Schwierigkeit der Abgrenzung!

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von john_doe 21.08.07 - 12:19 Uhr

Hallo!

Seit mein GroßVater gestorben ist, hängt sich meine GroßMutter nun inmens an mich. Sie hat ausser mir niemanden mehr an Verwandschaft. Neulich bat sie mich sogar eine Verabredung mit einer Frau, die ich gelegentlich treffe, abzusagen, um mit ihr des abends fern zu sehen.
Als ich aber sagte, dass ich dies unter keinen Umständen täte, war sie sehr ungehalten und äusserte sich abfällig und ungerecht über diese Beziehung.

Ich weiß, sie und ihr Mann haben wirklich viel für mich getan und auf einiges verzichtet, was sie sich ohne mich hätten durchaus leisten können, aber dafür kann ich doch jetzt nicht den Rest ihres Lebens parat stehen, wenn ihr danach ist.
Wie schaffe ich es ihr, ohne große Verletzungen, beizubringen, dass ich mein eigenes Leben leben möchte und sie lediglich ein Teil davon und nicht der Gesamtinhalt ist?
Es ist sehr schwierig, mich abzugrenzen, aber seit mein GroßVater nicht mehr lebt ( er war pflegebedürftig und konnte letztendlich nicht mehr allein gelassen werden ) könnte sie das Leben noch für sich entdecken und mal Reisen unternehmen etc. oder sich , wie sie all die Jahre wollte, wieder mehr ihrer Gemeinde und Kirche widmen. Aber sie würde es am liebsten haben, wenn ich bei ihr einziehe. Doch das will ich nicht. Ich bin ihr dankbar, keine Frage, aber Dankbarkeit müsste doch auch Grenzen haben, oder?

Wisst ihr einen Rat?

Lieben Gruß, Lukas

Beitrag von sapf 21.08.07 - 13:52 Uhr

Hallo Lukas!

Das ist echt schwer, vorallem, weil das Verhalten Deiner Oma ja echt nachzuvollziehen ist - sie ist jetzt alleine und ihr ganzer Bezug, ihr Mann, ist nimmer.


Wenn Du weißt, daß sie zum Beispiel gerne mal verreisen möchte oder sich dies und jenes angucken will, buche doch mal einen Ausflug für sie!

Wenn Du zum Beispiel eine tolle Tages-/ Städtereise für sie auftreiben kannst, die sie dann auch noch total begeistert hat, kann ich mir gut vorstellen, daß sie auf den Geschmack kommt!!

Ihr irgendwie direkt zu sagen, ich will Abstand! Daher würde ich versuchen, sie "hintenrum" für Aktivitäten zu begeistern!

Vllt. ist ja in der Kirchgemeinschaft bald irgendein Fest, wo sie eingebunden werden kann? Vorbereitungen für Erntedank?



LG, Sandra

Beitrag von john_doe 29.08.07 - 13:26 Uhr

Besser spät als nie, vielen Dank Sandra!






LG Lukas

Beitrag von mili21 21.08.07 - 14:58 Uhr

Hallo Lukas,
erstmal herzliches Beileid, der Tod Deines Großvaters ist ja nun noch nicht lange her…deswegen kann ich schon verstehen, dass sich Deine Oma nicht gleich in Aktivitäten stürzt, das braucht Zeit und man muß es erst wieder lernen, gerade wenn sie deinen Großvater lange pflegen mußte. Wie wäre es denn, wenn Du ihr vorschlägst, sie an bestimmten Tagen zu besuchen? Einmal in der Woche mit ihr Einkaufen und vielleicht anschließend etwas Essen zu gehen? Wenn sie erstmal wieder Lust und Kraft hat, andere Leute zu treffen, ändert sich die Situation doch bestimmt wieder. Aber Du hast völlig recht, du kannst dein Leben nicht an Ihr orientieren, sie hat Dich ja schließlich großgezogen, damit Du Deinen eigenen Weg gehst. Sei verständnisvoll, denk Dir vielleicht ein paar Aktivitäten aus, die sie mit ihren Bekannten zusammenbringt. Oder sprich doch mal ein paar ältere Damen aus der Gemeinde an, ob sie sie nicht einfach überrumpeln und einspannen können.
Schwierige Situation, aber Du meisterst das schon, aus Deinen Beiträgen weiß ich, das Du sehr einfühlsam sein kannst.
Alles Gute!
Mili

Beitrag von john_doe 29.08.07 - 13:28 Uhr

Hallo Mili,

wenn auch spät, vielen Dank.

LG

Lukas