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Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von julsun 20.08.07 - 09:02 Uhr

Guten Morgen,
ich weiß, einen Tipp kann mir keiner geben, aber ich möchte doch einmal von meinen Gefühlen erzählen:
Bin seit 15 Jahren mit meinem Mann zusammen, 6 davon verheiratet und haben ein 2 jähriges Kind. Eigentlich müsste alles perfekt sein, ist es für mich aber leider nicht. Ich habe seit fast einem Jahr eine Affäre. Ich habe sehr starke Gefühle für diesen Mann, aber ich schaffe es nicht, mich von meinem Mann zu trennen. Mein Mann und ich haben in den 15 Jahren immer eine heile Welt gehabt. Zumindest haben wir sie uns immer vorgespielt. Wir haben nie miteinander gestritten. Leider haben wir auch nie miteinander geredet, wenn uns etwas nicht gepasst hat. So war es zumindest bei mir. Ich habe meine Wut immer erst verrauchen lassen. Ich merke, dass mein Mann mich liebt. Es gibt keinen besseren Vater wie ihn!!! Aber ich habe schon lange angefangen, mich körperlich von ihm zu distanzieren, auch schon vor der Affäre.
Vor zwei Wochen habe ich mit dem anderen Mann Schluss gemacht. Ich wollte nicht, dass er noch weiter auf mich wartet (er liebt mich und möchte sein Leben mit mir verbringen), während ich es nicht schaffe, mit meinem jetzigen leben zu brechen. Aber schon kurz danach habe ich festgestellt, dass er mir doch mehr bedeutet und jetzt sind wir wieder zusammen. Ich male mir immer wieder aus, wie es ist, wenn ich meinen Mann verlasse. Aber es wird mir das Herz brechen. Wir waren beide erst 16 und 18 als wir zusammen gekommen sind. Wir sind beide von zu Hause direkt zusammen gezogen. Wenn ich mir vorstelle, er müsste jetzt alleine wohnen, getrennt von seinem Kind, es bricht mir das Herz. Ich fühle mich nicht imstande, für mein eigenes Glück ihn unglücklich zu machen. Aber wird es auf die Dauer funktionieren?
Am Freitag habe ich gedacht, ich bin schwanger, von meinem Mann. Ich war so fertig und voller Panik. Ich habe gemerkt, ich will auf keinen Fall noch ein Kind. Ich habe abends im Bett gelegen und Rotz und Wasser geheult. Als er mich fragte warum, habe ich ihm halt erklärt Angst zu haben, schwanger zu sein. Wir haben dann allerdings nur geschwiegen. Und nach einiger Zeit hat er dann geschlafen und ich lag im Bett und habe mich hin und hergewälzt. Ich habe mich so alleine gefühlt, obwohl mein Mann direkt neben mir lag. Ich habe mich so nach einer Umarmung gesehnt und nach einem Gespräch, aber ich habe gemerkt, dass mein Mann und ich dies in Krisensituationen (und für mich war das eine) nicht können. Ich frage mich, wenn ich bei meinem Mann bleiben möchte, hätte ich doch nicht solche Angst vor einem zweiten Kind gehabt. Das hätten wir irgendwie schon geschafft. Und jetzt, wo die „Krise“ überstanden ist, leben wir weiter, wie bisher. Ich weiß echt nicht, was ich machen soll.
Danke Euch fürs lesen.
LG
S

Beitrag von agostea 20.08.07 - 09:43 Uhr

Ist schwer...du solltest dich fragen, was dir dein Mann wirklich noch bedeutet? Ihr seid schon eine lange Zeit zusammen, klar das die Beziehung nun eine andere Ebene erreicht hat, als noch ein paar Jahre zuvor. Aus Liebe wird oft Freundschaft und andere Dinge spielen innerhalb der Partnerschaft eine grössere Rolle, als die Schmetterlinge.

Der andere Mann gibt dir natürlich all das, was in deiner Ehe in den Hintergrund gerückt ist. Das ist schön, beflügelt und macht glücklich.
Aber:
Du solltest dir auch bewusst darüber sein, das dies kein Dauerzustand ist. Angenommen, du trennst dich und beginnst mit deinem Lover ein neues Leben. Ich garantiere dir - irgendwann wirst du mit ihm an genau dem gleichen Punkt angekommen sein, an dem du jetzt mit deinem Mann bist.

Wenn du noch einen Funken Gefühl für deinen Mann und deine Ehe und das Leben, das du im Augenblick führst, hast, dann lohnt es sich zu kämpfen und an der Beziehung zu arbeiten. Euch verbindet doch sicher soviel mehr, als nur das Kind oder materielles?

Wenn du dir absolut keine gemeinsame Zukunft mehr vorstellen kannst, dann geh und fang mit dem neuen Mann ein anderes Leben an. Aber der Preis ist u.U. gross, den du zahlen musst.
Denk gut drüber nach!

Gruss
agostea

Beitrag von suche antworten 20.08.07 - 11:04 Uhr

Hallo A.,

finde Deine Antwort ehrlich sehr gut.
Bin zwar nicht in der gleichen Situation, aber meine Ehe "dümpelt" auch eher dahin. Daher mal eine Frage:
wie stellst Du Dir ein "um die Ehe kämpfen" denn vor?
Reden und versuchen sich zu ändern funktioniert nicht. Vielelicht ist es dafür shcon zu eingefahren.
-Ich wünschte es würde ne Pille oder so geben.....-

Gruss j.

Beitrag von simone_2403 20.08.07 - 10:08 Uhr

Moin

Ich lese bei dir Gewohnheit und vor allem zu viel Verwantwortung für deinen Mann herraus.Du hast Angst altgewohntes aufgeben zu müssen und klammerst dich daran fest das es dein Mann ohne dich nicht schaffe würde.Was soll das?

Gib ihn doch frei,gib ihm doch auch die Chance glücklich zu werden denn ich kann mir nicht vorstellen das dein Mann nichts ahnt.