielleicht können sie dir ja tatsächlich auch den ein oder anderen Hinweis und "schlauen Spruch" geben, den du noch nicht kennst und der interessant für dich ist ;-)

Liebe Grüße
Sabine