Mußte mich gestern sooo aufregen...

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von skywalkerin 22.08.07 - 09:59 Uhr

Hallo zusammen,
auch auf die Gefahr hin,einigen evtl auf die Füße zu treten,muß ich jetzt mal was erzählen:
Meine Große(7 Jahre) war das ganze letzte Schuljahr in der OGATA(offene Ganztagsschule),also nach dem regulären Unterricht in der Betreuung,weil ich berufstätig bin(mein Mann auch).
Nun bin ich ja wegen dem Kleinen sowieso zuhause und habe sie deswegen auch dort abgemeldet.
Diese Betreuung hat mich 60 Euro ans Jugendamt gekostet und nochmal 50-60 Euro Essensgeld(alles monatlich).
Natürlich wurde den sozial schwachen(Hartz 4 Empfängern) die 60 Euro ans Jugendamt erspart.Mit dem Ergebnis,daß von den meisten Kindern die Mütter zuhause saßen,wärend ihre Kinder kostengünstig den ganzen Nachmittag betreut waren,und ich mir fast den Hintern aufgerissen habe,um alles zeitmäßig zu schaffen um dann trotzdem nicht wirklich mehr Geld zu haben als Leute,die gar nichts dafür tun(aber mir geht es darum,daß ich wenigstens was mache,auch wenn es unheimlich mies bezahlt ist).
Es kann ja keiner was dafür,der unverschuldet in Hartz 4 rutscht,aber es gibt genug,die sich darauf ausruhen.
OK,das war die Vorgeschichte.
Gestern beim Elternabend sagte die Lehrerin nebenbei,daß die sozial schwacheren auch kein Essensgeld mehr zahlen bräuchten!!!
Ich kenne welche,die beide arbeiten gehen und das Kind lieber bei Oma lassen,weil ihnen die OGATA zu teuer ist,obwohl das Kind dort gerne hinmöchte und andere machen den ganzen Tag nichts und bekommen noch bezahlt,daß die Kinder die Betreuungsplätze blockieren,die Berufstätige dringender bräuchten.
Das ist kein Angriff auf Leute,die unverschuldet hineingerutscht sind und arbeitswillig sind.
Aber von eben besagten Kindern weiß ich,daß einige Eltern von Beruf Arbeitslos sind und das auch noch gerne.
Irgendwie kann man es sich als Normalverdiener nicht mehr leisten,Kinder zu haben#schmoll.
OK,ich hoffe,ich habe meinen Stadpunkt erklärt,ohne daß sich jemand angegriffen fühlen dürfte#schein.

Beitrag von gluon 22.08.07 - 10:51 Uhr

Hallo,

Ich verstehe Deine Aufregung nicht. Ich finde es richtig, dass die ärmeren Kinder eine warme Mahlzeit bekommen und die Möglichkeit haben, am Nachmittag gut betreut zu werden. So haben diese Kinder wenigstens eine Chance es später besser zu machen als Ihre Eltern. Genauso muss es auch laufen, wenn alle Kinder annähernd die gleiche Bildungschance bekommen sollen. Kein Kind rutscht verschuldet in Hartz 4, und für Ihre Eltern können sie nichts.

Gruß
charon

Beitrag von skywalkerin 22.08.07 - 11:21 Uhr

Da magst du ja recht haben,aber dann sollten Alleinerziehende oder Geringverdienende auch einen geringeren Beitrag zahlen.

Beitrag von b.kissi 22.08.07 - 11:35 Uhr

Hallo,

Bei uns (NRW) richtet sich der Beitrag nach dem Einkommen. Geringverdienende haben geringere oder keine Beiträge.

Gruß Barbara

Beitrag von juniorette 22.08.07 - 13:41 Uhr

Hallo,

ich verstehe die Aufregung der Ausgangsposterin sehr wohl:
wofür brauchen Kinder von Leuten, die den ganzen Tag Zeit haben, eine Ganztagsbetreuung?!?!?!?

Das wäre ja genaus, als wenn eine Hausfrau/ein Hausmann ihr Kind ganztags "abschiebt".
Oder wie, wenn ein Kindermädchen, das von gut betuchten Eltern bezahlt wird, um auf deren Kinder aufzupassen, den ganzen Tag mit den Kindern auf dem Spielplatz ist, wobei das Kindermädchen die ganze Zeit ein Buch liest/mit anderen Leuten plaudert, während die Kinder mehr oder weniger unbeaufsichtigt sind.

Es kann nicht sein, daß ein Elternpaar, bei dem beide arbeiten, damit man sich ein paar schöne Sachen leisten kann, dafür zahlt, daß Kinder von Hartz4-Empfängern in einer Ganztagsschule kostenlos betreut/durchgefüttert werden.

J.

P.S.: natürlich tun mir die Kinder von Hartz4-Empfängern leid, aber auch wenn es denen an Geld mangelt, sollte es ihnen nicht an Zeit/Aufmerksamkeit der Eltern fehlen - und genau dies fehlt ihnen, wenn sie in eine Nachmittagsbetreuung abgeschoben werden.

Beitrag von tinaxx 22.08.07 - 13:55 Uhr

Hallo!

"wofür brauchen Kinder von Leuten, die den ganzen Tag Zeit haben, eine Ganztagsbetreuung?!?!?!?"

Als Hauptschullehrerin kann ich dir das sagen:
Weil diese Kinder in einer Ganztagsbetreuung genau die Unterstützung (bei Hausaufgaben, Vokabellernen...) und die Förderung (Sportangebote, Musik, sich kreativ betätigen...) bekommen, die sie brauchen, um nicht so zu enden wie ihre Eltern! Diese Kinder haben nur dann eine Chance, einen vernünftigen Schulabschluss zu erwerben, wenn sie die Nachmittage gerade NICHT zu Hause verbringen!

Das klingt hart und trifft auch sicher nicht auf alle Hartz4-Empfänger zu, aber es gibt Familien, bei denen du dir nicht vorstellen kannst, was dort abläuft!
Das Geld, was in eine vernünftige Betreuung dieser Kinder investiert wird, sparen wir später wieder ein...
Traurig, aber leider wahr.

Gruß,
Tina.

Beitrag von juniorette 22.08.07 - 14:13 Uhr

Hallo Tina!

"Weil diese Kinder in einer Ganztagsbetreuung genau die Unterstützung (bei Hausaufgaben, Vokabellernen...) und die Förderung (Sportangebote, Musik, sich kreativ betätigen...) bekommen, die sie brauchen, um nicht so zu enden wie ihre Eltern! "

Okay, das sehe ich ja ein. Aber ich kann nicht verstehen, daß eine redlich arbeitende Mutter (ich unterstelle mal, daß die Ausgangsposterin so eine ist), die arbeiten geht, weil das Gehalt des Vaters alleine etwas dürftig ist, dafür bestraft wird, daß sie versucht, ihrem Kind ein gutes Vorbild zu sein.

Es ist doch unfair, wenn jemand wie die Ausgangsposterin dafür arbeiten gehen muß, um ihrem Kind die Ganztangsbetreuung zu ermöglichen anstatt irgendwelche kleinere Luxussachen (Freizeitpark, kleiner Wochenendurlaub, ausnahmsweise mal ein teureres Spielzeug für das Kind etc.)

Außerdem bin ich der Meinung, daß all das Positive, was einem Kind aus einer sozial schwachen Familie in einer Ganztagsbetreuung vorgelebt wird, so oder so zu Hause von der Familie durch das schlechte Eltern-Vorbild wieder kaputt gemacht wird (Ausnahmen gibt es sicher, aber trotzdem).

LG,
J.

Beitrag von tinaxx 22.08.07 - 14:25 Uhr

Hallo!

Ich fände es auch besser, wenn die Ganztagsbetreuung grundsätzlich kostenlos wäre und alle für das Essen denselben Beitrag bezahlen würden. Vielleicht kommen wir ja irgendwann dahin...

Und dass eine gute Ganztagsbetreuung nicht ausreicht, um die Nachteile eines "schlechten" Elternhauses auszugleichen, ist auch klar. Aber es ist schon mal ein Anfang!

Ich gehe aber auch davon aus, dass die Ausgangsposterin nicht nur 120 Euro (den Beitrag für die Ganztagsbetreuung) verdient, sondern wesentlich mehr. Dann sind auch noch ein paar Extras drin...

LG, Tina.

Beitrag von keks9 22.08.07 - 15:39 Uhr

Es ist leider wirklich so !!!!!
Du wirst bestraft in unserem besch... Staat, dafür das du arbeiten gehst !!!

Arbeitslose bekommen eine TM kostenlos oder kostenreduziert.Für was ????? Warum und ich -wenn ich wieder arbeiten gehen möchte zahle ich weil ich mein kind schon morgens um halb 6 (spätestens!!!) abgeben muß weil meine Arbeit um punkt 6 beginnt über 500 euro !!!im Monat.

Toll nicht !!!!!
Da ist mein halber Lohn schon wieder wech !!!!
:-[
Und eine Bekannte Harz4 empfängerin die sich zu fein zum arbeiten ist zahlt NIX !!!!!!!:-[:-[:-[
Die bekommt es in den Po geschoben !!!!

Wortwörtlich kam nach anfrage ob sie denn jetzt mal wieder arbeiten geht wenn ihr sohn ja jetzt in der Schule ist * Sie hätte ein Angebot bei Reno aber der ist ihr zu weit weg*:-[#schock
Wiiiiieeee bitte ????? zu weit weg ???? Sind zur Stadt ca oder sogar nur 4 km..... mit dem Bus ist sie in 5 min dort !!!
Zu Fuß in ner halben Stunde !!!

Sie würde aber eine TM Gestellt bekommen !

Toll nicht

Ach ich lass es jetzt hier mal lieber da ich vom Thema abschweife !!!!!!!



Und tschüß !

Beitrag von chimara 22.08.07 - 15:52 Uhr

ja, das stimmt als berufstätige mutter wird mann noch bestraft und bekommt keinen hortplatz. die gleiche erfahrung mußte ich auch machen.

eine hartz4 empfängerin wurde der platz gewährt weil sie sich nicht in der lage fühlt das kind zu betreuen und mir wurde er gestrichen als mutter die 2 jobs in aussicht hatte.

super-echt toll unsere system!

Beitrag von bambolina 23.08.07 - 00:23 Uhr

...um nicht so zu enden wie ihre Eltern!

ok das sehe ich auch ein. Nur dass die Eltern das nicht interessiert, dass sie genauso enden wie sie, sondern weil sie ihre Kinder für nichts (geldmäßig) untergebracht haben.

Im Endeffekt ist es doch so, dass die meisten Kinder so werden, wie ihre Eltern, und es nur die wenigesten schaffen.

lg bambolina

Beitrag von karl.hsr 28.08.07 - 21:12 Uhr

Wir (und die meisten unserer Freunde) haben es ähnlich gehandhabt wie diese furchtbaren Sozialfälle.
Obwohl Ina nur vier Wochenstunden auf der Uni machte war Fred jeden Tag halbtags bei der Tagesmutter. Und das obwohl ich selbstständig bin und meine Zeit frei einteilen kann.
Freunde von uns haben sogar ihr einjähriges Kind zur Tagesmutter gegeben obwohl sie noch ein Baby hatten und die Mutter zuhause war....
Aus vielfältigen Gründen. Jeder macht wie er es für am Besten hält und wie es ALLEN am Besten geht. Weißt du wie es bei anderen Familien zuhause zugeht??
Karl

Beitrag von keks9 22.08.07 - 11:38 Uhr

ICH VERSTEHE DICH VOLL UND GANZ !!!!!

#pro#pro#pro#pro#pro#pro

Nur mehr schreibe ich nicht!!!!!!!

Bin deiner Meinung !!!!!!!


Keks#blume

Beitrag von marypoppins01 25.08.07 - 23:47 Uhr

Du bist der gleichen Meinung?
ich kann nicht verstehen, wie man so über Kinder denken und urteilen kann, die in ärmeren Verhältnissen leben.

Deutschland ist ein absolut neidisches Land, da kriegt man echt den Kotzreiz ( sorry)
Ich kann Leute nicht ab, die sich auf ihrem hohen Roß befinden, warum auch immer und auf manche Leute herabblicken.

Anstatt sich zu freuen, das es einem besser geht und man Gott sei dank Arbeit hat. muß man so einen Mumpitz faseln......naja.....


Lieben Gruß

Katja ......die auch für ihr Geld arbeiten geht....

Beitrag von mm1902 22.08.07 - 16:07 Uhr

Hallo!

Dieses Thema wird in unserer Familie auch gerade heiß diskutiert...!

Unsere 3 Jungs gehen alle in die Ganztagsschule und bekommen dort von Mo - Do ein Mittagessen (ohne Getränke).

Dafür bezahlen wir jeweils 40 Euro im Monat - also 120 Euro insgesamt. Die Differenz bzw. das Guthaben wird 1/2 jährlich abgerechnet. Pro Essen sind das 2,80 Euro, vor kurzem wurde der Betrag erst um 0,30 Euro erhöht, damit die 'ärmeren' Familien nur 1,00 Euro pro Essen bezahlen müssen.

Genauso verhält es sich mit dem Büchergeld.
Mein Mann ist Alleinverdiener (wir haben noch ein 4. Kind, das in den Kindergarten geht) und liegt über dem Satz für die Lehrmittelförderung - wir bekommen also keinen Cent für die Schulbücher dazu...!
Ab nächstem Jahr haben wir 4 Schulkinder...!

Ich schaue schon immer, dass ich so viele Bücher wie möglich gebraucht bekomme auf dem Bücherbasar, aber auch dieses Jahr wieder mussten etliche Bücher neu angeschafft werden.

Andere Familien haben dieses Problem nicht.
Die bekommen einen Gutschein und können ihre nagelneuen Schulbücher ganz bequem in der Buchhandlung abholen...!
Denen kaufe ich dann im nächsten Jahr die Bücher wieder ab und sie haben dann noch ein schönes Geschäft damit gemacht...!!!

Ich will damit nicht sagen, dass Geringverdiener und Arbeitslose gar keine Zuschüsse bekommen sollten, aber es müsste gerechter sein für alle...!!!

Niemand fragt, was von dem Gehalt meines Mannes abgeht, von dem schließlich 6 Personen leben müssen...!

Gruß
M.


Beitrag von anira 22.08.07 - 17:20 Uhr

ich gebe dir 10000pro recht
ich sehs bei uns
wir arbeiten beide und kämpfen
meine beste freundin hartz4 (mann in ne art umschulung)
auch 2 Kinder
denen geht es 1000 mal besser als uns

Beitrag von herzensschoene 23.08.07 - 04:08 Uhr

ich verstehe die ganze meckerei über die arbeitslosen nicht.

werd doch einfach auch arbeitslos. dann geht es dir genau so gut wie denen.

also, nur mutig. rann ans briefpapier und die kündigung geschrieben.

maren

Beitrag von skywalkerin 23.08.07 - 08:58 Uhr

Wäre theoretisch eine gute Idee,nur leider gehe ich gerne arbeiten und bin stolz drauf,mein Geld selbst zu verdienen und nicht für nichts in den A... geschoben zu bekommen.
Ich bin für etwa 550 Euro netto arbeiten gegangen,davon 120 Euro für die OGATA und nochmal ca. 120 Euro Sprit.
Dazu hatte ich eine Hin-und Rückfahrt von jeweils etwa einer dreiviertel Stunde.
Dazu kam noch ´ne Menge Streß auf der Arbeit wegen Mobbing.
Und das tu ich mir alles an,damit ich NICHT arbeitslos bin.

Beitrag von skywalkerin 23.08.07 - 09:03 Uhr

Also gehe ich arbeiten,um meine Tochter in die Betreuung zu stecken,damit ich arbeiten gehe...#kratz:-)#kratz

Beitrag von herzensschoene 24.08.07 - 00:59 Uhr

nein, du gehst arbeiten weil es dir spaß macht.
genauso gehts mir auch.

darum hält sich bei mir der frust auf die arbeitslosen auch in grenzen.
klar gehen sie nicht arbeiten und kriegen trotzdem viele unterstützung. ich sage mir aber immer wieder, dass dieses geld für die kinder ist, die nichts für ihre eltern können.

der negative nebeneffekt ist aber, dass die kinder von anfang an mitbekommen, dass es auch ohne arbeiten geld geben kann.
und es fehlt ihnen die positive erfahrung, dass arbeitende eltern mit ihrer arbeit glücklich sein können.

das ist ein teufelskreis, aus dem ich auch keinen ausweg weiß.

ich gehe weiter arbeiten, weil es mir spaß macht, weil meine kinder sehen, wie es ist, wenn man seine brötchen verdienen muss und ich auch mehr geld zur verfügung habe als ein hartzIV empfänger.

viele grüße maren

Beitrag von marypoppins01 25.08.07 - 23:51 Uhr

#pro#pro#pro#pro

Beitrag von laetitiajosephine 23.08.07 - 14:13 Uhr

Also bei uns ists so: für die Hortkosten wird das Einkommen ohne Kindergeld und Unterhalt des Kindes auf ein Jahr hochgerechnet und dementsprechend der Satz festgelegt. Somit finde ich das eigentlich ganz gerecht. Jemand, der also arbeiten geht und auch insgesamt kaum mehr als ALG2 hat, muss gar nichts oder einen geringen Betrag zahlen. Vergünstigtes Essen oder sogar gratis gibt es für ALG2-Menschen hier nicht. Und auch bei Büchern wird das ähnlich gehandhabt: wer nachweisen kann, dass er unter einem bestimmten Einkommen liegt, kann bezuschusst werden. Komisch, dass das bei euch so anders ist. Achso: Ich glaube, bei uns bekommt jeder 20 Stunden die Woche Hortbetreuung genehmigt, oder eben bei nachgewiesener Arbeit dementsprechend mehr. Wie Tanja (?) schon sagte, für Hartz4-Kinder ist das manchmal besser, als zuhause oder auf der Straße zu hocken...

Beitrag von karl.hsr 28.08.07 - 21:04 Uhr

Nur blödestes Gerede......
Unfassbar sind Leute wie du und die ganze geifernde Meute hier.
Immer wieder sprachlos....