Problem mit einer Freundin

Archiv des urbia-Forums Allgemeines.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allgemeines

Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von pati_78 25.08.07 - 23:16 Uhr

Ich habe eine Freundin. "Freundin" ist vielleicht ein zu grosser Begriff dafuer, aber eine "gute Bekannte" kommt der Beziehung schon etwas naeher. Wir kennen uns schon etwas laenger. Treffen uns mehr oder weniger regelmaeßig seit gut einem halben Jahr, kennengelernt haben wir uns beim Babyschwimmen.

Dies sind die Umstaende.

Das Problem liegt jetzt nicht daran, dass wir miteinander ein Problem haben, sondern dass sie anscheinend ein grosses Problem mit sich und ihrem Leben hat und ich ihr gerne helfen wuerde. Nein, es geht dabei nicht mal um sie - es geht mir um ihr Kind (ca. 21 Monate).

Zu ihrer Situation: Bis vor anderhalb Jahren war sie in einer festen Beziehung. Als ihr Lebensgefaehrte Arbeit in Taiwan bei der dortigen Bahn bekommen hat, machte er mit ihr nach zwei Monaten Schluss und hat sich seitdem nicht mehr blicken lassen. Sie selbst ist Essgestoert, war wegen Bulemie und Magersucht in Therapie. Isst selbst sehr wenig, da sie nicht fruehstueck, kriegt auch ihr Sohn kein Fruehstueck: "Wir fruehstuecken nicht...", weil sie kein Fleisch isst, bekommt das Kind kein Fleisch zu sehen: "Ich habe zu meinem Mann gesagt, ich kann ihm kein Fleisch geben. Er ist nicht da und ich kann es nicht tun...." Sie hat einen Winnie Pooh-Tick und das Kind hat ausschliesslich Winnie-Pooh-Bettwaesche, Winnie Pooh-Spielzelt, Winnie Pooh-Eisenbahn, Winnie-Pooh Plueschtiere, Winnie Pooh-Uhr und traegt sogar Winnie Pooh-Windeln und Klamotten. Es sind noch viel mehr Sachen, die ich aber nicht aufzaehlen werde. Mit anderen Worten, der Junge hat keine Abwechslung und keine andere Wahl als mit diesem Sch...Winnie Pooh umgeben zu sein.

Sie leidet unter der Trennung sehr.

Vor einigen Wochen habe ich ihr angeboten mit mir in den Urlaub auf den Land zu fahren, weil meine Tante mit ihrer Familie in den Urlaub gefahren ist und mir ihre Wohnung ueberliess. Ich wollte, dass die Beiden aus dem Stadtzentrum und dem Chaos rauskommen, etwas frische Luft und andere Umgebung schnappen. Gesagt getan - dort ging es aber weiter.

Die beiden haben gar nicht gefruehstueckt. Bei ihr ist es mir relativ egal, aber ich betone noch mal - es geht mir um das Kind. Wenn, dann gab es ein zwieback auf die Hand, aber auch da wurde es eher links liegen gelassen. Er trank also nur Milch. Das Ding ist: Die Milch wurde mit kachend heissem Wasser uebergossen, somit waren also alle Vitamine futsch. Nachdem ich sie darauf aufmerksam gemacht habe, bekam ich die Antwort: "Habe ich schon immer so gemacht." Mit anderen Worten: Das Kind bekommt ausschliesslich fett- und eiweisshaltige Fluessigkeit. Wenn sie Glueck hat, isst er einen Zwieback, Pommes, oder einen Fruchtzwerg.

Ihr Sohn hat jetzt schon ein sehr schwaches Immunsystem und landet mindestens einmal im Monat im Krankenhaus. Vor zwei Wochen mir einer Lungenentzuendung und wegen totaler Essens- und Trinkverweigerung.

Heute habe ich ihn zum ersten Mal seitdem gesehen als ich dort mit meinem Sohn zu Besuch war. Das Kind war kreidebleich, schwach, hat kaum gelacht und sass total apathisch in der Ecke. Er isst so gut wie gar nichts, bis auf die Milch. Wie diese zubereitet wird, habe ich bereits geschildert.

Ich sehe, dass Handlungsbedarf besteht. Sie, bzw. die Beiden muessten dringend in eine Therapie. Das Gefuehl habe ich zumindest. Ich weiss gar nicht an wen ich mich wenden soll, wer helfen koennte, wer mir Ratschlaege gibt, damit ich ihr und vor allem ihren Sohn hefen kann? Jugendamt ist voellig falsche Wahl, weil sie sich ja super um ihn kuemmert - abgesehen von den Dingen, die ich erwaehnt habe. Er wird liebevoll behandelt, nur dass sie ein riesiges Problem mit sich hat und alle ihre Ticks und Macken, Angewohnheiten und Verhaltensweisen ihr Kind mitmachen MUSS! Er hat keine Wahl.

Ich weiss nicht, aber koennte man sich an Pro Familia wenden? Befassen sie sich mit solchen Sachen? Ich habe auch daran gedacht ein Vertrauensgespraech mit der Leiterin des Babyschwimmkurses zu suchen, weil sie alle Betroffenen auch mit Familienumstaenden kennt und sehr sensible Person ist.

Was wuerdet ihr machen? Soll ich mich raushalten und sie machen lassen? Misch ich mich zu sehr ein? Ich weiss naemlich selbst nicht....

Beitrag von marmelade_82 25.08.07 - 23:38 Uhr

Boah, deine Bekannte kann von Glück reden dass sie dich kennt. Wirklich. Du bist mehr als eine Bekannte. Eher schon Freundin #freu

Genug Honig ums Maul geschmiert. Jetzt zu dem Problem deiner Bekannten. Ich würde wirklich an das Jugendamt wenden. Besser wäre Pro Familia. Deine Bekannte braucht wirklich Hilfe. Und zwar schleunigst. Du schreibst ja präzise wie das Kind leidet. Auch wenn die Mutter noch so lieb ist.

LG
Melli

Beitrag von knoddi 26.08.07 - 07:59 Uhr

Huhu!
Eine Therapie wäre da sicherlich angebracht, aber wenn von ihr kein einsehen kommt ist das wohl eher schwierig!
ich würde wohl auch eher erst mal zu Pro Familia gehen wie zum jugendamt, denn bei Pro Familia denke ich wirst du erst mal beraten,....
Beim Jugendamt ist das immer so ne Sache.

Liebe grüße anke

Beitrag von sapf 26.08.07 - 10:03 Uhr

Sicher kannst/ solltest Du Dich ans Jugendamt wenden!!!


Das Jugendamt ist keine Institution, die Kinder wegnimmt und nur zur "Rettung" dieser alarmiert wird!

Das Jugendamt gibt Hilfemöglichkeiten auf, kann der Mutter helfen, sie von der Notwendigkein einer Therapie überzeugen, sie begleiten, Ihr Hilfe und Unterstützung im Umgang und in der Ernährung für Ihren Sohn geben!

Hilfe vom Jugendamt anzunehmen bedeutet NICHT, daß man sein Kind vernachlässigt oder nicht versorgen kann!

Hilfe vom Jugendamt anzunehmen zeigt Stärke, sich Fehler eingestehen zu können und nicht zu stolz für Hilfe zu sein!



An Deiner Stelle würde ich das Jugendamt anrufen und ganz genau erklären, daß es Dir NICHT um ein Anschwärzen geht oder es sich um Vernächlässigung/ Misshandlung dreht!

Erkläre, in welcher Situation die Mutter ist!

Die Mitarbeiter werden Dich verstehen und das Nötige in die Wege leiten!
Pro Familia oder sowas können das gar nicht! Die haben da keinerlei Befugnisse

Jugendamtsmitarbeiter sind doch keine Monster, die nur aufspringen um ein Kind aus der Familie zu holen und den Eltern den erhobenen Zeigefinger unter die Nase zu halten!



LG, sapf!

Beitrag von __corazon__ 26.08.07 - 11:30 Uhr

Hey Pati,

finde ich gut, dass Du nicht wegschaust, sondern aktiv bist und Dich nicht nur sorgst, sondern kümmerst!

Es gibt ja gottseidank einige Institutionen, die ihr helfen können. Dumm ist halt nur, dass jetzt irgendwer ihr begreiflich machen MUSS, dass es so nicht weitergeht..... Das ist wohl der schwierigste Part. Und NICHT DEINE Aufgabe, sondern das müssen Profis machen. Und ich würde es auch vermeiden, dass Dein Name in diesem Zusammenhang ihr gegenüber genannt wird, denn Du bist eine Freundin und keine Verräterin für sie und solltest das auch bleiben!

Du ksolltest wie schon angesprochen, Dich ans Jugendamt und/ oder Pro Famlilia wenden.
Und parallel dazu auch ihren Arzt/ Kinderarzt ansprechen, denn der darf ja auch nicht wegschauen.

LG
corazon

Beitrag von alpenbaby711 26.08.07 - 14:35 Uhr

-ich finde es schön das du ihr helfen willst. Aber wenn die Alte nicht kapiert das sie ihr Kind mit ihren -Störungen in den Tod treibt zeig sie an und geh zum Jugendamt. Wenn jemand einem Kind so schadet braucht er zwar Hilfe keine Frage hat aber kaum Gnade verdient. DAs arme Kind

Ela