Kündigung nach Mutterschutz, steht mir ALG zu?

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Beitrag von mami_corinna 23.08.07 - 18:45 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich hab folgendes Problem.
Wir bekommen Mitte Oktober unser Baby.

Da ich seit Mitte März ein Beschäftigungsverbot habe und mein Arbeitgeber dies vor Gericht bestätigt haben wollte (war keine schöne Sache) möchte ich in diesem Betrieb nach dem Mutterschutz nicht mehr arbeiten.

Auch werden wir spätestens Anfang nächsten Jahres umziehen, so dass ich dort wegen der Entfernung garnicht mehr arbeiten könnte.

Theoretisch hätte ich ja nach der Elternzeit Recht auf Arbeitslosengeld.

Wie sieht es aber aus wenn ich nach dem Mutterschutz kündige? Klar, ich bekomm eine Sperrfrist von 12 Wochen, hab ich danach aber Recht auf Arbeitslosengeld? Und wenn ja, wird das dann an meinem vorherigen Gehalt (400 Euro Job) berechnet, oder gibt es dort Einschränkungen (weil ich ja wegen dem Kind nicht mehr volle 8 Stunden täglich arbeiten könnte) ?

Wär um Antworten dankbar

Grüße Corinna

Beitrag von miau2 23.08.07 - 19:02 Uhr

Hi,
warum kündigen? Nimm drei Jahre Elternzeit, such Dir in der Zeit was anderes und kündige dann. Du hast doch Anrecht auf Elterngeld im ersten Jahr, das ist auch nicht weniger als ALG1.

Ja, du wirst eine Sperre bekommen, wenn du selbst kündigst. Wie lange die ist, weiß ich nicht. Evtl. musst du in der Zeit auch die KV selbst zahlen - weiß ich auch nicht genau. Das wäre ein weiterer, dringender Grund, einfach Elternzeit zu nehmen.

Du hast nach der Elternzeit Recht auf Arbeitslosengeld, wenn Dir gekündigt wird. Wenn Du selbst kündigst, dürfte wieder die Sperre gelten.

Zu meiner Zeit wurde das Arbeitslosengeld nur anteilige ausgezahlt, wenn man vorher einen Vollzeitjob hatte und dann auf Teilzeit "umsatteln wollte". Ich denke, das wird heute immer noch so sein.

Arbeitslosengeld I bekommst Du eh nur, wenn Du auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst - willst Du direkt wieder arbeiten? Geht Dein Mann in Elternzeit, oder ist die Kinderbetreuung, vor allem am neuen Wohnort, schon gesichert?

Hm, aus Deinem Posting verstehe ich nicht so ganz, warum nicht einfach Elternzeit für Dich eine Alternative wäre. Du kannst doch während der Elternzeit jederzeit kündigen - wenn du eine Kinderbetreuung und einen neuen Job hast. Das Kündigungsverbot besteht nur für den Arbeitgeber.

Vielleicht habe ich das ja auch irgendwie falsch verstanden #gruebel.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von mami_corinna 23.08.07 - 19:06 Uhr

Hallo Miau2,

erstmal danke für deine Antwort.

Mein Mann meinte das ich während der Elternzeit, auch ein Recht auf Arbeitslosengeld hätte (wenn ich den Job kündigen bzw. ich mit meinem Arbeitgeber einen Auflösungsvertrag vereinbaren würde)

Ich kann mir das halt nicht so ganz vorstellen das ich zusätzlich zum Elterngeld auch noch Arbeitslosengeld bekomme. Deshalb die Frage.

Nein, ich möchte nicht direkt wieder arbeiten gehen, frühestens nach einem Jahr Elternzeit, danach könnte der kleine 2-3x die Woche zur Oma gehen....

Beitrag von goldtaube 23.08.07 - 19:19 Uhr

ALG I steht dir zu, wenn du innerhalb der letzten zwei Jahre mind. 12 Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet hast. Sprich du müsstest einen Job haben wo du über 400 Euro bekommst.

Wenn du also nur einen 400 Euro Job hast, gibt es kein ALG I für dich.

Wenn du einen Job über 400 Euro hättest und in den letzten zwei Jahren mind. 12 Monate gearbeitet hast, dann würdest du bei eigener Kündigung eine 3-monatige Sperre bekommen. Übrigens unter Umständen auch bei einem Aufhebungsvertrag.

Außerdem würdest du während der Elternzeit kein ALG I bekommen, da du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen musst. Und wenn du nicht bereit bist, während der Elternzeit arbeiten zu gehen, gibt es kein ALG I.

Beitrag von miau2 24.08.07 - 12:09 Uhr

Hi,
Elterngeld ist ja quasi eine Leistung, die dafür gezahlt wird, dass ein Elternteil zu Hause bleibt.

ALG I - und darum geht es ja wohl - ist eine Leistung, wenn jemand, der arbeiten kann und will unfreiwillig zu Hause bleiben muss, weil er keinen Job hat. Daher auch die Sperren, wenn du kündigst oder einen Aufhebungsvertrag unterschreibst - denn das ist beides eine freiwillige Arbeitslosigkeit.

Ob bei Euch ein ALG II-Anspruch besteht, weiß ich nicht, da gibt es hier einige, die Euch da helfen könnten. Allerdings könnte auch das Probleme geben, wenn Du Deinen Job kündigst. Keine Ahnung ;-).

Das, was Dein Mann Dir erzählt hat stimmt so halt nicht.

Viele Grüße
Miau2