Sättigung mit Mumi wieso haben so viele Angst?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von 6woche.1 27.08.07 - 17:01 Uhr

Hallo Zusammen


Ich lese hir so oft das ihr Angst habt das euer Baby von Mumi alleine nicht satt wird.Aber wieso habt ihr diese Angst? Solange ein Baby 4-6 nasse Windeln in 24std hat und zunimmt ist alles ok.Oder auch das euer Baby plötzlich öfters an die Brust wil das kann viele Gründe haben es ist heiss und sie haben öfters Durst,es wil die Nähe von Mama spüren, es steckt in einem Schub etc. ich schaue nur selten auf die Uhr wann Joel wieder Hunger hat denke da einfach nie daran.Wenn Joel weint und wie irre an meinem Finger oder an seinem Schnuller saugt (Schnuller wil er eher selten Brust ist da vieeel besser ;-) ) dan geb ich im die Brust egal wieviel Zeit seit der letzten Mahlzeit vergangen ist.Ich wil eigendlich nur sagen macht euch doch nicht irre legt euer Baby an wenn es danach verlangt egal wielange es her ist als es die letzte Mahlzeit hatte.Sorry für das sinnlos Posting aber wolte ich mal loswerden.





Lg Andrea mit Janic 23.11.05 und Joel 4.8.07

Beitrag von miau2 27.08.07 - 18:15 Uhr

"Aber wieso habt ihr diese Angst?"

Weil einem viel zu oft von Eltern, Großeltern, Schwiegereltern, Tanten, Schwestern und Nachbarn ungefragt gesagt wird, dass das arme Kind doch niemals satt wird von der Milch.

Weil man total verunsichert wird von den ganzen tollen Produkten, die nach dem 4. Monat angeboten werden. Und man denkt, wenn es das gibt, dann wird das wohl auch gebraucht.

Weil uns viel zu viele Mütter von ihren dauerschlafenden, unkomplizierten Superbabys erzählen - und wir uns dann fragen, warum unser Kind nachts noch gestillt werden will. Kann doch nur daran liegen, dass es nicht satt wird, oder?

Und weil die wenigsten Stillmamas eine wirklich gute Beratung haben, und dafür eine Menge Halbwissen (bzw. Halbunwissen) vermittelt bekommen.

Weil in Krankenhäusern viel zu schnell zur Flasche gegriffen wird, immer noch, trotz allen Fortschritten. Und weil die Mütter dieses Verhalten mit nach Hause nehmen - klar, man denkt ja auch, dass die dort sich auskennen.

Weil man beim Stillen i.d.R. keine Mengenkontrolle darüber hat, wie viel das Kind trinkt, es sei denn, man wiegt es immer davor und danach. Und wir sind nun einmal Kontrollfreaks geworden, alles muss sich berechnen, kalkulieren lassen - Vertrauen auf den Instinkt haben wir viel zu viel verlernt. Da macht es uns einfach Angst, nicht zu wissen, wie viel das Kind getrunken hat. Und wenn dann die Oma anruft und der erste Punkt dazu kommt, sind wir endgültig total verunsichert.

Mehr vernünftige Aufklärung über das Stillen, mehr gute Stillberatung, die schon vor der Geburt ansetzt, und weniger (ungefragtes) Reinreden von diversen Menschen - oder mehr Selbstbewußtsein, damit man bei den ganzen "Tipps" auf Durchzug stellen kann würden helfen.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von 6woche.1 27.08.07 - 18:30 Uhr

Bei unserem KH werden keine Flaschen gegeben ausser man wil nicht stillen,oder man wil abpumpen und Mumi durch die Flasche geben.Janic hat auch oft nicht durchgeschlafen obwohl er die Flasche bekommen hatte. (Unwissenheit deswegen bekam er nur 6 Wochen Mumi) Joel kommt jetzt nur 1x in der nacht was aber auch nicht Ewigkeiten sein wird spätestens wenn ein Schub ansteht oder er am zahnen ist.Aber warum kaufen so viele Mütter sachen ab dem 4 Monat.Wir kaufen doch auch nicht alles was für UNS in der Werbung angeboten wird oder?

Beitrag von miau2 27.08.07 - 19:09 Uhr

Hi,
geh mal davon aus, dass so ziemlich alles, für was Werbung gemacht wird auch gekauft wird. Egal, wie überflüssig, ungesund oder was auch immer. Und nicht wenige glauben auch alles, was in der Werbung versprochen wird.

Dazu dann der Wettkampf: hier, im Forum, anonym kann jede Mutter offen zugeben, kein Superbaby zu haben. Aber in Krabbelgruppen, Spielkreisen, etc. wird dann doch sehr viel seltener zugegeben, dass das eigene Baby einfach ein ganz normales Baby ist. Und eben nicht durchschläft, vielleicht auch mit 8 Monaten noch nicht.

Na ja, und dann halt das ganze Gerede von allen möglichen Leuten, teilweise auch Leuten, auf die wir 18 Jahre und länger gehört haben (Eltern) - das deren Wissen teilweise total überaltet ist, dass es neues Wissen gibt - nicht viele stellen das, was ihnen die eigene Mutter (oder schlimmer, Schwiegermutter ;-)) erzählt in Frage. Weil man einfach nicht gelernt hat, das, was einem die Eltern erzählen in Frage zu stellen.

Versteh mich nicht falsch, wenn ich nicht auf Durchzug gestellt hätte hätte ich auch nicht gestillt und meinen Sohn mit Schokoladenbrei vollgestopft, als er anfangs (mit gut 7 Monaten) die Beikost verweigert hat. Aber ich kenne halt viele, die glauben was ihnen diese Personen erzählen. Und wenn es dann noch von der "wohlmeinenden" Industrie bestätigt wird - wer hinterfragt es dann noch?

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von kuhlie 27.08.07 - 22:55 Uhr

Stimmt, gerade in der Familie (Eltern, Großeltern besonders) gibt es viel zu viel veraltetes Wissen:
"Ein Kind darf nur alle vier Stunden gestillt werden"
"Hör auf mit dem Stillen, dein Kind hat so viele Blähungen"
"Was, schon wieder stillen?Gib den Schnuller, dann ist Ruhe"

... so was muss ich mir ständig anhören! Das kann echt nerven, macht mich auch wütend, immerhin ist es mein Kind und das letzte Mal, das einer von denen ein Baby hatte, ist mind. 21 Jahre her!!!

Dann solche Sprüche wie "Lass sie doch mal schreien, das macht kräftige Lungen"... so ein Blödsinn!

Aber was anderes, ich geb meiner Kleinen schon jetzt Brei, nicht aus Angst, sie würde nicht satt werden (hat ja immerhin ein stolzes Gewicht von 8Kilo, mit 3,5 Monaten), sondern weil sie es will und ganz gierig schaut, wenn wir was essen und den Mund weit aufmacht wenn der Löffel kommt!

Beitrag von cat3112 27.08.07 - 19:59 Uhr

Hi Andrea,

bin auch deiner Meinung - die Frage hab ich mir hier auch schön öfters gestellt. Immer weniger Frauen verlassen sich auf ihren Körper und auf ihr Gefühl, die Intuition. Wenn man mal genau in sich reinhört und sich sein Baby anschaut und mit ihm "spricht", dann wird man schon wissen, ob alles okay ist, oder ob es noch mehr braucht.

Man sollte sich nicht so beeinflussen lassen.

Grüße
Nina mit Anna *14.06.07

Beitrag von kipra83 27.08.07 - 20:09 Uhr

die werbung ist schuld!!

die hat schon unsere mütter und omas verblödet und schafft es mit deren unterstützung immer noch!

schade, dass keiner mehr an sich (und seine milch) glaubt!

lg kirsten (mit dean 14monate, der gestillt wird)

Beitrag von 6woche.1 27.08.07 - 20:39 Uhr

Hi


Ich finde es toll das Du immer noch stillst. Denn stillen ist das natürlichste was es gibt und die Milch bleibt nicht einfach so weg man muss alles lockerer sehn und nicht immer auf die Zeit etc schauen.



Lg Andrea mit Janic 23.11.05 und Joel der auch voll gestillt wird 4.8.07

Beitrag von miamaus123 27.08.07 - 21:20 Uhr

Hallöchen,



genau so mache ich es auch,und das nun schon ein Jahr.

Bei mir haben viele hinter meinem Rücken gesagt "die stillt eh

nicht lange". Den hab ich es bewiesen...:-p


Verlaßt euch mehr auf euer Bauchgefühl und nicht auf Leute

die nie gestillt haben.:-)


michaela+mia 2.9.2006

Beitrag von wurmologin 27.08.07 - 22:50 Uhr

So ein Post wollte ich auch schon mal aufmachen... #danke ,dass Du es gemacht hast.
Meine Ergänzung:
Der Mensch ist ein Säugetier und in der Regel ist eine Mutter in der Lage, ihr Kind sehr lange zu ernähren. Auch wenn das bedeutet, dass das Kind manchmal halbstündlich oder sogar dauer-wechsel-stillt bis sich die Produktion dem Bedarf wieder angepasst hat.
Leider haben viele nicht das Vertauen in ihren Körper, was sicherlich gesellschaftliche Gründe hat.

viele Grüße
wurmologin, die liebend gerne stillt, vor allem nachts, wenn alles so schön ruhig ist und das einzige Geräusch, das zufriedene Schmatzen des würmchens :D