Verarbeite schlechte Kindheit - wie jetzt mit Mutter umgehen?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von entichen 18.08.07 - 00:32 Uhr

Hallo,

ich möchte kurz meine Situation schildern:

Ich wurde von meiner Mutter in meiner Kindheit sehr oft beschimpft und aufs übelste mit Beleidigungen gequält. Geschlagen wurde ich selten (aber auch als 16 und 17 jährige noch).

Meine Schwestern wurden immer vorgezogen (bekamen Fahrerlabubnis und Auto - bei mir Pustekuchen, bekomme auch nicht immer mein Kindergeld ausgezahlt - weil meiner Schwester die Vers. fürs Auto bezahlt wird).

Ich habe es aber immer alles als selbstverständlich genommen und mir eingeredet, dass sie ja immer so gut zu mir war usw...

Jedenfalls hatte ich endlich den Mut, den Kontakt abzubrechen. Doch sie hat sich wieder und wieder bei meinem Freund gemeldet, ich soll mich ja mal melden, sie möchte wissen, wie es uns geht usw. Alles ganz nett.

Hab mich dann einfach wieder gemeldet, weil sie mir leid getan hat. Aber wirklich glücklich bin ich nicht.

Es ist mir mit ihr so viel schlimmes passiert und ich hab sie auch nicht lieb, ich mag sie nicht mal. Bekomme aber auch kein Kindergeld, wenn ich mich nicht melde - möchte aber nicht gegen meine Familie vor Gericht.

Durch die Erziehung meines Sohnes - gewaltfrei, (meist:-p) stressfrei und liebevoll und mit einem ordentlichen (im Sinne von immer gleich geregelten und sicherem) Familienumfeld - wird mir klar, wie schwer mir früher das Leben in meiner Familie gefallen ist und wie schön es jetzt ist.

Ich genieße das sehr. Aber der Kontakt zu meiner Mutter überschattet das sehr. Leider lässt sie nicht mit sich reden.

Sie hat mich immer wieder so oft getreten, dass ich sie einfach nicht lieben kann und nicht verstehen kann, wie sie das einfach nicht wahrhaben will.

Sie will glauben, dass das alles, was ich sage, nicht die Wahrheit ist und ich lüge und übertreibe.

Ich hasse sie auch nicht mehr. Aber sie ist mir einfach egal. Sie versteht das nicht und will bei jeder Gelegenheit sticheln und Streit vom Zaun brechen.

Wie soll ich damit umgehen? Ich habe ihr schon alles gesagt, alles, aber ohne auszuflippen, weil sie mir egal ist.

Hat jemand einen Tipp?

Lg entichen

PS: Ich würde auch gern eure Meinung zu der ganzen Problematik hören, auch wenn Ihr keinen Tipp habt. Denn ich möchte nicht die Objektivität verlieren und wegen Kleinigkeiten überreagieren oder verbittert werden.

Danke

Beitrag von blinkingstar 18.08.07 - 07:21 Uhr

Hallo Entichen,

schade, dass das alles so vermurkst ist bei Dir. Wenn Du wirklich keinen Kontakt mehr zu ihr möchtest, dann würde ich mich auch nicht für Geld verkaufen.
Außerdem ist Kindergeld eine Leistung für DICH. Du kannst zur Familienkasse gehen, und die Kontoverbindung ändern lassen, dann wird es direkt und zuverlässig an Dich überwiesen.

Ich würde an Deiner Stelle evtl. mal einen Therapeuten aufsuchen, da es zum einen nicht so einfach ist, seine Wurzeln abzutrennen und zum anderen Du den Kontakt aus Mitleid wieder aufgenommen hast. Das ist für mich ein Zeichen, dass Du es noch nicht ganz so weg gesteckt hast, wie Du es hoffst.

Ich würde ihr klipp und klar sagen, dass Du keinen Kontakt mehr wünschst und sie auch nicht mehr anrufen soll.

Viele liebe Grüße

Blinking#stern

Beitrag von rosenengel 18.08.07 - 11:03 Uhr

Hallo

Ich hatte auch nie einen guten Draht zu meinen Eltern!Meinen Eltern waren Karriere und das liebe Geld wichtiger als sich um uns Kinder zu kümmern.

Ich würde eingesperrt wie ein Tier bekam oft nichts richtiges zu essen usw usw usw möchte hier nicht alles erzählen.

Jedenfalls sind meine Eltern finanziell sehr gut dargestellt und hätten Mich wenigstens als Kind damit mehr unterstützen können.

Meine Eltern sind geschieden und ich habe zu meinem Vater gar keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter hin und wieder bei Geburtstagen meiner Geschwister.

Ich habe den Kontakt nach dem ich ihr gesagt habe das ich schwanger bin abgebrochen!

Sie hat sich weder für uns gefreut noch mir gratuliert und Mich in einem Atemzug gefragt ob ich abtreiben werde.

Da war bei mir der Ofen aus. Und er ist schon lange aus. Ich liebe meine Mutter nicht und fühle Mich besser ohne diese verkommene Familie!

Es tut mir zwar leid wegen meinen Geschwistern weil meine Mutter?Sagt das der Kontakt nur über sie gehe!

Sie hat mich körperlich und seelisch mißbraucht!

Und es geht mir besser ohne sie!!

Du hast sehr wohl ein recht um dein Kindergeld zu kämpfen!Mußte übrigens damals auch einen Rechtsanwalt einschalten weil meine Mutter mir das Geld nicht zahlen wollte!!!Der Brief vom Anwalt fruchtete und meiner Mutter zahlte motzend ihr Geld aber ich war dann die böse die ja gegen ihre ach so gute Mutter einen Rechtsanwalt eingeschaltet hatte#augenMeine Mutter erzählt und alle glauben nur ihr:-[Mich fragt keiner nun ja auf so eine Familie kann ich wirklich verzichten.

Ich werde eines Tages mal ein Buch darüber schreiben;-)und das ist dann mein Schmerzengeld für meine Kindheit:-pne im ernst wenn Du Dich besser ohne deine Mutter fühlst ändere deine Tel oder sagh ihr ganz klar was Du von ihr hälst und das du keinen Kontakt mehr willst.

Ich bin auch der Meinung wer keine gute Mutter war kann auch keine gute Oma sein!



Meine Mutter ist ne linke Kuh und meine Liebe schon lange nicht verdient.

Klar hätte ich gern eine Familie aber nicht so eine.

Ich wünsch Dir viel Glück und Kraft:-)

LG#sonne

Beitrag von pecore 18.08.07 - 11:57 Uhr

Hallo Entichen,

hmm... könnte auch meine Geschichte sein. Alles stimmt, nur dass ich sehr oft geschlagen wurde. Mit 17 das letzte Mal,dann bin ich ausgezogen.
Meine Eltern haben mir auch nie Kindergeld gezahlt. Sie haben es einfach behalten. Der Hammer kam, als ich die Ausbildung beendet habe und meine Mutter mich anrief undmir mitteilte, wie schlecht es jetzt finanziell umsie steht, da ja jetzt auch das Kindergeld wegbleibt. Ich war sprachlos und auch heute kann ich kaumstillbleiben, wenn ichdaran denke.

Ich habe mittlerweile den Kontakt abgebrochen. Diese ständigen Vorwürfe wollte ich nicht mehr hören. Ich habe ihr gesagt, dass in meiner Kindheit einiges schief gelaufen istund sie konnte das nicht verstehen. Auch nicht dass ich deswegen Magersucht hatte und in die Therapie musste.
Sie hat mich dann mit Mördern verglichen, die ja auch immer auf ihre schwere Kindheit hinweisen um eine mildere Strafe zu bekommen. Echt krass...

Ich hasse meine Mutter. Wenn ich sie mal nicht hasse, ist siemir schrecklich egal. Ich wünschte, dass ich sie nicht kennen würde. Klingt echt hart, aber meine Kindheit war das Letzte. Alle wollten mir da raushelfen,nur meine Eltern finden alles super, so wie sie es getan haben...

Naja, ich kann dir leider keinen Tipp geben. Ich stehe selber vor einem Rätsel, wie es mit meiner Familie weitergehen soll.

Ich wünsche dir aber viel Kraft!!

Liebe Grüße
pecore

Beitrag von miss.cj 19.08.07 - 01:56 Uhr

Hallo,

Solange sie ihre Fehler nicht einsieht, würde ich den Kontakt komplett abbrechen. Sicherlich müßte deine Mutter eine Theraphie machen um sich ihr Verhalten einzugestehen.

Ich habe damals mit 18 den Kontakt mit meinem Auszug beendet und es herrschte 2 Jahre Funkstille. Das Kindergeld hab ich mir direkt vom AMt auf Mein Konto überweisen lassen. (ruf dort an und ändere das. Erklähr ihnen, daß du volljährig bist, nicht mehr bei den Eltern wohnst und sie dich nicht unterstützen) Ist eigendlich kein Problem.

In den 2 Jahren hat meine Mutter viel Zeit zum nachdenken gehabt, sie konnte mich ja nicht mehr mobben und schlagen (wurde wirklich mit sämtlichen Hausgegenständen verprügelt, Schuhen, Gürteln etc. was grad zur Hand war. Wohlgemerkt ich war ein Kind und lag am Boden !!!)
Sie hat sich aus irgendeinem Grund zur Theraphie durchgerungen
und ihre Fehler eingesehen. Irgendwann klingelte das Telefon und sie war dran und entschuldigte sich für alles.
Ich hab ihr Anfangs nicht geglaubt. Ich wollte sie nicht mehr in meinem Leben haben. Sie hat nicht locker gelassen und ich hab mich dann doch mit ihr getroffen. Sie hat sehr geweint. Das ganze ist jetzt 7 Jahre her und wir haben ca. 1x im Monat Kontakt oder sehen uns. Sie versucht eine gute Mutter zu sein (und Oma) aber man merkt, wie unsicher sie dabei ist. Sie tut mir leid, aber ich kann das Ganze auch nicht als ungeschehen sehen. Ich kann ihr auch nicht mein Kind anvertrauen, da ist zuviel kaputt.
Wir sehen uns sporadisch und unterhalten uns oberflächlich. Es tut ihr gut und ich habe ihr verziehen. Trotzdem werden wir nie ein enges Mutter-Tochter-Verhältnis haben, was ich mir immer gewünscht hätte. Es ist einfach zu spät.

Meine Kinder bekommen jetzt all die Liebe, die hätte meine Mutter bekommen können. Sie werden nie, nie und niemals geschlagen, eingesperrt oder mit Worten gedehmütigt, wie mir es damals erging.

Meine Mutter hatte kein Selbstbewußtsein und hat versucht, mit oben genannten Mitteln ihre Autorität klarzustellen.
Heute weiß, sie daß das falsch war. Nichts ist schlimmer für ein Kind, als ständig um die Liebe der Eltern kämpfen zu müssen, und doch immer wieder das Gegenteil zu erfahren.

Das muß auch deine Mutter begreifen, und das geht nur wenn sie die Gewißheit hat, dich für immer verloren zu haben. Solange du für sie in Reichweite bist, wird sie keinen Grund haben etwas an ihrem Verhalten zu ändern. Brich den Kontakt ab und bau dir deine eigene Familie auf und leb dein Leben ohne sie. Wenn sie anruft, leg auf ohne etwas zu sagen. Nun muß sie ihre Lektion lernen und du kannst ihr dabei nicht helfen.


Ich wünsch dir alles Gute,

Lg Conni

Beitrag von entichen 25.08.07 - 12:30 Uhr

Vielen Dank für eure verständnsivollen und freundlichen Antworten.

Ich habe mich entschieden, den Kontakt zwar nicht abzubrechen, aber er muss von ihr ausgehen.

D. h., wenn sie sich meldet und fragt, wie es uns geht, bekommt sie Antwort.

Sie ruft nicht mehr an, seit ich den Kontakt abgebrochen hatte und ich hoffe, dass das so bleibt. Ich werde mich auf solche Telefonate, in denen sie nur versucht, Streit anzufangen - Machtspielchen etc. - nicht mehr einlassen. Das habe ich viel zu lange getan.

Und durch das lange Überlegen ist mir klar geworden, dass meine Mutter mir egal ist.

Ich hasse sie nicht und liebe sie nicht.

Ich tue nur mir selbst leid, das ist alles.

Sie hat das Kindergeld jetzt endlich wieder rechtzeitig gezahlt und das ist für mich das wichtigste.

Kommt es im nächsten Monat nicht, werde ich zum Anwalt gehen. Dann ist alles ein für allemal geklärt.

Lg entichen