Ich sitze mit ihr dann an einem Tisch!

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von blablabla112 19.08.07 - 09:14 Uhr


HalliHallo,

ich weiß zwar nicht ganz, ob das hier rein passt, aber ich probiere es trotzdem mal.

Eigentlich geht es nicht unbedingt um ein Familienproblem, doch aufgrund der anstehenden Hochzeit meiner Cousine (wir verstehen uns sehr gut, waren auch zusammen in der Schule...), gerate ich in eine unangenehme Situation.

Es wird eine Bekannte eingeladen, die auch ich aus Schulzeiten und ehem. Sportverein kenne.
Natürlich entscheidet meine Cousine wer kommt und vorrangig steht ihre Hochzeit im Vordergrund - keine Frage! - es geht nur darum, dass ich nicht weiß, wie ich mich dieser Person gegenüber verhalten soll, weil wir am selben Tisch platziert werden.

Folgendes als Vorgeschichte:
Vor einem Jahr war ich ALG2-Empfänger und schon beim Erstantrag lief alles schief, was schief laufen konnte.
Dokumente kamen abhanden, unglaublich lange Wartezeiten, jeder Sachbearbeiter erzählte mir was anderes - ein einziges Chaos.
Meine Cousine - damals ebenfalls in der gleichen Situation, wohnt aber in einem anderen Ortskreis - erzählte mir dann, dass Karo (so heißt diese Bekannte) für meinen Wohnort nunmehr ALG2-Anträge bearbeitet.
Sie berichtete ihr von meinem Antrags-Chaos und Karo ließ ausrichten, ich solle mal zu ihr am nächsten Tag ins Büro kommen.

Gesagt, getan - Karo checkte alles durch, erklärte mir genau, was sie noch zur Bearbeitung bräuchte, ich noch am selben Tag alles abgeliefert, mich glücklich bedankt und der Antrag war nun endlich durch.#freu

6 Monate später, beim Fortzahlungsantrag wieder genau die gleichen Probleme, obwohl ich alles rechtzeitig eingereicht habe, passierte wochenlang nichts.
Unser Geld wurde immer knapper und ich verzweifelter.
Täglich rief ich die Arbeitsagentur an, angeblich war selbst schon der Bereichsleiter informiert, aber mein Antrag wurde einfach nicht bearbeitet.

In meiner Verzweiflung ließ ich mir von meiner Cousine Karo's Handy-Nummer geben, in der Hoffnung sie könne vielleicht mal schauen, warum es wieder mit dem Antrag scheitert.
Ich schrieb eine lange sms mit der Bitte, ob es möglich wäre nachzuschauen, woran es liegt, dass der Antrag nicht bearbeitet wird.
NICHT, dass sie ihn bearbeiten soll!
Ich weiß, dass die Sachbearbeiter alle sehr viel zu tun haben, zeigte mich also sehr verständnisvoll.
Dass es wirklich nochmal klappen könnte, davon bin ich gar nicht ausgegangen.
Aber so hätte ich vielleicht schnell erfahren, warum es nicht vorwärts geht.
Leider hatte Karo nie auf diese sms reagiert, ich hätte mir innerlich gewünscht, sie hätte wenigstens zurück geschrieben, z.B. dass sie eben nichts für mich tun kann - das wäre auch wirklich o.k. gewesen, aber so gar keine Reaktion, fand ich etwas... blöd.

Ich muss dazu sagen, ich war auch schlecht informiert über meine Rechte und Pflichten, wusste nicht, dass ich mir im Notfall auch das Geld dort vor Ort bei der Arbeitsagentur abholen könnte.
Alles das erfuhr ich, als ich nach etlichen Anrufen doch noch einmal persönlich dort das Gespräch mit einem Zuständigen
suchte.
Von nun an musste ich also jeden Monat zur Arbeitsagentur - das Geld abholen - bis sie es geschafft hatten, meinen Antrag endlich fertig zu stellen.
(Was übrigens ganze 5 Monate dauerte...)

Bei einem der monatlichen Besuche entdeckte ich Karo, als Schreibtisch - Nachbar meiner Sachbearbeiterin, ich sah direkt zu ihr rüber, aber sie tat so, als würde sie mich nicht sehen.
Karo stand sogar auf einmal auf, holte sich einen Locher vom Tisch meiner SB, stand 1:1 neben mir (konnte mich also nicht übersehen), doch sie ignorierte mich einfach.
Ich hätte ihr gerne mal "Hallo" gesagt.
Ich war sehr irritiert.
Ich konnte zu ihr auch nichts mehr sagen, weil sie dann ein Gespräch mit einem Kunden führte und ich den Platz für den nächsten frei musste.

Ich war enttäuscht über diese Art&Weise.
Fand es überheblich und nicht angebracht.

So, und nun sitzen wir zusammen demnächst an einem Tisch und ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.
Alles unter den Tisch kehren und so tun, als wäre nichts gewesen oder sie doch mal darauf ansprechen?

Ich komme mir einfach total bescheuert vor... meine Cousine weiß von der sms und dieser unschönen Begegnung , aber ich habe ihr natürlich gesagt, dass ich kein Problem habe mit Karo an einem Tisch zu sitzen - ich will ihr jetzt kurz vor der Hochzeit keinen Stress bereiten... und eigentlich ist das ja auch nicht ihr Problem.
Und wie gesagt, es geht an diesem Tag nur um Braut&Bräutigam!

Mir ist es etwas komisch, was würdet ihr denn machen?
Ordentlich einen trinken und alles locker nehmen?
Oder doch mal kurz sagen, dass man sich doch grüssen könnte, wenn man sich sieht?
Sehe ich das zu eng?
Ich meine wir sind ja nicht befreundet oder so.
Kann ihr auch schlecht den ganzen Tag aus dem Weg gehen...

Ich bin verwirrt... vielleicht habt ihr einen guten Rat?!

Ich danke für's Lesen und Zuhören!

LG


Beitrag von nightwitch 19.08.07 - 10:13 Uhr

Hallo,

ich bin der Meinung, dass du die Geschichte auf jedenfall bereinigen, bzw ansprechen solltest. Aber NICHT auf der Hochzeit deiner Cousine. Es gehört da einfach nicht hin.
Wenn ihr da hinkommt, sag einfach Hallo, auch zu Karo, du siehst ja ob was kommt oder nicht. Wenn nichts kommt oder die Situation sehr angespannt ist, geh ihr aus dem Weg. Ich glaub es gibt für ein Brautpaar nichts schlimmeres, wenn sich auf ihrem Tag bei ihrer Feier Leute streiten oder sich böse sind.

Je nachdem wie sich der Abend entwickelt, kannst du ihr beim Abschied ja evtl mal sagen, dass du die Sache gerne geklärt haben möchtest und ob ihr euch vielleicht mal zum Kaffee treffen wollt, mehr aber auch nicht und vorallem nicht mitten in der Feier.

Auch wenns schwer fällt, vielleicht ist der Grund warum sie sich nicht gemeldet hat ganz banal und sie traut sich auch nicht einen Schritt auf dich zu zugehen, weil sie Angst hat, dass du sauer bist.
Also liegt letztendlich nur ein Missverständnis vor. Aber das solltet ihr wirklich nicht auf der Hochzeitsfeier klären. Sei freundlich ihr gegenüber, so wird es für euch alle eine schöne Feier und wenn es doch zum Streit kommen sollte, sag der Person, dass es nicht auf eine Hochzeitsfeier gehört und dass du keine Lust hast wegen privater Differenzen den Tag deiner Cousine kaputt zu machen.

Man kann sich übrigens sehr hervorragend auf einer Feier aus dem Weg gehen ;-) Evtl schaffst du es ja noch, die Sache vorher aus dem Weg zu räumen.

Ich wünsch dir viel Glück und viel Spass.

LG
Sandra

Beitrag von kathrincat 19.08.07 - 12:38 Uhr

also, vielleicht hat sie die mail nicht bekommen! und das sie nicht mit dir in einen büro gesprochen hat wo noch zwei andere drin sind, finde ich auch i.o., denn es muss ja nicht jeder wissen das sie dich kennt, das wäre da a uch nicht angebracht. und könnte sie in schwierigkeiten bringen, wenn raus kommt das sie dir personlich weil ihr euch kennt bei deinen antrag geholfen hat.

Beitrag von chat_noir 19.08.07 - 13:23 Uhr

Sie tat gut daran, so zu tun als würde sie dich nicht kenne, denn man könnte Befangenheit und so weiter unterstellen, wenn rauskäme, das sie einer Bekannten Sachen bearbeitet hat.
Deine Haltung ist kindlich.

Beitrag von geenee 19.08.07 - 18:41 Uhr



Sehe ich prinzipiell fast ähnlich, ABER warum bietet jemand dann erst seine Hilfe an ???

Das Risiko als Sachbearbeiter sollte man doch kennen... deswegen wundert es mich nicht, das sie sich Gedanken macht.

Beitrag von cinderella2008 20.08.07 - 13:17 Uhr

Wenn ich richtig gelesen habe, hat die Fragestellerin per SMS um Hilfe gebeten.

Das finde ich z.B. ziemlich unhöflich. Möchte ich Hilfe, sollte mir das schon ein persönliches Gespräch wert sein.

Außerdem wäre es nicht das erste Mal, dass eine SMS nicht ankommt. Das kann durchaus vorkommen.

Aus diesem Grund würde ich wichtige Dinge NIEMALS per SMS zu klären versuchen.

Beitrag von geenee 20.08.07 - 18:49 Uhr



Ich meinte das eigentlich so, dass diese Karo auch beim Erstantrag erst gar nicht ihre Hilfe anbieten hätte sollen ... weil ich glaube, dass es sonst nahe liegend ist, wiederholt auf solche Unterstützung zurück zu greifen.


Naja... ob nun sms oder nicht, das finde ich im heutigen Zeitalter nicht mehr ganz so tragisch.
Wenn ich nicht weiß, wann ich jemanden erreichen kann bzw. wann es demjenigen recht wär, schicke ich manchmal auch lieber eine sms.

Es ist aber richtig, dass eine sms im Zweifel mal nicht ankommt, dieses Risiko sollte man einkalkulieren.

Beitrag von cinderella2008 21.08.07 - 07:00 Uhr

Die SMS als solche zur Kommunikation finde ich auch nicht "verwerflich", benutze sie auch. Aber wenn es um für mich wichtige Dinge geht, verlasse ich mich nicht darauf, da ich schon oft erlebt habe, dass SMS erst Stunden später oder gar nicht ankamen. Ich habe auch schon mal eine aus Versehen gelöscht, bevor ich sie gelesen hatte. Und was ich so in meinem Umfeld mitbekomme, sind durch SMS auch schon sehr viele Missverständnisse entstanden (allerdings vor allem in Beziehungsfragen;-)).

Wegen dem Grundsatzproblem mit Karo bin ich auch der Meinung, Karo hätte nicht helfen sollen. Man sieht leider in diesem Fall, was für "Folgen" solche Gefälligkeiten haben können.

Beitrag von cinderella2008 20.08.07 - 13:19 Uhr

Wenn Du Dich nicht in der Lage fühlst, während der Hochzeit neben Karo zu sitzen, dann bitte doch Deine Cousine, Dich anders zu platzieren. Oder ist das ein großes Problem?