Kann-Kinder

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von crissi27 24.08.07 - 11:39 Uhr

Hallo ,
ich wollte mal Meinungen sammeln zum Thema Kann-Kind Einschulung..
nächstes Jahr ist der Stichtag für die Schulpflicht 30.September, meine Tochter wird 5 wochen später 6 jahre und von Ihrem Wissen- und Fertigkeitsstand mach ich mir keine Gedanken daß sie in die Schule kann... aber es gibt ja VOR ALLEM diese soziale Komponente, daß es einiges an älteren Kindern dann dabei gibt, daß die Klassen ja nicht gerade klein sind usw usw.. ich wollte mal wissen was es da bei Euch so für Erfahrungen und Meinungen dazu gibt...
#blume

Beitrag von laetitiajosephine 24.08.07 - 12:48 Uhr

Ich würde sagen, melde Sie einfach an, je nachdem, wo ihr herkommt, ist ja irgendwann die Schuluntersuchung und dementsprechend wird sie eben eingeschult oder nicht. Bei uns war es ein Riesenakt, sie einzuschulen (sie ist wegen vier Tagen über dem Stichtag KannKind), weil sich irgendwie alles gegen uns gestellt hat (KiGa, Schule, Schulamt), nur wir als Familie, ihr Arzt und der schulpsychologische Dienst haben den entscheidenden Druck ausgeübt. Mal sehen, wie es wird, morgen ist Einschulung#huepf

Ich hätte mir das aber vor einem Jahr noch nicht träumen lassen, dass ich sie einschulen lasse, erst im Winter hat sie einen enormen Entwicklungsschub bekommen und fing an, aus Buchstaben Worte zu lesen und Zahlen zu rechnen. Seitdem ist der Trend geblieben. Die "soziale" Sorge hab ich auch. Schließlich sind einige Kinder schon sieben:-( Aber die Lehrerin ist mir sehr sympathisch und hat mir da doch ein paar Ängste genommen.

Beitrag von zelda 24.08.07 - 12:49 Uhr

Hallo!
Ich bin Grundschullehrerin und unterrichte immer Erst- und Zweitklässler im Wechsel.
Ich hab mit Kann - Kindern eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht. Es werden ja auch nur die Kann - Kinder eingeschult, die auch wirklich in den Augen der Eltern, Kindergartenerzieher und Schulleitung schulreif sind.
In meiner letzten 1. Klasse hatte ich einen Jungen, der sogar erst im April 6 Jahre alt wurde.
Er war schon mit Abstand der Kleinste und hatte etwas Probleme, mit der Geschwindigkeit der anderen mitzuhalten, jedoch hat er seine Sache gut gemacht und wurde von seinen Mitschülern in keinster Weise untergebuttert, sondern als ebenbürtiger Mitschüler akzeptiert.
Da Deine Kleine bereits im November 6 wird und Du für sie keine Probleme siehst, würde ich den Schritt wagen... Aber rede doch auch noch mal mit den Erzieherinnen, falls Du das nicht schon getan hast!

Liebe Grüße

Zelda + Max *29.9.2006

Beitrag von crissi27 24.08.07 - 17:17 Uhr

Danke fürs Mut machen.. besonders von einer Lehrerin.. ich projeziere da wohl sehr die Probleme die ich in den ersten beiden Schuljahren hatte mt rein in das Problem und muß mich immer wieder daran erinnern daß meine Kleine WEIT selbstbewußter ist als ich es war...
Ich will auf jeden Fall einen Termin mit den Erzieherinnen machen , die Kigaleiterin (obwohl selbst nicht begeistert von der idee) sagte daß die Grundschullehrerin im Januar die Schulanfänger zusammen nimmt und daß meine Tochter da dann mit kann daß sie sich eine Meinung bildet. Ich mag sie ehrlich gesagt jetzt noch nicht anmelden, da denkt sie dann sie ist große Schulanfängerin und wenn ich sie dann doch nicht in die Schule schicke ist sie traurig..frustriert..

Beitrag von dimi 25.08.07 - 13:18 Uhr

Hallo,

wir haben unseren Sohn dieses Jahr (obwohl er schon lesen kann) zurückstellen lassen. Er war gerade noch ein Muss-Kind (am 20.9. geboren, Stichtag 30.9.), es gab mehrere Gründe dafür.

Erstens ist er grad mal 107cm und 15 kg, da wiegt ja schon die leere Schultasche mehr als die empfohlenen 10% des Körpergewichts.
Dann hatte er graphomotorische Schwierigkeiten und bekam Ergotherapie.
Im psychosozialen Bereich war er auch noch nicht so weit - gerade was Frustrationstoleranz und Einordnen in eine Gruppe betrifft.

Ich bin auch GS-Lehrerin, hab also schon viele Erstklassler gesehen - und unser Sohn war für mich einfach noch kein Schulkind. Erzieherin und Schularzt waren zum Glück meiner Meinung.

In unserem Fall (er ist hochbegabt) kann es durchaus sein, dass er dann später mal eine Klasse überspringen wird.
Aber im Moment wäre die Schule ein Drama geworden.

Ich kann dir auch nur raten, mit den Erziehern und Lehrern zu sprechen. Wenn du sie für die Schule anmeldest, muss sie ja sicher als Kann-Kind ins Schulspiel.
Bei uns gibt es außerdem bei der Caritas Schulreifetests - erkundige dich doch da auch mal.

Wie schätzt du denn deine Tochter ein? Mal abgesehen von der Intelligenz...
Will sie in die Schule? Ist sie kräftig genug, 5 Stunden Unterricht und dann noch Hausaufgaben durchzuhalten? Frustrationstoleranz vorhanden? Auftreten in/vor ner großen Gruppe? Selbstbewusstsein?

#herzlich dimi

Beitrag von laetitiajosephine 26.08.07 - 16:11 Uhr

Wie macht ihr denn das mit dem Lerndrang des Kleinen? Meine Maus wurde grad als Kann-Kind eingeschult, weil ich eben der Meinung bin, dass sie grad das richtige Interesse am Lernen hat und ein weiteres Jahr KiGa sie zwar im sozialen Bereich gefördert haben könnte (selbst das ist nicht unbedingt der Fall, da sie nunmal von ihrer Natur her ruhig ist etc), aber was das Lernen angeht, gibt es keine Fördermaßnahmen an unserem KiGa und ich kann dafür auch nicht herhalten, weil ich dazu einfach mal nicht in der Lage bin. Soll heißen: ich hätte Angst, dass sie sich Sachen angewöhnt, die später schwer zu revidieren sind, Schreibweise, Rechenwege etc. Deswegen würde ich gern wissen, wie ihr das bei euch jetzt handhabt. Lernt er bei euch? Gibt es vielleicht die Möglichkeit für ihn, gleich in die zweite Klasse eingeschult zu werden nächstes Jahr?

Übrigens war auf unserer Einschulung auch ein Junge nichtmal 110 cm groß, ich hätt ihn auf maximal vier Jahre alt geschätzt.

Beitrag von dimi 27.08.07 - 08:45 Uhr

Nun, Lesen und Schreiben hat er sich selbst beigebracht und beim Rechnen achte ich halt immer drauf, dass er sich ne bildliche Vorstellung macht - also Punkte malt oder nen Abakus (diesen Rechenschieber) nimmt. Sonst kann er nachher mechanisch rechnen, hat aber überhaupt keinen Zahlbegriff...

Sonst werden wir dieses Jahr mit Zusatzaktivitäten überbrücken. Kinderturnen, Besuche im Museum, Schwimmkurs, Kinder-Uni, Musikschule und solche Sachen. Natürlich nicht alles - er soll sich halt das raussuchen, was ihm am meisten zusagt.

Wird sicher stressig (ich hab noch zwei kleinere Kinder, der Jüngste ist grad mal 7 Monate alt), aber es wird gehen.

Wie es dann nächstes Jahr geht, müssen wir dann schauen. Ich denke, er wird normal eingeschult und dann sehen wir weiter.

Ich konnte damals auch mit 4 Jahren schon lesen. Meinen Eltern wurde auch nahegelegt, mich die 2. Klasse überspringen zu lassen. Sie haben sich dagegen entschieden und es ging trotzdem alles gut.

Ich seh dem Ganzen relativ entspannt entgegen. Wenn es soweit ist, werden wir weitersehen.

Ich persönlich finde, das Wichtigste bei der Einschulung ist die Psyche und soziale Reife des Kindes, nicht das Können bzw. die Intelligenz.
Lesen können sie nach Weihnachten alle...

Wenn du der Meinung bist, dass deine Tochter den Schulalltag körperlich meistern wird, sich in der Klasse eingliedern kann (auch vor der ganzen Klasse den Mund aufbekommt, wenn sie was gefragt wird... ;-)) und auch mal Rückschläge verkraften kann, dann versuch es.
Mädchen sind in der Entwicklung eh meist etwas weiter als Jungs in dem Alter.

lg dimi

Beitrag von laetitiajosephine 27.08.07 - 10:59 Uhr

Genau dieses Programm könnte ich meinem Kind eben nicht bieten, weder hätt ich dafür die Nerven noch die Möglichkeiten, muss ich mal offen zugeben.
Körperlich ist sie zwar schlank, aber von der Größe her gleich auf. Die Erzieher und Ärzte vom Schulamt haben abgeraten, weil sie angeblich nicht die Konzentration hat #kratz (sie konnte sich schon immer auf eine Sache dauerhaft konzentrieren) und weil sie eben nicht der lautstarke Ansager in einer Gruppe ist (das stimmt, aber deswegen zu sagen, sie wirds nicht schaffen#gruebel). Aber in der Schule ist ja jeder einzeln gefordert und das soziale kommt in der Gruppe. Wenn alle sich beeilen, zum Sport zu kommen, wird sie nicht anfangen, irgendwelche Steinchen aufzuheben z.B.
Naja, auf jeden Fall wars für mich alles viel aufregender als für sie. Und ich bin mal gespannt, was sie heute nach ihrem ersten Schultag erzählen wird. :-D

Für mich zählt übrigens mehr das Bauchgefühl. Intelligenz oder soziale Reife kann sich alles spontan nach der Einschulung ändern. Wie man sein Kind einschätzt, das finde ich ausschlaggebend. Denn das gibt man ihm ja auch weiter als Stärke (oder eben als Bremse)...

Schön, dass ihr für euch einen guten Weg gefunden habt! War bestimmt auch schwer.;-)

Beitrag von dimi 27.08.07 - 14:32 Uhr

Ich hab am Schluss schon von IQ-Tests geträumt #augen #hicks, hatte echt schlaflose Nächte deshalb. Gerade weil bei ihm die kognitive und körperlich/psychische Entwicklung so weit auseinanderklaffen...
Ich denke aber, es war die richtige Entscheidung. So hat er z.B. am Ende des letzten Kiga-Jahres von sich aus wieder mit der Vorschule aufgehört, weil er lieber spielen wollte. In die Vorschule mussten wir ihn stecken, weil wir ja nicht wussten, ob die Rückstellung auch durchgeht.

Ich habs ja auch schon geschrieben - ich hatte einfach das GEFÜHL, das ist noch kein Schulkind.
Zum Glück waren alle Beteiligten meiner Meinung.

Ich wünsche euch, dass es für eure Tochter die richtige Entscheidung war - die große Maus wird heute sicher proppenstolz gewesen sein... ;-) #freu #cool

lg dimi

Beitrag von crissi27 27.08.07 - 13:36 Uhr

Danke für die Antwort.. also ich habe heute die Erzieherinnen angesprochen und die haben gesagt daß wir im Okotber/November einen Termin machen und darüber reden.. Und im Januar wird die Kontaktlehrerin sie dann anschauen.. so zumindest habe ich die Planung soweit verstanden, hake da nochmal nach.
Also intelligent genug ist sie mit Sicherheit (wie und wo habt ihr eigentlich Hochbegabung erkannt bzw getestet?)
Klar will sie in die Schule, aber ich denke das ist eher weil das was neues ist, sie ist immer kaum zu bremsen wenns was neues gibt:-D
Sie hat immens Ausdauer wie ich finde, und ist ausgesprochen selbstbewußt. Manchmal ist sie sehr sehr sauer #schwitz wenn was nicht klappt wie sie will, da muß ich sie noch beruhigen bis sie wieder ruhig ist, sie probiert dann aber solange bis das klappt was sie sich da vorgenommen hat, ziemlich zielstrebig!! Aber ob das eine hohe Frustrationstoleranz ist?? wie genau definiert sich das denn???

Beitrag von dimi 27.08.07 - 14:23 Uhr

Das klingt mir schon so, als ob sie den Anforderungen gewachsen wäre - aber das ist natürlich schwer aus der Ferne zu sagen ;-).

Die Hochbegabung bei unserem Sohn ist uns schon recht früh aufgefallen. Als er mit 2 Jahren schon alle Zahlen bis 100 lesen konnte (er hat selbst ständig nachgefragt...), kam uns das schon etwas komisch vor.

Im März diesen Jahres hatten wir ihn dann beim Schulreifetest bei der Caritas angemeldet. Die Psychologin dort hat dann ein paar Tage später den IQ-Test durchgeführt, nachdem er ihr beim Schulreifetest aufgefallen war.

Frustrationstoleranz ist halt, dass man mit Frustrationen umgehen und sie aushalten kann ohne gleich zu bocken oder alles hinzuschmeißen.
Also Rückschläge hinnehmen, mal beim Spiel verlieren können, es aushalten, wenn die Lehrerin ein anderes Kind drannimmt, obwohl sie es auch gewusst hätte... all diese Dinge.

Diese Planung der Erzieherinnen klingt in meinen Ohren sehr gut.

Ich hoffe dann mal, dass sie zu einem eindeutigen Ergebnis kommen und euch schlaflose Nächte erspart bleiben.
Ich hab am Schluss schon von IQ-Tests geträumt... #augen #hicks

lg dimi