Alkoholiker?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von co-abhängige!? 20.08.07 - 10:39 Uhr

Guten morgen!


Es geht um meinen Mann und um meine Angst, dass er ein großes Problem hat.
Seit ich ihn kenne, trinkt er täglich mindestens 2 Flaschen Bier, nach feierabend. Manchmal habe ich in seinem Geschäftsauto auch schon leere bierdosen im Handschuhfach und Kofferraum gefunden.
Ich habe ihn schon desöfteren angesprochen und ihm gesagt, dass ich Angst habe das er in eine Sucht verfällt aus der er nicht mehr so schnell rauskommt. Ich weiss wovon ich rede, mein Vater war lange Jahre schwerer Alkoholiker#heul
Mein Mann sagt dazu nur, dass er den Alkohol nicht braucht, er könnte auch gut mal drauf verzichten, es schmeckt ihm einfach nur und ausserdem würde er ja nicht typisch Alkoholiker "harte" Sachen wie zb Schnaps in Massen trinken.

Anfänglich unserer Beziehung trank er auch noch viel Wein, dass hat er jetzt fast sein lassen, da er davon immer sehr Agressiv wurde, dass hat er zum Glück auch selbst gemerkt!

Wenn ich sage, dass er mindestens 2 Flaschen Bier trinkt, dann ist das wirklich die mindest angabe! Denn eigentlich sind es seltener weniger als 4 Bier. Auch findet er dass 5 0,5l Gläser Weinschorle nicht viel sind!
Man merkt dann an seiner Aussprache und seinem Aussehen, dass er nicht mehr nüchtern ist. Anfänglich hat es mir noch nicht so viel ausgemacht, aber je öfter ich ihn so sehn muss, desto schlimmer finde ich diesen Anblick. Wenn ich ihn frage, ob er nun nicht genug hat, sagt er nur, dass er ja wohl noch lange nicht "voll" wäre, immerhin wäre er ja kein Alkoholiker und könnte (wie oben schon erwähnt) locker mal ne Woche gar nix trinken.
Er war letztes Jahr mal im Krankenhaus, am Tag seiner Aufnahmen, also einen Tag vor der Op, trank er ein Bier nach dem anderen. Als er operiert wurde und wieder fit war (bekam nur ne Rückenmarksspritze und ne Schlaftablette, weil er mit Vollnarkosen so seine Probleme hat) ging er gleich runter zum Kiosk und fing wieder an zu trinken. Seine Aussage war dann, als ich ihn fragte was das soll: "Mensch, wegen 3 Bierchen so ein theater zu machen!"

Es ist jetzt noch nicht so, dass hier bei uns zu Hause ein Saufgelage stattfindet und er nur betrunken zu Hause rumfällt, aber es stört mich schon!
Zumal er jeden Mittag wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, nach Bier riecht. Er braucht auch für einen Heimweg, für den ich bei viel Verkehr in 15 min. schaffe, mindestens 1,5 Stunden. Angeblich hatte er immer noch irgendwas dringendes zu erledigen, nur komisch das er danach regelmäßig nach Alkohol riecht und auf dem Heimweg seine ehemalige Stammkneipe liegt!
Er ruht sich auch darauf aus, dass seine Leberwerte in Ordnung wären, sowas würde bei einem Alkoholiker niemals sein, deren Werte wären alle miserabel! Gut ok, damit kenn ich mich nicht aus, könnte er vielleicht ja sogar recht haben!
Es gibt schon mal zwischen durch einen Tag, an dem er dann (offensichtlich) nichts trinkt, aber diese Tage sind eine seltenheit, leider:-[

Ich habe ihn darum gebeten, für mich einmal, eine Woche mindestens gar nichts zu trinken! Darauf reagierte er total sauer und fing einen Streit mit mir an und hackte auf mir rum um wahrscheinlich von sich abzulenken.

Ich muss noch dazu sagen, dass seine Exfrau ebenfalls als Trennungsgrund angab, weil er nur noch betrunken war, nur noch in seiner Stammkneipe saß und volltrunken und Streit suchend nach Hause kam! Natürlich stellt er sie als Lügnerin da, die uns nur auseinander bringen will, weil sie in ihrer Beziehung nicht glücklich ist!

Handwerkliche arbeiten hier bei uns zu Hause, bewältigt er nur mit seinem Bier, anders würde es ihm nicht so gut von der Hand gehen!

Es tut mir leid, aber ich kann es nicht mehr ertragen, fühle mich auch schuldig, weil ich ja eigentlich meist nur dabei zu sehe und ihm sein Bier auch noch kaufe, damit er es nicht heimlich trinken muss. Ich habe das Gefühl, wenn wir es zu hause haben, habe ich es unter Kontrolle wieviel er trinkt, was ich ausserhalb ja absolut nicht kann!

Ich fange an mich vor meinem Mann, den ich wirklich über alles liebe, zu ekeln, wenn er mit seinen roten Augen und seiner lalenden Stimme auf der Couch liegt und kämpfen muss das er nicht einschläft!
Auch zu unseren Kindern wird er dann oft ungerecht und gemein, schimpft nur noch rum usw. Ja und ich krieg es auch ab wenn ich dann meine Kinder in Schutz nehme!
Wie gesagt er ist nicht jeden Tag betrunken, aber häufig genug, dass es so langsam aber sicher meine Liebe zu ihm zerstört!!

Sorry, fürs ausheulen, aber ich kann so langsam nicht mehr#schmoll

Liebe grüße

Beitrag von frechesdingnrw 20.08.07 - 11:01 Uhr

Also ich denke Ja .... er ist Alkoholiker
es gibt ja viele versch. Arten von Alkoholismus aber diese form kenn ich leider auch aus einer Ex-Beziehung#augen
Er hatte auch jeden Tag Alkohol getrunken, dann hab ich wie Du zb. Dosen im Auto gefunden, versteckt unter dem Bett, er war heimlich auch an den stärkeren Sachen dran (wenn wir denn mal was da hatten) Wenn ich In drauf angesprochen hatte kam nur die Aussage : Mir schmeckt Bier eben am besten, die ein -zwei
:-[ Er hat nur noch nach Alkohol gerochen ud ich hab mich ziemlich schnell von Ihm getrennt weil er immer aggressiver wurde oder überall *wirklich überall*eingeschlafen ist.
Meinem Sohn gegenüber war er auch dauernd böse und abweisend*er konnte nix mit Ihm anfangen
Da ich aus der Gastronomie komme konnte ich es zum Glück schnell einschätzen das er 1stens keine Hilfe wollte und 2tens sein "Problem " für Ihn keins war
Dein großes Problem ist nun Ihr habt Kinder.....aber
ich würde sagen sprich mit Ihm und wenn er partout nicht zuhören will dann geh ...mit den Kindern und sag Ihm das Du nur zurückkommst wenn er eine Therapie macht zb.
sorry was anderes kann ich Dir nicht raten
Ich hoffe du triffst für Dich und deine Kinder eine gute Entscheidung;-)
Lg Freches


Beitrag von nightwitch 20.08.07 - 11:14 Uhr

Hallo,

leider muss ich dir mitteilen, dass dein Mann bereits Alkoholiker ist.
Die Ausreden kenne ich von meinem Vater. Er brachte damals die gleichen Ausreden vor.
Jeder Mensch der regelmässig Alkohol trinkt ist ein Alkoholiker. Es kommt halt auf die Häufigkeit und Menge an.
Jeden Tag ein paar Bierchen zählt halt schon als Alkoholiker.

Das Dumme an der Story ist nur, dass er erst selbst merken muss, dass er ein Problem hat und auch wirklich damit aufhören will.
Ansonsten bringt das alles nichts.
Immer wenn du ihn darauf ansprichst, wird er ein Ausreden flüchten oder halt agressiv reagieren. Meine Mutter hat damals die Notbremse gezogen, bevor er handgreiflich wurde. Das heisst, sie ist ausgezogen und hat sich scheiden lassen.
Sie meinte, lieber lebt sie mir mit in einer kleinen Wohnung als mich noch länger dem Risiko auszusetzen, dass mein Vater irgendwann ausrasten könnte.
Er hat dann einige Probleme im Job bekommen und musste von denen eine Entziehungskur machen, wenn er seinen Job behalten wollte. Er hat es leider nur nicht lange durchgehalten.
Er hat wieder angefangen und ist letztendlich im Vollsuff gestorben.

Ich vermisse ihn, allerdings nur die Zeit wo er trocken war. In der Zeit hat er sich richtig um mich und meine Halbschwester (er war nochmal verheiratet) gekümmert. Vorher und nachher nicht.

Ich weiss, es ist deine Entscheidung, aber letztendlich wird alles gute Zureden und Augenverschliessen ihm nicht helfen.
Er braucht professionelle Hilfe, die er auch wirklich selbst will. Meistens hilft dann halt nur eine radikale Veränderung, also Trennung von der Ehefrau, den Kindern etc.
Entweder er rutscht noch tiefer, oder er fängt sich. Aber ich denke und weiss aus Erfahrung, dass das häufig die einzige Möglichkeit ist.

Ich wünsche dir viel Kraft und Ausdauer, denn die wirst du brauchen und seh zu, dass du und die Kinder nicht auf der Strecke bleiben. Es geht nicht nur um dich, sondern auch um die Kinder, die leiden nämlich oftmals am schlimmsten darunter.

LG
Sandra

Beitrag von vielleicht auch... 20.08.07 - 11:14 Uhr

Hallo, Co-abhängige,

ich fürchte, du deutest die Zeichen richtig. Ich denke wirklich, dass dein Mann ein großes Problem mit Alkohol hat. Aber er ist noch in der Phase, sein Problem nicht zu erkennen.
Ich habe keine Erfahrung bis jetzt auf diesem Gebiet, aber auch ich deute die Zeichen bei meinem Partner so und habe ein ganz schlechtes Gefühl. Im Moment bin ich am Überlegen, ob ich einfach meinen Hausarzt ins Vertrauen ziehen sollte. Das wäre auch ein Tipp für dich.
Mein Partner schluckt zwar auf dem Heimweg von der Arbeit noch nichts, aber zuhause werden auch jeden Abend mindestens vier Flaschen Bier getrunken. Und man merkt ihm auch an, wenn er nicht mehr nüchtern ist. Wir haben schon so oft vereinbart, dass unter der Woche nichts getrunken wird an Alkohol. Das hält er dann mal ein- zwei Tage durch, aber das war es auch schon.
Ich denke, wir sollen wirklich mal unseren Hausarzt zu Rate ziehen. Er müsste doch wissen, was man unternehmen kann als Co-Abhängige (wenn man denn überhaupt was unternehmen kann...)

Bedenkliche Grüße

Beitrag von hansfallada 20.08.07 - 12:56 Uhr

Hallo,

Alkoholsucht oder Alkoholprobleme sind leider Bestandteil unser Gesellschaft. Leider oder zum Glück verschwinden diese Themen hintern den Fenstern der Wohnhäuser.
Sie werden ausgetragen auf den Rückern der Partner, Kinder, Familienangehöroge sowie den Freunden.

Ein, ich nennen ihn jetzt mal Alkoholkranker, hat aus seiner eigen Sicht kein Problem mit Alkohol.
Das ist so.
Diesen Zustand umzukehren, bedeute sehr viel Arbeit.
Natürlich kannst du deinem Mann sagen, du hast ein Problem, aber er wird es nicht einsehen. Du kannst mit ihm deshalb auch nicht zum Arzt gehen. Die meisten Alkoholkranken müssen erst ganz unten ankommen, um zu erkennen was los ist.

Das geht schneller als man denkt. Schleichend, aber konstant.

Er verliert den Führerschein weil er unter Alokholeinfluss Auto
fuhr und erwischt wurde. Vielleicht hat er in dieser Situation
noch Glück, baut keinen Unfall, fährt niemanden tot.
Sein Umfeld merkt langsam das er ein Alkoholproblem hat.
Er denkt, die anderen merken nichts. Das ist aber ein Truglschluß.

Denn die anderen sind nur so höfflich und sagen nichts.
Er bekommt Probleme auf der Arbeit, er trinkt vielleicht schon morgens, er wird daraufhin angesprochen, abgemahnt, vielleicht später gekündigt.

Das Geld fehlt um soziale Strukturen erhalten zu können.
Man rutscht ab und trinkt weiter.
Der Partner verlässt einen.
Körperliche Symptome zeigen sich. Erst der Bierbauch, dann das aufgedunse Gesicht. Später Gewichstverlust, ständiges Erbrechen. Zittern, Krampfanfälle. Freund Alkohol kontrolliert Körper und Geist.

Suche alleine eine Suchtberatungsstelle auf. Informiere dich dort professionell.
Gehe alleine zu deinem Hausarzt und frage ihn was du tun kannst.
Dein Mann hat bisher noch nichts begriffen.

Alles Gute und viel Glück.

Beitrag von carmen7119 20.08.07 - 13:19 Uhr

#herzlich#liebdrueck#herzlich

du tust mir leid!!!!!!!!!

wenn du magst meld dich über meine vk.

lg
ex co-abhängige carmen#freu#huepfdie viele viele jahre zugeguckt hat#schmoll

Beitrag von nansi 20.08.07 - 14:33 Uhr

Hallo,als ich das gelesen habe,fühlte ich mich in meine Kindheit versetzt.Mein vater war genauso.Du arme,ich weiß wie meine Mutter darunter gelitten hat und kann Dir nur ganz ganz viel Kraft wünschen das durchzustehen.#liebdrueckEin Alkoholiker würde nie zugeben,das er trinkt.

Beitrag von b0bbelchen 20.08.07 - 18:50 Uhr

Oh man komm und lass dich erst mal #liebdrueck
Kommt mir alles total bekannt vor nicht etwa von meinem Mann vielmehr von meinem Vater.
War echt kein schöner anblick meinen Vater mit diesen knall roten Augen zu sehen.
Du musst dringend etwas unternehmen schon deinen kinder zuliebe.
Auch wenn er nicht besoffen da rum fällt merken deine Kinder sehr wohl dass etwas anders ist als bei anderen Familien. Das belastet sie und kann folgen haben.
Ich an deiner Stelle würde mal euren Hausarzt um Rat fragen der kann dir bestimmt weiter helfen.
Schleif deinen Mann zum Arzt er soll sich mal seine aktuellen Leberwerte geben lassen die sind unter Garantie nicht mehr normal.
Er muss einsehen das er ein problem hat das kann er nur, wenn er sieht wieviel er so in der Woche trinkt. Hebe doch einfach mal alle alkoholichen Getränkeflaschen auf und stell sie ihm am ende der Woche mal vor die Nase.
Ich würde ihm auch nichts mehr zu trinken kaufen, sofern er nicht agressiv darauf reagiert.
Lass den Kopf nicht hängen.
Gaaaaanz liebe grüsse
Alexandra