ES in der 10 SSW am 15.9.05 -wurde es beerdigt?

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von katinchen 21.08.07 - 15:54 Uhr

Hallo,

mein erstes Baby-Ei ist leider zu schnell gewachsen und im Eileiter stecken geblieben. Am 15. September 2005 wurde es in einer OP entfernt. Damals waren wir so geschockt, dass wir nicht nachgefragt haben, was mit dem Embryo passiert ist.
Ich habe es sehr vermisst, dass es einfach weg war und ich mich nicht verabschieden konnte. Ich habe ja auch keinen Ort dazu.
Es kommt immer mal wieder hoch und ich fühle mich irgendwie beraubt. Nach schweren Wochen des Wartens habe wir es wieder versucht und es hat sofort geklappt. Das Ergebnis lieben wir über alles.
Trotzdem fehlt mir da noch was.
Ich habe gelesen, dass auch Embryos unter 500 g in NRW in Sammelgrabstellen beerdigt werden.
Die OP war im Krankenhaus der Augustinerinnen (Severinsklösterchen) in Köln. Wo muß ich mich hin wenden? Ich möchte auch den OP Bericht haben - gibt es da Briefe als Vordrucke? Wie erfahre ich ob und wie und wann mein Kleines beerdigt wurde?
Ich danke euch für die Antworten.

LG
Tanja mit Baby im Herzen und Elisabeth Katharina 8 Monate 3 Wochen

Beitrag von trinchen87 21.08.07 - 16:45 Uhr

Hallo Tanja!
Es tut mir leid, dass du so etwas schrecklichjes auch durch machen musstest!
Also, den Op bericht bekommst du meistens vfom Krankenhaus, frag da einfach mal nach.
Ob dein Kind beerdigt wurde ist Krankenhaus abhänig, hier wo ich herkomme ist es jedenfalls so, das ein Krankenhaus es macht und das andere nicht, schrecklich aber war!
Meine kleine wurde beerdigt (www.lenastern.de) sie wog auch nur 360gramm, aber von vielen die ich kenne wurde das baby nicht beerdigt, weil sie in einem Krankenhaus waren die so was einfach nicht machen!
Meistens werden die Kinder anonym beerdigt. Eine mutter die ich kenne hat ein jahr lang nach ihrem Kind gesucht, mit erfolg!
Ich würde sagen, du fragst im Krankenhaus nach, da wo du warst, die können dir sicher auskunft geben, was mit deinem baby passiert ist!

Du sagtest du hast keinen ort an dem du hin gehen kannst, dann mach doch eine gedenkecke in deiner wohnung, häng ein kleines gedicht auf, stell kerzen hin, frische blumen und eine kleine figur, die etwa so groß war wie dein baby.

Liebe Grüße Kathrin mit #stern-chen Lena fest im Herzen

Beitrag von katinchen 21.08.07 - 17:13 Uhr

Vielen Dank für Deine Antwort,

sie hat mich zu Tränen gerührt.

Ich habe schon mal einen OP Bericht in dem KH angefordert. Ich habe es heute aber noch mal geschickt, da ich beim ersten keine Antwort bekam.

In meiner Wohnung habe ich so eine Ecke nicht. Ich stelle immer eine Kerze auf, wenn ich in der Kirche bin.

Was mich damals so verletzt hat, war der Umgang meiner damaligen FÄ und ihrer Sprechstundenhilfen mit mir. Auch im KH fragte keiner nach dem Embryo, sie waren alle dabei mein Leben zu retten. Vor dem OP habe ich damals der Anästhesistin gesagt, dass ich gleich mein Baby verlieren werde, obwohl sein Herz noch schlägt. Ich war zwar schon benebelt, aber schockert, dass sie keine Ahnung hatte. Es schien sie auch nicht zu interessieren. Danach wollte ich nur ganz schnell aus dem KH, weil ich mit eine 90jährigen Dame im Zimmer lag, die mir das Weinen verbot. Sie hatte keine Kinder.
Es gab keinen Seelsorger, der sich um mich gekümmert hätte. Nur die jüngeren KHschwestern und Schülerinen hatten Mitleid.

Ich habe erstmal den OP Bericht angefordert. Ich traue mich noch nicht nachzuforschen, was mit meinem Embryo geschah.

LG
Tanja

Beitrag von trinchen87 21.08.07 - 17:35 Uhr

Oh mein gott!
Es ist ja schon schlimm wenn man sein kind hergeben muss, aber wenn dann auch noch so behandelt wird! das ist echt übel!

ich wünsche dir viel Karft!

Liebe Grüße Kathrinmit #stern-chen Lena

Beitrag von wasnun 21.08.07 - 21:52 Uhr

Hallo Tanja
Lass dich ganz feste #liebdrueck!
Kann dir nur berichten was mit unseren 2 #stern-chen gemacht wurde ( 1.#stern Eileiterschwangerschaft 2. #stern Eierstockschwangerschaft)
Unsere beiden #stern-chen wurden in die Pathologie geschickt und dort untersucht.
Was danach gemacht wurde mit ihnen weiß ich leider auch nicht - will mir da auch nicht so viele Gedanken machen sonst dreh ich glaub ich durch.#heul#schmoll:-[#schock
lg Yvonne#schmoll

Beitrag von cornelia31 21.08.07 - 22:50 Uhr

Hallo Tanja,
ich habe mein erstes Kind in der 8. SSW fast gleichzeitig mit dir verloren. Ich habe auch immer überlegt, was mit dem Kind geschehen ist. Als im März meine Freundin ihr Kind in der 24. SSW verloren hat, ist alles mit Macht wieder über mich reingebrochen. Seit etwa 1,5 Jahren gibt es in Neuss ein Grabfeld für Früh- und Totgeborene. Ein Bestatter kümmert sich ehrenamtlich um die Beisetzung und hat extra kleine Pappsärge herstellen lassen. Die Eltern können eine Zeremonie feiern.
Theoretisch können auch sehr frühe Aborte dort beigesetzt werden. Üblicherweise werden die Embryonen aber vom Krankenhaus gesamelt beigesetzt. Vorher wurden die Kinder immer anonym mit anderen Verstorbenen beigestzt. Aber meine andere Freundin ist Gynäkologin- in einer anderen Stadt- und hat mir versichert, dass kein Kind einfach "entsorgt" wird. Auch nicht nach Untersuchung in der Pathologie.
Mir hat diese Information und die Teilnahme an der Zeremonie meiner Freunde geholfen. Seitdem ist die Trauer zu Bedauern geworden.
Ich hoffe, das hilft dir auch ein bisschen. Vielleicht gibt es bei euch auch ein ähnliches Grabfeld, zu dem du gehen kannst.
Ich wünsch dir alles Gute, #liebdrueck
Cornelia mit Martha (13 Monate), die ein Grund zur Freude ist