Kindergartenwechsel

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von urbani 23.08.07 - 09:05 Uhr

Hallo,

ich muss es mir einfach von der Seele schreiben:

Mein Sohn (01/03) geht seit 1 3/4 Jahren in den Kindergarten. Von Anfang an löste er sich sehr schwer von mir. Ich dachte immer, dass das damit zusammehing, dass er morgens das erste Kind ist, das hingebracht wird. Die Erzieherin, die dann da war, hat sich nie um ihn gekümmert, stand in der Küche und mein Sohn stand alleine an der Tür, guckte unendlich traurig, winkte mir, malte Herzchen in die Luft usw. Jeden Tag war es für mich und für ihn schwer. Ich habe die Erzieherin mehrfach darauf angesprochen, aber es hatte sich nichts geändert.

Ansonsten gefiel mir der Kindergarten recht gut. Es ist eine zweigruppige Einrichtung, wobei sie ein offenes Prinzip haben, d. h. es gibt keine zwei Gruppen, sondern eine große Gruppe. Man konnte sich überall frei bewegen. Auch das fand ich sehr gut.

Die Nachteile an dem Kindergarten waren, dass die Außenanlage sehr, sehr klein ist und es außer einem Sandkasten und einem kleinen Häuschen nichts für die Kinder gibt. Auch ist der Kindergarten über 2 km entfernt, weil ich damals, als ich wieder anfing zu arbeiten, keinen anderen Platz für meinen Sohn bekam.

Trotzdem hatte ich nie in Erwägung gezogen, zu wechseln, bis zwei (von vier) Erzieherinnen ankündigten, zum 01.08. ihren Arbeitsplatz zu wechseln und zwar genau in den Kindergarten, der 200 m von uns entfernt ist. Zurückbleiben nur die muffelige Erzieherin, die meinen Sohn immer morgens "beaufsichtigt" hatte und eine andere.

So begann ich, mich mit dem Kindergarten bei uns um die Ecke auseinander zu setzen. Ich sah, dass er ein sehr großes Außengelände, mit Rutschen, Klettern usw hat. Ich stellte fest, dass die Betreuungszeit in diesem Kiga 1/2 Stunde länger ist als ich das bisher hatte (was für mich ideal wäre, dann wäre ich nicht immer so unter Zeitdruck auf der Arbeit). In diesem Kindergarten sind 5 Kinder unserer Straße, die mein Sohn ja schon kennt. Und dann eben auch seine beiden Lieblings-Erzieherinnen aus dem alten Kindergarten. Auch die Lage des neuen Kindergartens ist natürlich besser, da im Notfall auch mein ältester Sohn (13 Jahre) eher in der Lage wäre, seinen kleinen Bruder mal vom Kiga abzuholen, sollte ich im Stau stehen.

Jedenfalls meldete ich meinen Sohn in dem neuen Kiga an. Mir wurde jedoch mitgeteilt, dass das sehr lange dauern kann, bis er einen Platz bekommt.

Und doch ging es plötzlich ganz schnell. Zum 01. September kann er jetzt dorthin gehen. Und nachdem das alles jetzt feststeht, werde ich innerlich total unruhig, was ich da eigentlich meinem Sohn antue. Die Kinder unserer Straße sind in den anderen Gruppen untergebracht und eine Lieblingserzieherin meines Sohnes ist zwar auch jetzt dann seine Erzieherin, aber die hat keine Frühschicht und ist erst immer um halb 9 Uhr da. Das bedeutet jetzt für meinen Sohn, dass er morgens in einem ihm völlig fremden Kindergarten bleiben muss und das Ganze ohne Eingewöhnung, weil ich jetzt keinen Urlaub bekomme.

Wie wird der kleine Kerl das verkraften?

Gestern hatten wir das Aufnahmegespräch im Kiga und mein Sohn wirkte so verloren dadrin. Der neue Kiga ist eine 5-gruppige Einrichtung. Was ich auch merkwürdig fand (das kenne ich gar nicht!) ist, dass die Erzieherin mich 1 Stunde lang über meinen Sohn ausgefragt hat und zwar beginnend von der Schwangerschaft, über Kleinkindalter bis hin zu unserer Wohnsituation, zu den Hobbys, zu dem Tagesablauf meines Kindes usw. usw. Hinterher habe ich mich geärgert, so viel erzählt zu haben. Das ist doch eigentlich nicht üblich so, oder?

Na ja, vielleicht kann mich ja einer aufbauen. Mein mittlerer Sohn hat auch mal den Kiga gewechselt, und er hatte das wunderbar verkraftet, aber er war auch nicht so anhänglich wie mein KLeinster.

Vielen Dank

urbani

Beitrag von zaubertroll1972 23.08.07 - 09:14 Uhr

Hallo,

was sagt denn Dein Sohn zu dem ganzen?
Möchte er wechseln? Hast Du mal mit ihm darüber geredet?
Ich finde den neuen KIndergarten dem alten gegenüber viel besser.
Daß sich die Erziehrein so bemüht und viel über Euch und Euer Kind herausfinden möchte gefällt mir gut.
Hier war es so daß die Erzieherin einen Hausbesuch bei uns gemacht hat.
Von Deiner Erzählung her würde ich den Schritt wagen.

LG Z.

Beitrag von urbani 23.08.07 - 09:38 Uhr

Mein Sohn ist selbst hin- und hergerissen. Zuerst wollte er unbedingt wechseln, dann weinte er auf einmal und wollte in seinem alten Kindergarten bleiben. Da stand es aber auch noch nicht fest. Als ich dann jedoch die Zusage zum 01.09. bekam, fragte er mich einmal: Mama, aber findest du den alten Kindergarten denn nicht viel schöner? Das gab mir einen Stich. Ich male ihm den neuen Kindergarten in den schönsten Farben aus, habe ihm versprochen, dass er dorthin auch mal mit seinem Fahrrad fahren kann (konnte er bisher aufgrund der Entfernung nicht). So richtig glücklich wirkt er in dem alten Kindergarte nicht, aber auch nicht mit meiner Entscheidung zu wechseln.

Als der Wechsel dann feststand, hatte ich das Gefühl, dass auch er den Wechsel befürwortete. Vorher hat er mit Sicherheit meine Unsicherheit gespürt.

Ich hoffe einfach, dass das jetzt kein Fehler war!

urbani

Beitrag von eriksmama 23.08.07 - 09:17 Uhr

Ich würde den Kiga wechseln. Mein Sohn geht seit 2 Jahren in den Kiga. Er hatte auch zwei Lieblingserzieherinnen, die nach einem Jahr aufhörten. Die eine war die Bezugsperson von meinem Sohn. Es war sehr schwer für ihn sich den anderen Erzieherinnen anzuvertauen, da diese ihn morgens auch einfach stehen lassen, er ist auch einer der Ersten morgens. Es wird mit den Kinder auch nix gemacht,nichts gebastelt,nicht gemalt.die St. Martins Laternen werden z.B. nur von den Erzieherinnen gemacht. Wollte auch den Kiga wechseln, aber hab keinen Platz bekommen.Nächstes Jahr kommt er aber in die Schule.
Du wrdest vielleicht so viel gefragt im neuen Kiga damit sie ihn individuell fördern können. Mein Sohn war vorher in einer Krippe, da haben die mir auch so Fragen gestellt.

Beitrag von amaramay 23.08.07 - 09:20 Uhr

Hallo, seit 2 Tagen geht mein Sohn vormittags für 4 Std. in den Kiga- er fühlt sich wohl dort. Vorher war er in einem anderen Kiga age die Woche am Nachmittag. Hatte auch Angst vor dem Wechsel- hat aber geklappt. Bin selber Erzieherin und mein Sohn ist nun in der Einrichtung, in der ich eigentlich arbeite (bin derzeit im Erz.-Urlaub).
Sei mutig- trau ihm das zu- vielleicht fühlt er sich dort wohler.
Ich halte auch nichts von dem Konzept des "Offenen Kigas", da sich neue und sehr kleine Kinder dort oftmals verloren fühlen- sie brauchen eine überschaubaren Raum- vielleicht fehlte ihm das dort. Sei ihm gegenüber überzeugt von deiner Entscheidung zu wechseln. Wenn er deine Unbsicherheit spürt, dann ist er auch unsicher.

Ich wünsche auch viel Glück

Daniela

Beitrag von urbani 23.08.07 - 09:40 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ich glaube, dass der offene Kindergarten meinem Sohn schon ganz gut gefallen hat. Es gab so viele verschiedene Spielecken, die man so gar nicht in einen Raum kriegen könnte. Er konnte sich frei bewegen. In dem neuen Kindergarten ist er ja erst mal auf eine Gruppe festgelegt. Die werden sicher auch mal in die anderen Gruppen gehen können, jedoch erst nach Abmeldung und nicht so frei wie bisher.

Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist. Ich war überzeugt davon, dass der neue Kiga besser ist und jetzt bekomme ich kalte Füße!

urbani

Beitrag von sternenzauber24 23.08.07 - 10:13 Uhr

Hallo , liebe Urbani!

Erstmal muß ich Dir was zu Deinem Sohn schreiben, das klingt ja so Süß, was Du schilderst. Malt Herzchen in die Luft etc., ihr habt ja eine Traumhafte Mutter- Kind Beziehung, ich find das richtig schön #liebdrueck Mein Sohn ist genauso, deshalb wollte ich dir das jetzt mal kurz schreiben ;-)

Nun zu Deiner Frage! Also ich Persönlich finde den " neuen" , so wie du ihn beschreibst doch besser. Ich würde es wagen, und ich glaube dein Sohn wird dort doch besser gefördert. Und ich denke, er wird sich schon gut einleben. Seh die Sache ganz locker. Guck, manche müßen viell. umziehen, da müssen sich die Kids ja auch umgewöhnen. Du tust Deinem Sohn keinen Gefallen, wenn du ihm immer sozusagen jede " Last " (kann man das so nennen???#kratz) im Leben abnehmen magst. Obwohl das schwer ist, denn das will ja jede liebende Mama, oder? Der neue Kiga bringt Euch ja eigentlich nur Vorteile, und du bist selbst mit dem Alten unzufrieden. Das spürt auch dein Sohn. Sei gelassener und überzeugt von deiner Entscheidung, bereite deinen Kleinen Schatz schonend aber voller Freude auf die Situation vor. Deine innere Freude wird sich übertragen, glaub mir , Kinder spüren sowas. Es wird alles gut werden. Wie reagiert dein Mäuserich denn, auf den bevorstehenden Wechsel?

Das mit dem Ausfragen ( wie Du es nennst :-)), finde ich eigentlich Okay. Die Erzieher wollen damit ja nur Euren Alltag, euren Erziehungsstyl, ja und besonders deinen Jungen näher kennenlernen. Je mehr sie über ihn wissen, und über euch, desto mehr können sie auf ihn auch eingehen. Ich wurde das alles auch gefragt beim Gespräch damals, und das war Okay. Das ist einfach Interesse seitens der Erzieher. Schlimm wäre doch, du kämst dahin, dir drückt man nen Wisch in die Hand, und das wars an Menschlichem Austausch, oder? Ich denke, so hast du schon von Anfang eine Gute Basis zu den Erziehern, und kannst auch in bestimmten Situationen gut mit ihnen reden. Und mal ehrlich, schöner ist doch, wenn sich Leute wirklich für Dinge wie anderer Erziehung, Hobbys etc. interessieren, als wenn sie irgendwie desinteressiert und gelangweilt wirken. In unserer heutigen Ellenbogengesellschaft find ich es schon wichtig, das man auf manchen Ebenen doch noch zueinander findet.

Ich wünsche Euch alles Gute, für die neue Situation #klee

Liebe Grüsse, Julia und 3 Kids#herzlich#herzlich#herzlich

Beitrag von urbani 23.08.07 - 12:26 Uhr

Vielen Dank für eure aufbauenden Worte!!!!

Ich weiß wirklich nicht, was in mich gefahren ist, warum ich mir plötzlich so wahnsinnige Sorgen mache. Vielleicht, weil mich die Erzieherin gestern fragte, wie ich mir die Eingewöhnung vorstelle und ich eigentlich der Meinung war, dass es keine Eingewöhnung mehr gäbe, da der Kleine ja schon fast 2 Jahre den Kiga besucht.

Da ist mir dann klar geworden, dass eine Eingewöhnung vielleicht doch sinnvoll wäre. Ich habe jedoch keinen Urlaub. Man hat mir jedoch vorgeschlagen, noch im August an einem Tag, wo ich frei habe, für 2 Stunden vorbeizukommen, damit mein Sohn doch ein wenig in Mamas Gegenwart den Kindergarten beschnuppern kann. Das finde ich toll.

Ja, und das mit der Mutter-Kind-Beziehung: Ich liebe meine Jungs wie irre und es vergeht kein Tag, an denen ich ihnen nicht sage, dass ich sie liebe, dass ich stolz auf sie bin und dass ich ihnen oder sie mir 1, 2, 3, 4 Küsschen auf die Wange drücke. Aber die Beziehung zum Kleinsten ist dennoch etwas Besonderes. Das empfindet auch mein Mann so. Vielleicht, weil wir die Großen recht jung bekommen haben. Es ist schon was anderes, ob man die Kinder mit 20 oder mit 30 bekommt.

Vieleln Dank jedenfalls und ich hoffe, dass alles gutgeht!

urbani

Beitrag von caesar3112 23.08.07 - 11:57 Uhr

Hallo liebe Urbani!

Erstmal zu Deiner VK..................Süß!!!Mit meinem Mann geht es mir genauso:-)

Und nun zu Deinem Text:

Ich kenne diese Situation auch sehr gut,ich habe sie mit meinem ersten Sohn auch so ähnlich erlebt.Mit meinen Gefühlen war hin und hergerissen,ob er den Kindergarten wechseln soll,als der Tag immer näher rückte dachte ich immer wieder,was tue ich ihm an,wie wird er sich zurechtfinden.
Es war die beste Entscheidung die ich treffen konnte.
Er blühte recht schnell auf,fühlte sich pudelwohl und liebte seinen neuen Kindergarten bis zum letzten Tag.

Du wirst schon die richtige Entscheidung getroffen haben,die vielen Fragen zeigen doch auch das sehr großes Interesse am Kind und der dazugehörigen Familie besteht.Das ist sicher hilfreich für den Kindergarten und positiv zu bewerten.
Die Entscheidung wirst Du sicher nicht bereuen,oder wirst Du den Eisblock von Erzieherin vermissen;-)

Liebe Grüße
Petra

Beitrag von urbani 23.08.07 - 12:31 Uhr

Nein, den Eisblock werde ich sicher nicht vermissen!!!!!!!

Gestern beim Aufnahmegespräch hatte ich auch andere Erzieherinnen gesehen und alle waren sehr nett und keine von denen war mir auf Anhieb so unsympatisch wie die alte Erzieherin.

Also es muss - es wird alles gutgehen!

Vielen Dank euch!

urbani

Beitrag von nuckelspucker 23.08.07 - 14:17 Uhr

hey,

hast du mal mit deinem sohn darüber gesprochen, wie er das ganze sieht und ob er vielleicht wechseln möchte?

ich finde es sehr schön, dass du eine stunde lang ausgefragt wurdest über deinen sohn. das klingt doch vielversprechend. die wollen dort eben genau wissen, wer da kommt und welche eigenheiten usw. er hat.

ich denke, wenn die alte erzieherin auch mit in den neuen KIGA kommt, hat er jemanden bekanntes da und versuchen würde ich es auf jeden fall.

ich finde es immer wieder schlimm, wenn ich hier lese, dass die kinder morgens abgegeben werden und keine erzieherin sich um sie kümmert. das kann ich mir echt nicht vorstellen. bei uns ist es zum glück nicht so und ich könnte niclas auch nicht einfach weinend stehen lassen, wenn ich wüsste, dass er da noch ne weile alleine und traurig stehen würde.

lg claudia