Hilfe, mein Sohn hört schlecht

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von lummybaer 17.08.07 - 22:04 Uhr

Hallo,
wir waren heute beim Pädaudiologen um die Ohren bei unserem Sohn überprüfen zu lassen. Beim Hörakustiker und beim HNO letzte Woche ist festgestell worden das mein Sohn schlecht hört. Der Akustiker hat einen Test gemacht indem er festgestellt hat das unser Sohn ca 40% weniger hört als normal. Der HNO war ein Arzt aus einer Gemeinschaftspraxis mit 4 Ärzten. Der eine Arzt hat einen Test gemacht und gesagt das Marvin nur auf einen Abstand von 80cm hört und auf einen Abstand von 1m hören müsste.
Einige Tage später mussten wir noch einmal in die Praxis zum testen. Ein anderer Arzt (dieselbe Praxis) sagte nur kurz angebunden, es ist alles in Ordnung, ihr Sohn hört bestens. Als ich ihn fragte wie das kann da ja der Kollege und Akustiker etwas anderes gesagt hätten, sagte er nur, ihr Sohn ist ja auch ziemlich wild und deshalb würde er nicht hören. Hallo ! Was soll das denn?
Der Pädaudiologe hat ihn heute auch getestet. Es war dort alles in Ordnung.
Aber wie kann es das unser Sohn zu Hause und in der Schule nicht richtig hört? Er versteht Wörter die ähnlich sind, falsch usw.
Warum hat der Akustiker getestet das er schlecht hört? Warum hat der HNO Arzt gesagt das er nur auf 80cm hört?
Jetzt haben wir bei 4 verschiedenen Testern (Akustiker und Ärzte) 2 mal ein supergutes Ergebnis und 2 mal ein schlechtes Ergebnis.
Was soll ich glauben?
Ich bin ja froh wenn er kein Hörgerät haben muss. Aber ich will doch nur das er in der Schule mitkommt und alles hört. Was soll ich jetzt noch machen? Bin total verzweifelt.

viele Grüße
Sabine

Beitrag von jade63 18.08.07 - 08:47 Uhr

Hallo,
ich hab mir mal die Hörkurve in deiner VK angesehen und verglichen mit http://www.dasgesundeohr.de/ohr/305_die_Lautstaerkenskala.shtml (das stehen viele gute Infos drin).

Also, normale Sprache dürfte dein Sohn ja verstehen, bei leisen Geräuschen hat er sicher Schwierigkeiten.

Das lässt viel Raum für Interpretationen.
Die einen sagen, er versteht was er soll, also gut so.
Die anderen sind der Meinung, dass er ja wirklich nicht alles hört, was man mit gesunden Ohren hören kann.
Recht haben beide, würde ich sagen.

Das mit den 40% halte ich für übertrieben.
Er hört ja ab spätestens 30 dB, das entspricht Bläterrauschen.
Und das auch nur auf einem Ohr und drei Frequenzen, alles andere ist besser.

Um es endgültig abzuklären, wurde ich einen Tremin bei einer Uni-Klink ausmachen.
Wir waren mit unserem Sohn auch da, da ging es um die Frage, ob für ihn Hörgeräte ausreichen oder ob er ein CI braucht.
Die haben an der Uni-Klinik viel bessere Geräte und können mehr machen als der HNO-Arzt vor Ort.

Vielleicht lässt sich ja so auch die Ursache herausfinden?

Da gibt es ja unzählige Möglichkeiten, hier mal ein paar Beispiele:
Mein Großer hatte in der Vorschulzeit 2 Jahre lang ständig Hörtests machen müssen. Mal war alles ok, dann wieder grottenschlecht. Die Ursache lag in seiner Anatomie. Zwischen Ohr und Rachraum gibt es eine Röhre, die war bei ihm recht eng und bei jeder Erkältung zu, dadurch hörte er alles nur wie durch Watte hindurch. Mit dem ersten Wachstumsschub war das vorbei.
Der Sohn einer Bekannten litt jahrelang unter fortschreitender Schwerhörigkeit, bis eine (ganz andere) HNO-Ärztin dann ein Geschwür hinterm Ohr entdeckte, dass allen bisherigen Ärzten verborgen blieb. Nach der OP war alles ok.
Was noch sein könnte:
Des Gehör ist funktioniert soweit, nur die Verarbeitung im Gehirn klappt nicht so. Auditive Wahrnehmungsstörung heißt das dann.

Was entscheidend sein kann
- Die Sprachentwicklung:
Gab es da Verzögerungen, spricht er alle Buchstaben sauber aus, ist sein Sprachschatz altersgerecht?
- Wie nimmt er Geräusche im Alltag wahr?
Versteht er seine Lehrer auch dann, wenn es Nebengeräusche im Klassenraum gibt (Stühleschurren, Hefterascheln)?
Du hast ja selber geschrieben, dass er im Alltag Probleme hat. Lassen die sich beheben (vielleicht das Kind in die erste Reihe setzen)?

Erst wenn man das alles weiß, kann man auch eine Entscheidung fällen.

Beitrag von b.kissi 18.08.07 - 09:29 Uhr

Hallo Sabine,

habe im Schwerhörigenforum deinen Bericht gelesen, möchte dort aber nicht antworten weil ich dort nicht gemeldet bin sondern mein Mann.

Was für Untersuchungen sind in Duisburg den gemacht worden? Nur Hörtests oder auch Motopöde, Logopäde und Kinderarzt.

Gruß, Barbara

Beitrag von lummybaer 18.08.07 - 10:01 Uhr

Hallo,
danke für eure Antworten.
Für einen Logopädie Test haben wir für Ende September einen Termin bekommen.Auch im SPZ des St. Anna Krhs. Duisburg
hier meine Berichte aus dem Schwerhörigenforum. Habe es mal hier hinein kopiert damit ich nicht alles doppelt schreiben muss. Bin dafür nämlich zu faul - ;-)
Wie mir im Schwerhörigenforum geraten wurde, werde ich am Montag Kontakt mit einer Schwerhörigenschule aufnehmen und ihn dort noch einmal vorstellen und testen zu lasse.

1.Bericht

Hallo,
wir waren heute beim Pädaudiologen. Habe ja bereits geschrieben das unser Sohn schlecht hört. Das ist beim Hörakustiker und beim HNO festgestell worden. Der HNO war ein Arzt aus einer Gemeinschaftspraxis mit 4 Ärzten. Der eine Arzt hat einen Test gemacht und gesagt das Marvin nur auf einen Abstand von 80cm hört und auf einen Abstand von 1m hören müsste.
Einige Tage später mussten wir noch einmal in die Praxis zum testen. Ein anderer Arzt (dieselbe Praxis) sagte nur kurz angebunden, es ist alles in Ordnung, ihr Sohn hört bestens. Als ich ihn fragte wie das kann da ja der Kollege und Akustiker etwas anderes gesagt hätten, sagte er nur, ihr Sohn ist ja auch ziemlich wild und deshalb würde er nicht hören. Hallo ! Was soll das denn?
Der Pädaudiologe hat ihn heute auch getestet. Es war dort alles in Ordnung.
Aber wie kann es das unser Sohn zu Hause und in der Schule nicht richtig hört? Er versteht Wörter die ähnlich sind, falsch usw.
Warum hat der Akustiker getestet das er schlecht hört? Warum hat der HNO Arzt gesagt das er nur auf 80cm hört?
Jetzt haben wir bei 4 verschiedenen Testern (Akustiker und Ärzte) 2 mal ein supergutes Ergebnis und 2 mal ein schlechtes Ergebnis.
Was soll ich glauben?
Ich bin ja froh wenn er kein Hörgerät haben muss. Aber ich will doch nur das er in der Schule mitkommt und alles hört. Was soll ich jetzt noch machen?

viele Grüße
lummybaer


2.Bericht

Hallo und guten Morgen,
Unser Sohn ist 2005/2006 im SPZ (Bethanien Krhs in Moers auf alles mögliche getestet worden. Dort konnte eine ADHS ausgeschlossen werden. Es ist aber eine Artikulationsstörung und eine Störung der Grob-und Feinmotorik festgestellt worden.
Gestern im SPZ im St.Anna Krhs in Duisburg in der Pädaudiologie wurden irgendwelche Tests gemacht. Welche kann ich nicht sagen, denn mein Sohn musste zum testen alleine mitgehen. Am Ende hat uns die Ärztin hereingerufen und uns gesagt das alles ohne Befund ist. Es wäre das Innenohr sowie das Mittelohr getestet worden. Alles normal. Eine Weiterverabeitung der gehörten Wörter zum Gehirn war auch ohne Befund.
Zu dem HNO Arzt der sagte Marvin würde auf 80cm hören, er hat ihm einen Wecker ans eine Ohr gehalten und ihm dann auf der anderen Seite mehrere Wörter und Zahlen zugeflüstert. Er hat sich immer weiter weggedreht und dann gesagt er hört auf einen Abstand von 80cm.
Die Ergotherapeutin von unseren Sohn hat uns in einem Gespräch gesagt das sie der Meinung ist Marvin könnte an AVWS leiden. Sie arbeitet seit ca 6 Mon mit ihm. Er geht auch gerne dorthin.
Sie hat mit einem Kollegen gesprochen (Logopäde), der Marvin jetzt gerne auch noch kennenlernen möchte. Sobald ich eine Verordung habe bekommt er Ergo in Kombination mit Logopädie. Ich habe gestern mit dem Logopäden gesprochen und er sagte mir MArvin sei dann bei ihm in guten Händen. Er arbeitet 3 mal die Woche noch mit SH Kindern zusammen und ist auf Sprch-und Hörstörung bei Kindern spezialisiert.
Zusätzlich werde ich nächste Wo noch die SH Schule in Krefeld anrufen (die nächste in unserer Nähe). MAl sehen was dann bei allem raus kommt.
Ich bin ja froh wenn er gut hören sollte, aber glauben kann ich es nicht. Er macht den Fernseher immer so laut, ebenfalls sein Kasstenrecorder abends wenn er noch Kassette hört, wenn wir mit ihm reden versteht er oft das falsche usw.
Das kommt mir doch irgendwie komisch vor.

lieben Gruß
lummybaer

PS. ich hoffe ihr seid mir nicht böse das ich meine Berichte von a nach b kopiert habe, aber ich bin eine faule Zicke im schreiben.

Beitrag von b.kissi 18.08.07 - 11:23 Uhr

Hallo Sabine,

ich lese auch im schwerhörigenforum, antworte docrt aber nicht oder nur über meinen Mann.

Wenn dein Sohn eine Warnehmungsstörung hat sind die Hörprobleme warscheinlich darauf zurückzuführen.
Deswegen sind die Tests auch in Ordnung.
Hast du mit eurem Ergotherapeuten schon mal über die Probleme gesprochen? Der müßte eigentlich helfen können.

Gruß Barbara