3 Fragen - Eure Erfahrungen sind gefragt (sorry, lang geworden)

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von bensmutze 19.08.07 - 15:49 Uhr

Hallo Ihr Lieben nochmal,

ich mache mir so viele Gedanken und stelle mir so viele Fragen, seit ich mein Baby letzte Woche FR durch MA / AS verloren habe in der 12. SSW, dass ich Euch noch mal damit belästigen muss. Ich hoffe, Ihr könnt mir die eine oder andere der folgenden Fragen aus eigener Erfahrung beantworten.

1. Während SS eingenommene Medikamente
Insgesamt nahm ich während der SS folgende Medikamente ein:
ca. 5 Lorano-Tabletten gegen Allergie (als ich von SS nichts wusste)
ca. 14 Tavegil-Tabletten gegen Allergie (von FÄ verschrieben)
ca. 3x tägl. Cromo-CT Allergie-Nasenspray (von FÄ verschrieben)
ca. 1-2x täglich Ratiopharm-Nasenspray wegen verstopfter Nase, vor allem abends/nachts (nicht mit FÄ besprochen)
insges. ca. 3-4 Paracetamol-Tabletten an 2-3 Tagen der SS wegen Kopfschmerzen (nicht mit FÄ besprochen)
Jetzt mache ich mir Gedanken, ob das zuviel gewesen ist und mein Baby noch leben könnte, wenn ich nichts eingenommen hätte?! Es ist nur so, dass die Allergie gerade in der SS so übel wurde, dass ich ohne Medi den ganzen Tag nur am Niesen und asthmatisieren gewesen wäre, ich hab's ja ohne versucht, aber dann bekam ich irgendwann einfach keine Luft mehr... Andererseits mache ich mir jetzt natürlich deshalb trotzdem große Vorwürfe...#gruebel

2. Blutung nach AS wie lang normalerweise?
Ich habe hier mehrfach gelesen, dass viele nach einer AS nur 1-2 Tage Blutungen hatten und dann nur noch eine Schmierblutung. Bei mir ist es so, dass ich auch die ersten 1-2 Tage nach der AS eine Blutung hatte, die in Schmierblutung überging,aber dann fing wieder eine Blutung an, noch stärker als direkt nach dem Eingriff, sie dauerte ca 4-5 Tage und ging dann wieder in eine Schmierblutung über, die ich jetzt noch habe, 9 Tage nach dem Eingriff. Ich weiß nun nicht, ob das noch normal ist, gehe zwar morgen zum Check zur FÄ, wäre aber froh, wenn ich hier schon mal ein paar Erfahrungen lesen würde.

3. Psychische/Emotionale Veränderungen nach FG normal?
Ich merke seit der FG, dass ich sehr viel anhänglicher und liebesbedürftiger bin, vor allem mein armer Sohn, dem mit seinen 20 Monaten Dauer-Kuscheln mit Mama viiiel zu langweilig ist, muss unter meinen "Liebesanfällen" leiden, den könnte ich den ganzen Tag nur herzen und küssen. War sonst natürlich auch so,aber jetzt noch viel extremer. #hicks Außerdem habe ich, während ich durch die SS eher müde und antriebslos war, nun einen richtigen Kick, könnte den ganzen Tag wuseln, putzen, aufräumen, ausmisten, umräumen, umdekorieren... Da ich sonst eher zur Sorte "Faulpelz" gehöre, ist das schon eine ziemliche Wandlung, die ich aber nicht unbedingt schlecht finde. Habt Ihr so eine Art Putz- und Ordnungsfimmel auch bei Euch festgestellt nach FG?

So, das war's erst Mal,danke schon mal im Voraus für Eure gnadenlos ehrlichen Antworten. #herzlich

LG
Claudia mit Ben *28.12.05 + #stern-chen 08/07 12. SSW

Beitrag von 3ag 19.08.07 - 15:56 Uhr

liebe claudia!

ich hab dir weiter unten schon zu der mens-frage geschrieben.

bitte mach dir jetzt keine unnötigen sorgen oder selbstvorwürfe!!!!!!!!!
die allerie-medis hattest du ja von deinem FA bekommen, da kannst du also schonmal von ausgehen, dass sie unbedenklich waren. 2-3 paracetamol darfst du auch nehmen währen der ss.


schau mal: ich habe keinerlei medis genommen, nicht mal eine kopfschmerztablette. habe natürlich auch keinen enzigen schluck alk getrunken und nicht geraucht, logisch. alles wie im lehrbuch. und? ich hatte auch eine MA in der 11. woche.

was ich damit sagen will: zermürb dir jetzt bitte nicht den kopf mit selbstvorwürfen, das ist absolut unangebracht. verstehst du? DU bist NICHT schuld, süße. es war halt der lauf der natur, so traurig das auch ist.

so, und jetzt schieb die trüben gedanken beiseite und drück deinem kleinen schatz einen dicken schmatzer auf die süße backe!#kuss

kopf hoch. es ist zwar ein blöder spruch, aber die zeit heilt alle wunden, glaub mir.
lg, 3ag

Beitrag von bensmutze 19.08.07 - 16:07 Uhr

Hallo und zurück-#kuss!

Danke für deine Antworten, auch zu dem anderen Beitrag! #liebdrueck

Ich weiß ja, dass es nichts bringt zu grübeln, blöd ist halt nur, dass ich schon während der SS kein gutes Gefühl dabei hatte, die Medis zu nehmen, naja, hört sich blöd an, aber ich glaube, ich hätte ein besseres Gefühl bei der Sache, wenn ich auch, wie du, NICHTS "falsch" gemacht hätte, dann wüsste ich, ich hätte es auch wirklich nicht verhindern können. #gruebel

Eine Freundin fragte mich schon, ob ich meine, ich habe mich vielleicht nicht genug geschont, weil mein Ben mit seinen 20 Monaten mich ja schon ganz schön auf Trab hält und ich seine 13 Kilo mehrfach täglich rumschleppen und hochheben muss, aber da denke ich dagegen, das hatte keine Auswirkungen, dann hätte ich eher mal Schmerzen oder eine Blutung bekommen, denke ich, was aber nicht der Fall war.

Aber du hast natürlich Recht, alles Grübeln hilft nichts, die Natur hat entschieden, und wie du in dem anderen Beitrag schreibst, werde ich sicher auch einen "befundlosen Befund" bekommen, das prognostizierte man mir zumindest im Krankenhaus schon, da wir ja ein gesundes Kind haben in dieser Partnerschaft - zum Glück. Ich denke sogar, das Schicksal hat mitentschieden, wir hatten uns zwar schon darauf gefreut, zwei Kinder zu haben, die alterstechnisch nicht weit auseinander sind, aber irgendwie sollte es wohl einfach noch nicht sein, warum auch immer.

Alles Liebe und viel Glück beim weiterüben! #freu

Claudia

Beitrag von 3ag 19.08.07 - 16:10 Uhr

na siehst du, das klingt doch schon besser #liebdrueck

ich finde, du gehts mit der situation genau richtig um, so wie du schreibst. klat, ich kannverstehen, dass du dich jetzt besser fühlen würdest, hättest du die medis nicht genommen. aber es bringt doch nichts....

schau positiv in die zukunft, die vergangenheit kann man nicht ändern #liebdrueck

lg 3ag

Beitrag von bensmutze 19.08.07 - 16:39 Uhr

Klar, die Vergangenheit kann man nicht ändern, ich denk hier aber bei den Medis auch schon wieder an die Zukunft, ich weiß doch jetzt schon,wenn ich noch mal SS werde, dann habe ich WIEDER die Probleme mit den Atemwegen durch die Allergie, ich weiß echt nicht, ob ich es dann SCHAFFE ohne Medikamente, so sehr ich das auch gern würde, aber es ist dann echt furchtbar: Durch die Nase keine Luft mehr, alles total dicht, also atme ich durch den Mund, und davon bekomm ich dann irgendwann Asthma, Luftröhre zieht sich zusammen, japs japs japs - das geht höchstens 1 Stunde gut, dann muss ich doch wieder was nehmen, sonst krieg ich zu wenig sauerstoff, da weiß man dann auch nicht, ob das besser fürs Kind wäre, wohl eher nicht. #schock

Muss ich echt vor der nächsten "Überei" alles genau mit der FÄ absprechen dann, was ich dann am Besten mache. Jetzt nach der FG muss ich natürlich kaum mal was einnehmen, alle Symptome weg, wie blöd, warum nicht umgekehrt?!

Ansonsten schaue ich schon sehr positiv in die Zukunft, da die SS mit meinem Sohn damals zum Glück sehr komplikationslos lief und er ein rundum gesundes kleines Kerlchen ist, wofür ich jeden Tag bete, dass es auch so bleibt, und ich werde / wurde zumindest bisher auch beide Male recht schnell schwanger, immer im 1./2. ÜZ, ich hoffe daher schon sehr, noch dieses Jahr wieder schwanger zu werden und diesmal hoffentlich mit mehr Glück. *bet*

Komischerweise hatte ich immer schon das unheimliche Vor-Gefühl, dass ich mal ein Kind verlieren werde, ich hatte deshalb sogar Angst, überhaupt Kinder zu bekommen, weil ich immer dieses blöde Gefühl hatte und in anderen Fällen sich solche intensiven Vorgefühle bei mir auch immer irgendwann bewahrheitet haben (habe so schon Jahre voraus den Unfall-Tod meines ersten Mannes und einen schweren Autounfall, den ich selbst nur mit Glück überlebte, "vorausgesehen"). Ich habe deshalb auch immer riesige Angst um Ben gehabt seit seiner Geburt, immer wenn mich dieses Gefühl wieder beschlich, manchmal mitten in der Nacht, musste ich heulen und betete echt 1000 Stoßgebete gen Himmel, dass sie mir alles nehmen können, aber nicht Ben. Seit der FG jetzt ist dieses mich wirklich seit Jahren begleitende Gefühl weg - wie damals nach dem Unfall auch! Ich habe fast das Gefühl, Gott/das Schicksal oder wer auch immer hat nun statt dessen das Kleine aus meinem Bauch zu sich geholt, ich habe jedenfalls jetzt nicht mehr diese dauernde Angst, Ben zu verlieren! Komisch, oder? Nach dem Autounfall damals war es genau so: VOR dem Unfall hatte ich plötzlich 1 Jahr lang tierische Angst, autozufahren, obwohl ich vorher immer supergern und unfallfrei gefahren bin. Dann der Unfall, und seitdem, schwupp, sprinte ich mit dem Auto wieder rum wie eh und je, keine Angst, obwohl es doch von der Logik her genau umgekehrt sein müsste?! #kratz Aber ich spürte danach einfach, DAS war es, wovor ich die ganze Zeit Angst hatte, jetzt ist es überstanden, also keine Grund mehr, weiter Angst zu haben... Und fahre seitdem auch weiter unfallfrei. Hoffe daher, dass das negative Vorgefühl des Kindverlierens nun weg ist, spricht auch dafür, dass bei einer erneuten SS alles glatt geht. #schwitz

Sorry für das viele #bla, du denkst jetzt bestimmt auch, was ist das denn für ne Irre mit ihren Vorgefühlen... #hicks

Beitrag von 3ag 19.08.07 - 16:47 Uhr

nein, das denke ich nicht #liebdrueck
ich hatte in meiner ss auch von anfang an ein komisches gefühl..... mein fa hat mich schon ermahnt "nun freuen sie sich dochmal endlich ganz unbefangen!"

tja, und ich sollte leider recht behalten haben....
kurz nach der MA habe ich auch gedacht: puh, jetzt ist das befürchtete eingetreten (ich hatte es auch ganz fest geahnt, frag mich nicht, warum) und jetzt bin ich frei davon und jetzt kommen die positiven zeiten. ich hab's quasi "erledigt", weil ich spürte, dass diese schwere aufgabe für mich vorgesehen war.

klar, manche halten diese gedanken bestimmt für spinnerei, aber ich fühle ganz ähnlich wie du.
lustig, ich hab noch mit niemandem drüber gesprochen bisher.

deine theorie klingt toll, ich kann das total nachvollziehen. da hat sich jetzt ein knoten bei dir gelöst. murphys gesetz ist quasi druchbrochen und jetzt gehts positiv weiter.

deine lebenseinstellung finde ich wirklich toll, du hattest diese schickslalsschläge und hast trotzallem einen guten weg für dich gefunden, mit den ereignissen und deinem ganz persönlichen charma in einklang zu kommen.


"spinnerte" grüße von einer, die dich absolut versteht und die den hut vor dir zieht #liebdrueck

lg, 3ag

Beitrag von bensmutze 19.08.07 - 17:04 Uhr

Hey, es ist echt selten, da jemanden zu finden, der das nachvollziehen kann, freu mich, so jemanden in dir hier zufällig gefunden zu haben (habe über dieses Vorgefühl auch bisher mit niemandem geredet, immer in der Angst, für bekloppt gehalten zu werden oder dass sie vielleicht nicht wahr werden, solange man sie nur nicht ausspricht, naja, und im Nachhinein kann man immer sagen, ich habe geahnt, dass ich mal einen Unfall habe, oder dass mein Mann stirbt...).

Und wie du schreibst, dieses Gefühl, der Knoten ist geplatzt und jetzt hat man sein Opfer gemacht, das anscheinend sein musste, warum auch immer, das habe ich genau so... das ist zwar echt irgendwie irre, rein vernunftstechnisch, denn jetzt müssten wir ja eigentlich ERST RECHT Angst haben, jeder Psychologe würde uns sofort eine gespaltene Persönlichkeit mit Wahnvorstellungen bescheinigen, aber die gehören ja eh alle auf die eigene Couch, also was juckt's uns, was die denken würden... ;-)

Ja, habe da echt schon bissi was hinter mir, wenn ich recht überlege, aber bin anscheinend ein "Stehauf-Frauchen", das Schlimmste war eh damals mit meinem Mann, das hat mich echt aus den Schuhen gehauen damals, er war erst 23 und ich 21, Jugendliebe, wir wollten auch schon früh Kinder, und dann das, da dachte ich schon manchmal, ich schaff's nicht und muss ihm nach, aber dann wieder so ein Stolz in mir, der mir sagte, das schaffe ich, denen "da oben" zeige ich's, dass sie mich nicht brechen können, war auch merkwürdig, vorher war ich voll der Angsthase im Dunkeln und allein in der Wohnung und so, nach seinem Tod gar nicht mehr, nach dem Motto, WENN es böse Geister gibt, dann gibt es auch IHN noch, dann brauch ich auch keine Angst mehr zu haben, denn er würde dann ja sicher auf mich aufpassen... Habe lange getrauert, sogar noch, als ich mit meinem jetzigen Mann schon jahrelang zusammen war, musste ich manchmal noch deswegen weinen, er verstands zum Glück, ihm tats leid um den jungen Kerl von damals, er tröstete mich, weinte sogar mit um einen tollen Menschen, den er nie kennenlernen durfte, so einen Mann muss man auch erst mal finden, der da so Verständnis hat. Seit Bens Geburt ist die Trauer aber irgendwie weg, und auf manchen Fotos sieht er meinem verstorbenen Ex irgendwie ähnlich, so wie er lacht und so... #kratz ;-)

Beitrag von 3ag 19.08.07 - 17:44 Uhr

das ist schön, was du schreibst #schmoll:-)

du hast recht, eigentlich müsste man danach noch mehr angst vor dem nächsten mal haben. wahrscheinlich ist es so wie bei und eine art schutzmechanismus der psyche...
aber wie es mir genau gehen wird, wenn ich mal wieder schwange werden sollte, das kann ich ja jetzt auch eigentlich noch nicht sagen. sicher, es werden gemischte gefühle sein, aber im moment freue ich mich eher auf den augenblik, wenn ich wieder einen positiven test in den händen halten sollte. die ängste werden noch früh genug zurückkommen.

du, ich muss jetzt leider weg, wir sind verabredet zum essen gehen.

ich würde mich freuen, bald mal wieder was von dir hier bei urbai zu "hören".

ganz liebe grüße, 3ag

Beitrag von bensmutze 19.08.07 - 18:02 Uhr

Guten Hunger,lass es dir schmecken, wir lesen uns sicher wieder hier! #liebdrueck