Eigentumsumschreibung in Höhe von 413 €?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von karpathos 26.08.07 - 15:58 Uhr

habe meiner Mutter das Haus abgekauft in Höhe von 135.000 €. 2100 € habe ich jetzt an den Notar gezahlt. 500 € ans Grundbuchamt und nun kommt gestern eine Rechnung vom Amtsgericht: Eigentumsumschreibung: 267 €, Katasterfortführungsgebür: 80.10 € sowie Löschung Vormerkung: 66,75 €.
Insgesamt habe ich jetzt noch 413,85 € ans Amtsgericht zu zahlen! Bin mir nicht sicher ob das normal ist? Es war ja keine Eigentumsumschreibung, sondern ein normaler offizieler Kauf von mir. Was meint ihr?

Beitrag von tigerbaby1976 26.08.07 - 16:13 Uhr

Hallo,

das Grundbuchamt ist beim Amtsgericht und wenn Du das Haus kaufst wird das im Grundbuch eingetragen und somit handelt es sich um eine Eigentumsumschreibung. Da Du wohl auch eine Auflassungsvormerkung hast eintragen lassen, wird diese mit der Umschreibung gelöscht und das kostet auch.
Welche Gebühren hast Du denn bereits ans Grundbuch gezahlt? Ich denke mal für die Auflassungsvormerkung und die Grundschuldbestellung (falls Du eine brauchtest). Dann ist die zweite Rechnung vollkommen legitim.

Beitrag von karpathos 26.08.07 - 16:17 Uhr

danke für deine schnelle Antwort. Was ist eine Auflassungsvormerkung? Ja, in meiner bezahlten Rechnung vom Amtsgericht steht: Auflassungsvormerkung 133,50 €. Dann Grundschuld je 177 €, habe 2 Grundschulden. Einmal von der Labo und eine von der Debeka Bausparkasse.

Beitrag von tigerbaby1976 26.08.07 - 16:23 Uhr

Eine Auflassungsvormerkung wird eingetragen, damit nicht zwischen dem Kaufvertrag und Deiner Eintragung als neue Eigentümerin jemand anderes gutgläubig erwerben kann. D.h. Du machst den Vertrag und die Auflassung und dann wird ja der Kaufpreis fällig. Davor wird die Vormerkung eingetragen, damit der Verkäufer nicht zwischenzeitlich noch an jemand anderen verkaufen kann, der schneller zahlt und schneller als Eigentümer im Grundbuch steht. Du würdest dann ja leer ausgehen und hättest u.U. den Kaufpreis bezahlt.
Wenn die Vormerkung im Grundbuch steht kann ein anderer potentieller Käufer sehen, dass Du auch einen Vertrag hast und kann das Grundstück dann nicht gutgläubig erwerben und wäre blöd, wenn er trotzdem einen Vertrag machen würde.
Leider kann ich das nicht besser erklären-
Deine Rechnungen sind aber m.E. vollkommen in Ordnung. Kann nur nichts mit der Katasterfortführungsgebügr anfangen, aber auch das wird schon stimmen.
LG

Beitrag von karpathos 26.08.07 - 16:26 Uhr

danke für deine Erklärung. Aber ich finde eine Auflassungsvormerkung hätte es nicht gebraucht, da sowieso niemand anderes als Käufer wie ich in Frage gekommen wären. Da waren sich alle einig. Das ging also scheinbar automatisch von amts her? Das ärgert mich schon das sind jetzt 133,50 + die Löschung nochmals 67 € also insgesamt 200 € rausgeworfenes Geld oder wie siehst du es?

Beitrag von tigerbaby1976 26.08.07 - 18:32 Uhr

Hallo,

nein, das wird im Kaufvertrag gestanden haben. Von Amts wegen wird eine Vormerkung nicht eingetragen. Hat der Notar im Vertrag reingeschrieben, schau mal nach. Ist heute aber auch üblich. Naja, bei Deiner Mutter hätte man drauf verzichten können, aber nu ist es zu spät. Trotzdem viel Spaß mit dem Haus

Beitrag von forenwichtel 26.08.07 - 23:35 Uhr

Das ist auf keine Fall rausgeschmissenen Geld.

Die Eigentumsvormerkung sichert dich gegen jegliche Art von Fremdeintragungen. Das kann z.B. eine Vormerung für jemand anders sein, der auch kaufen möchte (mal vorausgesetzt deine Mutter verkauft zwei mal). Sie schütz dich aber auch vor anderen Eintragungen wie z.B. Grundschulden (Sie nimmt ungefragt Kredite auf und belastet das Objekt) oder schlimmer noch Zwangssicherungshypotheken, die sonstige Gläubiger eintragen können.

Bei Verwandten könnte man möglicher Weise darauf verzichten, da zumindest ist es wie du schon sagst unwahrscheinlich dass es ein zweites Mal verkauft wird. Aber vor Sicherungshypotheken kann sich nicht wirklich sein.

Auf jeden Fall hättet ihr es dem Notar sagen sollen und er hätte euch dann über die Risiken belehrt und das in den Vertrag geschrieben.

Es geht hier um 135.000,00 EUR und wegen 200 EUR Gerichtsgebühren willst du ein Risiko eingehen?

Die Katasterfortführunggebühren dürften mit dem Vertrag direkt nichts zu tun haben, ausser es geht um eine Teilfläche. Da müsste das Katasteramt etwas an den Grundstücksdaten ändern lassen. Ob veraltete / falsche Eintragungen die jetzt zufällig aufkamen oder von euch veranlasste Vermessung kann ich natürlich nicht sagen.

Eigentumsumschreibung nennt sich das ganze immer, wenn ein Grundstück oder -anteil von einer Person auf eine andere über geht. Egal aus welchem Grund. Dass kann auch Erbschaft sein (Ausnahme: Berichtigung innerhalb von 2 Jahren).

Dass du zwei oder mehr Rechnungen bekommst ist vollkommen normal, das Amtsgericht schreibt immer dann Rechnungen, wenn es einen Antrag bearbeitet. Bei einem Kauf werden zeitversetzt verschiedene Anträge gestellt. Manchmal fallen einige zusammen und es gibt eine größere Rechnung, sonst halt mehrere kleinere.
1. Eintragung AV/EV, 2. Grundschuld(en), 3. Löschung AV/EV, EU

Beitrag von klau_die 27.08.07 - 07:07 Uhr

Das wird der Standardablauf sein, wer soll denn auch beurteilen, was dem Verkäufer in den Kopf kommt, das Haus evtl. doch noch anderen Käufern anzubieten....

Keine Sorge, das Ganze hat genau so seine Richtigkeit wie das Ticket fürs unangeschnallte Fahren!