Wie sag' ich's meinem Kinde???

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von clazwi 21.08.07 - 08:38 Uhr

Hallo zusammen,

bei uns sieht es ganz so auss, dass unser Hamster vermutlich den Arztbesuch heute nicht überleben wird:
er leidet offensichtlich an Krebs und ist nur noch ein Bild des Jammers und des Elends.
Unsere grosse Tochter wird das auf die Reihe bringen, da bin ich felsenfest überzeugt, aber wie vermittle ich die Situation unserer geistig behinderten Pflegetochter??? #schock

Ich habe mir jetzt mal gedacht, dass ich ihr heute im Laufe des Nachmittags sage, dass unser Hamster sehr krank ist und der Papa abends mit ihm zum Arzt fährt.
Ist es dann begreifbar, wenn wir ihr nach dem Arztbesuch sagen, dass der Hamster beim Arzt gestorben ist (was immer sie dann darunter versteht...)?
Meine Bedenken:
sie assoziiert in Zukunft Arzt mit sterben, also: "Wenn man zum Arzt geht, stirbt man...".

Sie versteht meines Empfindens nach am besten "in" der Situation. Wenn ich ihr vorher lang und breit erkläre, dass der Hamster beim Arzt "tot gemacht" werden könnte, löste das vermutlich bei ihr ein völliges und unverständliches Chaos aus.
Das Wort "einschläfern" will ich auch nicht benutzen, weil sie das mit "schlafen" in Verbindung bringen könnte (wenn ich schlafe, komme ich nicht mehr zurück...).

Puh, ist das schwierig.

Was noch übrig bleibt ist: der Käfig und der Hamster sind auf einmal "weg" - aber das könnte sie am meisten verunsichern.
(Wir wollen keinen neuen Hamster - erst war unser Hamster da, dann kamen unsere Katzen und die liebe "Käfig-TV", was für uns immer echter Stress war, weil wir den Hamster nicht gerade als Mahlzeit servieren wollten....)

War jemand von Euch schon mal in so einer Situation???

Beitrag von kati543 21.08.07 - 09:15 Uhr

Wenn es mit Ehrlichkeit nicht geht - wie wäre es dann mit einer Notlüge? Ich weiß ja nicht wie geistig behindert deine Pflegetochter ist und wie alt.
Wenn Menschen sterben, sagt man das kleinen Kindern ja auch nicht soooo direkt.

Beitrag von sany83 21.08.07 - 11:19 Uhr

Hallo

Das ist sehr schade mit euren Hamster....
Aber vieleicht sagst du Ihr das der Hamster bei dem Arzt ein neues zuhause gefunden hat,weil er eine kleine Familie gefunden hat und damit er nicht immer so alleine ist wollte er dort bleiben.Und das der Hamster auch Krank sei also vieleicht Bauchweh hat und deshalb es gut ist wenn der Arzt dort immer nach ihm sehen kann.Und außerdem sei es doch viel besser für ihn das er jetzt Freunde gefunden hat.Aber Sie soll nicht traurig sein er denkt immer an Sie,und besuchen darf man uhn nicht weil dort nur Hamster sein dürfen....


Weil die Wahrheit wäre vieleicht nicht so gut,denn selbst mein Sohn 6 ist Gesund und als die Oma gestorben ist stellte er auch so beängstigte Fragen und ich sagte Ihm das jeder irgendwann mal gehen würde...Nachts wachte er dann weinend auf und schrie Mama ich will aber nicht das du irgendwan sterben tust.Da fragte ich mich auch ob es so gut war ihn aufzuklären,aber kann ihn doch nicht so unaufgeklärt lassen und immer die heile welt vor spielen.Aus verzweiflung sagte ich dann das oma elli jetzt ein vogel sei dalacht er sich heute noch darüber kaput.Das ist mir lieber er verarbeitet das so wie mit dieser Wahrheit nicht umgehen zukönnen.Er weiß nun sie ist für immer weg Sie kann ihn zwar sehen aber er Sie halt nicht mehr...


Kannst ja mal schreiben wie du es ihr gesagt hast..

Beitrag von mom44 21.08.07 - 12:03 Uhr

Hallo,

ich war noch nicht in dieser Situation, und es tut mir leid für euch... Vielleicht erklärst du ihr, dass dein Mann mit dem Hamster zum Arzt gefahren ist, damit er Medizin bekommt, damit er keine Schmerzen mehr hat - und wenn dein Mann ohne Hamster heimkommt (oder mit dem toten - vielleicht soll er ja beerdingt werden?), dann erklärst du, dass der Hamster jetzt in den Hamsterhimmel gegangen ist und ihr von dort beim Spielen zuschaut - und jetzt eben keine Schmerzen mehr hat?

Das wäre so meine Idee, wie es vielleicht nicht zu sehr verängstigt...

Dann alles Gute und liebe Grüße
Diana

Beitrag von gaeltarra 21.08.07 - 12:27 Uhr

Hi,

hm, blöde Situation. Wenn du sagst der Hamster ist tot, bringt sie das garantiert mit Arzt in Verbindung. Sagst du, der Hamster bleibt beim TA, will sie ihn evtl. dort besuchen...

Mir fällt nur ein zu sagen, dass der Hamsterdoktor gesagt hat, dass der Hamster frei laufen muss, weil er im Käfig krank geworden ist und du ihr erklärst, dass der Hamster auf freiem Feld oder im Wald zu einer Hamsterfamilie "freigelassen" wurde und jetzt dort lebt.

Viel Glück!!

LG
Gael

Beitrag von fibi7 21.08.07 - 20:09 Uhr

Hey gael!
finde ich gut: einfach, schlüssig, verständlich....
Ich glaub so würde ich das auch machen ....
Alex

Beitrag von elofant 21.08.07 - 21:04 Uhr

Wir haben das grad mit unserem Wellensittich durch. Unser Sohn (4) war leider live dabei, als dieser abstürzte u. auf dem Schreibtisch seine letzten Atemzüge machte. Naja, was sagt man da? KEINE AHNUNG - mein kam dann auf die Idee, dass er nun bei seinen Vogelfreunden ist...
Aber am nächsten Tag kam der Kommentar (von unserem Kind!) "Hansi ist gestorben" #schock
Zum Glück war die Oma dieser Tage mit meinem Sohn im Tierpark. Da haben die ganz viele Wellensittiche gesehen, unter anderem auch so einen, wie wir hatten. Das erzählte mir am Abend mein Knirps - nun ist er recht happy, dass er seinen Hansi im Tierpark bei seinen Freunden gesehen hat.
Und wir sind happy, dass wir nicht alle Stunde drüber reden müssen... #schwitz Ist traurig genug.
Vielleicht kannst Du mit Deinem kleinen Schatz mal in den Tierpark gehen o. in die Zoohandlung. Dann lebt Euer Hamster eben auch bei seinen Freunden...

Ich wünsche Dir viel Kraft! Alles Gute.

Beitrag von verena_13 21.08.07 - 21:57 Uhr

Hallo!

Wir hatten als Kinder ein Meerschweinchen und irgendwann haben unsere Eltern gesagt es würde jetzt bei jemand anderem wohnen. Das habe ich nie begriffen, warum es nicht mehr zu uns kam. Erst Jahre später bin ich draufgekommen, dass es wohl gestorben ist und ich fand es doof, dass unsere Eltern uns das nicht gesagt haben. Ich habe mich lange gefragt, was wohl aus unserem Meerschweinchen geworden ist.
Ich würde meinem Kind keine Geschichten erzählen. Ich würde ihm erklären, dass dem Hamster schon alles weh tut und er nie wieder gesund werden wird und dass er wohl bald sterben wird. Dass er aber im Hamsterhimmel weiterlebt und wenn er stirbt, dann wird er im Hamsterhimmel wiedergeboren und sieht dann seine Mama und seine Geschwister wieder, die er die ganze Zeit sehr vermisst hat. Irgendsowas würde ich erzählen.
Mich hatte es beruhigt, als ich als Kind abends mal nicht einschalfen konnte und vor dem Sterben Angst hatte und meine Mutter mir vom Himmel erzählt hat. Das hatte mich damals sehr gut beruhigt.

Naja, alles Gute
Verena

Beitrag von elofant 23.08.07 - 20:32 Uhr

Und Du meinst, dass mit dem Hamsterhimmel ist ehrlich?? #kratz

Beitrag von verena_13 24.08.07 - 23:17 Uhr

Naja, gut, ist auch eine Geschichte, aber manche Menschen glauben an den Himmel..;-) ich fands damals schön, als meine Mama mir das erzählt hat, als ich Angst vor dem Sterben hatte. Und irgendwo geht unsere Seele ja auch hin nach dem Tod (wahrscheinlich, vielleicht..)
Deine Geschichte mit dem Wellensittich fand ich aber auch gut.

Beitrag von janna07 22.08.07 - 09:42 Uhr

Erzähl ihr doch die Geschichte von der Regenbogenbrücke:

Die Regenbogenbrücke

Eine Brücke verbindet Himmel und Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie “Brücke des Regenbogens”.
Auf dieser Seite des Regenbogens liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem, grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf Erden für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem schönen Ort. Dort gibt es immer zu fressen, zu trinken und es ist warm - es ist schönes Frühlingswetter.
Die alten und kranken Tiere sind hier wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen. Es gibt nur eins, was sie vermissen:
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf Erden so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines innehält und aufsieht:
die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf und die Augen werden ganz groß!!!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt förmlich über die grüne Wiese. Die Pfoten tragen es schneller und immer schneller. Es hat Dich gesehen!!!
Und wenn Du und Dein spezieller Freund einander treffen, nimmst Du ihn in Deine Arme und hälst ihn fest.
Dein Gesicht wird wieder und wieder geküsst , und Du schaust in die Augen Deines geliebten Tieres, das solange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.
Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, um nie wieder getrennt zu sein.