Keine Freunde...hat das einen Grund?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von agostea 27.08.07 - 08:41 Uhr

Moin Allerseits,

ich hab mal ne Frage:

Ist es euch wichtig oder achtet ihr darauf, das euer potenzieller Partner einen Freundeskreis hat oder zumindest einen guten Kumpel?

Ich frage das deshalb, weil ich persönlich bereits mehrfach die (schlechte) Erfahrung mit Partnern gemacht habe, die absolute Einzelgänger waren, keinen Freundeskreis, keinen Kumpel, allenfalls paar lose Bekannte. Die einzige soziale, engere Bindung, beschränkte sich ausschliesslich auf Familie und eben Partner.
Das Ding am Ende war bisher immer, das sich rausstellte, das die irgendwas an der Klatsche hatten...sei es absolute Gefühlskälte oder totaler Egoismus auf allen Gebieten...irgendwas war stets.
Seit dem achte ich verstärkt darauf, das Männer, die mich interessieren, neben Familie auch noch andere Bezugspersonen haben...in Form von Freunden.

Ich finde das wichtig, zeigt es doch, das sie in der Lage sind, sich sozial zu integrieren.

Ich komm eigentlich nur darauf, weil eine Bekannte von mir einen Typ kennengelernt hat, der wohl auch keine Freunde und nix hat. Neulich lernte ich den kennen und muss sagen: So ganz klar läuft der auch nicht in der Spur. Der konnte mir nicht in die Augen sehen und wenn der dann mal was sprach, machte der einen auf Obercool und überhaupt-ich-bin-der-geilste.....#schock#kratz Kam nicht wirklich symphatisch rüber.

Jetzt überleg ich halt, ob da ein Zusammenhang besteht. Ob alle, die keine Freunde etc. haben, nicht ganz sauber ticken...#kratz

Oder? Was meint ihr?

Nachdenkliche Grüsse
agostea

Beitrag von nele0511 27.08.07 - 08:57 Uhr

Moin Agostea,

ich glaub schon, dass du Recht hast. Ich kenn da einige Beispiele. Das schlimmste ist mein Ex. Er hatte damals selbst keine Freunde, weil er ein sehr schwieriger Typ war, mit dem keiner auskam (nur ich doofe Kuh ganze zehn Jahre!!!). Er hatte nicht nur selbst keine Freunde, sondern leider verabschiedeten sich auch meine Freunde einer nach dem anderen, weil sie zwar mit mir sehr gut konnten, mit ihm aber nicht. Am Ende stand ich ziemlich alleine da. Bis ich den Absprung schaffte.
Ich habe gelernt, auch das Umfeld eines Mannes abzuchecken, mit dem ich mich einlasse.

Liebe Grüße und einen schönen Tag

Nele

Beitrag von agostea 27.08.07 - 09:10 Uhr

Ja, ich denke, da ist was dran...und ich habe festgestellt:

Das Umfeld schnallt das wesentlich schneller, das mit dem Typ was nicht stimmt, als man selbst...#schock

Dir auch einen schönen Tag!

Grüssle
agostea

Beitrag von zauberlilly 27.08.07 - 09:03 Uhr

Hallo agostea!

Ja, da ist auf jeden Fall was dran und ich achte auch darauf... wie auf so vieles andere.#cool

Bin gerade Single... aber wenn ich so an meine Exfreunde denke, hatten die meisten einen guten Freundeskreis und nen "besten" Kumpel. Bis auf einer. Und den habe ich geheiratet.#heul
Auf jeden Fall weiß ich jetzt, warum der keine Freunde hat. Weil er ein totaler Lügner und Schwätzer ist.

Wenn Dir jemand nicht in die Augen schauen kann, hat er entweder was zu verbergen oder ist total unsicher. Und wenn Mann unsicher ist, muss man davon ablenken in dem man einen auf cool macht. Sehr unreif und unehrlich.

Ich habe allerdings auch keinen riesen Freundeskreis. Das liegt aber daran, dass ich diese Oberflächlichkeit nicht mag. Lieber wenige, dafür gute Freundinnen (4). Also Qualität statt Quantität.

Mir ist außer dem Freundeskreis wichtig, auf welche Art und Weise "seine" letzte Beziehung auseinander gegangen ist. Die Frage stellt man zwar nicht gleich beim ersten Date, ist aber sehr aufschlussreich.

Bin auch auf weitere Antworten gespannt.

LG Lilly

Beitrag von agostea 27.08.07 - 09:16 Uhr

Naja, man muss jetzt ja nicht 1000 Leute am Hintern kleben haben...aber wenigstens EIN etwas engerer Freund sollte schon da sein...#kratz

Früher hab ich auf sowas nicht gross geachtet. Wenn ich dann doch mal nachgefragt hab, warum das so ist, hiess es immer gleich:

Keine Zeit, um Freundschaften zu pflegen, die sind mir alle zu blöd, jaaa....meine einziger Kumpel ist ja weggezogen....ach, ich bin generell Einzelgänger....#bla
Sowas alles halt. War ok für mich....bis ich irgendwann nach ner Weile (manchmal JAHREN#augen) festgestellt hab, das der Grund dafür doch was anderes sein musste....#gruebel#augen

Scheint also doch wichtig zu sein, in welchem Umfeld sich der Partner bewegt.
Das der Neue von meiner Bekannten mir nicht in die Augen gucken konnte, machte mich auch gleich stutzig. Immerhin ist er keine 15 mehr, sondern 38....#kratz

Die Art und Weise, wie Beziehungen der Partner auseinandergegangen sind, finde ich auch immer höchst interessant...habe allerdings festgestellt, das es IMMER die Ex ist, die letztlich Schuld dran trug.....klar. Wer auch sonst....#augen

Beitrag von nele0511 27.08.07 - 10:17 Uhr

Mit der Ex, das ist wirklich so! Bei meinem jetzigen LG, mit dem ich übrigens auch schon 10 Jahre "ausgehalten" habe, war auch die Ex schuld, zumindest aus seiner Sicht. Vor ein paar Wochen hatte ich Gelegenheit, die Ex mal näher kennenzulernen - und siehe da, sie ist ein richtig netter Typ. Und sie schilderte die Sache gaaanz andes, warum damals die Beziehung auseinander gegangen ist. Vieles von dem, was sie erzählte, kam mir arg bekannt vor... Ich hätte sie mal früher kennenlernen sollen.
Ich treff sie heute abend wieder. Die Freundin des Sohnes meines LG hat Geburtstag und hat eingeladen. Die Mutter ihres Freundes mit LG und den Vater mit mir. Der Vater kommt nicht mit, weil seine Ex auch dort ist. Aber da ich sie mag, gehe ich alleine:-p.
Ist - alles in allem - schon eine sehr interessante Konstellation...

Nele

Beitrag von sahiyda 27.08.07 - 09:12 Uhr

an deiner theorie ist sicherlich etwas wahres dran. andererseits kann es auch andere gründe haben, dass jemand keine freunde hat. beispielsweise menschliche enttäuschungen, die so gravierend gewesen sind, dass jemand vorsichtig geworden ist, auf wen derjenige sich mit herz einlässt. oder veränderungen in den lebensumständen, die es nicht mehr zulassen, alte freundschaften zu pflegen. oder schlichtes auseinanderleben, wo die basis gemeinsamer interessen immer kleiner wird.
es ist nicht so einfach, sich dann wieder einen neuen freundeskreis aufzubauen. kommt ja auch immer darauf an, wie das gegenwärtige umfeld ist. mein mann zum beispiel arbeitet seit drei jahren in einem betrieb mit sehr netten arbeitskollegen, aber intensiver als gemeinsame grillabende oder anderweitige aktivitäten ist es bisher nicht geworden. das sind soziale kontakte, die nichts weiter sind als bekanntschaften. seine freunde jedoch sind über den kompletten erdball verstreut und man sieht sich alle zwei jahre, wenn es hochkommt. dennoch ist er kein komplizierter mensch und tickt doch im grossen und ganzen sehr sauber.

Beitrag von agostea 27.08.07 - 09:19 Uhr

Ja, aber zumindest hat er Freunde. Auch wenn sie weiter weg wohnen und man sich nicht oft sehen kann, wegen diverser Umstände - aber er hat welche. Und DAS ist der Knackpunkt.

Gruss
agostea

Beitrag von sahiyda 27.08.07 - 09:30 Uhr

du meinst also menschen, die gar keine freunde haben?
ich hatte mal eine phase mit anfang 20, in der ich feststellte, dass die bisherigen menschen in meinem umfeld, die ich als meine freunde bezeichnete, es gar nicht waren. daraufhin habe ich mich enttäuscht und bockig völlig zurückgezogen und liess niemanden mehr wirklich an mich heran. in dieser phase gab ich jedoch auch häufig mir selbst die schuld. ich hatte das gefühl, menschlich versagt zu haben, indem ich einfach nicht geblickt habe, wer gut für mich ist und wer nicht. das hat mir solche angst gemacht, dass ich alle zarten kontakte, die in dieser zeit entstanden, sofort wieder abbrach. im nachhinein hat mir dieser rückzug viel gebracht. ich ging vielleicht komplizierter als zuvor aus dem ganzen heraus, weil ich gelernt habe, mit mir selbst auch zurecht zu kommen und nicht aus angst, nachher allein zu sein, zu allem ja und amen zu sagen. das hat dann den richtigen leuten auch gefallen. heute habe ich jedenfalls freunde, die den begriff durchweg verdienen. aber ich will das nicht pauschalisieren. denn es stimmt schon, was du sagst, je länger ich darüber nachdenke: der einzige mensch, mit dem ich nach dieser zeit auch auf die nase gefallen bin war jemand, der sagte, dass er keine freunde hätte, weil nach einer gewissen zeit alle die freundschaft aufkündigen würden. es dauerte ein wenig, bis ich begriff, wieso, denn dieser jemand hielt eine freundschaft über lügen und manipulationen aufrecht.

Beitrag von agostea 27.08.07 - 09:44 Uhr

Deine sog. "Phase" betrachte ich als hilfreich und gut, wenn man das Bedürfniss hat, sich eine Weile von diversen Kontakten zurückzuziehen...aus welchen Gründen auch immer.

Du hast später dann ja wieder Freundschaften begonnen.

Diese Menschen, die ich kennengelernt habe, hatten ja noch nichtmal im Ansatz den Wunsch, Bindungen aufzubauen - weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart. Oder gerade begonnene Beziehungen, verflüchtigen sich nach kurzer Zeit wieder...

In einem Fall sagten mir die Leute nach der Trennung, das mein Ex eine ungute Ausstrahlung gehabt hätte..irgendwas, was man nicht greifen könne...er wäre zwar nett gewesen und so...aber er hätte was an sich gehabt, das abgeschreckt hätte...#kratz Ich habe nix gemerkt...ich fand ihn einfach nur toll...#gruebel

In einem anderen Fall gestaltete der Mann seine Bindungen (Beziehung UND auch andere Kontakte) ebenso wie dein Ex alles über Lügen, Manipulation und Eigennutz. Aber bis man mal dahinter kommt...nun ja....dat Dauert erst ne Weile....#augen

Beitrag von sahiyda 27.08.07 - 09:54 Uhr

ja, das sind menschen, die sich nur um sich selbst drehen. einfach narzistische persönlichkeiten, die bindungen höchstens dazu benutzen, um sich in einem wohlwollenden licht gespiegelt zu sehen; reflektiert der spiegel aber plötzlich die wahrheit, wird in die trickkiste gegriffen. ich weiss, was du meinst. nein, solche menschen möchte ich auch nicht als partner geschenkt haben. was sagt denn deine bekannte dazu, oder hat sie zu sehr die rosarote brille auf?

Beitrag von agostea 27.08.07 - 10:01 Uhr

Das hast du gut ausgedrückt. Das ist wohl wahr...

Meine Bekannte? Sie hat die Meterdicke Brille aufsitzen und sieht das vollkommen anders....schiebts aufs zeitliche und irgendwie wäre das egal und so...#kratz Naja. Ich werd den Teufel tun, ihr meine Gedanken zu sagen. Sie ist so glücklich grade, da will ich nicht mit irgendwelchen Unkenrufen daherkommen...letztlich muss sie es selber wissen, sie ist alt genug. Und wer weiss...vielleicht ist er doch ganz normal? Glaub ich zwar nicht...hab inzwischen richtige Antennen bekommen, für solche Leute, aber ok. ICH würde Abstand von ihm nehmen. Aber für SIE hoffe ich, das ich mich täusche. Echt.

Beitrag von pfirsichring 27.08.07 - 09:16 Uhr

Hallo Agostea,

naja wenn man keine Freunde hat liegt das ja auch meist an etwas. Entweder hat der jeweilige zu hohe Ansprüche oder kann sich schlecht integrieren oder ist zu schüchtern?

Ich mein, man brauch ja keinen riesigen Haufen den man um sich scharrt aber 2-3 gute Freunde sollten schon sein.

Aber naja mein Mann hat hundert Freunde und ist auch obercool und ein Macho ;-)

Von daher würd ich das nicht pauschalisieren.

Lg

Beitrag von agostea 27.08.07 - 09:22 Uhr

Ne, es zählt ja nicht die Quantität sondern die Qualität. Ein guter Freund oder wenigstens engerer Bekannter ist schon ausreichend. Aber wenn einer so GARKEINE Bindungen ausser Familie und allenfalls den Partner hat....das gibt mir zu denken....und meine Erfahrungen geben mir recht. Nicht nur meine persönlichen, auch in meinem Umfeld die Beziehungen....das sind allesamt schräge Vögel. Also, die Typen, die ich jetzt angesprochen habe in meinem Post...

Gruss
agostea

Beitrag von babylove05 27.08.07 - 10:01 Uhr

Ich weiss nicht ob man das so pauschalisieren ( schreibt man das so??? ) kann.

Mein Mann ist z.b als ich ihn kennenlernete ein zeimlicher Einzelgänger gewesen. Er hatte zwar Bekannte aber nicht so mit den er ständig rum hang.

Lag aber daran , das er einfach nicht auf Menschen zugehen kann und ein sehr Rühiger ist ( gegenteil von mir ,lol )

Und zum teil lag es darin , das er eben in den USA ( wo er her ist ) einfach sein Freundeskreis hatte und hier in deutschland einfach nicht die richtigen Leute gefunden hat die mit ihm viel gemeinsamkeiten haben.

Mittlerweile ist es ganz anderst und er hat ein grossen Freundeskreis hier in Deutschland. Aber in der Army wo man alle 2 Jahre wo anderst ist , ist es ebenso das es für Leute die nicht so offen sind schwer ist einen guten Freundeskreis aufzubauen,vorallem wenn man auf die qualität und nicht die quantität der Freunde achtet.

Vondaher kann man das nicht genau sagen.

Man muss immer die Lage betrachten.

Martina

Beitrag von agostea 27.08.07 - 10:04 Uhr

Ja, das ist schon richtig...man muss natürlich schon differenzieren, ob es an äusseren Umständen liegt oder eben am Menschen selber.

Das ist klar...aber das stellt sich nach ner Weile schon automatisch heraus, woran es liegt. Und bisher lag es echt an den Männern selber...also, in meiner Welt jetzt.

Gruss
agostea

Beitrag von schlange66 27.08.07 - 10:29 Uhr

meiner ist einzelgänger und ein lügner schlecht hin...nur probleme#freu

Beitrag von powerranger 27.08.07 - 10:40 Uhr

Hallöchen ;-),

also ich finde, das deine Aussage zu pauschal ist.

Meiner Meinung nach kann man eine Menge falscher Freunde habe und selten hat man wirklich dicke Freunde :-).

Wenn jemand aber total in der Isolation lebt, würde es mich auch zum Nachdenken anregen ;-).


Ich finde aber auch, das Männer allgemein weniger soziale Kontakte pflegen und haben, als wir Hühner ;-).


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Beitrag von aggie69 27.08.07 - 11:31 Uhr

Ich finde, Du verallgemeinerst ds zu sehr. Jeder Mensch hat eine andere Vorstellung von seinem Leben.
Mein Mann hat keine engen Freunde,ich auch nicht und wir sind seit 15 Jahren verheiratet. Ich fand es bisher nicht schlimm, daß da keine Kumpels sind. Es ist ja nicht so, daß er andere Leute nicht mag oder sie ihn nicht mögen.
Aber stellen wir uns mal vor: wo bekommt man Freunde her?
Da sind als erstes mal alte Schulfreunde. Hatte er einige, wo ein paar wirklich gute Kumpels dabei waren. Dann kam die Wende und fast alle sind weggezogen. Nicht nur in den nächsten Ort, sondern hunderte Kilometer weit weg. Jeder mußte erst mal Fuß fassen und zusehen, wie man in der neuen Heimat klar kommt. Da denkt doch kaum einer daran, Kontakt zu den alten Kumples zu halten.
Seine Lehre hat er auch weiter weg gemacht und die Lehrlingskollegen waren auch aus der ganzen DDR zusammen gewürfelt. Die gingen alle nach dem Abschluß auseinander und haben sich nie wieder gesehen. Ging mir ja genau so. Ich habe nur noch zu einer Freundin kontakt, die damals mit mir im Internat war - dabei waren wir damals nicht mal so wirklich doll befreundet aber sie hat all die Jahre Kontakt gehalten.
Inzwischen sind unsere meißten alten Freunde verheiratet, haben Familien und wohnen weiter weg. Da verliert man ganz einfach den Kontakt. Selbst hat man mit sich zu tun, viel Arbeit, wenig Zeit - da läuft man doch nicht rum und guckt, ob man irgendwo neue Freunde findet. Klar, wo unsere neuen Nachbarn eingezogen sind, bin ich auch rüber, habe sie begrüßt und zum Kaffee eingeladen - wurde auch gern angenommen. Wir verstehen uns gut aber ich würde sie nicht unbedingt als Freunde bezeichnen.
Ich hatte noch nie was für Cliquenwirtschaft übrig! Habe nie einer angehört, hatte aber den "komischen Status" , daß ich überall willkommen war. Es war bekannt, daß es bei mir im Notfall immer Hilfe gab und daß ich keine Tratsche war. Jeder konnte mit Problemen zu mir kommen und konnte sicher sein, daß ich nichts weiter erzähle. Hätte ich wirklich enge Freunde gehabt, wäre mir wohl mal das eine oder andere Wort rausgerutscht. Den gleichen "komischen Status" hatte ich später im Berufsleben - obwohl nur einfacher Arbeiter, ging ich in den Büros der Verwaltung ein- und aus, verstand mich mit allen Leuten und habe auch mal mit dem Chef rumgescherzt. (Bitte nicht falsch verstehen! War nur Albernheit unter Kollegen) Daß an Arbeitsplätzen verschiedene "Klassengesellschaften" herrschen, ist ja heute noch so - hatte ich aber noch nie ein Problem mit. Aber mit Leuten gut auskommen und wirkliche Freunde haben, sind doch zwei verschiedene Dinge!
Klar setze ich mich manchmal ins Auto und besuche eine der wenigen, die von damals noch übrig geblieben sind und hier im Ort wohnen. Ich liebe auch Klassentreffen, wo man die alten Freunde trifft und man hat das Gefühl, daß es doch keine 20 Jahre her sein kann, daß wir ständig zusammen waren. Keine neue oberflächliche Freundschaft kann diese Art der alten Verbundenheit ersetzen! Aber wirkliche Freunde habe ich eigentlich auch nicht.
Mir würde es auch nicht so doll gefallen, wenn mein Mann jetzt so Kumpels hätte und die zusammen mit uns was unternehmen oder in Urlaub fahren wollen. Ich hätte keine Lust darauf, meinen Urlaub mit anderen Leuten zu verbringen.
Ich habe mir ein paar Brieffreunde gesucht, die ähnliche Hobbies haben wie ich. Mit einigen haben wir uns auch schon getroffen und haben uns sehr gut verstanden aber so'ne richtig tiefe Freundschaft "durch dick und dünn" besteht eigentlich nur zwischen meinem Mann und mir. Wir sind Freunde-Kumpel-Partner und nicht einfach nur ein Paar. Seit fast 20 Jahren sind wir zusammen, 15 davon verheiratet. Wir leben und wir arbeiten zusammen - das heißt, wir sind fast rund um die Uhr zusammen. Wozu brauchen wir andere Leute?

Beitrag von popcorn 27.08.07 - 12:26 Uhr

#pro

Beitrag von popcorn 27.08.07 - 12:27 Uhr

also hast du un dein mann und mein mann und ich was an der klatsche ? ;-)

Beitrag von nick71 27.08.07 - 15:16 Uhr

"Seit fast 20 Jahren sind wir zusammen, 15 davon verheiratet. Wir leben und wir arbeiten zusammen - das heißt, wir sind fast rund um die Uhr zusammen. Wozu brauchen wir andere Leute?"

Weicht zwar jetzt leicht vom Thema ab...aber ich finde es für eine Beziehung nicht gesund, wenn man keine Freunde hat. Dieses ständige Aufeinandergehocke zum einen, und man hat halt keinen anderen "Input"...und z.B. niemanden, mit dem man mal über seine Probleme reden kann. Alleine die Aussage "wozu brauchen wir andere Leute" finde ich bedenklich...aber jeder, wie er meint. Wenn Ihr so glücklich seid und Euch nichts fehlt, ist es ja ok. Aber für mich wäre sowas nix...und ich denke auch, dass diese Einstellung sich früher oder später auf jeden Fall rächt.

Beitrag von popcorn 27.08.07 - 17:17 Uhr

warum sollte sich die einstellung rächen???


aber wie du sagst, jeder mag es anders ;-)

Beitrag von nick71 27.08.07 - 20:37 Uhr

Weil ich es a) für falsch halte, ständig aufeinanderzuhocken (führt in der Regel dazu, dass man sich früher oder später nix mehr zu sagen hat) und ich b) Freunde AUCH DARUM wichtig finde, damit man nach einer evtl. Trennung eine Anlaufstelle hat. Zum Ausheulen, zum Ablenken etc.

"Wir brauchen keine anderen Leute" hört sich nach "wir genügen uns" an...es gibt also keinerlei äussere Impulse, die die Beziehung beleben und sie irgendwo "spannend" erhalten.

In diesem Fall wird zusammengelebt, zusammengearbeitet...es wundert mich wirklich dass das schon so lange hält.

Zumal es nicht selten vorkommt, dass einer der Partner früher oder später aus so einer Konstellation ausbricht. Das Verlangen, mal wieder was mit Freunden zu unternehmen (sofern man denn welche hat/te), kommt meistens irgendwann, und der andere Part, der das vielleicht nicht so sieht (meistens sind es ja die Frauen) schaut dann blöd aus der Wäsche und stellt die Beziehung infrage oder fühlt sich aufgrund dessen nicht mehr geliebt.

Deshalb sollte man Freundschaften meiner Ansicht nach auch während der Beziehung pflegen und diese nicht wegen des Partners total vernachlässigen.

Aber ich schweife ab ;-) das hat ja mit dem eigentlichen Thema nur noch wenig zu tun.

Beitrag von aggie69 28.08.07 - 12:52 Uhr

Wie lange bist Du denn mit Deinem Partner zusammen, um so eine Aussage treffen zu können?

Ich denke, wenn eine Beziehung, wie wir sie führen nun schon fast seit 20 Jahren gehalten und sich bewährt hat, dann ist daran eigentlich nichts bedenklich.
Es ist ja nicht so, daß wir uns aneinander ketten. Wenn ich das Bedürfnis habe, mit anderen Menschen zu reden, dann weiß ich, wo ich sie finde und fahre da einfach hin.
Ich habe mir ja auch gezielt Brieffreunde gesucht, die mich interessieren - weil sie meine Hobbies teilen und in interessanten Ländern wohnen.
Ich ermuntere meinen Mann auch mit Arbeitskollegen zu verschiedenen Anlässen wegzufahren (Messebesuche, Autoshows usw. - Männerkram eben)
Aber das sind doch alles keine "Durch-dick-und-dünn-Freundschaften"

Wenn ich Probleme mit meinem Mann habe, dann rede ich mit ihm darüber. Ich mag private Probleme auch nicht mit anderen Leuten zu diskutieren.

Alle Menschen haben verschiedene Ansprüche an ihr Leben. Für manche ist es normal, nach Hause zu kommen und die Frau mit ihren Freundinnen bei einer Flasche Wein und zugequalmter Bude vorzufinden - bei uns undenkbar, weil dies eine Situation wäre, die uns beiden nicht gefallen würde.

Inwieweit soll sich denn unsere Lebensweise mal rächen?
Mal angenommen, mein Mann würde mich aus irgendeinem Grund verlassen: Ich würde mich vielleicht eine Weile in meinem Schmerz einrollen, aber dann wieder aufstehen und weiterleben! Gerade die gemeinsamen Erfahrungen haben uns gezeigt: Es gibt immer einen Weg, man muß ihn nur finden!

Sieh mal den Vorteil, den wir haben. Wir brauchen uns niemanden zu beweisen. Es ist egal, ob und wohin wir in Urlaub fahren, es ist egal, wie wir leben, wie wir wohnen, was für ein Haus wir haben usw. Wir müssen das mit niemanden ausdiskutieren. Ich muß nicht an einen bestimmten Urlaubsort (den ich mir vielleicht eigentlich nicht leisten könnte), nur weil sogenannte Freunde dort hinfahren. Ich brauche kein neues Auto, nur weil die Freunde sich eins gekauft haben und ich brauche auch nicht sinnlos shoppen gehen, nur weil die Freunde meinen, daß man das so macht.
Ich stehe beruflich in der Öffentlichkeit, habe viele Menschen um mich und bin froh, daß wir uns unsere kleine private Welt für uns erhalten können.
Ich hatte früher mal einen Freund. Der hatte zig Kumpels, die er auch alle regelmäßig sehen mußte bzw.die er immer in der Disco treffen mußte. Durch unsere Ausbildung (Internataufenthalte) hatten wir sowieso schon wenig Zeit miteinander - und das bißchen Wochenende mußte dann auch noch mit anderen Typen verplempert werden. Nee danke!

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