Mutterschaft und neuer Arbeitgeber??? Wie vorgehen? (lang)

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Beitrag von incognia 20.08.07 - 11:48 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Bin heute 34+0, und langsam macht man sich ja doch Gedanken wie es nun tatsächlich nach der Geburt ablaufen sollte...

Da ich im starken Zwist mit meinem jetzigen Arbeitgeber auseinander gegangen bin (einige erinnern sich evtl, er hat mich und mein ungeborenes Schätzchen beleidigt, gemoppt und versucht mich irgendwie unbezahlt aus der Firma zu kicken, habe durch Rechtsbeistand und viel Ärger dann im Februar eine bezahlte Freistellung bekommen.

Für uns steht fest, dass ich unter gar keinen Umständen in diese Praxis zurückgehen werde, sondern mir eine neue vorraussichtlich Teilzeitstelle suchen werde.

Nun frage ich mich wie ich vorgehen sollte. Ich muss meinen Chef ja binnen 14 Tagen nach der Geburt schriftlich mitteilen, wie lange ich in Mutterschaft gehe. Ich habe wenns finanziell irgend geht vor mir zwei Jahre mind. eine berufliche Auszeit zu nehmen.
Soll ich nun schiftlich um zwei Jahre bitten, oder um die vollen drei Jahre, da sie dort auch nicht mit meinem Wiederkommen rechnen?
Kann ich wenn ich z.B. 2 Jahre beantrage trotzdem nach 1 Jahr eine neue Stelle antreten und vorher bei meinem alten Chef kündigen?

Wie würdet ihr vorgehen? Habt ihr Tips?
Im Vorraus vielen Dank für eure Meinungen!

LG, Natascha, Patrick und im Bauch der kleine Prinz...

Beitrag von annek1981 20.08.07 - 12:00 Uhr

Hallo Natascha,

also, ich würde erstmal die längste Zeit beantragen. Du kannst Dir ja jederzeit früher einen neuen Job suchen und dann bei Deinem jetzigen AG kündigen.

LG Anne

Beitrag von incognia 20.08.07 - 12:09 Uhr

Ja, so hatte mein Mann auch gedacht!
So kann ich mir echt in Ruhe was Neues suchen (hab ja schon ein Angebot) wenn ich wieder arbeiten möchte.

Vielen Dank!

Beitrag von miau2 20.08.07 - 13:20 Uhr

Hi,
es ist normalerweise empfehlenswert, sich zunächst für zwei Jahre festzulegen.

Die Gründe sind einfach:

Das dritte Jahr MUSS dir genehmigt werden, wenn Du es rechtzeitig vor Ablauf der zwei Jahre beantragst - du hast also keinen Nachteil, wenn Du wirklich 3 Jahre nehmen willst

Falls es wirklich ober-dämlich kommt, und du gezwungen bist, wenigstens vorübergehend wieder beim alten AG anzutanzen (Arbeitslosigkeit vom Ehemann...und bei Dir nichts neues in Sicht) hast Du nur die zwei Jahre an der Backe - denn einer nachträglichen Verkürzung muss der Chef nicht zustimmen. Das ist dann abhängig von seiner Laune, und da malst Du dir sicher nichts aus.

Du hast also nur Vorteile daraus, zunächst mal zwei jahre zu nehmen. Natürlich kannst Du bereits mitteilen, dass du vermutlich das dritte Jahr dranhängst - aber unverbindlich, nicht direkt beantragt. Und dann halt an die Frist denken ;-).

Wenn Du was neues hast, kannst Du während der Elternzeit jederzeit fristgerecht kündigen. Der Kündigungsschutz gilt allein für Kündigungen durch den Arbeitgeber.

Mein Rat: nimm zwei Jahre, streiche dir den Tag für die Verlängerung mit dem dritten Jahr schon heute rot im Kalender an ;-), und such Dir ganz in Ruhe was neues, halt auch abhängig von der Kinderbetreuung.

Und wenn Du dann was neues hast, kündigst Du ganz normal mit der vereinbarten bzw. gesetzlichen Frist. Damit verfällt zwar auch der Elternzeitanspruch (es sei denn, der neue AG stimmt zu - aber warum sollte er dich dann einstellen?), aber darum geht es ja dann nicht mehr.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von incognia 20.08.07 - 13:49 Uhr

Hey, das nenn ich mal eine hilfreiche Antwort #cool

Vielen Dank für deine Tipps, ich wusste nicht wie es mit dem zweiten und dritten Jahr aussieht, jetzt ist es mir wenigstens klar!

Das scheint mir nach Deinen Anregungen dann echt die beste Lösung zu sein ;-)

Super dass Du Dich so gut auskennst und nochmal #danke
für Deine Antwort!

Ganz liebe Grüsse!

Beitrag von miau2 20.08.07 - 15:40 Uhr

Guck mal hier:
http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/static/broschueren/erziehungsgeld/elternzeit.htm#Dauer

Speziell der Punkt "Anmeldung beim Arbeitgeber".

Da hast Du es noch mal schwarz auf weiß, falls der Arbeitgeber Stunk macht - ich will ihm nichts unterstellen, manche kennen sich halt einfach nicht aus und versuchen dann, gesundes Halbwissen an die Frau zu bringen ;-).