Maunzel *27.06.1986 +20.08.2007

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von pinklady666 21.08.07 - 12:21 Uhr

Gestern war es leider sowei. Unsere geliebte Katze Maunzel musste uns nach 21 langen und sehr schönen Jahren verlassen.
Sie ist um kurz vor sechs Uhr friedlich in den Armen von mir und meiner Mutter eingeschlafen.
Ich weiß, dass es das beste für sie war, aber trotzdem mache ich mir große Vorwürfe, denn sie ist nicht natürlich gestorben, wir haben sie einschläfern lassen. Vor gut einem Monat hat der Tierarzt die Diagnose Lungentumor gestellt. Auf dem Röntgenbild war ein Tumor, so groß wie ein zwei Euro Stück zu sehen, der aller warscheinlichkeit nach schon in alle anderen Organe gestreut hatte. Trotzdem haben meine Mutter und ich uns gegen das Einschläfern zu diesem Zeitpunkt entschieden. Es ging ihr noch gut, sie zeigte keine Schmerzen (ich sage bewusst nicht dass sie keine hatte denn das kann weder ich noch sonstwer beurteilen). Wir wollten es ihr noch so schön wie möglich machen.
Letztes Wochenende gings dann los. Meine Mutter erzählte mir dass sie Blut gebrochen hätte. Sie pfeifte auch so komisch beim Atmen und hustete. Ich vermute dass sie da sehr starke Schmerzen hatte.
Gestern wollten und konnten wir uns das ganze nicht mehr ansehen (im nachhinein sehr egoistisch von uns).
Also sind wir nachmittags zum Tierarzt gefahren. Sie bekam einen Zugang gelegt und wir durften uns nochmals einige Minuten alleine von ihr verabschieden. Dann kam die Ärztin und hat ihr die zwei Spritzen gegeben. Nach der ersten hätte sie sich eigentlich hinlegen sollen, aber sie wehrte sich gegen das Nakosemittel. Das hat sie noch nie gemacht, jedenfalls nicht so stark (ich war immer dabei wenn sie in Nakose gelget wurde). Spätestens da hätte ich abbrechen sollen. Ich weiß, dass sie noch nicht gehen wollte. Sie hat es uns deutlich gezeigt. Trotzdem haben wir es zugelassen. Irgendwie war alles plötzlich so leicht. Sie lag da, bewegte sich nicht mehr. Alles war so unwirklich. Auch bei der Beisetzung abends in unserem Garten.
Als ich aber heute Morgen aufgestanden bin traf es mich wie ein Hammerschlag. ICH habe meine Katze umbringen lassen.
Sie war mir 21 Jahre lang immer treu gewesen. Sie war immer für mich da gewesen wenn meine Mutter mir mal wieder gezeigt hat, dass ich für sie ein Stück Dreck bin (wir haben kein gutes Verhälltnis). Sie hat mich immer so geliebt, wie ich bin. Wenn ich sie nicht gehabt hätte, ich weiß nicht was aus mir geworden wäre. Und ICH spiele Gott und lasse ihr nicht ihre eigene Entscheidung zu leben oder zu sterben.

Ich weiß, im vergleich zu manch anderen Schicksalen hier ist mein schlechtes Gewissen lächerlich (bekam ich gestern schon beim Tierarzt gesagt), aber ich habe ständig das Bild meiner im Todeskampf liegenden Katze vor Augen.
Ich liebe und vermisse sie so.
Auf der anderen Seite weiß ich irgendwo tief in mir drin, dass es so das beste war. Ich hätte größere Schuld tragen müssen, wenn ich sie dem grausamen Tod durch Ersticken überlassen hätte. Und genau das hätte ihr in den nächsten Tagen bevor gestanden.

MAUNZEL, DU WIRST IMMER IN MEINEM HERZEN UND IN MEINEN GEDANKEN SEIN! ICH LIEBE DICH!

Beitrag von iceheart 21.08.07 - 12:47 Uhr

Hallo,
ich denke Du hast das Richtige getan. Schließlich hat deine katze schon gelitten und wer weiß was sie über Nacht noch hätte für Schmerzen gehabt?
Im nachhinein macht man sich immer Vorwürfe, aber so eine Entscheidung ist schwer zu treffen.
Du liebst sie und das weiß sie ganz bestimmt! Jetzt hat sie es besser!

Beitrag von merline 21.08.07 - 13:55 Uhr

Ich fühle mit dir - ich musste mit meinem geliebten Kater vor 2 Jahren (er war fast 15) den gleichen Weg gehen - aber es war die richtige Entscheidung. Bevor so etwas passiert, glaubt man ja gar nicht, wie sehr so ein Tier ein Menschenleben prägen kann.

Du hast deine Katze nicht umgebracht, du hast verantwortungsvoll gehandelt.

Ich vermisse meinen Merlin auch immer noch sehr, er war in den schlimmsten Phasen meines Lebens bei mir.

Nun sitzt er zusammen mit meinem Papa auf einer Wolke und passt immer noch auf mich auf. Sein Name war Programm, er hatte wahrlich Zauberkräfte und manchmal fühle ich, dass er heute noch zaubert, wenn ich ihn darum bitte................#heul

LG Merline

Beitrag von amanno 21.08.07 - 17:26 Uhr

Hallo,

ich habe gerade das selbe durch, allerdings mit meinem ersten eigenen Hund. Ich hab sie damals mit 17 bekommen, sie hat mir zwei tolle Würfe geschenkt, zwei Ihrer Kinder habe ich behalten.

Leider musste ich sie am 25.5.07 von ihrem Leid erlösen. Sie hatte Wasser in der Lunge, einen altersbedingten Herzfehler und ganz schlechte Leber und Schilddrüsenwerte.

Die erste Woche nach ihrem Tod habe ich mir echt die Augen aus dem Kopf geheult und heule auch jetzt gerade wieder, da sie mir so unendlich fehlt. #heul

Es war besser so, dass ich sie von ihren Qualen erlöst habe! Wir können doch froh sein, bei unseren geliebten Fellnasen Sterbehilfe leisten zu können. Wie viele Alte und sterbenskranke Menschen können einfach nicht von alleine sterben und müssen somit ewig lange leiden. Mach Dir keine Vorwürfe, es war das Beste was Du für Deine Katze tun konntest und Du warst bei ihr, bis zum Schluss.

Eine Kerze für Deine #kerze und meine Nori #kerze

Wenn Du magst, kannst Du mich auch gern über VK anschreiben.

#liebdrueck Amanno

Beitrag von mullifinne 22.08.07 - 08:10 Uhr

Och mensch laß Dich erstmal ganz doll #liebdrueck

Mach Dir bitte keine Vorwürfe !!!!!!!!!!!!!!

21 Jahre ist ein stolzes Alter !!!!

Ich mußte im Mai meinen Kater Sammy mit 13 Jahren einschläfern lassen#heul

Und nur 8 Monate später meinen Kater Jacky mit 12 Jahren#heul

Ich weiß genau wie Du Dich fühlst:-(

Mein Sammy hatte Nierenversagen und mein Jacky einen Tumor an der Leber:-(

Ich wünsche Dir alles liebe#klee

Und #kerze #kerze #kerze für unsere Lieblinge #stern

Lg
Daniela

Beitrag von jakjak 22.08.07 - 09:55 Uhr

Laß´Dich mal #liebdrueck

Du hast das Richtige getan, auch wenn´s schwer war.

Vor 2 Monaten habe ich vor der gleichen Entscheidung gestanden. Meine Katze Trixi war 11 Jahre alt und hatte eine Herzmuskelerkrankung. Als sie kaum noch laufen konnte, haben wir sie einschläfern lassen. Glaube mir, diese Entscheidung zu treffen, den Tag auszusuchen, an dem sie sterben MUSS, ist mir nicht leicht gefallen. Es war schlimm, ich habe viel geweint. Aber nach ein paar Tagen war ich richtig erleichtert, es "geschafft" zu haben. Ich weiß, ich habe sie erlöst...

Und laß´Dir nicht einreden, Deine Trauer sei lächerlich. Wenn man über eine so lange Zeit mit einem Tier zusammen gelebt hat, ist der Verlust nur schwer zu verkraften. Das ein Tierarzt das vielleicht nicht so sieht, kann ich mir vorstellen. Er wird fast täglich mit dem Tod eines Tieres konfrontiert. Außerdem war es ja nicht seine Katze.....

Ich wünsche Dir alles Gute!

Eine #kerze für meine Katze Trixi
Eine #kerze für meinen Kater Timmi (er wurde wg. der gleichen
Krankheit vor 5 Jahren eingeschläfert)
Eine #kerze für Deine Maunzel


LG

JAK #sonne

Beitrag von pinklady666 22.08.07 - 13:39 Uhr

Vielen Dank für eure lieben Worte.
Ich hoffe, dass ich bald an meine Maunzel denken kann ohne dabei zu weinen.
Ich sehne mich nach ihr, es tut so weh, aber ich versuche nun immer an die schönen Augenblicke zu denken.

Sobald es aufgehört hat zu regnen werde ich mal zu ihrem Grab gehen und es ein bißchen schön Gestalten. So wird sie dann auch nie in Vergessenheit geraten.

Nur gut dass meine Tochter noch zu klein ist um das alles zu verstehen. Ich glaube sie wird sich schon bald nicht mehr an unsere Katze erinnern (zur Zeit sucht sie unsere Maunzel immer. Es sieht aus als wartete sie darauf, dass Maunzel zu ihr kommt, wenn sie auf der Couch oder auf der Krabbeldecke leigt, denn das hat sie immer so gemacht), und das ist auch gut so. Ich werde ihr später die Bilder und Videos von ihr und Maunz zeigen und ihr auch viel von ihr erzählen wenn sie das möchte.

Euch ein ganz liebes Dankeschön, das von Herzen kommt.
Und ganz viele #kerze -en für eure Lieblinge und meine Maunzel. Auf dass es ihnen jetzt besser geht.