Hilfe! Körperlich und seelisch am Ende :-(

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Beitrag von knochenmaid 21.08.07 - 06:57 Uhr

Hallo!

Eine furchtbare Nacht.
Bin wieder durchgedreht... Ich weiß echt nicht mehr weiter.

Bin in letzter Zeit sehr aggressiv und hab ne ziemlich niedrige Reizschwelle.
Die Arbeit laugt mich total aus: Ich seh mein Kind nur sehr wenig und es sind auch unheimlich viel Spannungen da. Wenn ich von Arbeit komme, bin ich meistens sowieso geladen... Beim geringsten Anlass geh ich hoch und schnauze meinen Mann an.
Wir sind nur noch am Streiten #heul

Jetzt kommt wieder die Frage: war es wirklich eine gute Idee zu heiraten?
Es hatten sich schon vor der Hochzeit heftige Spannungen gezeigt, aber ich vertraute auf das, was ich schon seit 5 jahren dachte: "der gehört zu mir, das ist der einzige Mann mit dem ich mein Leben verbringen möchte!"

Wir können uns gar nicht trennen - denn egal wer das Kind bekommt, der andere leidet Höllenqualen.

Mein Mann hat ständig Angst, dass ich Jonas was antue. Er ist noch immer viel zu sehr von der Wochenbettzeit geschockt. Da bestand tatsächlich Lebensgefahr für Jonas und mich.

Mein Psychologe ist im Urlaub... Aber der könnte auch nichts anderes machen, als mich einweisen #heul
Und dann??? Kann ich meine Ausbildung nicht weiter machen... 3 Jahre verplempert.
3 Jahre in diesem besch.. Betrieb!

Mein Mann ist auch total am Ende. Inzwischen weiß er auch nicht mehr weiter und heut früh fand ich einen Zettel. in dem er mit dem Selbstmord spielt...

HILFE!!!
Soll ich mich echt einweisen lassen???
In solchen Krankenhäusern wird man doch nur noch kranker! Ich war schon zweimal dort - einmal wegen einem Gutachten und einmal um meinen Bruder zu besuchen.

Kathrin

Beitrag von agathe26 21.08.07 - 07:10 Uhr

Hi Kathrin!

Also, ich weiß nicht, ob Du Dich selbst "einweisen" solltest, aber ich würde mir auf jeden Fall für den akuten Fall Hilfe holen. Ich bin zum sozialpsychatrischen Dienst unserer Stadt, die mir dann die Pistole auf die Brust gesetzt haben: entweder geh ich selbst oder die weisen mich tatsächlich ein. Und so habe ich ein halbes Jahr eine stationäre Therapie gemacht, die mir wohl das Leben gerettet hat. Deine Meinung
"In solchen Krankenhäusern wird man doch nur noch kranker!" kann ich keinesfalls teilen. Zumindest nicht, wenn man auf einer PsychoTHERAPIEstation ist. Du solltest bedenken (vor allem wenn Du schon Probleme während des Wochenbettes hattest), dass Du nicht mehr nur für Dich Verantwortung trägst. Es geht also gar nicht, dass in so einem Zustand, wie Du ihn beschreibst nichts passiert. Ich stand damals drei Wochen vor Abschluss meiner Ausbildung, die ich dann schleifen lassen musste. Hab offen mit den Leuten geredet, sodass ich hinterher nicht von vorne anfangen musste.
Was die Probleme mit Deinem Mann angeht: auch da würde ich was machen. Vielleicht gemeinsam zu einer Krisenintervention gehen (gibts eigentlich in jeder größeren Stadt) und Euch da beraten lassen. Und längerfristig kann ich eine Paarberatung empfehlen. Wir haben vor einigen Wochen angefangen, weil die neue Situation -mit Baby- doch schwieriger war als gedacht.

Das ist meine Meinung. Ob Du sie verstehen kannst oder nicht: denk an Dich UND an Dein Kind!


Alles Gute! Agathe

Beitrag von sakirafer 21.08.07 - 07:16 Uhr

Hallo Kathrin,

das, was du schreibst, hört sich ziemlich heftig an. Mach es bitte so, wie meine Vorrednerin geschrieben hat: für dich, dein Kind und deinen Mann. Euer Leben ist doch wichtiger, als die Ausbildung und wenn du eine stationäre Therapie machst, kannst du die Ausbildung doch fertig machen.

Wünsche euch alles Liebe und viel Kraft

Sara

Beitrag von julianstantchen 21.08.07 - 08:32 Uhr

Hallo Kathrin!

Kann es sein, dass du gar nicht stationäre Hilfe bräuchtest sondern schlichtweg mit Job und Kind überfordert bist???
Immerhin ist der Kleine in einem kritischen Alter und nicht jeder von uns ist so stark, Job und Kind zu schaffen?

Oder weiß ich etwas nicht, so dass ich es gar nicht beurteilen kann?

Für mich klingt es jedenfalls einfach nach Überforderung.

LG

Beitrag von knochenmaid 21.08.07 - 09:25 Uhr

Klar bin ich überfordert.
Aber nicht nur.

Bei mir ist seit Jahren eine Depression und Aggressionsstörung bekannt. Wurde bis zur Schwangerschaft auch behandelt - durfte die Therapie aber schwanger und stillend nicht weitermachen.
Ab oktober wollte ich wieder zum Therapeut gehen. Hab auch schon einen Termin.
Aber jetzt muss ich einfach ne Notbremse ziehen.

War grad beim Arzt und habe mir die Einweisung für die Klinik geben lassen.

Ich hab solche Angst davor!
Wieder eingesperrt. Wieder nur Kontrolle. Ich hasse es so!!
Aber es gibt wohl keine Alternative...

Kathrin

Beitrag von nityanandi 21.08.07 - 10:30 Uhr

gut gemacht!
bestimmt wird der aufenthalt nicht so schlimm, wie du es befürchtest. dir wird viel abgenommen, und du kannst dich auf dich und deine probleme konzentrieren, das ist klasse. du bist mit leidengenossen zusammen, und du hast fähige therapeuten und ärzte.
dir kann nichts passieren. du bist nicht allein.
es kann nur bergauf gehen.

ALLES GUTE!

Beitrag von shivana 21.08.07 - 10:38 Uhr

Atme mal durch. Weisst du was uns geholfen hat? Jeder hat mal einen freien Abend pro Woche wo er weggeht, Kino oder so. Das hilft ungemein um einfach mal rauszukommen. Vielelicht solltet ihr auch einen kleinen Urlaub machen, das hat mich und meinen Mann nach 6 Monaten endlich wieder naeher gebracht.

Hast du jemanden, dem du dein Kind mal fuer einen Abend anvertrauen kannst? Schnapp dir deinen Mann und redet! Ohne Vorwuerfe. Redet wie ihr euch fuehlt, was ihr fuer Sorgen habt. Das ist sooo wichtig.
Dann kannst du weitere Schritte planen. Vielleicht schaffst du es noch auszuhalten bis dein Psychologe wieder da ist, ansonsten such dir etwas anderes fuer die Zeit. Vielleicht hilft euch beiden auch eine Paartherapie, wenn ihr wirklich zusammenbleiben wollt. Ihr liebt euch, dein Mann schreibt nicht umsonst solche Sachen :-( Ein Kind ist eine extreme Umstellung, nehmt das hin, arbeitet trotzdem an euch. Es wird einfacher je aelter das Kind ist. Seit Hugo 4 Monate ist, haben wir auch endlich abends mal Zeit fuereinander. Ich drueck dir die Daumen. Alles Gute.

LG Juliane

Beitrag von achne 21.08.07 - 10:56 Uhr


Hallo Kathrin!

Dass die harte Zeit an eurer Beziehung nagt, ist völlig normal! Auch ohne all deine anderen Probleme (Job und Krankheit) ist so eine Babyzeit bei allem Schönen auch echt anstrengend für eine Beziehung. Dein Mann macht dir wahrscheinlich einfach klar, dass du von ihm nicht mehr viel Hilfe erwarten kannst, weil er - genau wie du - einfach am Ende seiner Kräfte ist.
Die Einweisung in eine Klinik sollte wirklich die letzte Lösung sein. Ich glaube, dass sich die psychischen und Beziehungsprobleme eher lösen, wenn die anderen Streß-Faktoren gemildert werden. Hast du nicht vielleicht Anrecht auf eine Haushaltshilfe, die von der Kasse bezahlt wird? Und bekämst du nicht vielleicht vom Arbeitgeber frei für eine Mutter-Kind-Kur? Die dauert nicht so lange und gibt dir mal die Möglichkeit zum Durchatmen! Außerdem kommst du deinem Kind wieder näher, was jetzt bei all dem Arbeitsstreß schwer ist. Und dein Mann hätte auch mal wieder etwas Anstand und Zeit für sich... Besprich das doch mal alles in einer Familienberatungsstelle. Die sehen deine Situation sicher noch einmal mit anderen Augen als dein Psychologe.

Alles Gute für dich!!!!

LG Petra

Beitrag von achne 21.08.07 - 10:58 Uhr

Upps! Meinte natürlich "Abstand" und nicht "Anstand". Sorry ;-)