Klasse wechseln?! *sehr lang*

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von bianca24 23.08.07 - 12:46 Uhr

Hallo,

wir haben ein Problem mit der Klassenlehrerin meiner Tochter.

Vor einem Jahr sind wir umgezogen und sie kam hier in die 2. Klasse. Von Anfang an hat sie sehr viel Ärger bekommen, weil hier ein ganz anderes System herrscht, als vorher. Hier ist alles sehr streng, alles hat seine Ordnung usw. Soweit ja kein Problem, aber die Umstellung war erst mal schwer. Immer wenn wir (ich musste mich auch erst dran gewöhnen) was vergessen hatten, oder anders gemacht hatten, als es sollte, bekam meine Tochter voll Mecker.

Das ging alles soweit, dass sie im Herbst 06 Bauchweh bekam und nicht mehr zur Schule wollte. Ich habe ihr immer gesagt, sie soll die meckern lassen, wir würden schließlich alles tun, damit es der Lehrerin recht wäre. Wir haben stundenlang geübt, um den Stoff aufzuholen, haben Schreibschrift in den Ferien gelernt, haben am Wochenende oft geübt usw. Obwohl wir wirklich alles dafür getan haben, dass es gut wird, hatte meine Tochter ständig Einträge im Hausaufgabenheft oder in den Schulheften. Einmal stand unter einer Mathearbeit: Alle anderen Kinder können das schon, nur du hast so viele Fehler. 8 Kinder haben 0 Fehler! - da wär ich fast ausgeflippt.

Ein anderes mal mussten die Kids was über Bären raus finden. Also haben wir in Büchern geguckt und im Internet, und haben ein paar Sätze selber formuliert. Eine andere Schülerin hatte aus Wikipedia Seitenweise was ausgedruckt und bekam glatt eine bessere Note. Überhaupt machen einige Eltern scheinbar die Aufgaben ihrer Kinder und kriechen der Lehrerin in den Hintern, was sich in den Noten niederschlägt. Ich könnte noch mehr Beispiele schreiben.

Von Dezember 06 an haben wir um einen Gesprächstermin gebeten, um das zu klären. Ein Telefonat im Januar ist nach einer 3/4 Std. so esakliert, dass ich der Lehrerin mehrfach gesagt habe, dass ich auf diesem Niveau nicht mit ihr reden könnte und darum bitte, die Rektorin hinzuzuziehen. Keine Chance!
Im Februar konnte sie dann endlich mal, da sie nur morgens Termine macht, und da hätten wir uns nach zu richten. Da konnten wir ihr endlich mal sagen, dass die Kinder sich erstmal umgewöhnen mussten - familiär (ein Mann mehr im Haus) und auch schulisch, sowie örtlich. Danach ging es eine Zeit lang.

Nun fängt das neue Schuljahr an, und meine Tochter kommt direkt am ersten Tag heulend heim. Ich habe vergessen 1 (!) Heft zu kaufen. Heute morgen wollte ich dann zur Lehrerin, um ihr wegen unserer Kur im Herbst Bescheid zu geben, da faucht die mich sofort an, dass meine Tochter den ganzen Klassenbetrieb durch ihrer Unorganisiertheit aufhalten würde. Ich kam kaum zu Wort, und wir gerieten aneinander. Sie wirft mir ständig vor, wir würden uns nicht genug darum kümmern.

Also habe ich das Gespräch abgebrochen und bin zur Rektorin gestürmt. Diese hat sich meine Geschichte angehört und reagiert mit Psychogelaber, von wegen man könnte sich die Menschen nicht aussuchen und müsste damit zurecht kommen. Ich müsste gelassener werden, damit das auf mein Kind reflektiert.....

Die Lösung von ihr: Ich und meine Tochter müssen den Druck rausnehmen, unter dem wir mittlerweile stehen, gelassener werden und dann würde das wohl schon gehen. Eine andere Lösung gäbe es nicht - so ist das Leben (als wär ich 13!). Alternativ würde sie mir dann (irgendwann, wenns dann wohl gar nicht mehr anders geht), ein Gespräch zu Dritt anbieten (klar 2 gegen 1), aber mehr könne man nicht machen. Die Lehrerin würde man im letzten Jahr nun auch nicht mehr ändern können.

Das Thema Klassenwechsel wurde auf mein Nachfragen hin direkt und ohne Diskussion abgewiesen - das würde nicht gehen. Zwischendurch hat sie dann gefragt, warum wir in Kur fahren - aber das habe ich sofort durchschaut und gesagt, dass wir alle 3 (mein Sohn auch) fahren und behandelt werden - u. a. weil meine Tochter mittlerweile Neurodermitis hat und unter Stress steht. Womöglich hätte sie mir da auch noch vorgeworfen, wenn ich erschöpft wäre, wäre das kein Wunder mit meiner Tochter. Iss klar!

Sicher gibt es Kinder und Eltern, die mit der Lehrerin prima klar kommen, dass habe ich auch der Rektorin so gesagt. Aber für uns ist es scheinbar nicht das Richtige.

Bitte eure Meinung dazu, und ist ein Klassenwechsel wirklich unmöglich? Schadet das meiner Tochter mehr, als noch ein Jahr mit dieser Lehrerin zusammen zu sein?

Okay, ich kann nur unsere Seite hier berichten, aber wir geben uns wirklich Mühe. Sicherlich machen wir auch unsere Fehler, aber keiner ist perfekt.

Beitrag von manavgat 23.08.07 - 14:08 Uhr

Mein Rat:

wende Dich an die zuständige Schulpsychologin (beim örtlichen Schulamt) und bitte um einen kurzfristigen Beratungstermin. Stell Dich ganz blond, dass Du Dir nicht erklären kannst, wo wirklich das Problem ist und ob sie eine Idee hätte.... Vermeide, die Lehrerin als das Problem hinzustellen, sondern schildere einfach nur ein paar Begebenheiten. Eine gute Schulpsychologin (und die meisten sind sehr gut) wird sich einschalten und helfen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von melhessen 24.08.07 - 11:33 Uhr

Ja das kommt mir bekannt vor , die Grundschullehrerin meiner Tochter war auch so ein Kaliber...Wir sind zum Schulamt ( mit 2 anderen Eltern) und dort wurde sie so klein mit Hut, daß sie seitdem aufpasst was sie tut.
Sie hat sich nur damit gerächt mit keiner Gymnasialempfehlung...auch da kann ich drüber lachen, denn meine Tochter geht nun in die 6. Klasse Gym.

Und zu Rektorin kann ich nur sagen: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!

Seht zu das ihr schleunigst etwas unternehmt und zwar beim Schulamt.

Beitrag von ana78 24.08.07 - 19:08 Uhr

Hallo,

auch ich würde Dir empfehlen, nach einer "neutralen" Person Ausschau zu halten. Sprich: Schulamt bzw. Schulpsychologin. Normalerweise sollte in jeder Schule doch auch ein/e Vertrauenslehrer/in sein. Da würde ich das Gespräch vorab nochmal suchen.

Scheinbar versucht Ihr schon alles (z. B. habt die Schreibschrift in den Ferien selbst gelernt, macht ja leider jede Schule anders) und trotzdem kann jeder mal was vergessen. Das passiert uns auch! Aber Kommentare wie die von Dir genannten haben im Heft der Kinder NICHTS zu suchen, damit demotiviere ich ja das Kind noch mehr. Und wer Angst hat und unsicher ist, wird noch mehr Fehler machen.

Daher auch mein Rat: Ganz dringend was unternehmen! Wenn die Rektorin so abwiegelt, würde ich auch weiter gehen!

LG
Ana

Beitrag von bianca24 24.08.07 - 19:54 Uhr

Hallo,

danke für eure bisherigen Meinungen.

Schulpsychologe hört sich so negativ an. Heute sagte mir eine Mutter, dass das vielleicht auch nicht so gut sein kann, da meine Tochter eventuell bis zur 10 Klasse auf der Schule bleiben muss/kann. Man solle sich nie mit einem Lehrer anlegen. Vor allem, weil diese Lehrerin nur noch ein Jahr bis zur Pension hat.

Was genau macht denn so ein Schulpsychologe/in?

LG, Bianca

Beitrag von ana78 24.08.07 - 21:00 Uhr

Ja, aber bis zur Pension der Lehrerin muß Deine Tochter noch ein ganzes Jahr durchhalten. Schafft sie das?

Du mußt nicht gleich den Weg über die Schulpsychologen gehen. Du kannst es auch erst über den Vertrauenslehrer der Schule probieren. Das Schulamt sollte schon der letzte Weg sein, aber Du hast es sogar schon über die Rektorin probiert.

Wenn es zum Gespräch 2:1 kommt, nimm Dir auch jmd. neutrales mit. In totalen Streit sollte das nicht ausarten, damit gibtst Du auch keine gutes Bild ab und Ihr werdet sofort beide abgestempelt. Gibt es vielleicht einen Lehrer Deines Vertrauens, mit dem Deine Tochter gut auskommt? Oder kannst Du eine Freundin, irgendjemand Außenstehenden mitnehmen?

Wenn diese Probleme aber weiterhin so massiv bestehen, denke ich schon, daß Du das keinesfalls so belassen solltest. Entscheide, wie es Deiner Tochter geht. Denn das ist das Wichtigste, wenn sie jetzt schon weint und nicht mehr in die Schule will, kann es nicht mehr schlimmer werden.

LG
Ana

Beitrag von manavgat 27.08.07 - 10:07 Uhr

Entgegen der Vermutung vieler Eltern, Schulpsychologen würden Schüler und Eltern kontrollieren, ist es so, dass die Schulpsychologen in erster Linie für die Kinder da sind und ihnen helfen!

Das Gespräch mit der Schulpsychologin ist vertraulich, es kommt nicht! in die Schulakte und wenn die Erziehungsberechtigten nicht wollen, dass die Lehrerin davon erfährt, dann erfährt sie auch nichst.

Gruß

Manavgat