Ist es falsch zu helfen?

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Beitrag von kleinaberfein 24.08.07 - 20:53 Uhr

Hallo,

mir fiel gerade keine gute Überschrift für das ein, was ich eigentlich benennen will. Es geht eher darum, dass ich nach dem heutigen Tag wieder ins Grübeln komme. Ist man heutzutage nichts mehr wert, obwohl man hilft? Sind Leute, die dreist und egoistisch sind besser dran wie helfende Menschen?

Allein heute mein Tag hat mir zu denken gegeben.

Meine sehr gute Freundin ist seit 4 Jahren arbeitslos. Sie bekommt aufgrund ihrer Schwerbehinderung keinen Job. Derzeit ist sie in einer Integrationsmaßnahme für sehbehinderte Menschen, in welchem sie demnächst ein Praktikum absolvieren muss und danach hoffentlich in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen wird.

Alle versuche bisher ein Praktikumsplatz zu bekommen sind gescheitert. Oft hat sie mir gesagt, dass sie gern in meiner Berufssparte einsteigen wollte. Also ergriff ich heute die Chance bei meinem Arbeitgeber und habe gefragt wegen einem Praktikumsplatz.

Ich habe argumentiert und gebettelt und jetzt hat sie den Praktikumsplatz. Bedingung ist, dass ich sie einarbeite. Dafür bekomme ich kein extra Geld oder Stunden, aber ich tue es gern, damit meine Freundin endlich aus der Arbeitslosigkeit heraus kommt. Sie bekommt danach sogar eine Honorarstelle, wenn sie sich beweist.

Also rufe ich an und teile ihr mit, dass sie einen Praktikumsplatz hier haben könnte. Ihre Reaktion war gleich null. Sie muss sich das erst noch überlegen, außerdem weiß sie nicht wie schnell sie an eine Wohnung da heran kommt. Ich bot ihr an, bei uns vorübergehend zu wohnen bis sie was eigenes hat.

Ich habe nochmal das Telefon geschwungen, Kollegen angerufen und habe eventuell auch Aussicht auf eine WG oder Apartment für sie.

Habe sie dann wieder zurück gerufen und ihr das erzählt....keine Freude, nur Gejammer wegen dem ganzen Stress, den sie jetzt hat.

Mal ganz doof gefragt: seit 4 Jahren tröste ich sie, dass ich sie immer unterstützen würde bei der Jobsuche und jetzt wo es endlich klappt, null positive Reaktion.

Zweites Beispiel heute:

Meine Mama lebt von Alg2, lebt sehr sparsam, raucht nicht, trinkt kein Alkohol, lebt sehr bescheiden, so dass sie sehr gut mit dem Geld auskommt. Zusätzlich ist sie seit einem Jahr in einem 1-Euro-Job und hat immer am Ende des Monats was über. Das läppert sich dann alle paar Monate.
Mein lieber Bruder, verheiratet, 1 Kind, arbeitet voll und seine Frau ist in Elternzeit. Beide leben über ihre Verhältnisse. Ständig geht er zu meiner Mutter hin und bettelt um Geld, wo er ihr verspricht, es zurück zu zahlen. Meine Mutter sieht davon nichts wieder.
Jetzt war es so gewesen, dass mein Bruder den Job gewechselt hat. Zum 1.9. fängt er eine neue Arbeit an. Da er aber in seinem alten Job den Jahresurlaub im Voraus schon verbraucht hat, wird ihm das jetzt natürlich vom letzten Lohn abgezogen.

Gestern ging er dann zu meiner Mutter hin und meinte, sie hätten kein Geld mehr für Lebensmittel und um den Monat über die Runden zu bekommen.
Was macht meine Mutter? Rennt zur Bank holt Geld ab und drückt es meinem Bruder in die Hand. Mein holder Bruder ruft mich heute fröhlich an, dass er gerade beim Shoppen sei und sie sich einen neuen Kindersitz für 180€ gerade kaufen werden.

Ich dachte mir platzt der Kragen! Er nutzt unsere Mutter voll aus. Erzählt ihr sie hätten nichts zu essen, kauft aber heute einen neuen Kindersitz.

Und trotzdem er unsere Mutter finanziell nur ausnutzt, sagt diese, dass sie ihm nichts verwehren kann. Sie möchte, dass er gut lebt. Es ist egal, was aus ihr wird.
Mir ist es aber nicht egal, was aus ihr wird. Sie lebt am Existenzminimum. Sie soll sich damit, was zum Anziehen kaufen oder was unternehmen, wenn ihr Geld über bleibt, aber nicht meinem Bruder noch das Geld in den Rachen schieben, der einen Vollzeitjob hat und mit seinen Finanzen nicht auskommt.

Ich krieg echt einen zuviel.

Manchmal denk ich mir, es dankt dir eh keiner, wenn man hilft, also warum der Stress.

Macht ihr auch solche Erfahrungen, oder bin ich hier allein auf diese Welt?

lg
kleinaberfein, die bald keine Lust mehr hat anderen Menschen zu helfen

Beitrag von agostea 24.08.07 - 21:41 Uhr

Als "Falsch" würde ich deine Hilfsbereitschaft grundsätzlich nicht einstufen. Oder es generell als Falsch sehen, zu helfen. Allerdings sollte Hilfsbereitschaft Grenzen haben, da manche Menschen es als leicht übergriffig empfinden, wenn man ihnen Dinge auf dem Silbertablett serviert.
Möglicherweise empfand deine Freundin das so und reagierte deshalb nicht wie erwartet.

Bei der Situation mit deinem Bruder...nun ja....ist schon ätzend, wie er das Ausnutzt, aber zum Ausnutzen gehören immer ZWEI: Einer der Ausnutzt, einer der Ausnutzen LÄSST.#aha Und da deine Muddi damit kein Problem zu haben scheint, würde ich mich raushalten an deiner Stelle.

Gruss
agostea

Beitrag von kleinaberfein 24.08.07 - 21:53 Uhr

Was ist denn daran übergriffig? Das verstehe ich eben nicht. Ich habe mir 4 !!! Jahre als Freundin Tag und Nacht angehört wie traurig sie ist, dass sie keinen Job bekommt. Niemand würde ihr helfen etc...ich habe nur meine Chefin heute mal angehauen, ob sie das Praktikum machen kann.

Ich dachte, dass sie sich freuen würde. Also ich würde mich freuen, wenn ich arbeitslos bin und irgendein Freund an mich denkt bei der Jobsuche und mir dabei hilft.

Ja, das mit meiner Mutter und meinem Bruder ist ein System. Ich halte mich schon die ganze Zeit heraus, aber ich kann mir das Gejammer von meiner Mutter bald nicht mehr anhören, weil alle Ratschläge im Sande verlaufen. Ich habe heute schon zu ihr gesagt, dass sie mir bitte nichts mehr davon erzählen soll, weil ich mich sehr darüber SIE aufgrege. Mein Bruder ist eine saubacke und ego ohne Skrupel.

Beitrag von agostea 24.08.07 - 22:03 Uhr

Saubacke....#freu

Nun ja - punkto deiner Freundin hast du ja jetzt Grund genug, dir die Jammerei nicht weiter reinzuziehen...mehr, wie ihr einen Job anbieten, kannst du ja nun wirklich nicht tun.

Es ehrt dich ja, das du dich für deine Mitmenschen so einsetzt, aber...

a) wollen viele einfach nicht "geholfen werden" und
b) hat dich niemand gezwungen, dir die Jammertiraden deiner Freundin 4 lange Jahre reinzupfeiffen. Wäre ich schon komplett entnervt drüber, echt.

Du kommst mir ein wenig übereifrig vor, mit deinem Einsatz für deine Freundin. Ist ja echt lobenswert..aber ich glaube...mich würde das schon nerven, wenn meine Freundin so ohne grosse Absprachen mit mir, solch weitreichende, lebensverändernde "Entscheidungen" treffen würde. Pling...hier ein Job....Pling...hier ne Bude....so...und jetzt will ich ein kräftiges Dankeschön...aber bitte...Freudentränen sind das MINDESTE!...Ironie off.

Verstehst du, wie ich das meine?

Beitrag von kleinaberfein 24.08.07 - 22:10 Uhr

Ja, bißchen verstehe ich das schon...ABER das war abgesprochen!

Ich habe ihr vor paar Tagen erzählt, dass bei uns dringend Personal gesucht wird. Sie meinte dann, dass ich doch mal fragen soll, ob es auch möglich wäre erst mal ein Praktikum zu machen. Das habe ich getan...mehr nicht. Ich habe KEINEN Vertrag für sie abgeschlossen.

Auch habe ich ihr noch keine Wohnung hier gemietet. Lediglich meine Fühler ausgestreckt und meine Vitamin B-Kontakte genutzt, um eventuell in 8 Wochen was in Aussicht zu haben.

JA ICH WILL APPLAUS....Ich will, dass sie mir die Füße küsst und mir bis an ihr Lebensende dankbar ist....ebenso ironie off

Irgendwie habe ich das Prinzip des Helfens nicht verstanden.

Nach dem heutigen Tag habe ich echt genug vom Helfen!

Werde niemandem mehr helfen und niemanden mehr zuhören...bäh #schmoll

Beitrag von agostea 24.08.07 - 23:18 Uhr

*kopptätschel* ;-) Allet wird jut....:-)

Ne, ich versteh deinen Ärger schon. Aber wie sagt ein altes Sprichwort:

"Undank ist der Welten Lohn."

Da ist was dran. Leider. Deiner Freundin würd ich in den Boppes treten. Kräftig.

Beitrag von shamrock1972 24.08.07 - 22:00 Uhr

Guten Abend kleinaberfein,

wir haben so eine ähnliche Geschichte grade hinter uns:-(.
Ein guter Freund von uns war nun schon seit 4 Jahren arbeitlos...er hat in der Zeit keine einzige Bewerbung geschrieben, nur gemault über seine Sachbearbeiterin#augen. Nur gejammert, dass Hartz4 so knapp bemessen ist etc...weil er eigentlich ein ganz netter Kerl ist, hat er eben öfter hier mitgegessen...übergangsweise hier gewohnt usw... mein Mann hat ihm Arbeit besorgt..." Ach neeeeee....das ist nicht so meins..." Ok...mein Mann sich tierisch geärgert...und weiter ging das Gejammer...er wollte einen Büro-Job...dazu muss ich sagen, er ist 43 Jahre alt und hat mit 16 mal ne Bäckerlehre begonnen...das wars...seitdem nur noch Gelegenheitsjobs...mein Mann hat ihm dann noch ein 2. Jobangebot besorgt, diesmal in einer Recyclingfirma... Reaktion:" Da bin ich ja locker 45min unterwegs! Und für 8€ die Stunde? Och nöööö....außerdem hab ich einen Realschulabschluss. Für so eine Arbeit bin ich überqualifiziert!"

Das war das Ende unserer Freundschaft...#cool

LG Michaela, die versteht, was du meinst#liebdrueck

Beitrag von lara78 24.08.07 - 22:50 Uhr

Jooo,ich weiss genau was du meinst.ich bin hier auch immer die Dumme.Habe oft auf die Tochter meiner Freundin aufgepasst weil sie arbeiten musste und Niemanden hatte.ich war schwanger ,hatte selbst noch eine kleine Tochter und es ging mir nicht sonderlich (kotzurbini fehlt),irgendwann nahm es überhand,die Kleine war fast täglich bei mir (und verköstigt hab ich sie auch noch).Als es mir dann zum ende der #schwanger schaft zuviel wurde sagte ich ihr das,naja sie war stockbeleidigt und hat sich wochenlang nicht gemeldet.Dass war der Dank.Letzte Woche das gleiche Spiel,eine freundin fragte mich ganz sponta am telefon ob ich über nacht ihre zwei kinder nehmen könnte sie wäre in ner Notsituation(ist zu lange zum Erklären).Und sie meinte noch wenn es mir aber zuviel wäre soll ich es sagen.Naja men Sohn hatte Mittelohrentzündung und ne Magen Darm Grippe.Ich sagte dann :Eher nein,aber wenn es nicht anders geht nehme ich sie trotzdem.Jaaa Hörer aufgeknallt und noch böse sms bekommen,sie frage mich nie wieder was,sie stünde immer alleine da.Das ist nicht wahr!!!Ich habe ihre Kinder schon etliche male gahabt und jetzt hab ich auch die Schnauze voll,ich passe auf gar keine kinder mehr auf und basta.Achja habe hier auch mal Kleider verschenkt (Kinderkleider ) an Leute die nicht soviel Geld haben.Nunja,die Sachen waren halt getragen,danach bekam ich noch Beschwerde Email,die Kleider hätten ja schon Gebrauchsspuren.HALLOOO??gehts noch.Ich schmeiss demnächst alle in die Mülltonne,dann hat man auch keinen Ärger mehr.ich kann dich voll verstehen,mir ist die Lust vergangen am Helfem.Hilf Dir selbst,dann ist dir geholfen;-)
LG

Beitrag von leanderspapa 25.08.07 - 04:03 Uhr

Hallo kleinaberfein,

grundsätzlich ist es nicht falsch zu helfen. Man sollte sich die, denen man helfen will aber sehr genau aussuchen.

Ich bin in meinem Leben schon so oft - teilweise recht derb - ausgenutzt worden, dass jeder normale Mensch an meiner Stelle keinen Bock mehr haben würde, noch irgendjemanden auch nur die kleinste Hilfe anzubieten. Ich bin aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen sehr vorsichtig diesbezüglich geworden. Aber dass ich nie wieder wem helfe, gibts für mich nicht. Geld kriegt von mir sowieso keiner geliehen, außer viell. kleine Beträge für meine besten Freunde. Aber ich muss momentan auch mehr darauf achten wo ich und besonders meine Familie bleiben. Meine zwei Süßen sind einfach an allererster Stelle und dann kommt erstmal lange nichts. Und wenn dann noch Platz und Zeit für Hilfe an einem Dritten ist, dann soll es an mir nicht scheitern...

Bissl viel #bla#bla jetzt #hicks aber ich denke, Du weißt was ich zu dem Thema denke.

LG
Flo

Beitrag von ianneke 25.08.07 - 04:56 Uhr

Hallo Kleinaberfein!
Ich kann dich ja soooo gut verstehen!

Aber ich hab auch erfahren müssen, dass manchen Leuten einfach nicht geholfen werden will! Die WOLLEN nur jammern! Und diese Erfahrung habe ich mehr als einmal gemacht.

Und zu deinem Bruder kann ich dir sagen: Ich habe auch so einen. Bei uns ist die Sache nur schon etwas weiter fortgeschritten und mein Vater ist mittlerweile gestorben (meine Mutter ist schon vor 15 Jahren gestorben). Aber ich stehe jetzt da mit einem 20.000 € Kredit, den mein Vater für meinen Bruder vier Monate vor seinem Tod abgeschlossen hat und muss mich damit rumplagen! (Es ist genug Erbmasse vorhanden, das treibt mich jetzt nicht in den finanziellen Ruin, aber die liquiden Mittel sind jetzt beinahe erschöpft und ich habe momentan eigentlich anderes zu tun, als mich um das finanzielle Desaster meines Bruders zu kümmern, da in den nächsten Wochen unser lang ersehnter Nachwuchs kommt.)

Ich könnte dir jetzt Sachen erzählen, da würde dir die Kinnlade auf die Tastatur fallen! Es fing alles auch mal ganz harmlos an!

Letztendlich habe ich immer mit allen Dingen alleine da gestanden, ich musste mich immer kümmern und alles regeln (und ich war bis zum Beginn des MuSchu Vollzeit berufstätig), mein Bruder stand immer nur auf der Matte, wenn er Geld brauchte, hat "schön Wetter" gemacht und mein Vater ist ihm jedes Mal auf den Leim gegangen (mein Bruder ist übrigens 10 Jahre älter als ich)! Danach war mein Bruder wieder für Monate nicht mehr gesehen und meine Schwägerin (Hausfrau) natürlich auch nie. Die konnte in der ganzen Zeit kein einziges Mal für meinen Vater einkaufen fahren oder ihn mal zum Arzt fahren oder sonst was, das musste ich immer nach Feierabend machen oder meine Arbeit dafür unterbrechen, nur als der Kredit unterschrieben werden musste, war sie natürlich SOFORT bereit, meinen Vater zur Bank zu fahren!

Ich habe mich da übrigens jahrelang immer rausgehalten, nur in den letzten Jahren habe ich hin und wieder was gesagt, aber da war es schon zu spät! Alte Leute wollen sowas nicht mehr hören, man überfordert sie damit.

Und vor dem Kreditabschluss habe ich mir den Mund fuselig geredet, bei meinem Vater und auch bei meiner 84-jährigen Tante, die den Vertrag mit unterschreiben musste, weil das Haus, indem sie und mein Vater gewohnt haben (sie immer noch) als Sicherheit dient. Aber es hat nichts genutzt! Sie haben es trotzdem getan, denn sie konnten ihn ja nicht im Stich lassen.

Das Geld sollte lt. meinem Bruder in seine Firma fließen, er hätte einen finanziellen Engpass, der aber in wenigen Wochen schon wieder behoben wäre, aber wenn er das Geld nicht bekäme, wäre seine Existenz gefährdet. In Wahrheit war das Geld für ein neues Segelboot! Er hat im Beisein meines Vaters einen Dauerauftrag für die Rückzahlung abgeschlossen, das Geld ging auf das Konto meines Vaters und von da aus wurden die Raten an die Bank zurück gezahlt. Mein Vater lag noch nicht ganz im KH, da war der Dauerauftrag natürlich schon gekündigt!

Und meine Tante jammert MIR jetzt ständig einen vor, weil sie natürlich jetzt auch fürchten muss, dass mein Bruder sie aus diesem Haus vor die Tür setzt, weil er "endlich Geld sehen will", ein Haus, in dem sie seit 81 Jahren wohnt! Andererseits geht sie ihm immer noch auf den Leim und das nur als Tante (sie hat keine eigenen Kinder), nicht mal als Mutter! Und sie hätte ja immer noch das finale Druckmittel in der Hand, eigentlich sollen mein Bruder und ich zu gleichen Teilen auch ihre Hälfte vom Haus erben, aber das setzt sie nicht ein! Bei mir jammern ist natürlich viel einfacher!

Lange Rede, kurzer Sinn, ich kann dir nur raten, nimm Einfluss, so lange deine Mutter noch in der Lage ist, das zu realisieren. Halte dich da nicht raus!

Und wenn du kannst, sag deinem Bruder, dass du ihn durchschaust und was du davon hälst. Vielleicht kannst du den Schaden zumindest begrenzen, indem du bei deinem Bruder ein paar Skrupel erzeugst.

Im übrigen solltest du dich nicht ärgern, wenn deine Hilfe nicht angenommen wird oder du keinen Dank für deine Hilfe erhälst. Es gibt trotzdem immer noch Leute, für die es sich lohnt, sich ein Bein auszureißen. Leider weiß man das nie am Anfang! Ich hab einfach meine Grundeinstellung geändert, indem ich einfach keinen Dank mehr erwarte sondern es nur noch des guten Karmas willen mache. Mir hilft's!

LG und ein schönes Wochenende ohne Ärger!
Anneke

Beitrag von manavgat 27.08.07 - 11:24 Uhr

Es ist richtig zu helfen, aber:

Du musst Dich klar abgrenzen.

Ich biete Hilfe maximal 2 Mal an.

Ich hätte gefragt: möchtest Du, dass ich Dir einen Praktikumsplatz besorge? Hätte sie mich dann vollgejammert, hätte ich gesagt: Du kannst jetzt jammern, oder aktiv werden. Ich frage erneut und das letzte Mal: soll ich Dir helfen? oder möchtest Du lieber jammern?

Wenn dann kein Commitment kommt, dann ziehe ich mich zurück. Schließlich bin ich kein seelischer Mülleimer oder eine Sozialstation. und auf diese Art und Weise habe ich auch genug Kraft jemand anderem, der die Hilfe wirklich will, zu helfen.

Jammerlappen gehe ich aus dem Weg.

Es gibt da ein schönes Lied von Annett Louisan, glaube das heißt: mein Problem.

Das beschreibt diese Art Mensch sehr gut.

Gruß und lass Dir das Helfen nicht vermiesen.

Manavgat