Unterhalt wenn der Kindsvater stirbt?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von dodo0405 21.08.07 - 13:44 Uhr

Voran gestellt: Dies ist eine fiktive Frage meinerseits, die sich mir aufgrund der Problematik einer Bekannten gestellt hat.

Also, der Sachverhalt:
Paar bekommt ein Kind, trennt sich noch während der Schwangerschaft. Mann heiratet eine andere Frau.

Mann erkennt das Kind offiziell als sein Kind an.
Unterhalt überweist er der Frau regelmäßig auf ihr Konto, auf den Betrag haben sich die beiden - angelehnt an die Düsseldorfer Tabelle - selbst geeinigt. "Offizielle" Dokumente gibt es (abgesehen von den Kontoauszügen) keine.

Nun hat der Mann Knochenkrebs bekommen. Natürlich muss man nicht gleich annehmen, das er stirbt.
Aber was ist, wenn doch?

ICH behaupte, die Frau bekommt dann keinerlei Unterhalt mehr, weil der Mann ja tot ist.

Mein Freund behauptet, die Frau bekommt den Unterhalt dann von der jetzigen Frau des Mannes (#kratz)

Meine Freundin sagt, die Frau würde Unterhalt vom Jugendamt bekommen, aber nur für den Fall, wenn sie die Unterhaltszahlungen vorher offiziell übers Jugendamt hätte laufen lassen (also es einen vollstreckbaren "Titel" gegeben hätte)

Wer hat denn nun Recht?

#danke

Beitrag von jamey 21.08.07 - 13:53 Uhr

das kind erhält halbwaisenrente. die muss beantragt werden.klar. sollte der rentenbetrag niedriger sein, als der, den das JA im Rahmen des UVG zahlt, dann stockt das JA die Rente für maximal 72monate auf den mindestbetrag auf.

Beitrag von gremeschnittchen 21.08.07 - 13:55 Uhr

Oje das ist ja schrecklich !!!

Also so viel ich weiß bekommt das Kind halbweisenrente ! Hat mein Ex für seinen Sohn auch bekommen , weil die Mutter gestorben ist ! Ob es zusätzlich noch von Irgendwo Unterhalt gibt weiß ich nicht ! Aber ich drücke die Daumen das es dazu hoffentlich nicht kommen wird !

Ganz Liebe Grüße
Sonja mit Jannik und 12+5 #baby

Beitrag von muemelkronster 21.08.07 - 14:04 Uhr

I. Allg. greift die Rentversicherung und zahlt Halbwaisenrente aus.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_11954/SharedDocs/de/Navigation/Rente/Leistungen/Tod/tod__Waisen__node.html__nnn=true

muemel

Beitrag von muemelkronster 21.08.07 - 14:06 Uhr

PS: Somit hat keiner von beiden Recht. ;-)

Beitrag von amely_09 21.08.07 - 14:16 Uhr

außerdem ist das kind erbberechtigt! oder gibt es da bei unehelichen kindern ausnahmen?

(normalerweise erbt doch der überlebende ehegatte 1/2, und das kind/die kinder 1/2, solange man nicht z.b. einen ehevertrag aufgesetzt hat - aber würde der auch für uneheliche kinder greifen?)

(beispiel: sollte einer meiner eltern sterben, dann erbt der überlebende teil zunächst alles alleine - erst bei dessen tod steht den kindern ihr erbe zu. haben sie aber glaube ich vertraglich so festgelegt. hätte mein vater jetzt aber noch ein uneheliches kind, fände ich das sehr ungerecht für das kind....?!)

Beitrag von juliafranziska 21.08.07 - 14:49 Uhr

Hallo,

uneheliche Kinder sind ehelichen Kindern beim Erbe gleich gestellt (egal ob es vorher ein sogenanntes Berliner Testament, wie bei Deinen Eltern, gab)!

In diesem Sinne,
juliafranziska

Beitrag von amely_09 21.08.07 - 15:45 Uhr

Danke! :-)

Beitrag von der_eisbaer 22.08.07 - 12:51 Uhr

normalerweise erbt doch der überlebende ehegatte 1/2, und das kind/die kinder 1/2,



Der überlebende Ehegatte 1/2 und die andere Hälfte teilen sich der Ehegatte und die Kinder.

bleiben z.B. 3 kinder

so bekommt der Ehegatte 5/8 und die 3 Kinder jeweils 1/8.

So gewesen bei meiner Ex, deren Mutter gestorben ist.

Knut

Beitrag von amely_09 22.08.07 - 15:50 Uhr

ja, richtig. aber: ehegatten können eben vertraglich festhalten, daß der überlebende teil zunächst alleinerbe ist.

haben meine eltern z.b. so gemacht. meine mutter meinte dazu: hätte mein vater außereheliche kinder, so wären diese ja dann auch erbberechtigt. klar. im falle dieses vertrages überträgt sich dieser erbanspruch dann auf den überlebenden ehegatten (zu dem ja eigentlich kein verwandschaftsverhältnis besteht....)
(sie meinte auch das zuständige amtsgericht würde nach dem ersten sterbefall alles genauestens notieren und für den späteren fall bereithalten...)

was ich allerdings nicht verstehe: theoretisch könnte der überlebende teil mit "seinem" erbe machen, was er/sie möchte. also z.b. häusel verkaufen und eine wohnung im betreuten seniorenstift kaufen - die ja im todesfall an die stiftung zurückfällt.

damit wäre ja für das außereheliche kind das erbe futsch?!?
auch nicht so prima, oder?

oder mißverstehe ich da was?

amely

Beitrag von manavgat 21.08.07 - 16:06 Uhr

Sie hat einen Anspruch auf "Witwenrente" wenn sie selbst in der gesetzlichen Rentenversicherung ist, weil sie ein minderjähriges Kind erzieht. Das Kind erhält Waisenrente wenn der KV in die gesetzliche oder eine berufsständische Versicherung eingezahlt hat.

Das Kind hat in jedem Fall auch einen Erbanspruch!

Das mit dem Unterhaltsanspruch gegen die gesetzlichen Erben habe ich auch mal gehört, weiß aber nicht wirklich Bescheid. Im Zweifel Anwalt fragen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von lollorosso71 22.08.07 - 21:45 Uhr

halbwaisenrente. als ich das letzte mal recherchierte, waren das 5% vom letzten nettolohn. was bei meinem KV, lass mal rechnen, 5% von 0 euro, schwierige rechnung.... hoffentlich lebt er noch mind. 20 jahre.

gruß, lollo