Verzweifle an meinem 2jährigen (lang)

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von chantimanou 22.08.07 - 17:54 Uhr

Hallo liebe Mamis,

ich muss mich mal ausk... Bin total am verzweifeln. Mein Sohn wird in ein paar Tagen 2 Jahre alt und trotzt seit ein paar Wochen wie ein Weltmeister. Manchmal habe ich das Gefühl ein ganz anderes Kind zu haben.
Er war eigentlich immer recht hilfsbereit und ich konnte ihn gut in meinen Alltag (Einkaufen, Tisch decken, Wäsche waschen etc.), er lies auch immer mehr oder weniger gut mit sich reden, hörte mir wenigstens zu, wenn ich ihm etwas erklärt habe. Jetzt geht es seit ca. 4 Wochen so:

1. Obwohl er früher sehr gerne rumgerannt ist, verlässt er den Kinderwagen jetzt unter keinen Umständen mehr. Zumindest nicht, wenn ich versuche ihn dazu zu animieren. z.B. im Park oder beim Spazierengehen. Habe schon versucht ohne Wagen loszugehen, aber dann will nach einiger Zeit getragen werden und ich bin in der 32. SSW. Das geht dann auch nicht wirklich lange. Und wenn ich ihn nicht trage, macht er ein unheimliches Theater und das kann er wirklich lange! Er will auch im Bus und in der Bahn nicht mehr auf einen richtiges Sitzplatz, sondern immer im Wagen bleiben. Eigentlich wollte ich ihn an das Kiddy-Board gewöhnen, aber ich habe leider noch keins und ich weiß echt nicht wie das werden soll, wenn das Baby da ist.

2. Wenn ich dann aber z.B. im dm an der Kasse stehe und bezahlen, steigt er auf einmal aus und rennt los, um irgendwas anzustellen und lässt sich auch durch rufen nicht abringen.
Auch hier sind hysterische Anfälle vorprogrammiert, wenn ich versuche ihm zu erklären, dass er bitte an der Kasse warten soll, bis ich bezahlt habe (das hat früher er gemacht!) und er mir dann z.B. helfen könnte den Einkauf einzuräumen.

3. Er schlägt nach mir, sobald ich versuche mit ihm zu reden. Er will mir nicht zu hören, sagt "Nein" und schlägt nach mir. fängt an herum zu schreien.

Alles in allem, ich kann im Moment wirklich machen was ich will, es interessiert in nicht und ich bin manchmal wirklich am Ende - so wie heute. Ich weiß, dass es eine Phase ist, aber es schafft mich ziemlich im Moment mit ihm rauszugehen. Zu Hause geht es eigentlich sehr gut, aber ich kann mich ja nicht ein paar Monate mit ihm zu Hause einschließen. Ich muss ja einkaufen gehen usw.

Dazu kommt, dass er zu Hause recht viel Zeit mit meiner Oma verbringt, weil sie in meinem Haus wohnt (hat ein Zimmer bei uns) und ich finde, dass sie oft sehr falsch reagiert und habe manchmal das Gefühl das ausbaden zu müssen. z.B. gibt sie ihm Gummibärchen, wenn er anfängt zu schreien oder macht ihm den Fernseher an. Sie kann es nicht haben, wenn er schreit, also versucht sie es abzustellen. Er tanzt ihr wirklich auf der Nase rum. Aber sie hört nicht auf mich. Das finde ich im Moment schon sehr schwierig. Sie ist sehr nachgiebig mit ihm.

Ach Mensch, ich hoffe ihr versteht mich. Ich musste das einfach mal loswerden, weil ich wirklich ein wenig am Ende bin. Ich weiß nicht mehr was ich mit ihm machen soll. Ich bin durch die Schwangerschaft natürlich auch noch ein bisschen empfindlicher.

Lieben Dank fürs zuhören und natürlich auch für alle Tipps, die ihr vielleicht auf Lager habt

Grüße
Chanti

Beitrag von orangeleseratte 22.08.07 - 18:10 Uhr

Willkommen im Club! Meine Jüngste ist auch zwei und manchmal bin ich schon morgens am Verzweifeln! Sie ist nur am Brüllen #heulund Heulen, und oft wünsch ich mir einen Knopf zum Ausschalten! #augenAber diese Zeit geht auch vorbei! Versuch ruhig und gelassen zu bleiben. Sei außerdem konsequent! Spätestens wenn das Baby da ist, wird dein Kleiner vielleicht noch schwieriger werden! Denn dann muß er dich teilen und das Interesse der Umwelt gilt nicht mehr alleine ihm.
Ich drück uns trotzdem die Daumen, daß diese Phase bald vorbeigeht und wir Nerven behalten!!
L. G. von orangeleseratte;-)

Beitrag von chantimanou 22.08.07 - 18:15 Uhr

Danke,

ich sage mir auch jeden Tag, dass es besser ist ruhig zu bleiben. Das krieg ich meistens auch ganz gut hin. Normalerweise bin ich auch ziemlich konsequent, aber im Moment fällt mir genau das manchmal super schwer, obwohl ich weiß wie wichtig es ist. Aber wenn wir irgendwo sind und ich weiß jetzt folgt gleicht wieder ein hysterischer Anfall, dann habe ich manchmal einfach nicht die Kraft. Das war heute wieder so, als wir an einer Kasse standen und er abhaute. Ich hätte mich eigentlich durchsetzten müssen, aber ich konnte einfach nicht.
Liegt wohl vor allem an der Schwangerschaft.
Die Kassiererin merkte das wohl, schrie dann durch den ganzen Laden "Deine Mama geht jetzt ohne dich (da war ich noch am einpacken), ich würd jetzt schnell kommen, die geht wirklich ohne dich", da kam er dann gleich angelaufen - und ich bin vor Scham im Boden versunken #hicks

Tja, das gehört halt alles dazu.

Liebe Grüße
Chanti

Beitrag von claudi77 22.08.07 - 22:32 Uhr

Hi,
erstmal ein dickes "Bleib tapfer" für dich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Mein Kleiner und ich haben das zwar noch vor uns aber ich weiß wie du dich fühlst (hatte berufl. mit schwierigen Kindern zu tun).
Als erstes möchte ich dir sagen, dass du genau richtig handelst: bleib konsequent, versuch ihn weiter einzubeziehen, auch wenn er es im Moment ablehnt.
Viell. redest du auch mal mit Oma? Denn wenn ihr so eng zusammen wohnt, solltet ihr eine gemeins. Linie fahren...viell. könnt ihr euch ein wenig zusammentun: wenn Oma das Geschrei nicht erträgt, kommst du und unterstützt sie. Dafür geht sie das nächste Mal mit einkaufen?
Und dann noch was: dein Sohn trotzt nicht, um dich zu zanken. Er steckt in einer schweren Phase, entdeckt seinen Willen und seine Macht, ohne Folgen erkennen zu können. Das ist für ihn mind. genauso stressig wie für dich!!!
Viel kraft wünsche ich dir
Claudia

Beitrag von chantimanou 23.08.07 - 08:48 Uhr

Danke für deine lieben Worte.

Du hast vollkommen recht, ich sollte wirklich nochmal mit meiner Oma reden. Für Raphael muss es unheimlich verwirrend sein, dass wir uns so unterschiedlich verhalten.

Es macht Mut, wenn andere einem sagen, dass es wieder vorbei geht und man konsequent bleiben soll. Das baut auf, auch wenn man es eigentlich selber weiß.

Liebe Grüße
Chanti