Unterstützung wenn Alleinerziehend

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von tigerlucy 27.08.07 - 13:44 Uhr

Hallo Zusammen,

vielleicht kann mir hier jemand sagen mit was ich in etwa rechnen kann.
Mich würde interessieren, was frau als Alleinerziehende an staatlicher Unterstützung bekommt wenn KEIN Vater vorhanden ist und was wenn ein Vater vorhanden ist. Gibt es überhaupt eine staatliche Förderung? Gibt es auch schon Unterstützung während der Schwangerschaft? Bin im Moment berufstätig und werde auch wenn das Kleine da ist weiterhin 30 Stunden die Woche arbeiten. Kann mir jemand sagen, wie der Unterhalt berechnet wird?

Vielen Dank schonmal für die Auskünfte.

Liebe Grüße

Bianca

Beitrag von kim1968 27.08.07 - 14:01 Uhr

Hallo Bianca,

ich bins schon wieder :-D

War heute morgen bei einer Schwangerschaftsberatung für Alleinerziehende..

Bei mir sieht es so aus:
1200.- Elterngeld (68% vom letzten Nettogehalt)
127.- Kindesunterhalt (Mindestsatz, wenn Vater nicht zahlt)
154.- Kindergeld

Für Wohngeld ist das wohl zu viel. Da muss ich mich aber erst erkundigen.

Eigendlich wäre der Vater mir gegenüber auch unterhaltspflichtig, aber ich rechne mal lieber nicht damit.

Habe auch vor nach einem Jahr wieder 30 Stunden zu arbeiten. Weiß aber noch nicht ob ich einen Zuschuss für die Kinderkrippe bekomme.


Ganz liebe Grüsse,
Kim

Beitrag von tigerlucy 27.08.07 - 14:06 Uhr

Hallo Kim,

Du bist ein Schatz! Soweit ich weiß, bekomm ich an Elterngeld nur die Differenz die mir bei 30 Stunden noch zu meinem ursprünglichen Gehalt fehlen. Wenn dann dazu noch 127,- Kindesunterhalt und 154,- Kindergeld kommen, ist für mich und das Kleine erstmal gesorgt und ich sollte einigermaßen über die Runden kommen. Ich rechne auch nicht wirklich damit, dass der KV zahlt. Wenigstens hat er mir schon so seine Unterstützung angeboten, sprich Babysitten und regelmäßig vorbeikommen. Bin mal gespannt was da noch alles auf mich zukommt.

Liebe Grüße

Bianca

Beitrag von jamey 27.08.07 - 14:19 Uhr

Auszug aus dem vom Bundestag beschlossenen Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG):

§ 2 Berechnung des Elterngeldes

(1) Elterngeld wird in Höhe von 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens aus Erwerbstätigkeit bis zu einem Höchstbetrag von 1 800 Euro monatlich für volle Monate gezahlt, in denen die berechtigte Person kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt. Als Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist die Summe der positiven Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit und nichtselbstständiger Arbeit im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 4 des Einkommensteuergesetzes nach Maßgabe der Absätze 7 bis 9 zu berücksichtigen.

(2) In den Fällen, in denen das durchschnittlich erzielte monatliche Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt geringer als 1 000 Euro war, erhöht sich der Prozentsatz von 67 Prozent um 0,1 Prozentpunkte für je zwei Euro, um die das maßgebliche Einkommen den Betrag von 1 000 Euro unterschreitet, auf bis zu 100 Prozent.

(3) 1Für Monate nach der Geburt des Kindes, in denen die berechtigte Person ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt, das durchschnittlich geringer ist als das nach Absatz 1 berücksichtigte durchschnittlich erzielte Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt, wird Elterngeld in Höhe des nach Absatz 1 oder 2 maßgeblichen Prozentsatzes des Unterschiedsbetrages dieser durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit gezahlt. 2Als in dem nach Absatz 1 Satz 1 oder 2 maßgeblichen Zeitraum vor der Geburt des Kindes durchschnittlich erzieltes monatliches Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist dabei höchstens der Betrag von 2 700 Euro anzusetzen.

Beitrag von ns20 27.08.07 - 15:21 Uhr

Unterhaltsvorschuss sind nur noch 125€, keine 127€ mehr.
Liebe Grüße :-)

Beitrag von klau_die 28.08.07 - 07:27 Uhr

Hi,

meinst Du mit "kein Vater vorhanden", dass er sich weigert, zu zahlen?
Das wird nur klappen, wenn er finanziell nicht in der Lage ist, dann bekommst Du die 127 Euro UHV, die aber für den Vater als Schulden auflaufen. Schlauer wäre es, gleich zu zahlen, sofern er dazu in der Lage ist.

Bekommst Du Unterhaltsvorschuss für das Kind, treibt das Amt diesen auf jeden Fall wieder vom Vater ein, sobald möglich.

Gruß,

Andrea

Beitrag von tigerlucy 28.08.07 - 11:22 Uhr

Mit "kein Vater vorhanden" meinte ich eher, das der Vater nicht bekannt ist. Kann ja durchaus vorkommen bei einem ONS.

Beitrag von klau_die 29.08.07 - 15:04 Uhr

Ja, so ist es aber doch in Deinem Fall nicht - willst Du ihn unterschlagen? Das ist weder legal noch dem Kind gegenüber unfair aber vielleicht hab ich Dich ja nur falsch verstanden.

Gruß

Beitrag von jamey 27.08.07 - 14:12 Uhr

hi... wie soll man denn das verstehen "wenn kein vater da ist" ist er nicht das weil er sich nicht kümmert oder ist er nicht merh am leben?

gehen wir mal von ersterem aus #schwitz

du hast recht auf betreuungsunterhalt für dich bis das kind drei jahre alt ist (und galub ich auch kurz vor der geburt)und auf unterhalt fürs kind. der kindesunterhalt ist vorrangig. er wird berechnet nach der düsseldorfer tabelle. je nachdem was dudann noch übrig ist vom gehalt des kindsvaters: davon wird die höhe deines betreuungsunterhaltes berechnet.

bei zu erwartendem ärger mit dem kv hinsichtlich geld ist es ratsam sich vor der geburt ans jugendamt zu wenden und eine beistandschaft einrichten zu lassen. so bleibt nicht ganz soviel an dir hängen an zettelkram. wenn es halbwegs glatt läuft bekommst du unterhaltsvorschuss vom JA (127€ im westen) insofern der KV nicht zahlt.

ist dein elterngeld zu gering kannst du ergänzend alg2 beantragen. als einkommen werden angerechnet das kindergeld sowie unterhalte und alles was >300€ beim elterngeld.

wenn du 30wochenstunden arbeitest dann dürfte ja das elterngeld weitestgehend entfallen?!sollte dein einkommen recht gering sein, kannst du den kinderzuschuss oder -zuschlag (keine ahnung wie das genau heißt) beantragen/infos hier:

http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkblatt-Sammlung/MB-Kinderzuschlag.pdf

hm...und hier verließen sie mich.... wie es mit wohngeld etc aussieht kann ich dir nicht beantworten, da muss man deine finazielle situation besser kennen.

wenn du trotz 30wochenstunden arbeit weniger verdienst als der mindestbedarf nach dem ALG2 "gesetz" kannst du ergänzendes alg2 beantragen, dafür aber keinen kinderzuschlag....

Beitrag von tigerlucy 27.08.07 - 14:18 Uhr

Hallo Jamey,

vielen lieben Dank für die Info. Ja, das mit dem Vater ist so zu verstehen wie Du vermutest. Ich gehe davon aus, dass ich nicht mit Unterstützung rechnen kann. Soweit ich informiert bin ist er Saisonarbeiter und verdient nicht wirklich viel, so dass ich mit Sicherheit nicht mit Unterstützung von seiner Seite aus rechnen kann. Aber vielleicht kommt ja noch die große Überraschung, weil erstens kommt es ander und zweisten als man denkt. Das stimmt ja immer wieder. Auf jeden Fall hast Du mir schon sehr weitergeholfen.
Wenn ich weiterhin auf mein altes Gehalt komm und zusätzlich noch Kindergeld und Unterhalt bekommen würde, kann ich durchaus mit dem Kind alleine klarkommen. Ich werde mich auf jeden Fall nochmal schlau machen, welche Möglichkeiten mir sonst noch bleiben.

Vielen Dank und liebe Grüße

Bianca

Beitrag von jamey 27.08.07 - 14:21 Uhr

wie lässt du dein baby betreuen? du kannst versuchen (insofern du kita oder tagesmutter nutzt) einen betreuungskostenzuschuss zu ergattern ;-) anträge etc. gibts beim JA.

Beitrag von tigerlucy 27.08.07 - 14:25 Uhr

Ich hab das große Glück einen suuuuuper Chef zu haben. Ich darf von zu Hause aus arbeiten, bekomme einen Rechner gestellt und Zugang übers Internet zum Netzwerk der Firma. Meine 30 Stunden kann ich dann so verteilen, wie es das Baby zulässt. Ich hoffe das funktioniert so wie ich mir das vorstelle (wahrscheinlich eher nicht).

Beitrag von jamey 27.08.07 - 14:42 Uhr

da brauchst du nen starken willen.... am anfang schlafen die kleinen mal lang mal kurz, du stehst zig mal die nacht auf... es wird hart, soviel ist klar. ich hätte es in den anfangsmonaten nicht hinbekommen durchschnittlich 6 stunden am tag zu arbeiten. wenn du eltern und freunde in der nähe hast versuche am ehesten alles etwas zu organisieren und dir freie zeiten zu schaufeln. so ganz allein mit baby von zu hause aus arbeiten zu wollen....wird ein kampf.

noch hast du ja bisschen zeit. viell. kannst du dir auch ne tamu suchen die bei dir daheim auf das baby aufpasst bei dir daheim... und dir so bissl den rücken freihält. tagesmütter werden halt teilw. vom ja gefördert, studentische babysitter nicht ;-)