Wie mit dem Thema Tod umgehen?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von winterzauber 23.08.07 - 13:02 Uhr

Hallo liebe Mamis,

vorgestern verstarb urplötzlich und völlig unerwartet Julies Opa an den Folgen eines Herzinfarktes:-( Die beiden hatten ein inniges, liebevolles Verhältnis, sahen sich regelmäßig in der Woche, wenn sie bei ihren Großeltern zu Besuch war. Einige Stunden vor seinem Tod haben die beiden sich noch gesehen und miteinander gesprochen, sich für den nächsten Tag zum Eis essen verabredet! Und dann gestern Morgen diese wahnsinns Nachricht... Ihr Papa und ich sind zwar getrennt, er kam aber gestern früh und wir haben beide unser Bestes gegeben Julie zu erklären, was mit ihrem Opa passiert is. Haben ihr gesagt, Opas Herz hat aufgehört zu schlagen weil sein Körper krank war und er is jetzt beim lieben Gott und bei den Engeln im Himmel...#schmoll
Nun weiß ich absolut nicht, wie ich damit umgehen soll, wie ich Julie am Besten alles erkläre, ob unsere Erklärung so richtig war, bin echt etwas überfordert und natürlich selber total traurig und geschockt. Immerhin war er trotzallem noch mein Schwiegervater. Bislang hat Julie noch nicht weiter gefragt, nur heut Morgen wollt sie wissen, warum Opa jetzt bei den Engeln is, sie möcht ihn doch wieder haben #heul Könnt ihr mit vllt. ein bisschen helfen? Bin sowas von überfragt da wir auch noch mitten im Umzugsstress sind, ich nächste Woche wieder arbeiten werde und Julie in den KiGa kommt.

Traurige, unfassbare Grüße von einer total hilflosen Katy mit einer noch hilfloseren und traurigeren Hanna Julie *14.Dezember 2003

Beitrag von gunillina 23.08.07 - 13:07 Uhr

Ach, ihr Armen, lass dich drücken#liebdrueck. So viel kann ich nciht helfen, aber es gibt da ein ganz schönes Bilderbuch von einem gestorbenen Opa... dessen Titel ich nciht mehr weiss. Es geht um einen Jungen, der auch seinen Großvater verloren hat, google mal oder schau bei Amazon.de
Ansonsten wünsche ich euch alles Liebe, und dass es langsam besser wird.
Liebe Grüße und mein aufrichtiges Beileid,
G

Beitrag von salson 23.08.07 - 13:13 Uhr

So leit wie mir das auch tut für Dich bzw. Euch aber versuche es mal dort:http://www.urbia.de/forum/index.html?area=board&bid=18
die können Dir bstimmt weiter helfen.
ganz liebe Grüße und ich Drücke Dir die Daumen.

salson

Beitrag von jinxs1 23.08.07 - 13:21 Uhr

Liebe Katy,

erstmal mein herzliches Beileid.

Wir hatten das Thema leider auch in diesem Jahr, als meine Schwiegermutter verstorben ist. Da war Fabian 2 1/2.

Wir haben ihm auch gesagt, dass die Oma jetzt im Himmel bei den Engeln ist. Außerdem habe ich ihm noch gesagt, dass es der Oma jetzt gut geht und sie keine Schmerzen mehr hat (sie hatte Krebs und war die letzten Wochen im Krankenhaus). Das war mir sehr wichtig, da er vorher schon wahrgenommen hat, dass mit seiner sonst so munteren Oma etwas nicht stimmt.

Am Anfang hat er öfters gefragt, wann die Oma wiederkommt. Das war wirklich hart. Aber in der Regel hat er sich damit abgefunden, dass sie im Himmel bleibt.

Hin und wieder sagt er, wir fliegen jetzt mit dem Flugzeug zur Oma. Oder gestern wollte er die Oma anrufen.


Ich habe auch ein Buch gekauft, in dem das Thema Tod behandelt wird. Aber ich glaube, das war für Fabian noch zu früh. Deine Maus ist ja doch schon etwas älter, so dass es bestimmt Sinn macht, das Thema mit einem Buch aufzuarbeiten.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die nächsten Wochen.

Liebe Grüße
Claudia

PS: Ich wollte nicht, dass ihm jemand auf dem Friedhof erzählt, dass die Oma da begraben liegt. Denn ich glaube, dass die Kinder das schon garnicht verstehen, warum ein geliebter Mensch da unter der Erde sein soll. Ich habe ihm dort immer gesagt, dass wir dorthin gehen, um an die Oma zu denken und mit ihr zu sprechen.

Beitrag von visilo 23.08.07 - 14:37 Uhr

Lukas war etwas jünger als mein Vater bzw meine Oma starben. Wir haben ihm nur gesagt das er gestorben ist weil er schon älter war und das das einfach passiert, er war auch bei der Beerdingung dabei und wir haben ihm auch gesagt das er dort begraben wird wir haben nicht von wegen Himmel, Engel usw erzählt weil ich denke der Tot ist was Normales da muß man den Kindern keine Lügen erzählen. Bei der Beerdigung meine einer zu ihm das sein Opa nun im Himmel sei darauf antwortet er ganz empört nein und hat auf das Grab gezeigt, hat es also wirklich verstanden). Am Anfang hat Lukas fast täglich nach seinem Opa gefragt das hat nachgelassen aber er möchte immernoch zum Grab wenn wir meine Mutter besuchen ich denke auch so kleine Kinder können ganz gut verstehen was da passiert und ich denke mit Ehrlichkeit kommt man am weitesten. Wir hatten so ein Buch indem ein Dachs stirbt und so der Tod erklärt wurde, Lukas wollte das aber nicht, ihm hat unserer Erklärung völlig gereicht aber wie gesagt er war da erst 27 Monate alt als das passierte. Probier es hier mal im Trauer und Trost Forum vielleicht bekommst du da noch einige gute Tipps.

LG visilo+Lukas

Beitrag von crumblemonster 23.08.07 - 15:00 Uhr

Hallo,

ich stehe noch vor der Situation, meinem Großen erklären zu müssen, daß seine Uroma am Sonnabend verstorben ist. Wir saßen grad im Auto als mein Mann anrief. Der Große (2,5 Jahre) fragte, warum ich weine und ich hab ihm dann nur gesagt, daß mir was weh tut. Naja, er hat mir auf die Hand gepustet, damit es mir besser geht und ich habe mich den Rest des Tages doll zusammen gerissen. Gestern wollte er sie anrufen und ich habe mich rausgeredet, daß es schon so spät sei und die Oma bestimmt schon schläft.

Ich habe mir vorgenommen, wenn wir das nächste Mal dort zu Besuch sind, ihm zu sagen, daß die Oma gestorben ist und nicht mehr wieder kommt. Wie ich ihm aber ab da an weiterhelfen soll, weiß ich auch noch nicht. Vielleicht erzähle ich ihm, daß die Oma jetzt wie seine Katze (er hat eine Phantasiekatze, die fast immer bei ihm sitzt, geht oder in seinem Bett schläft) neben ihm ist und auf ihn aufpaßt. Ob das aber das richtige ist, weiß ich auch nicht. Ich denke (auch wenn Deine Tochter schon ein Jahr älter ist und damit verständiger), ist Ablenkung wahrscheinlich das richtige. Klar, wenn Sie fragt, solltest Du versuchen, ihre Fragen zu beantworten, aber sonst das Thema eher ausklammern.

Ich weiß, das klingt jetzt ganz furchtbar, aber Kinder in dem Alter vergessen (glücklicherweise) recht schnell. Da ist es für uns viel schwieriger.

Drück euch ganz fest die Daumen, daß ihr schnell wieder in den Alltag zurückfindet.

LG

Beitrag von curlysue2 24.08.07 - 09:52 Uhr

Hallo!

ERsteinmal mein Beileid zum Tod Deines Schwiegervaters.

Wir haben das vor sieben Wochen gehabt. Mein Schwiva ist nach zwei Wochen Aufenthalt plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben (rein ist er wegen Hexenschuss).

Du hast es schon richtig angefangen. Wichtig ist, dass ihr Eurer Tochter das erklärt wo ihr auch hintersteht. Glaubt ihr an den Himmel, dann erzählt ihr dass Opa da ist, glaubt ihr da nicht dran gibt es die möglichkeiten: Bei den Wolken, bei den Sternen usw. Das könnnen sich die Kinder besser vorstellen, als wenn man erklärt dass der Opa jetzt da unten in der Erde liegt (hat meine Schwimu unbedachterweise gesagt, Linus war danach total verwirrt).

Wir haben Linus (11.07.04) erklärt, dass sein Opa jetzt bei den Sternen ist. Das kann man auch super kombinieren, wenn z.B. Oma o.a. kommen und sagen er ist bei den Engeln oder im Himmel, die Sterne sind ja schließlich auch da oben... Dann haben wir eine Opa-erinnerungskiste zusammen gebastelt. Linus hat sie angemalt, verziert und dann haben wir sie gemeinsam mit Bildern und Sachen gefüllt, die von Opa sind, mit ihm zu tun haben oder ihn zeigen. Und nun können wir jederzeit ZUSAMMEN diese Kiste herausholen, wenn Linus möchte und uns an Opa erinnern. Ausserdem habe ich Linus nach der Beerdigung schon ein paar mal mit zum Grab genommen (allerdings inzwischen alleine, vor allem wenn Oma dabei ist, ist er immer richtig aufgedreht, alleine haben wir mehr Ruhe und ich kann seine Fragen beantworten ohne dass jemand dazwischen funkt). Wir bzw. ich habe ihm erklärt, dass das Grab eine Stelle ist von der der Opa jetzt auf einer unsichtbaren Treppe zu den Sternen gestiegen ist, die sind aber jetzt gaaanz weit weg und die Treppe ist nur zum Raufklettern, danach ist sie weg, darum kann Opa auch nicht runterkommen. Die Sterne sind so weit weg, dass wir Opa zwar nicht sehen können, aber er hat ein gaaaaaaanz tolles Fernrohr (so eins gibt es bei uns leider nicht;-) ) wo er jederzeit zu uns runterschauen kann und sieht was wir so machen und er auf uns aufpasst. Und das Grab ist da, damit wir Blumen oder Bilder usw. für den Opa hinlegen können und er dann ganz sicher ist, dass sie für ihn bestimmt sind, was er ja nicht sein kann, wenn man die Sachen irgendwo hinlegt.
Inzwischen hat Linus es akzeptiert, das sein Opa nicht mehr da ist - am Anfang hat er ihn noch gesucht in der Wohnung - er schaut schon mal beim Spielen in den Himmel und sagt dann: Mama, Opa schaut zu, wink Du auch mal, hallo Opa! und dann winkt er aus eibeskräften den Wolken/Sternen zu. Ebenso wenn wir am Grab sind, dann erzählt er zum Himmel gewandt dem Opa dass wir jetzt die Blumen - die er Linus selber aussucht - für ihn hingelegt haben und dass wir bals wieder kommen. Manchmal fragt er sogar wann wir auf den Friedhof gehen. Manchmal fragt er immer noch wann denn der Opa zurückkommt. Aber das ist auch normal, denn das Endgültige begreifen Kinder meist erst wirklich ab dem Grundschulalter.

Zur Beerdigung haben wir ihn nicht mitgenommen, da wir selber zu nah dran waren. Er hätte es nicht verstanden.

Womit du rechnen musst (muss aber nicht so eintreffen) ist, dass Eure Kleine sich evtl. zurückzieht oder agressiv wird, dass sie wieder schlechter schläft, etwas mehr klammert usw.
Kinder trauern auch wie wir, aber sie verstehen es noch nicht, Wir müssen ihnen dabei helfen und ihnen erklären dass es normal ist und wie sie damit umgehen können. Linus wurde in den ersten zwei Wochen richtig agressiv. Vor allem mir und meiner Schwimu gegenüber. Ich hatte da auch oft das Gefühl, dass er uns dafür verantwortlich gemacht hat, dass Opa nicht mehr da ist und dass wir es nicht verhindert haben. Und wir waren das Ziel seiner Agressivität und weniger Papa, weil ich habe es ihm erzählt, den größten Teil der Trauerarbeit mit ihm durchgezogen, Schwimu immer mit einbezogen, mich mit um sie gekümmert. Und auf oma war wohl auch noch ein stück Eifersucht mit dabei, weil sich ja alle um sie kümmerten#kratz...
Ich habe ihm erklärt, dass es normal und ok ist, wenn man wütend, traurig usw. ist wenn jemand stirbt. Und wenn er mal wieder ganz sauer wird, dann darf er auch hauen und schreien usw. aber ich habe ihn dann immer versucht in Richtung Sofa oder Ball usw. zu bekommen wo er sich dann abreagiern konnte, anstatt auf die menschen in seiner Umgebung loszugehen. Nach anderthalb wochen fing er dann an über Opa zu reden und ab da wurde es besser. Unsere Patennichte, die vor anderthalb Jahren (auch mit 3) ihren Opa genauso plötzlich verloren hat wie Ihr war etwas länger agressiv, sie hat aber nicht geredet.

Ich hoffe ich konnte Dir ein klein wenig helfen und wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

LG

curlysue