Karotte in Milch ab 2. Monat?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von tigerente0304 17.08.07 - 21:49 Uhr

Hallo,
ich stille nicht und hab eine Tochter, die Montag 8 Wochen alt wird. Nun, da sie oft sehr flüssigen Stuhlgang hat, hat mir mein KA empfohlen etwa 20 ml Karottensaft in die Milch zu geben. Das wäre gut für Magen und Darm und würde den Stuhlgang etwas härter machen! Jetzt ist mit heute beim Kauf von Karottensaft eingefallen, dass ich mal gelesen habe, dass der Körper zwar Vitamin C, der zuviel im Körper ist abbauen kann, aber Vitamin A nicht. Gerade in Karottensaft ist ja Vitamin A. Kann ich da mit 20 ml in meiner 130 ml Flasche Milch was falsch machen? Nicht, dass mir meine Maus krank wird.
Kann mir vielleicht jemand helfen? Hat jemand hier Ahnung??

Beitrag von mitzl 17.08.07 - 21:53 Uhr

Hallo,

das würde ich überhaupt nicht machen! Früher gab man Karotte in die Milch, weil die Ersatzmilch nicht so hochwertig war. Heute ist die Ersatzmilch genau auf den Bedarf der Babies zugeschnitten! Wenn Du normale Pre oder 1er Milch gibst, ist es normal daß der Stuhl flüssig ist. Mit Karotten kannst Du in dem Alter nicht nur Verstopfung sondern auch böse Allergien auslösen. Karotten sind Beikost und daher frühestens geeignet, wenn das Kind 6 Monate alt geworden ist, auch als Saft.

LG Mitzl :-)

Beitrag von belinda1972 17.08.07 - 21:56 Uhr

Würde ich auch nicht machen. Vor dem 4. Monat sollte es nichts anders als MuMi oder Ersatzmilch geben. Versuche lieber die Milch zu wecheln, das hat bei uns auch geholfen.

Beitrag von miau2 18.08.07 - 10:33 Uhr

Hi,
zur Karotte und warum dieser Rat fragwürdig ist wurde ja schon genug geschrieben. Probier eine andere Milchsorte aus, das könnte das Problem lösen.

Zum Vitamin A: normalerweise enthält ein Saft das Provitamin A, bzw. Beta Carotin. Das ist quasi die Vorstufe, die der Körper erst umwandeln muss. Und der wandelt sich nur so viel um, wie er braucht - eine "Überdosierung" von Provitamin A/Beta Carotin ist also so ziemlich unmöglich.

Es gibt nur sehr wenige Lebensmittel (z.B. Leber), die wirklich Vitamin A enthalten. Und da sollte z.B. bei Schwangeren eine Überdosierung vermieden werden - daher steht Leber auf der Liste der Lebensmittel, die für Schwangere nur mit sehr viel vorsicht zu genießen sind. Ansonsten ist Vitamin A vor allem in Vitamintabletten enthalten (einer der Gründe, warum Schwangere wenn sie meinen so was nötig zu haben nur spezielle Präparate nehmen sollen).

Also, wegen dem Vitamin A brauchst Du dir keine Sorgen zu machen, oder steht explizit auf der Flasche drauf, dass Vitamin A zugesetzt ist (würde micht wundern...)?

Aber da es halt eh nicht zu empfehlen ist, in dem Alter schon mit Beikost zu beginnen, solltest Du den Saft selbst trinken ;-).

Die Empfehlung, so früh schon Karottensaft oder Grieß in die Milch zu schütten stammt aus Zeiten, wo die Fertigmilch noch nicht die heutige Qualität hatte. Und heute weiß man halt auch mehr darüber, was für negative Folgen das haben kann.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von sunflower.1976 18.08.07 - 12:44 Uhr

Hallo!

Möhrensaft ist Beikost und die sollte allerfühestens (!) mit vier Monaten gegeben werden.
Vorher ist der Körper noch nicht in der Lage, etwas anderes als Milch zu verdauen, weil bestimmte Enzyme ("Verdauungsstoffe") vom Klrper noch nicht gebildet werden.
Außerdem ist das Magen-Darm-System noch sehr durchlässig. Dadurch werden zu "große" Eiweiß-Bestandteile vom Körper aufgenommen. Das hat zur Folge, dass das Allergierisiko extrem steigt. Es muss keine Allergie gegen Möhren sein und es kann auch erst sehr viel später auftreten.
Erst nach dem vollendeten vierten Lebensmonat, genauer aber erst, wenn das Baby Beikostreife zeigt, ist es anders. Dann können nur noch sehr "kleine" Eiweißbestandteile die Darmwand passieren. Das senkt das Allergierisiko bedeutend.
Es gibt Studien, die belegen, dass viele der heute 30- bis 40-jährigen an Allergien leiden, weil sie zu früh Beikost bekommen haben. Denn in deren Babyalter kam die industrielle Babynahrung auf.

Beikost sollte außerdem vom Löffel kommen. Denn dann hat das Baby die Chance, den Brei abzuwehren, wenn es sich körperlich noch nicht dazu bereit fühlt. Kommt die Beikost aus der Flasche, wird ihm diese Möglichkeit genommen.

Kinderärzte haben leider nicht immer Ahnung von Babyernährung. Zu deren Studium gehört es nicht oder nur sehr oberflächlich dazu. Wenn sie sich nicht regelmäßig informieren und noch besser Weiterbildungen besuchen, haben sie kein oder nur ein sehr veraltetes Wissen.
Das ist die Informatione meines ehemaligen KiAs und unabhängig davon von einer Ernährungsberaterin.

Es gibt andere Milchsorten. Vielleicht hilft Euch ein Wechsel. Aber warte mit der Beikost mindestens, bis Dein Baby vier Monate alt ist.

LG Silvia

Beitrag von verro85 18.08.07 - 15:26 Uhr

Ich würd es persönlich nicht machen aber ich würde dennoch mal beim KA anrufen warum er dir dazu rät den Saft zu mischen. Frag ihn doch einfach mal warum er dazu rät und du gelesen hast das man erst später anfangen sollte.