Kinderfrau sozialversicherungspflichtig anstellen...

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Beitrag von 54321 24.08.07 - 13:20 Uhr

Hallo,

heute hat sich bei uns eine liebe Kinderfrau vorgestellt, die auf unsere Tochter aufpassen soll/möchte.

Sie will aber gerne sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden - sprich: auch Ansprüche auf Rente, AL-Geld etc. erwerben bzw. diese beibehalten (denn sie hat bislang immer so angemeldet gearbeitet.).
Nun meinte sie, mit einem 400€-Job wäre dies nicht machbar, da sie dann keine AL-Geld-Ansprüche hat.

Wir fragen uns nun, wie /wo wir sie anmelden müssten und vor allem, wieviel wir dann bezahlen müssen. Von ihren vorherigen Arbeitgebern hat sie immer 10€/h brutto bekommen. Sie sagt, bei dem ausbezahlten Stundenlohn kommt es ihr nicht auf einen Euro an, aber auf die Versicherungen etc. will sie nicht verzichten.

Welche Vorteile/Nachteile hat es denn für uns sie (nicht) als Minijob anzustellen? Können wir das Gehalt (brutto/netto) von den Steuern absetzen?
Wir möchten gerne, dass sie ca. 12 Stunden die Woche die Kleine betreut und ca. 2 Stunden die Woche im Haushalt hilft.

Wie sieht es aus, wenn sie über 15 Stunden/Woche arbeitet? Sie meinte, dann müsste man sowieso sozialversicherungspflichtig anstellen?!?
Ach ja, sie sagte, sie ist über 50 und es gäbe ein Förderungsprogramm oder sowas, das uns evtl. bei der Finanzierung unterstützen würde, da wir sie als älteren Arbeitnehmer dann ja vor der Arbeitslosigkeit bewahren würden.
Wo finde ich mehr Informationen dazu und zu unserer ganzen Problematik?

Herzlichen Dank! Sabine

Beitrag von goldtaube 24.08.07 - 14:10 Uhr

Also erst einmal sollte euch klar sein, dass ihr in dem Fall, dass ihr sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt ebenfalls KV, RV etc. für sie zu zahlen habt.

Beispiel:
Sie hat Steuerklasse I, KV-Satz 13,3 % und bekommt von euch z. B. 600 Euro brutto monatlich. Dann würde sie einen Nettolohn von 506,15 Euro bekommen und ihr hättet insgesamt einen Personalaufwand von 717,30 Euro. Da ihr einen Anteil an KV, PV, RV und AV zahlen müsst.

Das sollte euch zuerst einmal klar sein.

Nein, wenn man über 15 Stunden pro Woche arbeitet, muss man nicht sv-pflichtig anstellen. Es kommt halt auf den Stundenlohn an. Wenn sie 20 Stunden pro Woche arbeitet und z. B. 400 Euro bekommt, dann ist es nur ein Minijob. Der Stundenlohn wäre dann 5 Euro. Wenn sie natürlich 10 Euro pro Stunde verlangt und dann z. B. 20 Stunden pro Woche arbeiten würde, dann wären das bei 80 Stunden im Monat, 800 Euro brutto und aus dem Grund das es über 400 Euro liegt, sv-pflichtig. Ab 400,01 Euro ist eine Beschäftigung immer sv-pflichtig. Egal wieviel Stunden man dafür arbeitet.

Es gibt solche Förderprogramme durchaus, aber es ist eher selten, dass jemand da gefördert wird. Außerdem muss der Arbeitgeber immer bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Du kannst das von der Steuer absetzen. Aber nur 12 % und maximal 2400 Euro. Siehe dazu auch § 35 EStG Abs. 1 Nr. 2
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html

Beitrag von 54321 24.08.07 - 15:16 Uhr

Hallo,

danke dir für deine schnelle, freundliche und kompetente Auskünfte!

Wir haben das jetzt mal für uns durchgerechnet und leider leider (die Frau war wirklich super!!) wird sie aufgrund der Kosten nicht in Frage kommen. 480€ (und das wäre ja das Minimum) sind uns einfach zu viel.

LG Sabine