überdurchschnittlich begabt - Tipps

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von sprudel100 22.08.07 - 11:20 Uhr

Hallo,

gestern wurde mein Sohn (4 Jahre ) als überdurchschnittlich begabt eingestuft.

Nun hab ich eine Frage:
Wie kann man sein Kind fördern ohne das es eine Kettenreaktion bleibt.
Ich meine, wenn ich ihn jetzt englisch lernen lasse, wird er sich in der Schule langweilen usw.....
Nur zeigt mein Sohn keinerlei Interessen an sportlichen Aktivitäten, so das ich nicht wirklich weiß, nach was ich meine Fühler ausstrecken könnte.

Er kann Gitarre spielen und kennt die Tonleiter, er zeigt besonderes Interesse an Vulkanen (wo er aber schon alles weiß und mit Papa sogar einen funktionierenden gebaut hat), verwunderter Weise wurde mir gestern schon ein Satz von meinem Sohn vorgelesen. Bücher lesen wir in Massen und danach kann er sie auswendig.

In der Kita kapselt er sich leider von den Kindern ab, da ihm das spielen zu langweilig ist und er mit den Kindern (sofern es ab 3 Kinder aufwärts sind) sich nicht unterhalten kann. Er beobachtet Gruppen nur und integriert sich nicht L
Dadurch hab ich natürlich auch Angst das sein soziales Umfeld von ihm abwenden wird L

Wenn er Papa fragt, ob er mit ihm Lego baut, sitzt Papa und baut und er schaut zu.
Ich denke er möchte gern, aber sein Motorik lässt es noch nicht zu.
Er ist in der Ergotherapie zwecks Feinmotorik

Ich möchte ihn nicht unterfordern, aber auch nicht unterfordern.

Auch ist es unendlich anstrengend ihn den ganzen Tag mit Stoff fürs Hirn voll zu pumpen und nicht einfach mal ne normale Burg bauen zu können!
Wenn er nicht unterhalten wird, zeigt er (aus meiner Sicht) Verhaltensstörungen auf d.h. er will immer im Mittelpunkt stehen, sobald er das nicht ist – wird er bockig, streitet, jamert usw..

Über ein paar Tipps würde ich mich unendlich freuen J

Pati

Beitrag von kruemlschen 22.08.07 - 11:37 Uhr

Hallo Pati,

die Tochter meines Mannes ist auch Hochbegabt und geht nun seit sie 5 ist in eine Frühförderklasse für Hochbegabte Kinder und ab September auf eine Extra Schule.
Am besten Du frägst einfach mal den Spezialisten der die Hochbegabung festgestellt hat wie Du Deinen Sohn am besten fördern kannst. Wundert mich aber, dass Ihr da nicht gleich Tipps zu bekommen habt oder zumindest einen Termin um das weitere Vorgehen zu besprechen...

LG Krüml

Beitrag von sprudel100 22.08.07 - 20:17 Uhr

Hallo,

ich dachte auch, das der gute Mann mir irgendwelchen Tipps oder Adressen geben kann, allerdings wurde ich etws enttäuscht und suche nun selber oder werde einfach bei einem anderen nochmal vorstellig werden !

danke dir

Pati

Beitrag von nariel 22.08.07 - 11:40 Uhr

Hallo Pati!

Ich kann dir leider keine persönlichen Tipps geben, aber kennst du den Link hier
http://www.mensa.de/

Das ist ein Verein für hochbegabte Menschen jeden Alters.
Bestimmt kann dir dort Jemand Tipps geben zur Förderung.


Alles Gute!

nariel

Beitrag von sprudel100 22.08.07 - 20:18 Uhr

danke schön - werde ich mir gleich mal anschauen .-)

Beitrag von lostie 22.08.07 - 11:40 Uhr

Willkommen im Club :-)

Hier ist ne recht interessante Seite dazu:

http://www.tate.at/index.htm

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Kindliche_Entwicklung/s_990.html

LG Sanne

Beitrag von sprudel100 22.08.07 - 20:19 Uhr

auch dir danke :-)

Hast du auch so eine/ einen kleinen Neunmalklugen.
Wiue wirkt ssich dies auf das Sozial verhalten aus ?

Unser Sohn ist gerade dauernd am bocken, jaulen oder meckern - sehr anstrengend :-(

pati

Beitrag von wurzelzwerg13 22.08.07 - 13:31 Uhr

Hallo!

Du schreibst: "Ich meine, wenn ich ihn jetzt englisch lernen lasse, wird er sich in der Schule langweilen usw..... "
Warum denn englisch?
Englisch wird er noch früh genug lernen.

Je nach Region könnte er vielleicht in einen Plattkurs gehen, aber auch andere Sprachen wie niederländisch, dänisch, russisch, italienisch...vielleicht auch japanisch oder Mandarin sind doch toll!
Lass ihn so viel wie er will machen, aber nur Dinge, die nicht in der Schule vorkommen.
Man kann sich da so austoben, man muss nur die Augen aufmachen.

Liebe Grüße

*wurzelzwergi*

Beitrag von sprudel100 22.08.07 - 20:21 Uhr

tja, das sind gute Vorschläge - allerdings gibt es nciht soviele Kurse für Kleinkinder.
Mein Kind ist 4 jahre alt und selbst Sportkurse in dem Alter zu finden ist eine wahre Kunst.

Englisch bietet die Kita an und ist erstmal am einfachsten zu bewerkstelligen um seinen Wissensdurst zu stillen.

Pati

Beitrag von doucefrance 22.08.07 - 14:18 Uhr

Hallo Pati!
Ich würde mich auch an den Verein für Hochbegabte wenden, Sitz ist oder war in Dortmund meine ich mal gehört zu haben.

Von einer Bekannten der mittlerweile 21jährige Sohn ist auch hochbegabt. Bis das mal endlich einer erkannte (4.Klasse Grundschule. ja so spät, obwohl die Eltern immer überall sein Verhalten schilderten, wollte keiner an eine Hochbegabung glauben), war er bereits zum Außenseiter der Klasse abgestempelt. Und von den Lehrern damals kam auch keine Unterstützung. Von zwei Gymnasien ist er runtergeflogen, weil er sich langweilte, dadurch den Unterricht störte oder mit seinem Wissen in den Naturkundefächern die Lehrer in Predouille brachte.
Hausaufgaben machte er nie, jeder Elternsprechtag war für seine Eltern ein Spießrutenlauf.
Dafür lernte er Vokabeln mühelos, war in Latein trotz fehlender Aufgaben immer dem Stand der Klasse weit voraus, ebenso in Chemie, Physik und Bio. Bevorzugte Lektüre in der Grundschule war der Brockhaus für Erwachsene!!
Schon als Kindergartenkind schaute er sich morgens diese Lernsendungen (früher kamen immer so Bio-Physik und Chemiesendungen) auf den Regionalprogrammen an und wurde wütend, wenn er dann in den Kiga sollte...
Seine sozialen Kontakte beschränkten sich auf ein Minimum; er bekam ebenfalls Ergotherapie, da er mit 12 Jahren noch nicht Fahrrad fahren konnte, ebenso wenig schwimmen. Aber mit jeglicher Technik kannte er sich bestens aus.Er spielt mehrere Instrumente.
Unsere Bekannten mussten auch erst lernen, ihr Kind mit all seinem umfangreichen Wissen uneingeschränkt anzunehmen. Es ist schon schwierig, wenn jeder auf dem Kind herumhackt, weil es dies das und jenes nicht kann. aber was es kann, das ist irgendwo dann auch selbstverständlich. Paradox, nicht wahr?
Und auf die meisten Lehrer kann man pfeifen, denn alles was ihren Unterricht unbequem gestaltet, sei es Kinder die sich schwer tun, ADHS Kinder oder eben die Hochbegabten, darum wird sich nicht großartig gekümmert.
Meine Bekannte sagt, mit dem Wissen von heute würde sie alles anders machen als damals, sprich zusehen, dass er in eine Hochbegabten Förderung käme, Ergotherapie sobald als möglich (habt ihr ja schon) und immer schön den Tag mit Aktivitäten ausfüllen, wo er gleichgesinnte mit den selben Interessen oder auch Hochbegabte Kinder trifft.
Familienurlaube am Meer waren auch damals fast nicht durchführbar, weil Sohnemann das zuuuuu laaaangweilig fand. zwei Stunden am Strand Muscheln sammeln, spazieren gehen oder Burgen bauen war schrecklich für ihn. Sie haben oft Städtereisen mit dem eigenen Wagen oder dem Zug unternommen, hatten einen Family-Jugendherbergspass.
So haben sie viele Museen zu Gesicht bekommen und das Kind war zufrieden.
Die beiden jüngeren Geschwister sind übrigens nicht hochbegabt, aber haben viel zurückstecken müssen.
Heute würden sie versuchen, das Kind ab weiterführende Schule in eine Hochbegabten Schule /Internat zu geben, einfach weil man dort ihm und seinen Neigungen gerechter werden kann. Die Geschwister genießen es jetzt, wo er sein Studium in einer anderen Stadt macht und nicht mehr fast alle Bedürfnisse auf ihn abgestimmt werden müssen.

So weiß ich es von meiner Bekannten und wollte Dir das mal schildern

Beitrag von sprudel100 22.08.07 - 20:29 Uhr

Hallo,

oh mann, ich glaub da hab ich noch was vor mir.
Vieles was ich bei dir da lese, kann ich schon jetzt in meinem Sohn wieder erkennen.

Was mir auch grosse Sorgen macht, ist die Schule - ich habe schon jetzt den gedanken, das sie ihn einfach als Störenfried abstempeln werden.
Zum Glück hab ich noch etwas zeit, die für ihn passende Schule zu finden.

Die Ergotherapie macht er ja nun zum Glück schon ein 1/4 jahr und man merkt das kleine Fortschritte kommen.
Schon jetzt ist ein Strandurlaub nicht das Wahre für uns :-((((( - wo ich das so liebe *schnief*
Museen am WE sind auch fast die normalität - ich finde es halt trotzdem sehr anstrengend, weil es eigentlich mich nicht so interessiert - aber was tut man nicht alles für seinen Sprössling :-)

Was ich sehr schlimm finde, das unsere Kind nicht wirklich gerna ngenommen wird, weil es (ehrlich) seine Meinung raussagt und zwar auf sehr Intiligente Weise und somit viele leute vor den Kopf gestossen werden. Auch will er immer im Mittelpunkt stehen und sobald er dies nicht ist, wird er bockig und jaulig :-(((

Pati

Beitrag von sittichgirl 24.08.07 - 23:40 Uhr

Hallo Pati

Das klingt bei euch ja alles sehr stressig und kompliziert. Habe aber mal eine Frage. Du schreibst dein Kinde wurde als überdurchschnittlich begabt eingestuft. Von wem und was bedeutet denn überdurchschnittlich. Bei einem vierjährigen Kind macht man doch normalerweise keinen IQ Test.
Nicht böse sein, aber ich gehöre zu den "bösen" Lehrern und habe immer wieder Eltern die mir sowas mitteilen. Manche schleppen ihre Kinder immer wieder zu Tests solange bis die die magische 130 nehmen. Man kann diese Tests nämlich trainieren. Je häufiger man sie macht um so besser wird man. Leider aber nicht intelligenter. (Kein Vorwurf an dich, ich weiß auch das manche Kinderärzte sowas einfach sagen und dann macht man sich einen Kopf)
Wenn ein Kind wirklich hochbegabt ist (IQ über 130) stimme ich den anderen zu. Dass ist für alle Beteiligten und vor allem für das Kind oft sehr schwer und man sollte früh überlegen wie man damit umgeht. Aber viele Eltern setzen sich und ihr Kind mit sowas unnötig unter Druck.

Kinder die im Mittelpunkt stehen wollen gibt es viele. Hat mit Hochbegabung nicht zwangsläufig zu tun. Wenn er jammert und nach Aufmerksamkeit schreit die er aus bestimmten Gründen nicht immer haben kann, muss er eben warten. Das gehört doch zum älter werden dazu. Durch deine Sorge steht er ja vielleicht unbewußt immer im Mittelpunkt.

Wenn er gerne Kinder beobachtet ist das zwar nicht unbedingt förderlich für Freundschaften, aber es ist doch ok, wenn er besser mit 1 oder 2 Kindern spielen kann. Macht ihm Mut und lasst ihn seinen Weg erstmal gehen. Er ist doch noch so klein. Vielleicht ist er auch einfach sehr schnell in der Entwicklung und "wartet" später auf die anderen.

Wenn er seine Bücher nach dem Vorlesen auswendig kann ist das auch normal. Das können viele Kinder in dem Alter. (Ups war in einer Antwort, sorry)

Wenn er noch kein Interesse für Sport hat, wäre das doch vielleicht genau die Herrausforderung die er braucht. Denn gerade für Hochbegabt ist doch die Erfahrung wertvoll auch mal für etwas "arbeiten" zu müssen. Vesteh mich nicht falsch nicht mit Gewalt zwingen, aber Mut machen und einfach zum Mutter Kind Turnen gehen. Gibt ihm Zeit, vielleicht gefällt es ihm ja und er lern nebenbei mit anderen Kindern zu spielen.

Und Vulkane sind doch neben Dinos bei vielen KigaKids sehr beliebt. Bleib ruhig und wenn er wirklich so wissengierig ist, lass ihn doch. Wenn er freiwillig lernt würde ich ihn nicht bremsen, aber in dem Alter gezielt fördern würde ich überlegen. Ansonsten der Tip mit Fremdsprachen die die Schulen nicht anbieten ist gut und wird immer wieder für ältere Kinder gegeben.

Neugierige und schlaue Kinder sind übrigens bei mir sehr beliebt und wenn mal ein Kind schlauer ist, dann ist es ok. Ich bin Lehrerin und kein Computer der alles kennt.

Liebe Grüße

sittichgirl

Beitrag von alinashayenne 30.08.07 - 09:10 Uhr

Ich glaube man muss überdurchschnittlich begabte Kinder auch nicht übermäßig fordern. Sicher fordern und sich dran freuen, aber deshalb kann man sicherlich auch normale Dinge mit ihnen tun. Grade diese muss man ihm ja näherbringen, wenn er sich schlecht integriert oder nicht spielen kann.

Ich weiß nicht, ich konnte mit 4 Jahren perfekt lesen und schreiben (keiner wusste woher) , hatte Flötenunterricht und konnte alles aus dem Gehör nachspielen. Ich liebte es mit 5 zu rechnen, aber als ich dann in die Schule kam, war mir trotzdem nicht langweilig. Sicher konnte ich das alles schon und es war nervig zu hören, wie andere Kinder jeden Buchstaben 100x sagen mussten um ihn aneinanderzuhängen, aber trotzdem hab ich mich eher gefreut, wenn ich mehr konnte.

Ich war aber auch ein extrem schüchternes Kind, hab auch nach einem halben Jahr den Kindergarten abgebrochen, weils mir zu langweilig war und ich keine Lust auf Spielen hatte.
Aber irgendwann hat sich das alles von selbst gegeben.

Ich weiß jetzt auch nicht,- vielleicht hätte man mich fördern sollen, anstatt mich zu verar*****wie es meine Verwandten getan haben. Jedenfalls hatte ich irgendwann keine Lust mehr dazu mich mit Einstein ansprechen zu lassen oder zu sehen, wie meine Cousinen für 2er belohnt wurden, während ein 1er von mir mit "Was denn sonst..." abgestempelt wurde. Na ja...trotzdem finde ich überforderung auch nicht gut. Lieber ein normales Leben leben lassen.

Liebe Grüße