Was bekomme ich denn alles für Hilfen(ALG2)?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von sabse89 21.08.07 - 22:33 Uhr

Hallo ihr lieben,

ich hätte mal paar fragen aun euch.
Bekomme seit dem ic ss war ALG2 ist ja ganz ok soweit.

BA 15september ziehe ich mit meiner Tochter in eine eigene Wohnung bekomme diese auch bezahlt.

Hört sich alles so blöd an,als wäre ich ein schmarotzer,is aber net so...
Wohne in Baden württemberg.
Was gibt es denn für Unterstützungen ausser Kindergeld,Unterhaltsvorschuss und Elterngeld?

Gibt es eine Allein erziehenden mehrbedarf oder so was ind er art?

Bitte um eure ratschläge...bzw Tipps..

Beitrag von maeuschen06 22.08.07 - 08:17 Uhr

Hallo,

der Vater des Kindes ist für dich und das Kind unterhaltspflichtig. Also, zieh in ran.

Ansonsten, es gibt Kinderkrippen auch für kleine Kinder, dann kannst du zusätzlich noch arbeiten.

lg

Beitrag von leony1407 22.08.07 - 11:00 Uhr

Wenns so einfach wäre--Kinderkrippen gibt es nicht überall. bein uns zB gibt es zwei (die ganz neu sind!!!=) einen Platz zu bekommen dementsprechend schwer.

Wenn das Kind noch sehr klein ist würde ich auch noch nicht arbeiten gehen. Bis zu einem jahr würd ich warten.

Aber das muss ja jeder selbst wissen.

Beitrag von juliafranziska 22.08.07 - 11:31 Uhr

Hallo,

Du erhälst folgende Alg II-Leistungen:
- Miete + Heizung in angemessener Höhe
- Regelsatz für Dich 347,-
- Alleinerziehendenzuschlag 125,-
- Sozialgeld Kind 208,-

Darauf werden als Einkommen angerechnet:
Kindergeld und Unterhaltsvorschuß.

Dein Unterhaltsanspruch (ab Mutterschutz bis zum 3. Lebensjahr Kind) gegenüber dem Kindsvater ist auf die ARGE übergegangen - die holen sich von ihm jeden Cent zurück.

Außerdem solltest Du Dein Kind bei allen in Frage kommenden Krippen/Krabbelgruppen anmelden und auf die Warteliste setzen, damit Du bald wieder beruflich einsteigen kannst.

Als Alleinerziehende, ohne horreden Unterhaltszahlungen, kann man sich drei Jahre Elternzeit nicht wirklich leisten.
Und je länger Du draußen bist, um so schwerer wird der Wiedereinstieg.
Zum Mutter- und Hausfrauendasein für den Rest seines Lebens braucht man nun mal einen Partner, der das finanziert.

In diesem Sinne,
juliafranziska

Beitrag von leony1407 22.08.07 - 11:39 Uhr

***Als Alleinerziehende, ohne horreden Unterhaltszahlungen, kann man sich drei Jahre Elternzeit nicht wirklich leisten. ***

du meinst finanziell?

Frage: ist es wirklich im Sinne vom Mutter-Dasein Vollzeit in den ersten drei jahren wider arbeiten zu gehen?

weil: den soz. Aspekt mal abgesehen (je länger man draußen ist....). Aber Faktum habe ich genauso viel geld, wenn ich arbeiten gehe. (teilzeit).

Beitrag von juliafranziska 22.08.07 - 12:06 Uhr

Hallo,

ich meine vor allem finanziell.
Aber nicht nur ...

Vorneweg muss ich anmerken, dass ich jetzt keine Diskussion darüber führen möchte, was im Sinne vom Mutter-Dasein ist.
Da gibt es zu viele verschiedene Lebensmodelle, die alle ihre Berechtigung haben.

Dein Gehalt bei einem Teilzeit-Job mag finanziell dem Alg II Bezug entsprechen - das wäre z.B. bei mir nicht so. Selbst eine Teilzeitstelle würde mich finanziell um einiges besser stellen. Ich denke, dass es dabei nämlich sehr auf den Job ankommt und die berufliche Bildung/Voraussetzungen.

Außerdem möchte ich nicht, dass meine Tochter auf die Frage, was ich den tun würde, "Nichts" antworten muss.
Und die Gefahr, dass das passiert, wird immer größer, je länger man raus ist.
Ich gehöre zudem nicht zu den Frauen, die sich nur über das Mutter-Dasein identifizieren.

Der andere Aspekt ist, dass ich meine, dass es Kindern nur gut tut, wenn sie früh mit anderen Kindern zusammenkommen und u.a. ihre Sozialkompetenz gefördert wird.
Gerade bei sozialschwachen Kindern, bei denen eine Förderung von Haus aus nicht möglich ist (sei es finanziell, sei es aus persönlichen Defiziten) ist das zu befürworten.
Bei mir ist es eher der Aspekt, dass meine Kleine mit anderen Kindern zusammenkommt, da es Zuhause nur uns beide gibt - eine weitergehende Förderung geschieht durch mich und durch die Tatsache, dass ich mir diverse Freizeitaktivitäten leisten kann, wenn ich wieder arbeite.

Und so kommt eine frühzeitige Rückkehr ins Berufsleben allen zu Gute.

In diesem Sinne,
juliafranziska

Beitrag von leony1407 22.08.07 - 12:53 Uhr

naja, ich dachte eigentlich ich hätte einen "guten" Job. ich habe Abitur gemacht und Industriekauffrau gelernt.

ich bekomme 620 € ALG 2 +50€ UH vom vater (nur für mich)

wenn ich arbeiten gehe bekomme ich wahrscheinlich nicht mehr als 700€. (Teilzeit)

es komtm also aufs selbe raus. Leider. ich hoffe sehr, dass ich DANN nicht mehr ALG2 beziehen muss. das wird sich dann heruasstellen.

die anderen Aspekte, die du anmerkst mögen richtig sein (auch). Aber ich finde alleinerz. sind nunmal richtig "gekniffen", was die 3 jahre Elternzeit angeht. Die sind ja nunmal zum Staat so gedacht, dass man sich völlig dem Kind widmen kann, nicht?

Beitrag von juliafranziska 22.08.07 - 13:11 Uhr

Hallo,

ich habe nicht gesagt, dass Du keinen guten Job haben würdest - darüber würde ich mir nie ein Urteil erlauben.
Aber Jobs sind nun mal unterschiedlich dotiert.
Und eine Selbständigkeit oder eine Akademikerlaufbahn z.B. können rentabler sein, auch in Teilzeit.

Dass Alleinerziehende wegen der 3 jahre Elternzeit "richtig gekniffen" sind, sehe ich nicht ganz so.
Sicherlich stimmt es, dass Alleinerziehende nicht ganz so viel Lebensmodelle zur Verfügung haben, was das Mutter-Sein anbelangt, aber auch ganz viele Nicht-Alleinerziehende können die drei Jahre Elternzeit nicht voll nehmen, da sie zum Familieneinkommen beitragen müssen.

Und es steht ja jedem frei, volle drei Jahre Zuhause zu bleiben - man muss sich dann finanziell halt bescheiden. Egal ob alleinerziehend oder in einer Partnerschaft.
Es sei denn, man kann es sich leisten.

In diesem Sinne,
juliafranziska

Beitrag von leony1407 22.08.07 - 13:21 Uhr

Das mag richtig sein, ich heule auch nicht rum, ich möchte gar nicht 3 jahre zuhuase bleiben. mein Alltag ist (trotz Kind) sejr eintönig und nun ja: langweilig. ich freue mich schon aufs arbeiten, sehe aber auch, dass es schwerer wird als jetzt.

denn auf mich kommen mehr Kosten hinzu , bei dem gleichen Geld.(wegen auto zB), die ich nun noch nicht tragen muss.

Alleinerz. bleibt also nix anderes übrig, als arbeiten zu gehen. (ich zumindest möchte sobald aus Hartz4 raus wie möglich). aber du hast recht, es ist jedem gleich gestellt.

Beitrag von juliafranziska 22.08.07 - 13:31 Uhr

Hallo,

"Alleinerz. bleibt also nix anderes übrig, als arbeiten zu gehen."

>>> Ja, aber die 3 Jahre könnte ich auch Zuhause bleiben - müsste mich etwas bescheiden, aber es würde schon gehen.
Ich tue es aber vor allem deswegen nicht, da es nicht zu meinem Lebensmodell gehört und meinen Vorstellungen davon, wie ich mit meiner Tochter leben möchte.

Finanziell ginge es, wenn auch knapp - und deswegen kann ich dem Staat nicht den Vorwurf machen, dass er irgendwie "den Sinn meines Mutter-Daseins" torpediert.
Im Gegenteil, ich bin dankbar, dass ich über das Alg II die Möglichkeit dazu hätte (mit horrenden Unterhaltszahlungen wäre es vielleicht "netter") - ich möchte es nur nicht.

In diesem Sinne,
juliafranziska

Beitrag von talisker73 22.08.07 - 12:55 Uhr

' Aber Faktum habe ich genauso viel geld, wenn ich arbeiten gehe. (teilzeit)'

Ja, vielleicht hast Du dann genau so viel Geld, aber: Gehst Du Arbeiten, ist das Dein selbst verdientes Geld, bekommst du ALG II, ist es das Geld der Allgemeinheit für Härtefälle, Almosen, nicht dafür gedacht, dein ideales Mutterbild zu verwirklichen.


#kratz


Beitrag von leony1407 22.08.07 - 13:05 Uhr

***nicht dafür gedacht, dein ideales Mutterbild zu verwirklichen***
---ein bißchen persönlich von dir. mein ideales Muterbild kennst du nicht. das ist sicher ein anderes, als ALG 2 abhängig zu sein.


es war auch nur faktisch gemeint.

ich war schon mehrmals bei der aRge, hab gesagt ich will wieder arbeiten gehen. Die haben gesagt, ich brauche ein Auto, dann habe ich in 3 Monaten arbeit!

ich werde wieder arbeiten gehen, bald. Leonie ist jetzt 13 Monate. ich spare momentan noch für ein auto, wenn ich das habe, gehts los.

ich bin ziemlich fertig, dass ich weniger Geld habe, wenn ich arbeiten gehe . (wahrscheinlich, wenn die TM Kosten noch hinzu kommen).

ich würde gern Vollzeit arbeiten gehen und meine 1200-1400€ netto verdienen. Ohne vom Amt abhängig zu sein. Und du hast recht:

"mein ideales Mutterbild"ist es nicht, mein kind von 8.00 bis 16.00 nicht zu sehen. Da müssen dann halt Abstriche gemacht werden. Und zwar die, dass man mit sehr wenig zurechtkommen muss.

Beitrag von talisker73 22.08.07 - 14:21 Uhr

nun, es ist ja auch meine persönliche Meinung, nicht wahr?

Und mit ein wenig Eigeninitiative schaffst Du das schon mit dem Job, da bin ich sicher.

Viel Erfolg dabei!

Beitrag von mentira 22.08.07 - 21:24 Uhr

Auch wenn Du Recht hast:

der Staat überlässt es jedem selbst, ob er drei Jahre bei dem Kind bleibt oder nicht - denn ursprünglich wurde es offensichtlich befürwortet, dass die Mutter (oder Vater) drei Jahre höchstpersönlich für das Kind sorgt. Deswegen finde ich es nicht angebracht, Eltern zu kritisieren, die dieses Modell wählen.

Auch wenn ich es persönlich anders halte.

Mir ist auch bewusst, dass Mütter/Väter aus verschiedensten Gründen die kompletten drei Jahre zuhause bleiben - aber das zu bewerten steht weder Dir noch mir zu.

LG
J.

Beitrag von talisker73 22.08.07 - 21:42 Uhr

Richtig! Das kann wirklich jedr machen, wie er oder sie es will. Wenn es sich die Familie leisten kann, ist das wunderbar! Wenn es allerdings auf Kosten der Allgemeinheit geht find ich das nicht OK. Und das zu bewerten teht mir als Steuerzahler und Entrichter von Sozialabgaben schon zu, es ist ja schliesslich mein Geld, was da rein geht... und wer ein wenig Eigeninitiative zeigt, findet nen Weg, sich aus der Arbeitslosigkeit zu befreien statt zu fragen 'Was bekomme ich denn alles für Hilfen(ALG2)?' Wie wär's mit Hilfe zur Selbsthilfe?
Meine Meinung, miene Bewertung.
:-)

Beitrag von mentira 22.08.07 - 22:10 Uhr

ich meine ja gerade die Kandidaten, die es sich nicht "leisten" können.

Ich möchte keine Diskussion darüber entfachen, was angebracht ist und was nicht. Ich möchte nur darauf verweisen, dass der Staat Menschen unterstützt, die drei Jahre zuhause bleiben wollen. Daher weiss ich nicht, warum immer wieder Eltern angegriffen werden, die das "Angebot" annehmen - und das völlig legitim.