Alleinige Sorgerecht. Kids absichern....Wie???

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von leoni24 23.08.07 - 22:02 Uhr

Hallo,

ich bin alleinerziehend und habe das alleinige Sorgerecht. Beide sind nun schon fünf Jahre und er hat bisher noch kein Unterhalt gezahlt. Er hat keinerlei Intresse an seine Kids. Obwohl er vor einem Jahr dem Richter gesagt hat ich würde ihm die Kids verweigern. Auch nach dieser Verhandlung bis zum heutigen Datum kam mal wieder nix von ihm.

Nun meine Frage , wie sichert Ihr Eure Kids ab, wenn man mal vom schlimmsten ausgeht. Damit meine ich, wenn ich als Mutter verunglücke bzw sterbe.

Ich habe zwar Versicherung und auch einen Bausparvertrag und habe nur meine Eltern eingesetzt im Fall meines Todes.

Eine Vollmacht wegen den Kids habe ich auch zu Hause liegen, wieso weshalb die Kids zu meinen Eltern kommen sollen und wieso nicht zu ihm, da er ja kein Intresse hat und sie ihn überhaupt nicht kennen.

Ich möchte auf keinen Fall das er sich das Geld unter den Nagel reißt. Und es vielleicht für sich ausgibt.

Ich habe die Versicherungen nur abgeschlossen, damit meine Kinder später etwas haben, bzw. das meine Eltern nicht finanziell am Boden sind . Weil Unterhalt zahlt er ja nicht.

Wäre es besser, dass alles noch mal beim Notar zu machen?

Noch ein Thema, mal angenommen man man zieht mit einem Mann wieder zusammen und heiratet vielleicht diesen Mann mal....und es passiert was...wie kann man das dann machen.? Auf was muß ich achten. Ich dachte dann das ich ihn als Vormund einsetze und er das Finazielle für die Kids macht bis sie 18 Jahre alt sind. Dieses aber falls er ran geht nur mit Belegen, Gründe wieso er davon Geld braucht ran gehen darf.

Ist das zu hoch gegriffen zu unverschämt. ????

Ich habe nicht vor, zu gehen wenn meine Kids noch minderjährig sind..aber man weiß ja nie. Und ich möchte das schon alles abgesichert haben.

Habt Ihr Euch da schon mal Gedanken darüber gemacht und wie habt ihr das gelöst.

Vielen Dank

LG
Leonie

Beitrag von lollorosso71 23.08.07 - 22:30 Uhr

§ 1680 BGB
Tod eines Elternteils oder Entziehung des Sorgerechts
Buch 4 (Familienrecht)
Abschnitt 2 (Verwandtschaft)
Titel 5 (Elterliche Sorge)



(1) Stand die elterliche Sorge den Eltern gemeinsam zu und ist ein Elternteil gestorben, so steht die elterliche Sorge dem überlebenden Elternteil zu.

(2) Ist ein Elternteil, dem die elterliche Sorge gemäß § 1671 oder § 1672 Abs. 1 allein zustand, gestorben, so hat das Familiengericht die elterliche Sorge dem überlebenden Elternteil zu übertragen, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht. Stand die elterliche Sorge der Mutter gemäß § 1626a Abs. 2 allein zu, so hat das Familiengericht die elterliche Sorge dem Vater zu übertragen, wenn dies dem Wohl des Kindes dient.

(3) Absatz 1 und Absatz 2 Satz 2 gelten entsprechend, soweit einem Elternteil, dem die elterliche Sorge gemeinsam mit dem anderen Elternteil oder gemäß § 1626a Abs. 2 allein zustand, die elterliche Sorge entzogen wird.

soll heißen: da er nie sorgerecht hatte, würde er die kinder nur bekommen, wenn es ihrem wohl dienen würde; was unwahrscheinlich ist, wenn sie ihn jahrelang nicht gesehen haben. die großeltern würden das sorgerecht bekommen, sofern sie nicht schon 70 sind und die kinder erst 5; dann würde eher nach jüngeren ersatz-eltern gesucht werden.

heiratest du und bist eine weile verheiratet, bevor du das zeitliche segnest und die kinder haben ihren lebensmittelpunkt bei dir und dem stiefvater, hat er die besten chancen, auch das sorgerecht für die kinder zu bekommen. zumal die kinder dann auch in einem alter sein werden, mitzuentscheiden. entscheiden jedoch wird das ein familiengericht.

wegen des geldes und vormundschaft für den stiefvater weiß ich nicht. der leibliche vater jedoch wird ohne sorgerecht auch an kein geld der kinder kommen (es sei denn, er stirbt auch und die kinder müssen seine beerdigung bezahlen, aber davon hat er ja dann nicht mehr allzuviel).

ich für meinen teil bin erleichtert, dass mein ältester im falle meines ablebens nicht zu seinem erzeuger muss; die anderen beiden kommen dann wegen gemeinsamen sorgerechtes eh zu ihren vätern und mein sohn wird sich zwischen den beiden entscheiden müssen. oder dürfen. da hab ich nichts weiter festgelegt.

gruß, lollo

Beitrag von anyca 23.08.07 - 22:30 Uhr

Hier ist ein Link:

http://www.hr-online.de/website/rubriken/ratgeber/index.jsp?rubrik=3642&key=standard_document_7489870

Zitat:

Wenn die Mutter stirbt
Stößt nur einem Elternteil etwas zu, dann erhält immer das verbleibende Elternteil die Sorge für die Kinder. Wenn also eine Mutter stirbt, bekommt auch dann der Vater der Kinder das Sorgerecht, wenn er vorher nur wenig oder keinen Kontakt zu den Kindern hatte (§ 1680 BGB Abs. 2) Einzige Einschränkung: das Wohl des Kindes. Wenn Alleinerziehende im Falle ihres Todes lieber hätten, dass das Kind zu den Großeltern oder der Patentante kommt, dann muss in einer letztwilligen Verfügung genau aufgeführt sein, warum das Kind nicht zum überlebenden Elternteil soll, sondern zu den Großeltern. Die Ungeeignetheit des überlebenden Elternteils muss detailliert aufgelistet werden. Nur bei schwerwiegende Gründen wird das Vormundschaftsgericht gegen das überlebende Elternteil entscheiden.

Können Großeltern die Kinder bekommen?
Theoretisch ja. Wichtig ist, dass die Großeltern gesund und möglichst jung sind. Die Großeltern dürfen in jedem Fall nicht älter als 75 Jahre sein. Bei den Großeltern ist zu überprüfen, ob sie dieser Aufgabe kräftemäßig tatsächlich noch gewachsen wären. Ein Kleinkind wird kaum zu seiner 72 Jahre alten Oma kommen, weil damit gerechnet werden muss, dass die Oma stirbt, bevor das Kind erwachsen ist.

Beitrag von lollorosso71 23.08.07 - 22:34 Uhr

besagter § 1680 ist nicht wirklich richtig zitiert in diesem artikel. darin steht: ein vater mit sorgerecht bekommt immer die kinder, ein vater, der mal sorgerecht hatte, bekommt sie, sofern nichts dagegen spricht und ein vater, der nie sorgerecht hatte bekommt sie nur, wenn einiges dafür spricht. ein vater, der nie sorgerecht und keinen nennenswerten kontakt hatte, wird nach dem § auch nicht die kinder bekommen. weil das dann sicher nicht dem wohle der kinder entsprechen würde.

gruß, lollo

Beitrag von amely_09 23.08.07 - 22:59 Uhr

hallo leonie-

die thematik wurde gestern in einem thread erwähnt.... juliafranziska hat einen guten link genannt, die seite heißt "umstaendehalber.de"

dort wird die sache mit dem testament super erklärt, auch welche kniffe und tricks es gibt, und wie man ein testament aufsetzen muß, damit es im falle eines falles auch wirkt.

ganz interessant: selbst wenn der vater das sorgerecht erhalten würde, kann man testamentarisch die verwaltung des materiellen erbes ausschließen, und eine person des vertrauens als vermögensverwalter für das erbe einsetzen.

aber lies dir die seite mal durch, da findest du genaueres.

lg,

amely