Ich halte es nicht mehr aus!

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von dumela 22.08.07 - 10:02 Uhr

Meine Tochter ist vor 5 Monate gestorben. Sie war 15 Monate alt. Sie war mein Leben. Damals war ich bereits in der 6. Monat wieder schwanger.

In den letzten 5 Monaten war ich sehr stark. Ich habe nicht die Tage rum geweint. Ich denke, dass ich nicht richtig trauern konnte, weil es nicht gut für mein ungeborene Kind ist. Im Mutterleib sind Kinder sehr sensibel.

Jetzt bin ich 2 Tage vor Termin und stehe vor einem Zusammenbruch. Ich habe gehofft, dass das Kind ein bisschen eher kommt. Ich habe die Leere und Einsamkeit ohne meine Tochter bis jetzt aushalten können, weil ich wusste, dass ich bald ein neues Leben versorgen muss.
Jetzt kann ich es nicht mehr abwarten. Ich fuhle mich verrückt. Kann nur noch histerish weinen, so dass mein ganzen Körper schüttelt. Ich vermisse meine gestorbene Tochter und möchte eigentlich nur sie wieder haben. Aber statt jetzt die neugeborene Tochter zu bekommen passiert nichts.

Ich weiß, dass es normaleweise gut für ungeborene Babys ist, solange wie möglich im Mutterleib zu bleiben, aber ich weiß auch, dass viel Stress im Mutterleib schlecht sein soll. Daher denke ich manchmal, dass sie einfach jetzt die Geburt einleiten soll, aber ich möchte nicht wirklich mein Baby schaden, nur weil ich es nicht mehr aushalten will. Ich will sie doch blos nur jetzt lieben und versorgen. Ich will nicht mehr alleine sein, kann nicht mehr warten. Ich habe so viel Angst, dass etwas mit ihr nicht OK ist. Möchte sie so gerne jetzt kennenlernen. Trotzdem möchte ich auch gerne, dass sie erst kommt wenn sie geburtsreif ist, aber wie soll ich es blos aushalten!!!

Ablenken geht nicht. Ich habe sehr viel zu tun und komme zu gar nichts außer schlafen und weinen.

Danke für das zuhören!

Grüße
Dumela

Beitrag von schlisi 22.08.07 - 10:40 Uhr

Liebe Dumela,

ich erinnere mich noch an Deine Geschichte vor 5 Monaten, weil sie mir unendlich nahe gegangen war. Es tut mir soooo leid, was Dir widerfahren ist und ich finde schwer Worte, um Dir mein Mitgefühl auszudrücken.

Es geht jeder schwangeren Frau kurz vor der Geburt so, dass die ungeduldig auf ihr Kind wartet, aber in Deinem Fall kann ich verstehen, dass es Dir besonders schwerfällt. Vielleicht versuchst Du, Dir die nächsten Tage etwas besonders Schönes vorzunehmen, so dass Du Ruhe finden kannst und Dich in Einklang mit Deiner ungeborenen Tochter begibst.
Sieh es mal ganz pragmatisch: in spätestens 14 Tagen wird sie auf der Welt sein.

Ansonsten mußt Du mal mit Deinem FA sprechen, was er Dir rät. Aber ich denke, dass eine Einleitung vor dem eigentlichen ET nicht unbedingt durchgeführt wird. Aber vielleicht kann er ja einen Termin sagen, wann spätestens eingeleitet wird, so hast Du schon ein Datum/ ein Ziel vor Augen....

Alles Gute für Dich! Ich wünsche Dir, dass Du jetzt so kurz vor der Geburt doch noch ein wenig Ruhe finden kannst und Dich erholst.

#herzlich Schlisi


Beitrag von dumela 22.08.07 - 14:47 Uhr


#danke für deine Antwort. Sie tröstet und hilft schon ein bisschen weiter!

Beitrag von murmel2006 22.08.07 - 10:43 Uhr

hallo dumela,

ich habe deine Geschichte damals verfolgt und sie hat mich sehr berührt. Es tut mir sehr leid um deine Enya. Du bist doch sicher bei derselben Ärztin wie damals? Hast du mit ihr über deine Situation gesprochen, über deine Ängste und Sorgen? Als Nicht-Arzt wäre ein Satz wie „Dann sag doch, dass sie die Geburt einleiten sollen“ sicher unangebracht. Aber ganz sicher solltest du mit einem Arzt oder der Hebamme (im Geburtshaus, oder?) darüber sprechen. Ist dir dein Mann eine Unterstützung?

Sei unbekannterweise lieb gegrüßt
Murmel2006

P.S.: Ich drücke dir die Daumen!

Beitrag von dumela 22.08.07 - 14:43 Uhr


Ja, mein man unterstutz mich so gut er kann. Er arbeitet sehr viel zur Zeit und ihm geht es seit der Tot unserer Tochter viel slechter als mir. Er ist jetzt auch ungeduldig und aufgeregt, aber er ist nicht so fertig mit dem Nerven wie ich.

Ich gehe heute nachmittag mit einer Terapeuten sprechen und danach vielleicht die Hebamme. Ich möchte nicht einfach so einleiten lassen, auch wenn es mir so sehr helfen wurde. Ich glaube ich soll mich einfach zusammenreisen, aber ich schaffe es nicht :-)

Mal gucken notfalls darf ich vielleicht bald eine Wehencoctail trinken. Es kann natrlich auch jederzeit schon losgehen. Ich mache mir soviel Hoffnung. Als ich diese Posting eröffnet habe, habe ich schon davon geträumt nach ein paar Stunden zu schrieben, dass die Fruchtblase geplatzt ist oder sowas.

Beitrag von jessief 22.08.07 - 12:49 Uhr

Hallo!

Ich habe vor einem monat auch ein kind verloren am plötzlichen kindstod!Ich hoffe für dich das deine kleine maus dich so viel wie möglich ablenken kann.


P.s. was ist mit deiner Tochter Passiert?

Beitrag von dumela 22.08.07 - 14:35 Uhr


Es tut mir sehr leid für dich - es ist absolut schrecklich.

Meine Tochter hatte eine beidseitige Nebenniereneinblutung. Es kommt von einer ganz normalen Infekt, der z.B. Bronchitis verursacht und wie es in den Nebennieren gelangt weiß niemand, weil es so selten passiert und kaum erforscht ist. Es passiert nicht nur bei Kindern. Auch im Krankenhaus, unter der beste ärtzliche Sorge hätte man nichts machen können.

Tja, nach einem Jahr habe ich ihr noch gesagt, dass wir uns jetzt weniger Sorgen um plötzlichen kindstod machen müssen und guck, sie sollte gehen! Wie alt war dein Kind?

Beitrag von jessief 22.08.07 - 15:15 Uhr

hi!

oh man.er war erst 12 tage

Beitrag von bobb 22.08.07 - 21:44 Uhr

es tut mir sehr leid!

aber mach dir jetzt nicht zuviele gedanken.sicher sollte man streß in der schwangerschaft vermeiden,aber das geht bei dir nun mal nicht.
ich habe während meiner schwangerschaft innerhalb von nicht mal 8 wochen erst meine geliebte oma,dann meinen geliebten papa verloren und hatte auch irrsinnige angst um meine tochter in meinem bauch,weil mich die trauer wahnsinnig gemacht hat(und noch macht).sie hat alles super überstanden und ist ein fröhliches munteres kind.vielleicht kann dich das etwas beruhigen.

wünsche dir alles gute,es geht nur noch um tage.

Beitrag von dumela 23.08.07 - 07:19 Uhr


Danke für deine nette Wörte!

Angelblich ist es auch genau so schlimm oder sogar schlimmer, der Trauer zu verdrängen und dass tue ich schon die ganze Zeit. Als ich es gestern erfahren habe, ging es mir besser und habe ich erneut Geduld für die letzte Tage bekommen.