So viel Steuern im 1.Ausbildungsjahr???

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von krokolady 20.08.07 - 20:04 Uhr

Meine Tochter fing grad ihre Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte an, und laut Vetrag bekommt sie im 1.Lehrjahr monatlich 410 Euro

Heut bekam sie ihre erste abrechnung.......von den 410 Euro bekommt sie nur 323 Euro raus.....Rest Abzüge wegen Steuern.

Ist das echt so viel was da abgezogen wird??

Immerhin muss sie vom Rest Geld ja die monatlichen Fahrkosten zahlen zur Arbeitsstätte, und zwei mal die Woche zur Berufsschule - ca. 40 km entfernt.......das sind Fahrkosten von Rund 150 euro im monat.

Beitrag von meaculpa 20.08.07 - 20:06 Uhr

Hallo,

der Steuersatz hat nichts mit Ausbildungsjahren zu tun :-) Nur mit der Höhe des Einkommens.

Der Arbeitgeber hat ihr geringfügig mehr als den Mini-Job-Betrag bezahlt. Allerdings hat sie nun Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Schau mal in die Abrechnung - ich glaube nicht, daß sie Lohnsteuer oder Solizuschlag zu zahlen hat. Es wird sich bei den Abzügen "nur" um Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung handeln.

LG, Mea

Beitrag von krokolady 20.08.07 - 20:13 Uhr

Jo, sind KV 33,42 , PV 3,49 , RV 40,80 und AV 8,61 ....finds halt nur enorm viel.

Beitrag von schnuffelschnute 20.08.07 - 20:56 Uhr

Hallo,

das sind ganz normale Beträge.

Gruß,

Ariane

Beitrag von meaculpa 20.08.07 - 21:57 Uhr

Und wenn sie mit ihrem Chef spricht, ob er ihr nicht lieber "nur" die 400 Euro zahlt?! Dann muß sie nichts abgeben...allerdings denke ich fast, daß der Chef das extra so berechnet hat, daß sie die Hälfte der Sozialversicherung zu tragen hat. Der Chef ist ja nun nicht auf den Kopf gefallen - sollte man zumindest meinen ;-)

Beitrag von krokolady 20.08.07 - 22:32 Uhr

na wär echt besser gewesen.......hab ihr gesagt wenn sie ihr eigenes Geld hat muss sie zum einen ihre Fahrkarten selber finazieren...in ein paar Wochen evtl. eigenes kleines Auto unterhalten....und ihre Zigaretten

Wär mit 400 Euro ja auch gut gegangen....aber nen knappen hunnie nu weniger....das wird eng

Beitrag von meaculpa 21.08.07 - 09:09 Uhr

Ich würde an ihrer Stelle nochmals mit dem Chef reden. Immerhin kann sie (schriftlich) auf Gehalt verzichten.

Allerdings muß ihr/Euch doch bewußt gewesen sein, daß man Sozialabgaben zahlen muß #kratz Das der Betrag über dem eines Minijobs liegt ist ja offensichtlich...

Und nun mal ehrlich: Ein Auto und Zigaretten sind ja schön und gut - aber eben auch ein gewisser Luxus. Sei mir nicht böse, aber ich kann mich auch nicht von Kopf bis Fuß in Versace kleiden, wenn ich lediglich 1000 Euro/netto verdiene ;-) Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine.

Wobei ich die Abgaben jetzt eigentlich auch nicht so das Drama finde, weil die Beträge eben wirklich sehr, sehr niedrig sind. Wir sind ein Sozialstaat, da muß eben jeder zahlen. Jeder so, wie sein Einkommen es zuläßt...und wie gesagt, steuerfrei ist es ja! Wo will man sonst anfangen die Grenze zu ziehen?! Wer sollte die ganzen Sozialausgaben finanzieren?

Beitrag von krokolady 21.08.07 - 12:13 Uhr

Auto ist sinnvoller wegen Fahrten zur Arbiet und Schule....
Sie hat täglich 3 Stunden Mittagspause in nem winzigen Kaff wo sie nix machen kann.
Und halt 2 mal die Woche Schule wo sie 1 mal umsteigen muss, und dann mit dem Bus noch ne Ecke fahren muss.

Und wenn man die Fahrkarten rechnet....da kommt man mit dem Auto fast aufs gleiche raus.....Versicherung würd ja als Zweitwagen laufen.
Ausserdem bräuchten wir sie am WE dann nimmer kutschieren....wir wohnen am Arsch der Welt, da muss sie oft gefahren werden wenn sie wohin will.

Beitrag von talisker73 21.08.07 - 12:38 Uhr

Lehrjahre sind keine Herrenjahre....

Und die 3 Stunden Mittagsause eignen sich Bestens zur Vorbereitung und Nachbereitung des Berufsschulstoffs.

Mit guten Noten kann sie die Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen und hat dann schneller mehr Geld zur Verfügung.

Beitrag von krokolady 21.08.07 - 22:55 Uhr

hm, knapp 3 Stunden auf ner Parkbank sitzen bei Wind und Wetter?
Denk mal nicht das du sowas 3 Jahre lang täglich gemacht hast.

Beitrag von talisker73 22.08.07 - 09:30 Uhr

Nun, bei guten Noten wären es ja nur 2,5 Jahre. #liebdrueck

Und wer spricht denn von ner Parkbank? Der AG muss Pausenräume (Wartezimmer?) zur Verfügung stellen.

Interessiert es Dich, was ich für meine Ausbildung gemacht habe? Das sag ich Dir gern.

Aber klar, heutzutage ist es natürlich überhaupt nicht drin, für einen Ausbildungsplatz oder irgendetwas anderes Verzicht zu üben und auch mal in Kauf zu nehmen, dass nicht alles so perfekt ist, wie Sohn oder Tochter es sich vorstellt. Da ist es selbstverständlich, dass die einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen...;-)

Viel Erfolg für Deine Tochter in der Ausbildung! Im 2. Lehrjahr gibt's ja mehr Geld und ansonsten könnte sie am Wochenende ja einen Minijob machen? Nix für ungut - ich versuche hier nur Lösungsvorschläge zu machen, die aber wohl nicht so gut ankommen, weil sie ein wenig Eigeninitiative erfordern. Aber statt zu meckern und jammern halt ich es immer für sinniger, das Beste aus ner Situation zu machen... In diesem Sinne!

Einen schönen Tag wünscht

Sonja

Nix für ungut... aber es belustigt mich immerwieder, wenn ich lese, was hier so als unzumutbar hingestellt wird... Kein Wunder, dass viele Kids sich nie vom Praxisschock erholen...

Beitrag von krokolady 22.08.07 - 09:43 Uhr

An den WEs kanns ja auch vorkommen das sie mal arbeiten muss, wenn die Praxis Notdienst hat.

Ihr macht die Arbeit auch Spass....kein Thema.

Was z.B. mehr als blöd ist: Die BBS ist locker 40 km weg.......da sie 2 mal die Woche hin muss, wobei sie unterwgs umsteigen muss......kommt sie auf Fahrkosten von über 80 Euro im Monat.......

Kann mich erinnern das bei mir damals die Möglichkeit bestand von der Schule son Wisch zu bekommen wegen der Fahrkosten.
Aber gibts heutzutage alles nimmer.

Nen "ausgelernter" Arbeitnehmer kann des ja steuerlich dann mit einreichen.....aber wie schaut das bei Azubis aus??
Sie läuft ja noch über uns bei der Einkommenssteuer

Beitrag von talisker73 22.08.07 - 10:18 Uhr

Ich habe damals auf einem Dorf gewohnt, mitten im Nichts und in der Kreisstadt 50 km weiter gelernt. Da musste ich den ersten Bus morgens um 4:45 Uhr nehmen, damit ich um 7:30 anfangen konnte und den letzten zurück, war dann um 19:30 daheim. Diese Busse waren die 'Lumpensammler'die jedes kleine Kaff abgeklappert haben und dann eben 20 - 30 min Wartezeit auf den Anschlussbus. Und ich war nicht die Einzige, die da mitfuhr. Vom ZOB der Kreisstadt nochmal mit dem Rad raus ins Industriegebiet und zur BBS zum Glück mit nem Bus. Fahrstunden konnte ich mir erst mit dem Ausbildungsgehalt leisten, den Theorieunterricht und die Gebühren haben mir meine Großeltern zum Abi geschenkt. Ich hab die Lehre aber nie als 'Geld verdienen' gesehen, mir war klar, dass ich da gerade meine Kosten decke. Aber es war ne Invesition in die Zukunft, denn nach 2,5 oder 3 Jahren zahlt sich das aus.

Wegen der Fahrtkotenzuchüsse: Fragt mal beim Arbeitsamt (? weiss nicht genau, wer dafür jetzt zuständig ist, bin gerade erst wieder in Deutschland) nach, vielleicht gibt es dort ja einen Zuschuss? Ich meine, mal so etwas gehört zu haben. Und Ihr habt sie ja noch im Kinderfreibertrag auf der Steuerkarte und Kindergeld gibt's ja auch. Evtl. lohnt es sich auch, beim Finanzamt mal nachzufragen, ob die Fahrtkosten als Werbungkosten für ihre Ausbildung irgendwie abgesetzt werden können (ebenso wie die Berufskleidung und das Arbeitsmaterial für die BBS).

Beitrag von krokolady 22.08.07 - 13:52 Uhr

ihren Zuständigen beim Arbeitsamt schrieb meine Tochter schon an.....also von deren Seite gibts keine Zuschüsse oder so.

Na mal sehen was die BBS sagt....nächste Woche gehts ja los.

Beitrag von talisker73 22.08.07 - 14:23 Uhr

Dann mal viel Erfolg in Schule und Betrieb!

Beitrag von klau_die 21.08.07 - 05:37 Uhr

Ja, dann müßte sie aber ihr KV selber bezahlen, oder? Und ne Ausbildungsvergütung als Minijob? Ob das überhaupt möglich ist?
Ganz ehrlich finde ich die Abgaben völlig normal, ich wär froh über so ne günstige Krankenversicherung.

Beitrag von meaculpa 21.08.07 - 09:05 Uhr

Hallo,

jaja...das geht mit dem Mini-Job-Gehalt im Ausbildungsverhältnis :-) Ich arbeite selbst in einem Beruf, in dem die Azubis weniger als 400 Euro im 1. Ausbildungsjahr verdienen ;-)

Wobei ich das jetzt eigentlich auch nicht so das Drama finde, weil die Abgaben eben wirklich sehr, sehr niedrig sind. Wir sind ein Sozialstaat, da muß eben jeder zahlen. Jeder so, wie sein Einkommen es zuläßt...und wie gesagt, steuerfrei ist es ja!

Lg, Mea

Beitrag von goldtaube 21.08.07 - 09:18 Uhr

Als Minijob ist das nicht möglich. Die Grenze beim Azubigehalt liegt immer noch bei 325 Euro, wo man keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss.

Beitrag von goldtaube 21.08.07 - 09:16 Uhr

Das wird nichts bringen. Die Grenze bei Azubigehalt liegt nicht bei 400 Euro, sondern bei 325 Euro wo man keine Sozialversicherung tragen muss. Das ist bei Azubis anders geregelt.

Beitrag von note 20.08.07 - 22:43 Uhr

Hallo,meine Tochter ist jetzt im 2 Lehrjahr als Arzthelferin und sie muss noch keine Lohnsteuer bezahlen sondern erst wenn sie ausgelernt hat und danach arbeitet.

Gruss Note

Beitrag von nina001 21.08.07 - 06:54 Uhr

du musst bedenken, dass sie die sozialabgaben zu hälfte tragen muss. ich denke nicht das es die steuern sind.
hat sie darüber niemand informiert? sozialabgaben sind KV, Pflege, Arbeitlosenversicherung, RV, Soli.
grüße
nina

Beitrag von kati543 21.08.07 - 08:55 Uhr

Was soll ich dir sagen. Ich hatte noch weniger Ausbildungsentgelt und musste wesentlich mehr an Fahrtkosten zahlen. Am Ende des Monats hatte ich regelmäßig Minusbeträge übrig. Nicht wegen anderen Ausgaben, sondern einfach wegen der Fahrtkosten. Meine Ausbildungsstätte war 100 km von zu Hause entfernt. Ich musste aus gesundheitl. Gründen die 2,5 Jahre mit Zug und Bus fahren. Ich musste jeden Tag auf einer Strecke 3 mal umsteigen - also kannst du dir vorstellen, dass ich verdammt lange unterwegs war. Jeden Tag 5.00 mit dem ersten Zug gefahren und 19.00 zurückgekommen. Zähne zusammenbeißen - es geht vorbei. Ich habe dann meine Ausbildung auch verkürzt. Noch ein halbes Jahr länger hätte ich den Stress nicht durchgehalten.

Beitrag von goldtaube 21.08.07 - 09:23 Uhr

Sie muss die Beiträge zahlen. Die Grenze wo sie keine Sozialversicherungsabgaben zahlen muss liegt bei 325 Euro. Sobald sie halt mehr als die 325 Euro bekommt muss sie Abgaben zahlen. Ist halt normal.

Habe mal einen Link rausgesucht, wo das auch noch mal nachzulesen ist:
http://www.ikk.de/ikk/generator/ikk/fuer-arbeitgeber/sozialversicherung-im-betrieb/4246,i=l.html#2
Ganz runter scrollen.

Und auch hier nachzulesen:
http://www01.wdr.de/tv/markt/service/berichte/20050415_1.phtml
Rechts auf Auszubildende klicken.

Beitrag von tatyjana 21.08.07 - 12:29 Uhr

Hi-

in der Ausbildung werden noch keine Steuern abgezogen, nur die Sozialversicherung, und die %-Sätze stehen rechtlich fest, da ist egal, wieviel jemand verdient.

VLG
Tanaj, die gerade die Ausbildung hinter sich hat

Beitrag von heffi19 21.08.07 - 16:22 Uhr

Im Gegensatz zu mir hat sie damit noch Glück.
Ich verdiene brutto 480€ im 1. LJ als med. Fachangestelle, habe aber den Nachteil mit Steuerklasse 5 netto nur noch 280€ zu haben... Und davon muss ich auch meine Fahrtkosten zahlen, meine Berufsschule ist 70km entfernt... Da kann ich im Monat gerade noch meine Katzen füttern und bin heilfroh, dass ich meinen Mann habe.