Mein Sohn, 3, neu im Kiga, läßt keinen an sich ran, resigniert

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von eisbaer78 23.08.07 - 20:34 Uhr

Hallo,
mein Sohn (ist im Juni 3 Jahre alt geworden) geht jetzt die 2. Woche in den Kiga. Wir sind Anfang Juni in eine neue Stadt umgezogen, ca. 600 km von zu Hause - seinen Freunden, Verwandten, seiner Krabbelgruppe etc. entfernt. Wir haben ihn in den Umzug miteinbezogen und hatten auch den Eindruck, dass er sich hier wohlfühlt - er hat auch nie seinem alten zu Hause nachgetrauert und hat hier viel Spaß, da wir nur 5 min. bis zum Strand brauchen. Soziale Kontakte haben wir noch nicht sehr viele aufgebaut (außer zur Nachbarschaft, da gibt es ein 1-jähriges Kind und ein 12-jähriges Kind, mit dem er gern und gut spielt) Er war schon in seiner Krabbelgruppe "zu Hause", in die er 2 Vormittage ging seit er 1,5 Jahre ist, eher ein "Einzelgänger", der lieber allein spielt, aber er hatte eine "Freundin", mit der wir uns auch privat zum spielen getroffen haben und noch 2 Kumpels in seinem Alter, mit denen er regelmäßig gespielt hat.
Nun geht er seit 13.8. in den Kiga und die ersten 3 Tage hat er geweint als ich weg bin, das klappt jetzt schon viel besser, aber er lehnt alles ab: Er will nicht mit der Erzieherin auf Toilette-er hält solange ein, bis ich da bin und mittags mit ihm gehe, er will nicht gemeinsam in der Gruppe frühstücken, er will nicht mitspielen, er sagt immer nur "ich will nicht" - seit ca. 3 Monaten hat er auch einen fiktiven, unsichtbaren Freund, mit dem er ständig spricht und von dem er mir auch erzählt.... Dann ist noch auffällig, dass er ständig eine Art "eigene Sprache" spricht und auch darin schimpft... Ich muss noch erwähnen, dass er mit allem sehr früh war: Er fing an seinem 1. Geburtstag an zu reden, hat ein Riesenwissen für einen gerade 3-jährigen, merkt sich alle Zitate - auch aus dem TV (er darf am Tag ca. 30 min. Kinderprogramm sehen oder ein Stück einer DVD (Michel aus Lönneberga z. B.) - die Erzieherin hat mich auch schon angesprochen, dass er sich sehr gewählt ausdrückt, ein Riesenwissen hat - was Natur angeht - und manch 5-jährigen voraus ist... - ich bin total verunsichert und weiß nicht, wie ich meinem Sohn in der momentanen Lage helfen kann, sich im Kiga-Alltag mit einzubringen, mit anderen Kindern zu spielen - außerdem habe ich Angst vor Dezember, wenn sein Geschwisterchen zur Welt kommen wird... Dann wird alles noch schwieriger für ihn... Wer von Euch hat ähnliche Erfahrungen gesammelt? Mir ist klar, dass er die letzten Monate viel mit erlebt hat und das alles verkraften muss, das braucht Zeit, aber diese "Aussetzer" wenn er total resigniert und auch anderen gegenüber aggressiv wird, machen mich echt fertig. #gruebelBin über jede Hilfestellung und jeden Hinweis dankbar. Gruß, Eisbaer78

Beitrag von winni80 23.08.07 - 21:18 Uhr

Dein Kind ist erst seit 2 Wochen in diesem Kindergarten. Lasse ihn noch 2 - 3 Wochen Zeit. Veruche mit ihm zu reden, was mit ihm los ist. Aber nicht hinsetzen, sondern auf spielerische Art. So mache ich das, wenn mein Sohn probleme zu haben scheint und es wirkt wunder.

Beitrag von eisbaer78 24.08.07 - 10:25 Uhr

Danke, Du hast ja Recht. Hinzu kommt ja auch noch, dass wir seit 4 Wochen permanent Verwandtschaft zu Besuch haben und mein Sohn daher auch keine wirkliche Routine mehr hat... Ständig ist man unterwegs, zeigt den Leuten die neue Umgebung, er hat kein Zeitgefühl mehr... War auch total unglücklich von uns, gerade in der Anfangsphase vom Kiga den Besuchswünschen nachzugeben - dauernd war jemand anderes dabei, als wir ihn hingebracht haben oder abgeholt... Da sind wir wahscheinlich selbst dran Schuld...
Wir gehen die Sache jetzt mit Ruhe und Ritualen an, vielleicht wird's dann besser... Danke nochmal!

Beitrag von eriksmama 24.08.07 - 08:11 Uhr

Lass ihm noch etwas Zeit. Er hat ja eine große Umstellung hinter sich mit dem Umzug. Dein Sohn gehört sicher zu denen, die sich nur auf wenige Personen fixieren und er sucht sich seinen Bezugspersonen genau aus,egal ob jetzt bei Erzieherinnen oder anderen Kindern. Bei meinem ist das nämlich auch so.Der war auch 3 bei unserem Umzug und hat auch beim Kiga Schwiereigkeiten gehabt.

Beitrag von snowwhite1974 24.08.07 - 10:36 Uhr

Hallo,
ich denke auch, lass ihm zeit. Mein Sohn hat 6 Monate (!) nur still dabeigesessen und so gut wie nix gesagt oder mitgemacht. danach hat er richtig losgelegt und wurde so etwas wie der chef von allem... die erzieherinnen meinten, es gäbe halt kinder, die gern erstmal die sozialen strukturen studieren und dann, wenn sie den durchblick haben, sich miteinbrigen. meiner wusste zum beispiel über alles bescheid, wer mit wem spielt, wer mit wem krach macht, wen man wodurch beeindrucken kann etc. die letzten zwei jahre im kiga war er dann "rädelsführer" und jetzt in der schule gibt es keinen geburtstag, wo er nicht eingeladen wird.
ich denke es gibt kinder, die sind halt keine gruppentypen oder brauchen länger. so lange er nicht den ganzen tag heulend in der ecke sitzt und auch zuhause nicht unglücklich wird, würde ich es einfach laufen lassen. und mit dem baby muss man dann halt sehen, ich denke es ist für alle zu beginn schwierig. meine sind 4 jahre auseinander und der große ist immer noch eifersüchtig!!

Beitrag von amorvincitomnia 25.08.07 - 14:39 Uhr

Hast Du die Vermutung, dass er hochbegabt sein könnte? Klingt so, als könntest Du Recht haben. Das lässt sich aber derzeit noch nicht feststellen, dafür ist er noch zu klein. Die eigene Sprache ist seltsam, vor allem in Kombination mit dem hohen Intellekt. Es gibt Krankheiten mit diesen Verhaltensweisen. Wäre es mein Kind, würde ich beim Kinderarzt dies ansprechen, natürlich ohne seine Anwesenheit. Falls der keine Ideen hat, was man tun kann, würde ich mich ans Gesundheitsamt wenden, damit der Kleine eventuell schon jetzt richtig gefördert werden kann. Es klingt, als sei er ganz einsam und traurig, spielt mit deutlich jüngeren und deutlich älteren Kindern, hat einen unsichtbaren Freund... Es gibt Programme im Kindergarten, die heißen "Einzelintegration", das sind spezielle Plätze für Kinder, die in Gruppen Schwierigkeiten haben. Vielleicht wäre das etwas für ihn? Man muss so einen Platz allerdings sehr früh beantragen, sie sind begehrt und teuer (die Kosten übernimmt das Sozialamt). Euer Kind bekäme dann täglich einige Zeit eine speziell ausgebildete Kraft zur Seite, die ihm hilft, sich in die Gruppe einzusortieren. Ich denke, Du machst Dir Deine Sorgen zu Recht, mir tut das Kind schon beim Lesen sehr Leid! Klingt, als wärest Du eine sehr nette, liebevolle Mutter. Ihr findet bestimmt eine Lösung.