nackenfaltenmessung,ersttrimesterscreening usw. was alles?????

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von schneggal80 24.08.07 - 10:01 Uhr

Hallo alle zusammen.

Hab da ein großes Problem. Bin Eptileptikerin und ich weiß irgendwie nicht wirklich welche Untersuchungen ich alle machen lassen soll. Meine FA sagt es genügt die Risikoultraschalluntersuchung zu machen ab der 20.SSW. Mein Neurologe allerdings findet ich soll alles machen. Sind die wirklich alle nötig oder heben sich manche sogar gegenseitig auf. Meine Bekannten haben da auch irgendwie alle andere Meinungen.

Vielen Dank schon mal im vorraus.
#herzliche Grüße und ein schönes WE

jasmin + #paket 11+2

Beitrag von ladyalia77 24.08.07 - 10:30 Uhr

Hm,
also mein Bruder ist auch Epileptiker und bei ihm weiß ich, daß er eine nicht vererbbare Form hat. Soll deswegen alles untersucht werden, um eine erbbedingte Epilepsie zu erkennen? Oder nimmst du zur Zeit Medikamente ein, die nicht so gut für das Ungeborene sind? Oder ist es schädlich für deinen Wurm, wenn du Anfälle hast?

Also ich würde die ganzen Untersuchungen davon abhängig machen, inwieweit deine Epilepsie Einfluß auf deinen Wurm haben kann (kenn mich da nicht aus, mein Bruder ist halt ein Mann und kann nur Mitschwanger werden :-)).

Wenn es "nur" darum geht, eine Epilepsie beim Embryo auszuschließen/zu erkennen, würde ich echt nur das nötigste machen. Wenn du allerdings Ängste hast, würde ich doch alles machen, denn die untersuchungen müßten ja in deinem Fall komplett von der KK übernommen werden . Wobei Fruchtwasseruntersuchung...ich weiß nicht. Fehlgeburtrisiko gibt es da, wäre mir zu riskant. Wie du siehst, auch ich bin hin und her gerissen :-).

Es ist wirklich schwer, wenn dein Neurologe aber meint, du solltest alles machen und du ihm vertraust, dann mach bitte alles. Dann bist du entspannter, wenn alles ok ist!

Alles liebe und Gute euch beiden!
lg
Janine 12+3

Beitrag von flocke1978 24.08.07 - 11:00 Uhr

Hallo Zusammen,

also erstmal möchte ich ganz klar sagen, dass Epilepsie generell nicht vererbbar ist.

Was vererbt werden kann, ist eine gewisse Neigung einen epileptischen Anfall zu erleiden.

Das ist aber ganz was anderes.

Prinzipiell hat jede werdende Mutter ein Risiko von 1 % dass ihr Kind einmal Epilepsie bekommt.

Dieses Risiko kann abhängig von der Epilepsieform bei Epileptikerin auf bis zu 10 % erhöht sein. Wenn beide Elternteile Epilepsie haben auf bis zu 15 %.

Wobei man aber auch sagen muss, dass 10 % der gesamten Bevölkerung eine erhöhte Anfallsbereitschaft haben und nur 1 % eine behandlungsbedürftige Epilepsie entwickeln.

Außerdem kann man Epilepsie heutzutage extrem gut behandeln, so dass gerade die idiopathischen Epilepsien, bei denen man von einer erblichen Komponete ausgeht, duch Medikamte bei 80 % der Patienten zu Anfallsfreiheit führen. Durch 2-3 Medikamten kann diese Quote sogar noch auf 90-95 % gesteigert werden.

So, nun aber genug davon, wollte nur mal mit den Vorurteilen aufräumen :-)

Sorry, aber liegt mir am Herzen :-)

Nun zur Frage.

Auf Epilepsie kann man gar nicht screenen. auch eine Fruchtwasseruntersuchung wird dir diesbezüglich nichts bringen.

Bei der NT-Messung ebenso wie bei der Fruchtwasseruntersuchung geht es um die Trisomien. Also um die Chromosomenauffälligkeiten.

Ich fand die NT-messung gut und würde sie vermutlich wieder machen. Aber sei dir bewusst, dass Du nur ein Risiko erhälst. Sprich, es werden Alter, NT-Dicke, und Serumwerte in einen PC eingegeben und es wird dir errechnet wie hoch das Risiko ist, dass dein Kind eine trisomie hat.

Also ein Wert der dir sagt, dass bei diesen Werten so und so viel Frauen ein Kind mit Down Syndrom bekommen haben.

Die FWU bringt darüber gewissheit.

Das hat abern ichts mit Epi zu tun. Du hast, wenn du medis nimmst ein höheres Risiko auf Fehlbildungen, aber nicht auf Trisomien.

Ich finde was Du auf alle Fälle machen lassen solltest ist die Feindiagnostik :-)

Da wird geschaut ob ggf. Fehlbildungen wie Lippen-Keifer-gaume-Spalte, Spina Bifida oder Herzfehler vorliegen.

So, nun aber genug :-)

Alles Gute Flocke

Beitrag von s_a_m 24.08.07 - 12:37 Uhr

Die Wahrscheinlichkeit für körperliche Fehlbildungen beim Kind (insbesondere Spina bifida aperta und Spaltbildungen im Gesicht, z.B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalte) wird offenbar durch bestimmte Wirkstoffe in Medikamenten zur Epilepsiebehandlung erhöht. Da es sich um körperliche Besonderheiten handelt, ist der Ultraschall das diagnostische Mittel der Wahl. Die Chromosomen des Kindes verändern sich weder durch die Epilepsie der Mutter noch durch Medikamente, die sie einnimmt.

Zu empfehlen „Machen Sie alle Untersuchungen, die angeboten werden“, ist daher so pauschal nicht sinnvoll. Höchstens für den Geldbeutel der ÄrztInnen ;-) Da ist dein Gynäkologe schon faktenorientierter, wenn es die Risikoultraschalluntersuchung (ich nehme mal an, der meint den Feinultraschall) empfielt und sonst keine Verwirrung stiftet.

Es sollte darum gehen, was bei dir ganz individuell sinnvoll ist und vor allem was du persönlich wichtig findest. Das fängt an bei der Frage: Willst du statistische Wahrscheinlichkeitsberechnungen (wie man sie bei Nackentransparenzmessung / First-Trimester-Screening / Triple-Test bekommt) oder eine diagnostische Untersuchung? Willst du etwas über die Chromosomen deines Kindes erfahren (wie das durch die Chorionzottenbiopsie und die Amniozentese möglich ist) oder die körperlichen Eventualitäten abgeklärt wissen (was durch den [Fein-]Ultraschall geht)?

Für bestimmte Stichworte (Nackentransparenzmessung, Triple-Test, Amniozentese, Chorionzottenbiopsie usw.) ist die Urbia-Suchfunktion meist eine gute Fundgrube für viele Meinungen und Erfahrungen von Schwangeren.

Vielleicht auch interessant?

Etwa 1 % aller Schwangeren haben Epilepsie. Die Mehrzahl dieser Schwangerschaften verläuft komplikationslos und es werden gesunde Kinder geboren.
http://www.epilepsie-forum.de/deutsch/Ratgeber/Epilepsie%20bei%20Schwangerschaft/page.html

Schwangerschaft bei Epilepsie ist meist problemlos. Ultraschall genügt zur Pränataldiagnostik / Gegen Anfälle sollte ein nicht-teratogenes Mittel niedrig dosiert werden
http://www.aerztezeitung.de/docs/2002/05/29/098a1101.asp

Epilepsie: Niedriger IQ nach pränataler Valproat-Exposition
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=105491

Schwanger trotz Epilepsie? Nur Mut! - Ein Erfahrungsbericht
http://www.geburtskanal.de/index.html?mainFrame=http://www.geburtskanal.de/Wissen/S/SchwangerTrotzEpilepsie1.php&topFrame=http://www.geburtskanal.de/Advertising/BannerTop_Random.html?Banner=

Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von kathrincat 24.08.07 - 13:47 Uhr

ich habe keine zusatzleistung machen lassen wie nackenfaltenmessung ist mir zu ungenau und nur eine stat. berechnung und eine fruchtwasseruntersuchung hätte ich nie machen lassen. die ultraschall untersuchungen die die kv zahl reichten meines erachtens aus und wenn dem fa was nicht geheuer ist wird so wie so getestet. es ist halt alles mit geldverdienen verbunden nackenfaltentest 200euro, extra ultras.50 euro.............

Beitrag von schneggal80 25.08.07 - 16:58 Uhr

#herzlich#herzlich#herzlich Dank an alle.
Ihr seid wirklich super. Danke für die vielen und informativen Anworten. Bin froh das es wenigstens ein paar Leute gibt die sich damit auskennen wenn ich schon null Ahnung hab ;-)

Wünsch euch noch ne schöne Kugelzeit
#danke und #liebdrueck