suizid meines vaters fragen über fragen

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von danibln 24.08.07 - 09:50 Uhr

Mein Vater litt untr unheilbarem,vortgeschrittenem Lungenkrebs.Er baute innerhalb kürzeszter zeit so sehr ab,war schwach und sehr dünn.einen tag vor der ersten chemo ist er einfach aus dem krankenhaus abgehaun.ich weiss nicht genau warum.am telefon war seine stimme extrem zittrig und er stotterte sogar.einen tg danach wollte er das ich für ihn lebensmittel einkaufe,aber ich konnte hier nicht weg und er bat meine schwester,die es zwischen ihren dingen schon,mit ihrem mann einkaufen war.sie brachte es schnell hoch,stllte es in die küche und ging wieder,weil sie keinen parkplatz hatten und sich beeilen mussten.er war ganz normal wie immer,keinerlei anzeichen das er sich etwas antun würde.ich habe noch mit ihm telefoniert und wir haben uns für den nächsten tag verabredet.abends wollte ich nochmal anrufen,aber nieman ging ran(er wohnte alleine).ich dachte das er schläft....morgens noch mal angerufen und immernoch keiner dran gegangen...ich schrieb sms,keine antwort.dann rief ich ihn auf handy an,das handy war aus.da machte ich mir sorgen...ich schickte meinen mann zu ihm...aber niemand machte auf.der fernsehr lief....wir dachten das er vielleicht rückfällig wurde er war alkoholiker....aber selbst da hätte er sich gemeldet...also ging mein mann mit meinem schwager noch mal hin.wir haben ja einen schlüssel gehabt....als sie aufschlossen lag er blutüberströmt auf der coutch....den abschiedsbrief fand die polizei auf der coutch,neben oder unter ihm.darin stand nur kurz und siemlich unleserlich das er nicht mehr konnte uns alle liebt und eine zeit,als er warscheinlich sich das leben nahm.er schnitt sich die pulsadern auf,aber das klappt wohl nicht...spätrer erfuhren wir das er sich einmal direkt ins herz gestochen hat.und dann noch ein weiteres mal wo das herz nur getroffen wurde...es sah aus als hatte er vorher gesessen und ist zur seite gekippt.keine aufgerissenen augen...sie waren wohl fast zu.
eine flsche alk stand auf dem tisch,aber er hatte nicht getrunken,seine tabletten gegen schmerzen lagen dort,aber auch die nahm er nicht.selbst die kaffeetasse stand noch da.es war wohl eine kurzschlussreaktion....

ich bin heute noch so fertig.es passierte im januar dieses jahres.ich frage mich ständig wie doll er leiden musst,ob es schnell ging,wie starke schmerzen er leiden musste.ob er vll geweint hat,was er dabei gedacht haben könnte....
ich finde keine antworten....ich habe keine ahnung wie lange er kämpfen musste...vll ging es ja schnell...ich hoffe es...weiß denn jemand hier wie lange so ein tod dauert,wie schmerzhaft sowas sein muss....warum hat er solch eine kurzschlussreaktion gehabt....stecker vom tel war raus....wie verzweifelt muss mein papa gewesen sein um soetwas zu tun?ich weiss das es vielleicht der bessere weg war aber ich komme bis heute nicht drüber hinweg,weil meine fragen unbeantwortet bleiben....

vielleicht kann mir hier jemand helfen?
liebe traurige grüße,dani

Wir,deine 2 Kinder und deine drei Enkelkinder,deine ex Frau,sowie deine Schwiegersöhne und Freunde werden dich niemals vergessen!ich werde dich immer lieben,Papa#heul

Beitrag von jamey 24.08.07 - 10:24 Uhr

du, helfen kann dir da leider keiner. auch wenn es danach aussieht, ich denke nicht dass es eine kurzschlussreaktion war.

--> versuch dir vorzustellen dir die pulsadern aufzuschneiden: kannst du das? ich könnte es nicht. der vater meines kindes hat dies 3 mal versucht, er hat nie tief genug geschnitten und dann immer irgendwen angerufen als rettung quasi. dein papa hat sich ins herz gestochen: könntest du dies?

wer sterben will, der stirbt. wäre es eine kurzschlussreaktion gewesen hätte er wohl nach dem versuch des pulsaderaufschneidens oder allerspätestens nach dem herzstich versucht euch zu erreichen, denn spätestens dann wird einem klar: m,an wird sterben. hätte er es nicht gewollt, dann hätte er nicht sterben müssen.

man muss dies mal alles von einer "äusseren" postition versuchen zu betrachten: was hat dein vater im leben erreicht, war er mit seinem leben glücklich? möglicherweise nicht (du sagtest was von alkoholismus), der krebs verursacht bei vielen eine endzeitstimmung, sie wollen die schmerzen und strapazen nicht auf sich nehmen um dann doch zu sterben.

er hat möglicherweise für sich allein kein positives denken gehabt was eine heilung betrifft (möglicherweise hat er ohnehin psychische probleme gehabt, nicht ohne grund rutscht man in eine (alkohol-)abhängigkeit)

die menschen, die sich das leben nehmen, wollen ihren frieden, nicht mehr leiden müssen, die familie nicht mehr belasten. die denken ganz anders als wir "normalen"

der moment des todes bzw. der moment der handlung die den tod mit sich bringt ist für sie in der regel einfach nur erlösung. meines wissens werden im körper stoffe ausgeschüttet die sogar eine art glücksgefühl vermitteln.

nach dem wie du es beschreibst (tel stecker raus z.bsp) wusste er genau was er tut, wollte es auch und wollte nicht gestört werden (wenn die eigenen kinder anrufen kommt man vielleicht von seinem so gewünschten weg ab). er wollte sterben, er wollte erlösung. wenn der tod erstrebenswerter ist als das leben, dann war das leben für den betroffenen kein leben mehr.daher, so schlimm wie alles ist, solltet ihr immer vor augen haben, dass es ihm besser geht, er hat sich und euch schmerzen und belastung erspart.

vielleicht tut euch eine psychologische beratung gut um mit dem thema suizid umzugehen. du merkst viell. dass ich recht "abgeklärt" über dieses thema spreche. der vater meines kindes hat sich gehängt als unser sohn gerade drei monate war, um nicht selbst daran zu sterben musste ich in psychologische betreuung, das tat gut. es hat mir geholfen das thema suizid ein wenig aus der perspektive des toten zu betrachten. von da aus wirkt es längst nicht so düster und bedrohlich schlimm wie für uns hinterbliebenen.

ich wünsche dir und deiner familie ganz viel kraft für alles was kommen mag und für alles was bewältigt werden muss.

Beitrag von sarah722510 24.08.07 - 11:59 Uhr

Hallo Dani,
das ist alles sehr sehr schrecklich#schmoll, versuche nicht nach Antworten zu suchen, vielleicht würde es dir später noch mehr weh tun. Behalte ihn so in deinen Gedanken wie er war, schau nach vorne und Lebe dein Leben weiter.
Es ist schwer ich weiß, aber versuche es!
Nehme dir vielleicht einen Therapeuten mit dem du über deine Sorgen reden kannst und verkriech dich nicht und such nicht nach Antworten.

LG Sarah

Beitrag von danibln 24.08.07 - 12:07 Uhr

ohne die antwortn kann ich es aber nicht verarbeite...das habe ich schon rausgefunden und der vorige beitrag hat schon sehr geholfen.

Beitrag von andreag1302 24.08.07 - 15:25 Uhr

Ich kann dir so gut nachempfinden,die Fragen kommen immer wieder.
Mein Bruder hat sich erhängt...
Ich wollte unbedingt noch seine Leiche sehen alle haben mir abgeraten,weil er wohl so schlimm aussah ( das Seil ist gerissen,er ist in die Tiefe gestürzt),er war relativ gross und hat meiner Meinung nach überhaupt nicht in den Sarg gepasst,deshalb bin ich heute noch überzeugt davon das er nicht darin lag,aber da er bzw.der Sarg verbrannt wurde,kann ich es nicht mehr nachvollziehen,sonst würde ich ihn so war ich hier sitze ausgraben und anschauen,glaub mir, weil ich mir jeden Tag und jede Nacht die Frage nach dem Warum stelle.
Er hat sich von allen Fam.Mitgliedern verabschiedet,nur von mir nicht,mein Lieblingsbruder,mein Ein und Alles...
Er war anscheinend nicht gesund,hatte wohl psychische Probleme,litt unter Verfolgungswahn ( laut Briefe und Berichten die wir in der Wohnung fanden),hörte Stimmen die in regelrecht dazu zwangen sich zu erhängen.Eine Frau die mit ihrem Hund früh morgends spazieren ging fand ihn ( die Frau tut mir heute noch leid,wobei nur der Hund ihn fand,die Frau stand auf der Brücke und sah nur einen Schatten liegen,Gott sei Dank)...dann kam der Anruf von der Kripo,zuerst der Verdacht auf Mord....keine Freigabe,der ganze Schlamasel dauerte Tage...bis wir ihn endlich beerdigen durften und doch komm ich nicht zur Ruhe...bei jedem Lied,Bewegungen,Menschen die ähnlich laufen....alles kommt immer wieder hoch...

Und es wird seltsamerweise überhaupt nicht besser,es wird jetzt zwischen dem 25. und dem 28. Oktober 2 Jahre ( das genaue Sterbedatum konnte nicht ermittelt werden)

Ich drücke dich und deine Familie und hoffe das du irgendwann damit fertig wirst...such dir Hilfe...bei mir versteht es keiner...bei mir lacht jeder drüber das ich mir das so zu Herzen nehme( ausser meine Eltern aber die sind alt und werden selber bald sterben).....

Traurige Grüsse Andrea

Beitrag von maxmutti 24.08.07 - 18:47 Uhr

Hallo liebe Dani,
ich weiß wie du dich fühlst. Im April 2004 hat meine Omi sich erschossen.
Das letzte mal das jemand sie lebend gesehen hat war am samstag den 03.04.04 da war sie mit meiner tante einkaufen, für eine Woche und am dienstag hat man sie gefunden mit einem loch im kopf im bett, sie hatte sich schick angezogen und dann...........
sie hat uns keinen brief geschrieben, bis heute weiß niemand warum sie das getan hat
wir waren bei ihrem arzt wir dachten sie wäre krank gewesen und hatte angst vor schmerzen(mein opa ist an krebs gestorben, sehr qualvoll) aber oma war gesund.
manchmal hasse ich sie dafür das sie uns das angetan hat aber natürlich liebe ich sie ich weiß nicht was in ihr vorging, warum sie das getan hat aber sie wird einen grund gehabt haben und da wo sie jetzt ist gehts ihr bestimmt gut.

sie hat es geplant, das gewehr hatte sie fast sechs jahre im schrank stehen, heimlich, sie hatte allen gesagt das gewehr wäre entsorgt worden


Ich denk an Dich fühl mit dir!!!

Mir hat eine Therapie sehr geholfen


Oma *April 2004 ich liebe dich ganz doll

Beitrag von gluecksschnecke 24.08.07 - 20:33 Uhr

Liebe Dani,

deine Fragen kann ich nicht beantworten, aber dein Schicksal teilen.
Mein Vater hat sich letztes Jahr im August erhängt. Er war depressiv, aber das er diesen Schritt gehen würde, hätte keiner geahnt.
Auch bei mir sitzt die Trauer noch tief - auch bei uns war es wohl eine Kurzschlußreaktion, denn er hatte ich sich kurz vorher noch Möhren geschält, um sie zu essen.

Ich habe im Mai diesen Jahres einen Sohn bekommen. Du kannst vielleicht ahnen, wie oft ich mich frage, warum er seinen Opa nie kennenlernen durfte.

Eins weiß ich, unsere Väter müssen unglaublich verzweifelt gewesen sein, dass sie diesen Weg gegangen sind. Das warum kann uns keiner beantworten - aber sie wollten es. Sie wollten es so sehr, dass sie uns Familienangehörigen vergessen haben. Denn Beide wußten wahrscheinlich, dass es für uns Kinder schrecklich ist, unsere Väter so zu verlieren. Daher können wir ihren Wunsch zu sterben nur akzeptieren - denn etwas anderes bleibt uns nicht übrig.

Auch ich werde meinen wunderbaren Vater nie vergessen #kerze.

Für dich und mich hoffe ich auf die Zeit, die das Geschehene etwas weniger schmerzhaft macht #liebdrueck.

Elvira