Gehalt b. Wiedereinstieg in Beruf

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von heson 24.08.07 - 20:47 Uhr

Hallo,

ich bin ziemlich ratlos und brauche dringend jemanden, der sich auskennt. Ich habe knappe zehn Jahre fest und unbefristet im öffentlichen Dienst gearbeitet, bevor ich schwanger wurde. War alles ganz normal bei mir, bin nun in Elternzeit (drei Jahre). Ich habe niemanden, dem ich den "Kleinen" anvertrauen möchte, wenn ich arbeiten gehen würde und für alles andere (KiGa, KiTa, Tagesmutter) ist er mir zu klein. Jedenfalls werde ich mich nach Ablauf meiner Elternzeit (03/08) weiter beurlauben lassen bis 12/08. Das Ganze ist noch nicht in trockenen Tüchern und noch verbesserungsfähig. Jedenfalls - lange Rede kurzer Sinn - teilt mir nun mein Arbeitgeber mit, dass ich durch den neuen Tarifvertrag (TV-L), der in meiner Elternzeit in Kraft getreten ist, nach der Beurlaubung zur Erziehung unseres Sohnes wahrscheinlich weniger verdienen würde als vorher. Es geht da um die leistungsorientierte Arbeit bzw. es würden "kindesbezogene Zusatzleistungen" wegfallen #kratz
Also entweder bin ich jetzt in der Zeit komplett verblödet, oder man ist dort einfach nicht fähig, mir kompetente Auskünfte zu geben. Man verdient doch nicht weniger als vorher??? Was soll ich denn machen, das Kind an die Decke hängen, um arbeiten zu gehen? Ach, und wenn er im Kindergarten ist nächstes Jahre kann ich nicht zu 25% wieder arbeiten???? Ich bin echt kurz davor, zu einem Rechtsanwalt zu gehen. Wie soll ich denn als Laie in diesem Tarifvertrag durchblicken? Ich könne mir ihn ja im Internet ansehen oder mir sonst wo irgendwelche Infos holen, damit war mein Arbeitgeber bei diesem Gespräch fertig mit meinen Fragen. Hilfe, Hilfe, kennt sich hier jemand aus?

Gaaaaanz lieben Dank für eure Antworten!!!!

LG u. schönen Abend

Sonja.

PS: Kind ist heute bei Oma, werden gleich mal feiern gehen, schaue morgen sofort als erstes nach, ob sich jemand auskennt! #fest

Beitrag von __corazon__ 24.08.07 - 21:00 Uhr

Hallo,
nur mit der Ruhe.
Guckst Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tarifvertrag_%C3%B6ffentlicher_Dienst_-_L%C3%A4nderbereich

Stichwort:
Leistungsorientierte Bezahlung (LOB)

"
Ziel der Tarifparteien war die Einführung einer leistungsorientierten Entlohnungskomponente. 8% der Lohnsumme sollen nach einer gemeinsamen Erklärung zukünftig als Leistungsbezahlung ausgeschüttet werden.
(...)
Die Finanzierung dieser Summe erfolgt aus der Kürzung der Jahressonderzahlungen und dem Wegfall der Kinderzulagen. Basis zur Berechnung der auszuschüttenden Summe ist 1% der Gehaltssumme des Vorjahres ohne Einbeziehung der Sonderzahlungen."

Der Arbeitgeber will Dich nicht verschaukeln, sondern bereitet Dich nur darauf vor, dass die Kinderzulage weggefallen ist (und zwar schon seit 01.01.06), stattdessen geht dieses Geld in den Topf für die Leistungsorientierte Bezahlung.

Wenn Du weitere Fragen hast, solltest Du Dich vielleicht mal bei der verdi erkundigen.

Beitrag von heson 24.08.07 - 21:15 Uhr

Du bist mein Held!!!!

Informiert mich verdi denn auch, wenn ich dort nicht Mitglied bin? Also ist das alles gar nicht sooo dramatisch?
Ja, ich will auch keine Panik machen, aber bei uns sind Fehlinformationen an der Tagesordnung. Ich habe hautnah miterlebt, dass Mütter, die zu 50% wieder in den Beruf eingestiegen sind, bewußt falsch informiert worden sind und auch Naivität ihren Vertrag zu 50% gekündigt haben!!!! Ich möchte nur aufmerksam sein und mich nicht auf die Personalabteilung oder mich als Laien verlassen, sondern mich rechtzeitig informieren und meinem Arbeitgeber gewappnet, informiert und in meiner Sache sicher gegenüber stehen können.

Vielen, vielen Dank, schonmal!

Beitrag von klau_die 25.08.07 - 08:37 Uhr

Hi,

wenn Du kein Mitglied der Gewerkschaft bist, hast Du keinen Anspruch auf deren Leistungen. Prinzipiell nciht mal auf die ausgehandelten Bedingungen bei Deinem AG. Das wird im Öffentlichen Dienst wie auch bei meinem großen AG zwar anders gehanghabt, aber einen Rechtsanspruch haben Nichtmitgleider eben nicht.

Dass Du nach Deiner Elternzeit zu den dann aktuellen Bedingungen arbeitest, ist doch klar. In Deinem Schreiben stand ja, dass der Tarifvertrag geändert wurde, das hat ja nichts mit Deiner speziellen Situation zu tun. Bei uns hat sich in den letzten Jahren auch einiges geändert und die Frauen, die aus dem Erziehungsurlaub zurück kommen, haben selbstverstänlich keinen Anspruch auf den "alten Stand", warum auch?

Gruß,

Andrea

Beitrag von __corazon__ 25.08.07 - 09:43 Uhr

Guten Morgen,

anfragen, per Mail oder so, kann man ja trotzdem mal.
Bei Fragen zu der persönliche EInstellungssituation kann einem ansonsten bestimmt auch der Personalrat des Arbeitgebers weiterhelfen, wenn man sich selber unsicher ist.

Ich kenne mich da auch nicht so wirklich aus, aber so würde ich es im Zweifelsfall machen.

LG
corazon

Beitrag von klau_die 25.08.07 - 15:06 Uhr

Hi,

ja sicher kann man anfragen aber ich finde es verdammt dreist.

Die Gewerkschaften finanzieren sich und ihre Leistungen (sowie die Eskapaden der Vorsitzenden...) ja aus unseren Beiträgen. Wer zu geizig ist, die zu bezahlen, sollte meiner Meinung nach dann auch nicht dort angeheult kommen, wenn er sie brauchen könnte!
Schlimm genug, dass Nichtmitglieder von den Verhandlungsergebnissen der Gewerkschaften meist profitieren. Ich zahl monatlich fette Beiträge, deshalb ärgert mich das.

Zum zweiten Punkt: Es ist ja keine Wiedereinstellung sondern ein laufender Arbeitsvertrag. Da verändern sich die äußeren Bedingungen eben, ob man im Erziehungsurlaub ist oder nciht, wenn Tarifverhandlungen laufen. Kolleginnen, die bei uns vor 2 Jahren in Elternzeit gegangen sind zu Zeiten der 4-Tage-Woche und jetzt wieder kommen, nachdem wir seit Januar 4 1/2 Tage arbeiten müssen, können sich auch nicht auf den alten Stand berufen....warum auch?

LG

Andrea

Beitrag von urbani 27.08.07 - 12:39 Uhr

Dann bist du eben falsch informiert!

Ich bin aus der Elternzeit wiedergekommen und hatte die gleichen Bedingungen wie vorher und bekomme diese kinderbezogenen Leustungen als Besitzstand auch weiterhin ausgezahlt. Sollte ich kündigen und woanders im öffentlichen Dienst wieder anfangen, würde ich diese nicht mehr erhalten, aber da mein Vertrag zu Zeiten abgeschlossen wurden, in denen es eben noch diese Leistungen gab, erhalte ich sie, auch wenn ich zwischendurch mal Elternzeit genommen habe!


urbani

Beitrag von heson 31.08.07 - 19:47 Uhr

Hm, ok, also alles in allem bin ich nicht viel schlauer als vorher. Aber es geht bei mir jetzt darum, dass ich ja, wenn ich sofort nach der Elternzeit wieder arbeiten gehe, alles ist wie vorher. Laß ich mich aber beurlauben, d.h. ich nehme Sonderurlaub "aus familienpolitischen Gründen" und steige dann wieder z.B. zu 50 % ein, DANN sollen diese neuen Bedingungen gelten!?

Das ist ja, was mich stutzig macht. Wenn ich nach der Elternzeit sofort 50 % arbeiten gehe, kriege ich eben diese Leistungen und wenn ich mich noch weitere 18 Monate BEURLAUBEN lasse, kriege ich sie nicht??? Find ich echt alles etwas verwirrend ...

Beitrag von urbani 27.08.07 - 12:36 Uhr

Also eigentlich kann das nicht stimmen, was dein Arbeitgeber dir mitgeteilt hat. Ich war selber in Elternzeit bis 13.01.2006 und der neue Tarifvertrag wurde im Oktober 2005 gültig. Mir hat man mitgeteilt, dass ich die kinderbezogenen Leistungen als Besitzstand behalte, solange ich nicht kündige und irgendwoanders eine neue Stelle anfange. Jetzt bin ich schon seit 1 3/4 Jahren wieder am arbeiten und erhalte jeden Monat neben dem normalen Gehalt den Besitzstand für Kinder und das summiert sich bei 3 Kindern ganz schön. Ich darf also niemals kündigen!

urbani