Imaginäre Freunde...kennt ihr das und wie geht ihr damit um?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von alexa. 22.08.07 - 15:05 Uhr

Hallo zusammen,

schon seit einer Weile hat Robin (bald 3) plötzlich eine imaginäre Freundin: sie taucht immer wieder auf und will dann beim Essen neben ihm sitzen, etwas trinken, mit Robin zur Toilette gehen, beim Autofahren auf seinem/meinem Schoß sitzen, mit Robin tanzen etc.

Karin (so hat er sie genannt, keine Ahnung, wie er auf diesen Namen kommt, denn wir kennen keine Karin) ist in den unterschiedlichsten Alltags-Situationen "dabei" - mal mehr, mal weniger, manchmal vergisst er sie für einige Tage, dann ist sie permanent wieder da.

Ich hab ja schon oft gehört, dass es sowas gibt. Nun weiß ich aber nicht, wie ichdamit umgehen soll. Anfangs habe ich mitgespielt (so wie man mit Puppen oder Stofftieren spielt). Langsam überlege ich nun aber, ob das richtig ist oder ob ich Robin zeigen sollte, dass es keine Karin gibt.

Fantasie kontra Verstand.
Versteht ihr meinen Konflikt? Hat vielleicht jemand Erfahrungen oder Tipps?

Ach ja: es gab es keine Veränderungen, seltsamen Erlebnisse etc. bei uns, die es zu bewältigen gilt.

Liebe Grüße und vorab #danke

Alexa.

Beitrag von raquel77 22.08.07 - 15:10 Uhr

Hallo Alexa,

du hast eines mit Phantasie vollgepacktes Kind. Sei glücklich darüber. Es gibt keinen Grund, ihm die imaginäre Freundin wegzunehmen, vor allem nicht in diesem Alter. Mach weiter so und spiele mit. Er weiß genauso gut wie du, dass Karin nicht real ist.

Mehr noch: Rede mit ihm über Karin! Frag ihn am Ende des Tages, was er mit Karin gemacht hat oder was Karin ihm heute alles erzählt hat. Es kann sehr aufschlussreich sein :-)

LG
Sonja

Beitrag von jasminb 22.08.07 - 15:14 Uhr

Hallo,

über die Tipps bin ich mal gespannt. Ich kann Dir leider keine geben.

Meine Tochter hat seit langem (über 1 Jahr) eine imaginäre Freundin. Sie heisst Mika. Täglich erzählt sie mir die abenteuerlichsten, lustigsten und schönsten Geschichten ihrer Freundin.

Und ich finde es nicht schlimm. Ich wüsste eh nicht, wie man solche Fantasie-Ausbrüche verbieten oder erklären soll. Eher glaube ich, dass es irgendwann von alleine aufhört.

LG Jasmin

Beitrag von saya82 22.08.07 - 17:39 Uhr

Hallo,
mein Sohn isst neuerdings immer mit Jesus zu Mittag #schein
Jeden Mittag taucht er auf, Yannik erzählt im was es neues gibt und was er im Kiga gemacht hat und dann ist er wieder weg.
"Er hat so viel zu tun".
VLG Saya :-D

Beitrag von haebia 22.08.07 - 18:27 Uhr

*Gänsehaut*

Hallo,

einen Tipp habe ich auch nicht für euch. Wollt nur was loswerden: Kennt ihr die Serie "Ghostwhisperer"? Da hat SIE mal gesagt, dass Kinder sowieso recht empfindsam für Geister sind und die Kinder, die unsichtbare Spiel-Freunde haben, Geister sehen ... Also diese unsichtbaren Freunde Geister sind.

Grusel oder Phantasie? Wie auch immer. Würde es mich betreffen, so würde ich wohl immer wieder nachfragen bzw. zuhören, was das Kind über den Freund erzählt und so. Aber würde nicht behaupten, dass ich ihn sehen kann, aber auch nicht von mir aus sagen, dass ich ihn nicht sehen kann. Würde mich mein Kind aber fragen, ob ich den Freund sehen kann, würde ich (denke ich) nein sagen. #gruebel

Gruß,
Bianca

Beitrag von gaku 22.08.07 - 20:13 Uhr

Hallo,
das ist ganz normal.
Meine Schwester(jetzt 20Jahre alt) hatte auch imaginäre Freunde: einen Hund, ein Baby, einen Affen und eine Fliege namens Susi. Viel weiß ich nicht mehr, nur daß sie oft in ihrem Zimmer gegessen hat, weil alle 4 Freunde am Tisch keinen Platz hatten. Und Susi, die Fliege, hat meine Schwester wohl immer sehnsüchtig erwartet, wenn sie vom Kindergarten kam.


Gruß Mary

Beitrag von arienne41 22.08.07 - 21:26 Uhr

Hallo

Der imaginäre Freund meines Sohnes heißt Bauer.

Ich sehe da kein Problem drin.

Manchmal nervt mich Bauer ein wenig weil er so oft anruft :-).

und immer wenn ich dran bin sagt mein Sohn "aufgelegt".


Gruß Arienne

Beitrag von schnecki82 22.08.07 - 22:01 Uhr

Hallo!

Ich würde es auch nicht versuchen, weg zu bekommen. Schön, wenn ein Kind so viel Phantasie hat.

Meine Tochter hat immer ein imaginäres Baby. Ihr Baby hat keinen Namen, es heißt einfach nur "mein Baby". Ich finde es toll.

Es gab jedoch einmal eine Situation, die kam mir gleich lustig wie seltsam vor.

Ich saß gerade am Tisch und habe irgendwas gelesen glaube ich und dann stand meine Tochter hinter mir und hat mir in den Rücken gekniffen. Ich fragte sie, was das soll und das ich es überhaupt nicht nett finde, wenn sie mich kneift. Daraufhin fing sie bitterlich (und wirklich ernst gemeint) an zu weinen und sagte, dass sie es doch gar nicht war. Ihr Baby hätte mich gekniffen. Dann schimpfte sie auch mit ihrem Baby.

Seltsam nur, das ihr Baby auch ständig abhaut. Sie muss immer hinterher und es einfangen. Neulich erst rannte es im Supermarkt weg, wir natürlich mit Karacho hinterher. Blöderweise saß es dann plötzlich oben im Regal auf einer Colaflasche. Ich frage mich heute noch, wie so ein kleines Baby da hoch kommt #kratz !

Naja lange Rede gar kein Sinn...ich versuche es nicht erst, meiner Tochter die Phantasie zu rauben. Ein gutes hat es auch, wenn wir mal wieder gegenseitig sauer sind auf uns, geht sie meistens mit ihrem Baby in ihr Zimmer und schmollt mit dem imaginären Kind.

Liebe Grüße...Sabine!

Beitrag von mariemum 22.08.07 - 22:36 Uhr

Hallo!

Marie (3 Jahre und 3 Monate) hat dauernd ihre beiden Cousinen hier - komischerweise werden die zu Hause nicht vermißt... ;-) Sie spielt mit ihnen, vor allem auf dem Spielplatz, redet mit ihnen, schimpft mit ihnen - genau in dem Ton, in dem ich mit IHR schimpfe... Und neuerdings ist es so, daß nicht sie was ausgefressen hat, sondern Celina - oder aber es kommt "die Celina hat gesagt, ich soll das machen" #augen. Ich mach das Spiel meistens mit und red auch mit den beiden. Warum auch nicht, immerhin sprechen die mich auch an - "Mama, hör doch zu, die Laura redet mit Dir!" :-)

Und kürzlich hat sich Marie mit ihrer (sehr realen ) Freundin verbündet -sie hat steif und fest behauptet, im Gebüsch säße eine Ente, ich hab nur leider keine gesehen. Da meinte ihre Freundin, doch, da wäre eine, aber eben eine, die nur KInder sehen könnten....

Gruß,

Alex mit Marie und Silas (13 Monate)

Beitrag von felix0907 22.08.07 - 22:47 Uhr

Absolut nicht bedenklich.......
mein Sohn hatte auch immer einen imaginären Freund, der hieß Tom, aber seit ca. 2 Monaten redet er nicht mehr drüber.
Felix hatte mit 2 1/2 angefangen und mit ca. 3 ...war das wieder vorbei.
Freue Dich, daß Du ein Kind mit Phantasie hast........
Ich fand das auch ganz klasse...... das sagt Dir auch jeder Arzt, Therapeut und Erzieher......

Beitrag von bi_di 23.08.07 - 06:47 Uhr

Bei uns sind oft Benjamin Blümchen und Otto zu Besuch. Das ist ok - vor allem, seid sie ihr eigenes Essen mitbringen und meine Kinder nicht mehr verlangen, das ich für die beiden mitzukoche ;).

Grüsse
BiDi

Beitrag von hedele 23.08.07 - 08:21 Uhr

Leony (5) hatte bis vor ca. halben Jahr oder so auch eine imaginäre Freundin "Schwenni" oder so ähnlich. Die hatte sie auch ca. 1 Jahr (weiss ich nicht mehr so genau) hat sie allerdings schon lange nicht mehr erwähnt, also denke ich mal das "verwächst" sich - mach dir also keine grossen Sorgen, ist auch ein Zeichen für gute Phantasie

Beitrag von curlysue2 23.08.07 - 08:47 Uhr

Hallo!

Du brauchst dir da keine Sorgen zu machen, das ist ganz normal. Linus hat eine unsichtbare Katzenfreundin, die Miau. Im moment hilft er ihr auf die Toilette zu gehen und sie ist beim Autofahren und Essen auch oft mit dabei. Wir behaupten unserem Sohn gegenüber nicht, dass wir sie sehen können, gehen aber darauf ein, wenn sie wieder mal am Tisch oder im Auto usw. dabei ist. Das Privilieg sie zu sehen ist Linus seins;-) . Irgendwann verschwinden diese Freunde wieder.

LG

curlysue

Beitrag von schichtsalat 23.08.07 - 08:58 Uhr

Hallo Alexa,
unsere Maus (4) hat auch so eine Freundin. Manchmal ist dann auch noch ein Hund dabei, den sie an einer unsichtbaren Leine hinter sich herzieht ;-) .
Zuerst war mir etwas mulmig dabei, aber die Erzieherinnen meinen, dass das in dem Alter ganz normal ist.
Ich frage Hannah immer gezielt, wenn ihre Freundin "Lizzy" mal wieder da ist. Das ist oft sehr aufschlussreich, denn Lizzy spiegelt oft Hannahs Verhalten wieder oder ich kann Rückschlüsse auf ihre Ängste ziehen (z.B. "Lizzy hat Angst vor dem Marco im Kindergarten, der haut immer andere Kinder, obwohl er Lizzy noch nie gehauen hat."). Ich gehe mal davon aus, dass dieser Marco Hannah auch unheimlich ist und sie lieber auf Abstand zu ihm geht. So gezielt sagt sie es jedenfalls nicht über sich selbst.
Ich denke wirklich, dass das ganz normal ist, solange die Kinder reale Freunde haben und sich mit diesen gut verstehen und Spaß haben.

Liebe Grüße,
schichtsalat

Beitrag von amaramay 23.08.07 - 09:32 Uhr

Hallo, musste grad ein wenig schmunzeln, als ich deinen Beitrag las. Liest du gerne??? Habe nämlich gerade ein wunderschönes Buch gelesen von Cecilia Ahern, "Zwischen Himmel und Liebe". Da geht es auch um einen unsichtbaren Freund. Vielleicht hast du ja Lust es mal zu lesen...
Ansonsten halte ich unsichtbare Freunde für total unbedenksam.

Gruß Daniela (Mama von 2 Kindern und Erzieherin)

Beitrag von serlyn 23.08.07 - 11:31 Uhr

Unglaublich, wieviele imaginäre Freunde hier "rumgeistern"!

Chiaras imaginäre Freundin heisst Michelle. Sie kennt sie seit dem Kiga Start Anfang August und weiß jeden Tag die herrlichsten Geschichten über sie zu berichten. Ihre Erzieherin versicherte mir jedoch sehr glaubhaft, dass es im ganzen Kindergarten keine einzige Michelle gibt.

Gestern bekam ich zu Ohren, dass Michelle im Kindergarten baden durfte. Meine Tochter weiß auch ganz genau, wo Michelle wohnt und was sie nach dem Kindergarten alles macht. Selbst die Putzgewohnheiten von Michelles Mutter kennt mein Kind bis ins Detail #kratz

Ich bin erstaunt über so viel Phantasie und gleichzeitig manchmal erschrocken über die detailgetreuen Schilderungen meiner Tochter.

LG,
Tanja, die sich jetzt gleich wieder die haarsträubendsten Geschichten über Michelle anhören darf ;-)

Beitrag von alexa. 23.08.07 - 12:46 Uhr

Hallo zusammen,

WOW - ich bin wirklich überwältigt von den vielen (für uns Eltern) unsichtbaren Freunden unserer Kinder. Herzlichen Dank für die vielen Antworten auf mein Posting!!!

Ich bin jetzt wirklich beruhigt und werde alles so weiterlaufen lassen wie bisher. Karin darf also z.B. auf Robins Schoß sitzen oder auch mal einen Keks zum Naschen haben (wo der wohl hinkommt???#gruebel Komisch, Robin hat Krümel auf dem Shirt...)

Und vielleicht sagt mir ja Karin auch mal Dinge, die Robin nicht so ohne weiters sagen würde...wie in dem Beispiel von dem Jungen im Kindergarten, der andere geschlagen hat (s.o.)

Nochmal #danke#danke#danke

Liebe Grüße

Alexa.

Beitrag von mausgewitz 25.08.07 - 01:50 Uhr

Huhu,

Laura hat auch ein imaginäre Freundin. Sie nennt sie "kleine laura". Und die ist wirklich klein. Winzig. Sie passt in ihre Handfläche.

Die "kleine Laura" wird von mir im Auto genauso angeschnallt, wie Laura selbst auch. Ebenso darf die "kleine Laura" beim Mittagessen mit am Stuhl sitzen und ich nehme sie auch an die Hand :)

Die kleine Laura ist immer sehr unregelmäßig bei uns zu Besuch. Mal wochenlang gar nicht, dann wieder mal einen Tag oder mehrere Tage hintereinander. Ich finde das total süß und spiele mit.

Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass man das nicht unterbinden soll. Es hört von allein wieder auf.

Liebe Grüße
Mause